Montag, 4. November 2019

Trinitätslehre auf dem Prüfstand: Brief XIII an Unitarier und Trinitarier — Maskil: Wessen Sohn ist der Christus?

Trinitätslehre auf dem Prüfstand: Brief XIII an Unitarier und Trinitarier — Maskil: Wessen Sohn ist der Christus?


41 Als aber die Pharisäer versammelt waren, fragte Jesus sie 42 und sagte: Was haltet ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids. 43 Er spricht zu ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr, indem er sagt: 44 "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege unter deine Füße"? 45 Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn? 46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem Tag an, ihn weiter zu befragen. (Mt 22)

Eine Frage nach dem Christus (Messias) im Neuen Testament
Kaum eine Stelle im Neuen Testament trifft mehr ins Herz der Auseinandersetzung zwischen Trinitariern und Unitariern.
Sie ist vor allem deswegen so brisant, weil sie uns keine leicht erkennbare, eindeutige Antwort gibt. Sie lässt die Frage nach dem Christus offen. Wie eine Art Rätselspruch lässt sie den Leser und ganz offenkundig auch den damaligen Hörer zurück mit einer Frage, über die er nachdenken soll. Wenn also mancher dem Nachdenklichen damit kommt, er dürfe oder solle darüber nicht nachdenken, man müsse nicht alles wissen, dann ist diese Stelle in den Evangelien eine deutliche Zurechtweisung solcher Stimmen, denn immerhin stellt diese Frage hier der Herr selbst. Es ist NICHT die Frage hochmütiger Gelehrter, sondern etwas, was Jesus selbst den Menschen mit auf den Weg gibt. Denken wir also darüber nach!
Wie wichtig das Nachdenken über diese Frage sein dürfte, offenbart ein Satz aus dem sogenannten „hochpriesterlichen Gebet“ Jesu kurz vor seiner Hinrichtung:
„1 Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche,2 wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe!3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. (Joh 17)
Wenn das ewige Leben davon abhängt, dass wir erkennen, wer Vater und Sohn sind, dann darf niemand uns ein schlechtes Gewissen einjagen, wenn wir alles dran setzen, diese Frage immer wieder „in unseren Herzen bewegen“, wie es einst Maria tat, denn auch über sie wird immer wieder gesagt, sie habe dies getan, wenn es um die Frage danach ging, wer eigentlich ihr Sohn in Wahrheit ist!
Wie die damaligen Pharisäer empfinden wir, dass wir vor ein Rätsel gestellt werden, das niemand so leicht zu lösen vermag, das sich nicht über eine philosophische Spekulation erschließt, aber doch mit den inneren Augen erkannt werden kann, das uns aber vor die äußeren Augen hält, dass Jesus als Mensch etwas ist, das wir in äußerer Gedanklichkeit nicht erreichen können, obwohl doch auch wir Menschen sind. Wir spüren, dass die Frage nach seinem Menschsein mit uns viel mehr zu tun hat, als wir es spontan ertragen oder verstehen können.
Nach den Schriften der Israeliten wird der Messias der Sohn Davids sein, also ein konkreter Nachfahre König Davids. Konkret nach der Blutlinie, konkret nach jüdischem Verständnis aber auch der „Art“ nach, dem „Geist“ nach. Das Geschlecht Davids meint viel mehr als die Nachkommen seines physischen Samens, denn die werden uns schon im AT weitgehend als Abtrünnige gezeichnet. Es muss also um mehr gehen. Von David heißt es, er sei ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ gewesen (1. Sam 13,14; Apg 13,22). Der Christus wird ihm darin entsprechen. Die leiblichen Nachkommen, ja sogar die geistigen Nachkommen Davids aber entsprechen ihm darin in aller Regel nicht. Nur wenige Ausnahmen führen am Ende zu der leiblichen Davidstochter Maria, die Jesu wirkliche Mutter war und ihn insofern auch zu einem wirklichen, leiblichen Nachkommen Davids qualifizierte, — abgesehen von der geistigen Prägung, die sie ihm gab — , und dem Davidssohn Josef, dem Ziehvater Jesu, der — ohne dem Samen nach sein Vater zu sein — geistig doch ganz und gar ein Sohn Davids war und insofern dem Jesuskind ein wahrer davidischer Vater sein konnte.

Maskil — Zum Unterschied von Weissagung (N’vuah) und verselbständigter Weisheit (Chochma)
Der zentrale Hinweis auf diese Qualität Davids als „Mann nach dem Herzen Gottes“ und des Bundes Gottes mit ihm erzählt Psalm 89. Dieser Psalm ist ein „maskil“, wie es zu Anfang heißt. Buber nennt dies „Eingebungsweise“ und deutet damit, subtil und feinsinnig den prophetischen Charakter an (s.u.). Im biblischen Kontext ist ein „maskil“ ein Lehrgedicht. Später wurde im Judentum aus dem „maskil“ ein Gelehrter, ein Verständiger, ein Philosoph, einer der weniger das Sagenhafte als das Logische und Erkennbare ins Licht hebt.[1] „Maskil“ kommt vom Wortstamm „s-ch-l“ und dort der Hifil-Form „hiskil“: zu deutsch bedeutet dies „Einsicht haben“, „verständnisvoll/verständig sein“. „Sechel“ ist der menschliche Verstand.[2]
Wir werden sehen, welche geistige Haarlinie sich in diesem Begriff des „maskil“ ausdrückt:
Ein „maskil“ also, eine Herausforderung unserer Erkenntnis und unseres Nachdenkens, gibt uns in Psalm 89 der Dichter Eitan, „Eitan, der Esrachiter“, der im Ersten Buch der Könige als einer der weisesten Männer benannt wird, dem nur König Salomo überlegen ist (1. Kön 5,11). Der „maskil“ hängt folglich mit der „chochma“, der Weisheit, zusammen. Was ist echte, lebendige Weisheit ist in diesem biblischen Zusammenhang? Sie ist nicht Geheimwissen oder Arkanlehre, sondern die Einsicht, die dem Menschen allgemein möglich ist, zu der jeder herausgefordert werden soll, der den Psalm liest. Die Einsicht stellt sich aber auf eine prophetische Weise ein, keine „logische“.
Doch was „lehrt“ uns dieser Psalm 89 oder besser: was „lehrt“ er mich?
Es ist ein eigentümlicher Text. Er beginnt mit dem Lobpreis der Treue Gottes zu dem Bund, den er mit David geschlossen hat. David ist bereits eine messianische (gesalbte) Gestalt. Menschen, mit denen Gott zuvor einen Bund schloss (Noach, Abraham, Mose etc.) erhielten zwar Berufung und Verheißung, aber keine Salbung. Die Salbung hat prophetischen und königlichen Charakter. Sie erfolgt mittels eines Salböls und/oder des Geistes Gottes.
Gepriesen wird nun die Größe Gottes, die unvergleichlich ist, unvergleichlich mit allem, was im „Luftraum“ („schachak“) ist, in dem die „bnei elim“ sind, die „Göttersöhne“, oder „Gottessöhne“, wie oft auch übersetzt wird. Gott begrenzt den Hochmut des Meeres, er hat das (mythische) Chaos-Ungetüm Rahav, das im Meer haust und ein Verwirrer, Bedränger und Durcheinanderbringer ist, durchbohrt. Rahav wird gelegentlich mit Ägypten identifiziert, aus dem Gott die Hebräer herausgeführt hat (Ps 87).
Dann zitiert Eitan die Visionen seiner Vorfahren:
„Hilfe (bzw eine Krone) habe ich auf einen Helden gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volk. 21 Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. 22 Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken. 23 Kein Feind soll ihn bedrängen und kein Sohn der Ungerechtigkeit ihn bedrücken. 24 Ich will seine Bedränger vor ihm zerschmettern. Die ihn hassen, will ich niederstoßen. 25 Meine Treue und meine Gnade sollen mit ihm sein, und durch meinen Namen soll sein Horn erhöht werden. 26 Ich will seine Hand auf das Meer legen, und seine Rechte auf die Ströme. 27 Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein Gott und der Fels meines Heils! 28 So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde. 29 Ewig will ich ihm meine Gnade bewahren, und mein Bund soll ihm festbleiben. 30 Und ich will seine Nachkommen einsetzen für immer und seinen Thron wie die Tage des Himmels.“ 
Hier fällt auf, dass diesem Davidssohn, dem „gibor“, dem „Helden“, begabt mit Kraft bis an die Grenzen des Menschlichen, der da kommen soll, etwas von der zuvor beschriebenen Macht Gottes gegeben wird: Wie Gott wird er das Meer beherrschen können. Aber es ist Gott, der seine Hand nimmt und auf das Meer legen wird. Die Stelle beschreibt keine göttliche Gestalt, die dies aus sich heraus vermag, sondern von Gott selbst dazu autorisiert und erhöht wird. Diese Erhöhung greift Jesus selbst immer wieder auf und bezieht sich auf sie (s.u.).
Und der gesalbte „gibor“ wird Gott als „awi“, als „mein Vater“ anrufen — im Alten Testament eine absolute Seltenheit. Von niemandem wird das berichtet, nicht von Adam und Eva, noch von Noach oder Abraham, noch Sara oder Jakob, auch nicht von Aaron, Mose oder Miriam. Diese Anrede ist außergewöhnlich.
Weder ein Feind noch der „ben avla“, der „Sohn der Deformation/Sünde“ darf ihn überwältigen; dieser Begriff kehrt im NT als „filius perditionis“ wieder und meint einmal den Verräter Judas, das andere Mal den Antichristen.
Nun folgt eine Klage darüber, dass Gott seinem „maschiach“, seinem Gesalbten, zürnt. Die Konfrontation könnte kaum eindringlicher beschrieben werden:
„40 Preisgegeben hast du den Bund mit deinem Knecht, hast zu Boden geworfen und entweiht seine Krone. 41 Du hast niedergerissen all seine Mauern, hast seine Burgen in Trümmer gelegt. 42 Es haben ihn alle ausgeplündert, die des Weges vorübergehen. Er ist zum Hohn geworden seinen Nachbarn. 43 Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger, hast erfreut alle seine Feinde. 44 Auch hast du zurückweichen lassen die Schärfe seines Schwertes und hast ihn nicht bestehen lassen im Kampf. 45 Du hast aufhören lassen seinen Glanz und zur Erde gestürzt seinen Thron. 46 Du hast verkürzt die Tage seiner Jugend, mit Schmach hast du ihn bedeckt. //“
Wie ist das möglich? Wie kann das sein? Gott hat doch einen Bund geschlossen?
Eitan hat zuvor schon eine Antwort aus der alten Vision gegeben:
„31 Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in meinen Rechtsbestimmungen,32 wenn sie meine Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten,33 so werde ich ihr Vergehen mit der Rute und ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen heimsuchen. 34 Aber meine Gnade werde ich nicht von ihm weichen lassen und nicht verleugnen meine Treue. 35 Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. 36 Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit - wie könnte ich David täuschen!“
Es gibt David und die Mitte seiner Söhne. Sie haben den Bund gebrochen, und sie spüren die Folgen, aber Gott hat den Bund nicht gebrochen.
All diese Ungereimtheit, die wir erleben, hängt damit zusammen, dass Gott seinem Bund treu ist, aber wir nicht. Genau diese Ungereimtheit und Schmach liegt auf dem „maschiach“, dem „Gesalbten Gottes“, dem Sohn Davids. Er oszilliert zwischen der versprochenen Erhöhung und Befähigung und den irrlichternden Wahnwelten, die ihn umtosen und förmlich „umwerfen“ dürfen, weil er einer der Menschen ist, weil seine menschlichen Geschwister ihn in diese Lage bringen, die alle Menschen dem Tod aussetzt, auch den Gesalbten. Er wird für das geschlagen, was seine Brüder und Schwestern hervorgebracht haben: die Huldigung an Rahav, die Herausforderung der Meereswogen, die Kontaktaufnahme mit dem „ben avla“, dem Sohn des Verderbens, die verkehrte Wahl und den Hohn über die Wahrheit.
Eitan schließ mit der Anrufung Gottes, die Ihm vor Augen halten will, dass niemand aus dieser Verfangenheit kommen kann ohne die Hilfe des Allerhöchsten, die er David doch deswegen geschworen hat, eben weil keiner der „bnei adam“, der Menschenkinder, sich selbst helfen kann in dieser Not:
„49 Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird sein Leben befreien von der Gewalt des Scheols? // 50 Wo sind deine früheren Gnaden, Herr, die du David zugeschworen hast in deiner Treue? 51 Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte. In meiner Brust trage ich all die vielen Völker mit ihrem Hohn, 52 womit deine Feinde gehöhnt haben, HERR, womit sie gehöhnt haben die Fußspuren deines Gesalbten! 53 Gepriesen sei der HERR ewig! Amen, ja Amen!“
Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass dies ein prophetischer Psalm eines weisen Mannes ist. Es verbindet sich die Gelehrsamkeit und Erkenntnis mit der Gabe der Prophetie, der Weis-sagung. Eine „gesunde“ oder „lebendige“ Weisheit außerhalb dieser Verbindung gibt es nicht und grenzt solche Verständigkeit ab von allem okkulten, verselbständigten Wissen. Hier spielt mit hinein, dass die Schlange Eva damit verführte, ihr solche „Weisheit“ in Aussicht zu stellen, „Wissen“, das Wissen um Gut und Böse, als sei es eine definierbare geistige Welt, in die man „eingeweiht“ werden könnte. Der Baum, so heißt es, habe Eva gefallen, weil er „verständig macht“, „lehaskil“. Wir haben hier wieder unseren Wortstamm „s-ch-l“ (Gen 3,6).
Die „Weisheit Ägyptens“ hat mit dem „maskil“ und der Weissagung deshalb nichts zu tun, weil das eine losgelöst von der Vitalität Gottes und statisch, als ein gigantisches Normengebilde verstanden ist, das andere an die Vitalität Gottes gebunden und von ihr in jedem Moment inspiriert.
Statische Weisheit ist nicht dasselbe wie dynamische Weisheit. In Salomo brach sich beides. Sie sind, obwohl gleichen Ursprungs, Kontrahenten wie Finsternis und Licht.[3] Das eine, die Weissagung, die „n’wuah“, die den „nawi“, den Propheten hervorbringt, ist nicht dasselbe wie die Weisheit, die als „chochma“ sich verselbständigt und den Weltweisen „chacham“, den Schriftgelehrten oder Weisheitslehrer im genauen Wortsinn, aber keinen Propheten, hervorbringt. Erstere ist ihrem Ursprung liebend zugewandt und in ihm schwingend, die andere kehrt den Ursprung in ein mechanistisches Gefüge, dem der Weise Leben verleiht durch sein Weise-Sein.

Herr 1, Herr 2 und Sohn
Doch zurück zu unserer Szene mit Jesus und den Pharisäern. Der Rätselspruch bringt den normalen menschlichen Sinn durcheinander, weil die hierarchischen Beziehungen in ihm ähnlich wie auf der „unmöglichen Treppe“, die der Mathematiker Penrose entwickelt hat, ins Wanken kommen. Man kann sagen, dass Jesus mit einem Handstreich unsere hierarchische Denkweise zusammenstürzen lässt. Was hier über den Messias gesagt wird, wirkt absurd angesichts unserer hierarchischen Logik, aber die Pharisäer spüren, so wie wir alle, dass nicht das Wesen des Messias absurd ist, sondern unser hierarchisches Denken …
Der Christus ist der Sohn Davids. Söhne sind immer den Vätern unterstellt nach der Logik der Menschen. Wie kann es dann sein, dass der Vater den Sohn als „Herrn“ anspricht?
„Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?“
Man könnte zunächst sagen, eine der Prämissen ist dann eben falsch: Er ist nicht der Sohn Davids, oder aber er ist nicht der Herr Davids. Nun wird aber letzteres ausgeschlossen durch die Bemerkung, dass der „Herr des Herrn“ jenen zu sich erhöht und auffordert, zu seiner Rechten Platz zu nehmen. Im Bild gesprochen sitzen da nun zwei auf dem Thron: der erste und eigentliche Herr und der zweite, den er zu sich erhöht. Dass dieser zweite Herr ein Sohn Davids sein wird, ist in der Schrift viele Male bezeugt, dem Glaubenden unmöglich zweifelhaft.
In der Tat überschneidet sich im zweiten Herrn, dem „Herrn 2“ der „Herr 1“, also der eindeutig als Gott gezeichnete Herr, mit David, dem königlichen Menschen. IST er darum aber, wie die Trinitätslehre es dogmatisch definiert, sowohl Gott als auch Mensch, ein „Gottmensch“? Oder ist nicht genau eine solche Lehre der Versuch, etwas, das nur in der lebendigen Weisheit Gottes verständlich ist, festzubannen in einen albernen menschlichen Satz, der in seiner „Weisheit zu Torheit“ wird?
Dem muss man in jedem Fall entgegenhalten: Was den „Herrn 2“ zu einem „Herrn“ macht, hat er übertragen bekommen und nicht aus sich selbst heraus. Dies geht eindeutig aus dem Zitat hervor, das in Mt 22 direkt aus Psalm 110,1 übernommen wird. Jeder schriftkundige Israelit kannte diese Stelle. Einer, der bereits wesensgleich mit Gott ist, muss von ihm nicht erhöht werden zu seiner Rechten. Gemeinhin entgegnet der traditionsbewusste Katholik diesem Argument, diese Sätze aus dem Psalm und den Evangelien seien ja nur „secundum hominem“ gemünzt, also nur hinsichtlich der Menschheit Christi, die nun mit-erhöht würde. Das Menschsein, das sich die Gottheit durch ihre Inkarnation angezogen habe, habe sie gewissermaßen „heruntergezogen“ in unsere Niederungen und müsse nun hinaufgehoben werden.
Ganz einsichtig ist das allerdings nicht, denn wenn einer „Gottmensch“ ist, ist er, bevor er Mensch ist doch unhintergehbar Gott und müsste aus eigener Macht auch die Erhöhung seines Menschseins schaffen. Andernfalls ist er eben doch nicht wesensgleich mit Gott. Man kann vermuten, dass die Arianer genau daran auch hängeblieben, nach menschlicher Denkweise ja völlig zu recht! Denn zum göttlichen Wesen gehört auch die Allmacht oder Machtfülle. Wir kenn die poetische Formulierung „Er entäußert sich all seiner Gwalt“ aus einem Kirchenlied — nur: wo steht das in der Schrift? Die Stelle in Philipper 2,6, die hier als Beleg angeführt wird, sagt genau dies allerdings nicht, sondern etwas anderes, worauf ich schon einmal eingegangen bin (Link—) und noch einmal eingehen werde an anderer Stelle. Die „Entäußerung der Gewalt“ ist bereits theologische Auslegung im Sinne der kirchlichen Dogmatik.
Man argumentiert hier so, als ob Gott einer „multiplen Persönlichkeitsstörung“ nahekomme, in sich selbst gewissermaßen Personen abgespalten, sich dissoziiert habe.
Ich muss zugeben, dass mich der Gedanke abstößt und in seiner Greulichkeit und Monstrosität in die Flucht schlägt: Kann das sein? Was immer sich um Gott herum bewegt an „z’waot“, an „Heerscharen“, wer immer im Luftraum und im Meer an „bnei elim“ oder „Rahav“, „Leviatan“, „Tannin“, Göttern, Engeln und Dämonen etc. unterwegs ist, wovon das AT ja durchaus deutlich Kunde gibt: Gott, der Allerhöchste, ist einer und spricht immer als einer.
Er ist eben nicht dieser seltsame Chamäleondrache, der ständig die Maske wechselt (und „persona“ heißt eigentlich „Theatermaske“!). Dass er sich im Menschen abgebildet hat bedeutet nicht, dass damit eine multiple Persönlichkeit gemeint ist. Dieser Rückschluss ist und bleibt selbst nach logischen Kriterien unzulässig. Man würde auch von keinem menschlichen Elternpaar sagen, sie drückten sich wegen ihrer zahlreichen Kinder in zahlreichen Personen aus, die aber alle „eins“ seien, nämlich sie selbst. Das ist absurd. Man gefällt sich zwar in dieser nebulösen Rede von den „allen“, die irgendwie „eins“ sind, aber man bleibt in diesem gedanklichen Sumpf auch so tief stecken, dass man in aller Regel nicht mehr vordringt zu der Frage, wer Vater und Sohn wirklich sind, der Frage, die ja nicht dogmatisch definiert werden sollte, sondern um die geistig gerungen werden müsste.
Müssten wir nicht täglich rufen: Wer bist Du, Gott, Vater? Wer bist Du, Herr Jesus, sein Messias und Sohn?
Aber ist es nicht gerade diese Frage, die wir Gott gar nicht mehr stellen, weil wir glauben, aufgrund einer kirchlichen Feststellung wüssten wir es schon ganz genau?
Nach dem Johannes-Evangelium ist aber genau dies die Frage aller Fragen des Glaubens (s.u.)!
Die Frage ist, wie diese Überschneidung zwischen Gott und Mensch zu deuten ist, gilt sie doch generell jedem Menschen von der Schöpfung her, die den Menschen grundsätzlich, ob Mann ob Frau, „im Bild Gottes“ bekennt und bezeugt, dass jeder und jede ursprünglich sogar „in der Gestalt Gottes“ ist (Gen 1). Die Misere der „bnei adam“ liegt darin, dass sie diesen Status verloren oder verwundet haben und sich den Ungeheuern ausgeliefert haben, etwa dem Rahav. Der „Herr 2“, wiewohl ein Mensch, weil er von einer leiblichen Nachfahrin Davids geboren wurde, die von besonderen Qualitäten ist, weil sie als solche Nachfahrin von Gott „mit höchster Gunst/Gnade erfüllt“ wird, als „kecharitomene“ (Lk 1,28), ist von dieser Verfangenheit jedoch ausgenommen. Die Außerordentlichkeit beginnt tatsächlich schon bei Maria, aber nicht nur bei ihr. Der „Sohn Davids“, der als „maschiach“ verheißen war, sollte nicht aus dem Schmutz davidischer Deformationen kommen, sondern von jemandem, der selbst eine gewisse davidische „Messianität“ aufwies. Es ist daher von Belang, dass auch Josef, der Mann Marias, als „Gerechter“, als „dikaios“ (was dem hebräischen „zaddik“ entspricht) beschrieben wird. Jesus wurde also von einer Frau hervorgebracht, die ebenfalls „nach dem Herzen Gottes“ war und geschützt von einem Mann, der den höchsten jüdischen Ehrentitel trug, der dasselbe bedeutet: einem Gerechten.
Dass in der „Heiligen Familie“ bereits die gängigen hierarchischen Strukturen gebrochen wurden, habe ich an anderen Stellen immer wieder beschrieben. Die protestantische Aversion gegen eine Seligpreisung Marias verweigert sich tatsächlich der Schrift, die solche ausdrücklich vorsieht, wenn auch nicht in der Verzerrung, die die Verehrung in der Kirche erfahren hat. Das soll uns hier aber nicht weiter beschäftigen.
Der „Hammer“ ist vielmehr die Konstellation vom Vater David, der seinen Sohn „im Geist“ (wie Jesus sagt) als „Herrn“ anspricht. Die typisch menschliche Reaktion zu sagen, dann müsse dieser Sohn irgendwie Gott sein, wobei man mit einer abenteuerlichen Argumentation über die Begriffe „adonai“ (für Gott) und „adoni“ (Christus, eigentlich „mein Herr“) in Psalm 110,1, in der LXX generalisiert mit „kyrios“ wiedergegeben, schließt, dann müssten folglich alle, die irgendwie mit „kyrios“ angesprochen werden, irgendwie auch Gott sein. Das ist nicht nur unkorrekt in Betrachtung des hebräischen Grundtextes, sondern auch sonst.
Inwiefen ist der „maschiach“, der Christus, ein „kyrios“, ein „adon“, ein „Herr“? Er ist es den Schriftstellen gemäß einzig und allein deswegen, weil Gott ihn dazu autorisiert hat. Und Gott kann erhöhen wen er will und weswegen er will.
Jeder Schluss, der darüber hinausgeht, ist außerhalb dessen, was wir wissen können.
Jesus wurde von Gott erhöht. David sah, dass einer seiner Nachkommen von Gott erhöht werden würde und dies für ewig, denn das wusste offenbar auch Eitan genau.
Jesus wiederum wusste es auch, und er wusste auch, dass er derjenige ist. Aber in der Diskussion mit den Pharisäern lag sein schmachvoller Weg, den Eitan beschrieben hatte, noch vor ihm. Jesus konnte zu diesem Zeitpunkt noch nichts weiter dazu sagen, aber alle anderen spürten, dass „etwas in der Luft lag“, dass eine gewaltige Bewegung auf sie zukam, die Erlösung verhieß oder Verderben, je nachdem, was der einzelne Mensch wählt.
Kurz vor seinem Tod aber ist uns das hochpriesterliche gebet Jesu überliefert, das viel mehr Auskunft gibt über die rätselhafte Stelle in Psalm 110 und den Evangelien:

„Ehe die Welt war“
Jesus spricht unter Worte:
„4 Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. 5 Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war! 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; 8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17)
Viele lesen aus diesen Sätzen ebenfalls die Trinitätshypothese ab. Sie fragen, was denn anders damit gemeint sein soll, dass Jesus betet „Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!“ 
Sie verstehen diese Worte iS einer Präexistenz Jesu bei Gott. Und da er bei Gott und nicht irgendwo anders war, denken sie, er müsse ebenfalls Gott sein. Der Gedankengang ist nachvollziehbar, aber ist er tatsächlich das, was da steht?
In den wenigen Sätzen finden wir nicht nur den scheinbaren Hinweis auf eine Präexistenz Jesu bei Gott, sondern undeutlich auch eine Präexistenz der Seinen, die Jesus ihm wieder zuführen sollte, in Vers 6: „Dein waren sie…“. Man kann aber bei vorsichtiger Untersuchung nicht behaupten, dass hier von einer Präexistenz die Rede ist. Wir sind gewohnt, mit solchen Vorstellungen umzugehen und sind stets in der Gefahr der Projektion. Der Text sagt genau genommen nichts anderes als, dass Gott alles vorherweiß und vorherwusste, dass er alles vorhergesehen hat und alles umschlossen ist in seinem Plan. Er hatte vor aller Schöpfung schon seinen „maschiach“ vor Augen in aller Schönheit und genauso alle, die die Seinen sein würden. Wie genau sich dieses Vorherwissen Gottes gestaltet, können wir aus dieser Stelle nicht erfahren.
Wesentlich wichtiger aber ist, dass Jesus dem Vater sagt, er habe nun den Auftrag erfüllt, dem Vater die Seinen wieder zuzuführen. Sie sind wieder in die richtige Richtung „ausgerichtet worden“, haben die rechte „Peilung“ erfahren, präzise auf den Vater hin durch das, was Jesus ihnen vom Vater überliefert hat. Jesus sagt, sie hätten es dadurch erkennen können. Es wundert mich, dass diese so wichtige Feststellung Jesu völlig ins Hintertreffen kam vor der Spekulation über die Trinitätslehre.
Das lange Gebet Jesu umkreist die Einigkeit von Vater und Sohn, aus der die Einigkeit der Seinen folgen soll; erwähnt wird, dass die Kluft zum gegenwärtigen „kosmos“ sich so sehr vergrößern wird, dass die Seinen, wenn sie nun zurückbleiben und Zeugen Jesu sein werden, umhüllt und bewahrt werden müssen. Jesus sorgt sich um den „maskil“, dass er lebendiges Gotteserlebnis und Weissagung bleibe und nicht zu toter confessio werde, an der jeder lebendige Glaube zerbrechen wird, wie wir es nun jahrhundertelang erlebt haben. Wie Leopold Ziegler es in einem Aufsatz hellsichtig darlegte[4], störte nichts das lebendige Gottesverhältnis mehr als der Zwang zu Bekenntnissen, dem die Schwurformel „Wenn du nicht x glaubst, bist du ausgeschlossen“ zugrunde liegt und nicht der Jubel über die persönlich erfahrene Beseelung und die persönliche Hoffnung auf die Auferweckung.
Wir finden zurück zu der Unterscheidung von lebendiger Weissagung und Verständigkeit und toter Weisheit, dem Bewegtwerden von Gott, der vor aller Zeit um mich wusste in Christus, und dem Eingeweihtwerden in ein mechanistisches Geheimwissen ohne das „Abbild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15). Philippus bat Jesus einst: „Zeige uns den Vater!“ Jesus antwortete ihm: „Wer mich sieht, sieht den Vater!“ (Joh 14,8f) Auch in diesem Abschnitt geht es wieder um die dringende Notwendigkeit, den Vater durch den Sohn zu erkennen. Das alles heißt aber nicht, dass der Sohn Gott ist, sondern es heißt, dass er sein vollkommenes Abbild ist — das, was der Mensch eigentlich hätte sein sollen. Wir dürfen nicht — trinitarisch gebildet — Rückprojektionen in die ursprünglicheren Texte vornehmen. Präzise verstanden geben sie nicht das her, was die Kirche behauptet.
Das, was sie aber hergeben, ist brisant, weil davon das ewige Heil abhängt. Ich möchte uns alle dazu ermutigen, das NT im Hinblick auf diese Dinge neu zu lesen. Es ist nicht wichtig, sich in zeitbedingte Gemeindeordnungen zu vertiefen und seine Mitmenschen damit zu schikanieren, wie es so oft unter Christen geschieht. Davon hängt fast gar nichts ab.
Von der Erkenntnis darüber, wer der Sohn ist und wer der Vater, hängt alles ab.





[1] https://www.wortbedeutung.info/Maskil/
[2] Langenscheidt-Achiasaf, Handwörterbuch Hebräisch-Deutsch von Jaacov Lavy, Berlin München Tel Aviv 1975, S. 570
[3] Zu diesem Schluss sind andere Gelehrte gekommen. Das Online-Portal der Deutschen Bibelgesellschaft schreibt beispielsweise im selben Sinn unter dem Stichwort „Weisheit“:
„Weisheit blendet alles aus, was mit Gottes Handeln in der Geschichte seines Volkes zu tun hat. Zugang zur Geschichte könnte dort geschehen, wo das Königtum zur Sprache kommt, das aber nicht in konkreten geschichtlichen Verortungen, sondern in übergreifenden Aussagen zum Wesen des Königtums verhandelt wird (dazu Blumenthal mit einem Vergleich Ägypten – Israel). Parallel zur Ausblendung der Geschichte in der älteren Weisheit geht die Ausblendung der Prophetie. Weisheit und → Offenbarung erweisen sich so zunächst als alternative Konzeptionen für die alttestamentliche Weltsicht (von Rad; auch Crenshaw).“ https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/weisheit-at/ch/a1e1bd748bb6b5326fcf7c72780593a4/
Es ist daher auch fragwürdig, ob in der „Weisheit“ der „Logos“ vorgeformt sei, wie Trinitarier traditionell meinen und darin der Christus als „personifizierter Weisheit Gottes“. Manche übertragen dies auf Maria. Beides ist so betrachtet unplausibel: Der Christus ist eine einmalige menschliche Gestalt, die nicht in der Weisheit, auch nicht der Weisheitsliteratur, sondern ausdrücklich und ausschließlich in der Prophetie, der Weissagung vorgeformt wurde.
[4] Leopold Ziegler: Gotterlebnis oder Konfession. Online http://www.leopold-ziegler-stiftung.de/werke/6/gotterlebnis-oder-konfession

Sonntag, 1. September 2019

Fake Heavens VI - "Himmelsmechanik"

Fake Heavens VI — „Himmelsmechanik“


„Hobbes definierte das Denken als Rechnen. Das reine Denken des denkenden Ich, welches keine Gegenwirkung erfährt, sondern innerhalb des Selbstbewußtseins abläuft, ist gesetzmäßig und sein Ergebnis richtig; aber es ist weder wahr noch wirklich.
Wahr ist, was uns als Ideal im Gegensatz zu uns selbst vorschwebt oder die Übereinstimmung des Einzelnen mit Gott, und wirklich, was unser Geist durch gesunde Sinne wahrnimmt.
Alles Wahre und Wirkliche ist zwischen Gegensätzen.
Man wird einwenden: wie kommt es denn, daß die Voraussagungen der Wissenschaft, z.B. der Astronomie, durch die Erscheinungen des Sternenhimmels bestätigt werden?
Dieser Sternenhimmel ist von Instrumenten gemacht, er gehört nicht in die lebendige Natur, sondern ist Menschenwerk.
Der erstarrte, eigentlich tote Mensch, hat sich mit einer starren Natur umgeben, die nach Gesetzen abläuft, mit einem Mechanismus. (…)
Der produktive Mensch zerbricht Tempel in jedem Augenblick, wo er Neues schafft. (…)
Mit dem Neuen meine ich freilich keine technische Vervollkommnung, keine neue Organisation, keine wissenschaftliche Entdeckung.“

— Ricarda Huch, Entpersönlichung (1922)



Es ist ein eigentümliches Zitat Ricarda Huchs, das wir hier lesen, dessen zentrale Aussage die ist, dass der neuzeitlich aufgefasste „Sternenhimmel“, das kopernikanische System, nichts anderes ist als ein künstlich Hergestelltes und Erfundenes: wider die Sinne, die empirische Wahrnehmung und alle Erfahrung gerichtet wird die Behauptung aufgestellt, alles, was wir (hinsichtlich unserer kosmologischen Position) wahrnehmen, sei Sinnestäuschung, und als unschlagbarer Beweis gelten optische Instrumente, die doch eigentlich nichts anderes sichtbar machen, als wieder nur das, was das räumliche Sehen dem Prinzip nach wahrnimmt.
Mithilfe einer Technisierung des Sehsinns widersprachen die Propheten des modernen Weltbildes der Zuverlässigkeit des nicht technisierten Sehsinnes. Die Suggestion, die sie damit aufbauten, ist bei näherem Hinsehen absurd: Zunächst ist festzustellen, dass auch der Blick durch ein Teleskop nichts an der „täuschenden“ Perspektive des sinnlich wahrnehmenden Menschen ändert. Auch wenn ich durch das Teleskop schaue, wandern die Gestirne über den Himmel und ich befinde mich auf festem, ruhendem Grund als Beobachter. Das Teleskop fungiert nur als Zoom auf das, was die angeblich getäuschten Sinne wahrnehmen. Genau dieses Faktum wird uns seit langem vernebelt. Man tut so, als gehe es nicht um eine bloße Vergrößerung dessen, was man ohnehin, wenn auch nur undeutlich oder schwach, sinnlich wahrnimmt. Man tut so, als rücke das Teleskop die Perspektive zurecht, kehre sie förmlich um.
Bertolt Brecht lässt 1939 seinen „Galilei“ prahlen, er habe durch ein „Instrument“ das „unvorstellbare Glück“ gehabt, „ein Zipfelchen des Universums“, und er setzt in nicht sehr glaubwürdiger Bescheidenheit hinzu, es sei „nicht viel“, „näher (zu) besehen“. Es kann kein Zweifel bestehen, dass Brecht dem Galilei die arrogante Haltung einzeichnet, ein Mensch könne wie ein Gott „das Universum besehen“, ganz so, als gäbe es einen neutralen Beobachterpunkt, von dem aus dies möglich wäre. Die Zweifler in der Debatte lässt Brecht als bigotte Idioten auftreten, die den Einbruch der Wahrheit ins getäuschte Wahrnehmen und Denken fürchten, weil das Volk dies nicht verkraften könnte. Galileis Argumentation ist so dumm wie sie anmaßend ist:

„In diesen Nächten werden über ganz Italien Fernrohre auf den Himmel gerichtet. Die Monde des Jupiter verbilligen nicht die Milch. Aber sie wurden nie je gesehen, und es gibt sie doch. (…) Es sind nicht die Bewegungen einiger entfernter Gestirne, die Italien aufhorchen machen, sondern die Kunde daß für unerschütterlich angesehene Lehren ins Wanken gekommen sind.“[1]

Hier werden bei Brecht zwei Dinge vermengt, die nicht zusammengehören: Die Frage, ob man aus großer Entfernung alles scharf und genau sieht, hat nichts mit der unzulässigen Schlussfolgerung zu tun, dass das, was man schärfer oder weniger scharf dem Prinzip nach sieht, die grundsätzliche Perspektive auf die Dinge ändern müsste.
Anders gesagt: Wenn ich von einem Berg aus übers Land sehe, bleibt meine Perspektive auf das Land gleich, ich kann aber mit dem Fernrohr manches vergrößern, kann mir einige Hinterhofdetails heranzoomen, die ich ohne Instrument nicht sehen würde, und verlängere damit nur die Funktion meines natürlichen räumlichen Sehens. Der Blick durchs Fernrohr wird mich nicht dazu bringen, mich — beispielsweise — am Grund eines tiefen Loches zu wähnen, während das Land über mir schwebt.
Die zentrale kopernikanische Behauptung, das, was man wahrnehme, sei Folge einer Sinnestäuschung, wird logisch völlig unsinnig auf der Basis dieser „verfeinerten“ Täuschung „bewiesen“. Nur weil ich, um im Beispiel zu bleiben, in den Hinterhöfen abgestellte Fahrräder sehen kann, sobald ich durch mein Fernrohr sehe, ändert sich an der zuvor wahrgenommenen, prinzipiellen Ordnung der Dinge da unten im Tal nichts!
Alleine diese Brechtsche Argumentation ist — gemessen an einer wissenschaftlichen Methodik — in sich selbst absurd. Es ist die Vorstellung, man könnte als Mensch eine vollständig andere Wahrnehmung erschließen. Literarisch finden wir solche Gedanken bei Georg Büchner entfaltet, der seinen „Lenz“ durchs Gebirg streifen lässt, überwältigt von der Wahrnehmung der natürlichen Ordnung und doch in fundamentaler Opposition dazu, im Aufbegehren dagegen, sich dieser Ordnung ein- oder sogar unterordnen zu müssen, auf der Suche nach einem „Überblick“:

Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte. Anfangs drängte es ihm in der Brust, wenn das Gestein so wegsprang, der graue Wald sich unter ihm schüttelte, und der Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb enthüllte; es drängte in ihm, er suchte nach etwas, wie nach verlornen Träumen, aber er fand nichts. Es war ihm alles so klein, so nahe, so naß, er hätte die Erde hinter den Ofen setzen mögen, er begriff nicht, daß er so viel Zeit brauchte, um einen Abhang hinunter zu klimmen, einen fernen Punkt zu erreichen; er meinte, er müsse Alles mit ein Paar Schritten ausmessen können. Nur manchmal, wenn der Sturm das Gewölk in die Täler warf, und es den Wald herauf dampfte, und die Stimmen an den Felsen wach wurden, bald wie fern verhallende Donner, und dann gewaltig heran brausten, in Tönen, als wollten sie in ihrem wilden Jubel die Erde besingen, und die Wolken wie wilde wiehernde Rosse heransprengten, und der Sonnenschein dazwischen durchging und kam und sein blitzendes Schwert an den Schneeflächen zog, so daß ein helles, blendendes Licht über die Gipfel in die Täler schnitt; oder wenn der Sturm das Gewölk abwärts trieb und einen lichtblauen See hineinriß, und dann der Wind verhallte und tief unten aus den Schluchten, aus den Wipfeln der Tannen wie ein Wiegenlied und Glockengeläute heraufsummte, und am tiefen Blau ein leises Rot hinaufklomm, und kleine Wölkchen auf silbernen Flügeln durchzogen und alle Berggipfel scharf und fest, weit über das Land hin glänzten und blitzten, riß es ihm in der Brust, er stand, keuchend, den Leib vorwärts gebogen, Augen und Mund weit offen, er meinte, er müsse den Sturm in sich ziehen, Alles in sich fassen, er dehnte sich aus und lag über der Erde, er wühlte sich in das All hinein, es war eine Lust, die ihm wehe tat; oder er stand still und legte das Haupt in's Moos und schloß die Augen halb, und dann zog es weit von ihm, die Erde wich unter ihm, sie wurde klein wie ein wandelnder Stern und tauchte sich in einen brausenden Strom, der seine klare Flut unter ihm zog.[2]

Wenn Lenz auf dem Kopf hätte gehen können, wie er es sich wünschte, wäre ihm der Himmel zu Füßen gelegen, die Erde wäre sein Himmel geworden. Vielleicht kann man sagen, dass das kopernikanische System den Himmel unter die Füße des Menschen bringen sollte im buchstäblichen Sinn: Der Himmel sollte sich unterwerfen, eine Proskynesis vor dem Menschen machen, ihm die Füße küssen, wie dies später Papst Paul VI. tat (s.u.).
In einer bösartigen Verdrehung der Tatsachen flüsterte man den Menschen bis heute ein, das alte Kosmosbild habe den Menschen unberechtigterweise als Zentrum der Schöpfung stilisiert, aber er müsse eben lernen, nur ein Staubkorn in einem unwirtlichen und riesigen All zu sein, ein Nichts, ohne Bedeutung und fern von einem Gott. Der Mensch nimmt sich seit Kopernikus einerseits als Störfaktor in der Natur wahr, andererseits als deren Gegner und Ausbeuter, projiziert diese Haltung aber auf den Satz „Macht euch die Erde untertan“ aus Gen 1, der selbstverständlich nirgends von Ausbeutung und Beherrschung spricht!
Die Wahrheit ist hier — entgegen solcher Propaganda — erheblich anders gelagert: Im alten Bild war zwar die Erde im Mittelpunkt des Kosmos, aber nicht der Mensch, sondern Gott alleine galt als ihr Schöpfer. Der Mensch sah sich geliebt und zur Verantwortung befähigt. Der verantwortungslose Umgang mit der Schöpfung seit der „kopernikanischen Wende“ hängt ursächlich mit ihr zusammen. Die Exzesse im Umgang mit der Natur begannen erst, als der Mensch sich nicht mehr im Zentrum der Schöpfung vor Gottes Angesicht wähnte.
In der Erzählung „Lenz“ scheint die Verdrehung der heiligen Ordnungen in einem wirren und kranken, verzweifelten und destruktiven Geist auf.
Büchners Lenz aber will genau diese Unterwerfung des Himmels nicht gelingen. Er verbeißt sich darein, gleitet immer wieder ab, findet sich leer vor, und es bleibt ihm das, was unsere moderne Zeit so knapp und zutreffend zeichnet: „Lenz starrte ruhig hinaus, keine Ahnung, kein Drang; nur wuchs eine dumpfe Angst in ihm, je mehr die Gegenstände sich in der Finsternis verloren. (…) Er schien ganz vernünftig, sprach mit den Leuten; er tat Alles wie es die Andern taten, es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen; sein Dasein war ihm eine notwendige Last. – So lebte er hin.“

Es stellt sich eine grundsätzliche Frage danach, ob ein Mensch aus der natürlichen sinnlichen Wahrnehmung einfach folgenlos aussteigen kann, ob es ihn nicht zerstören wird. Ich kann die Bedingungen meiner Wahrnehmungsfähigkeit nun einmal nicht sprengen. Die bigotten Zweifler in Brechts „Galilei“ sprechen insofern etwas aus, das man niemals in dieser Weise hätte lächerlich machen dürfen, vor allem nicht nach Texten wie dem „Lenz“, der schon 100 Jahre vor dem „Galilei“ die Folgen ausgemalt hat.
Kopernikus war sich offenbar dieser Problematik doch bewusst, denn er stützte seine Hypothesen nicht auf das Argument, mit Instrumenten sähe man, dass alles umgekehrt sei, sondern er floh in die Mathematik, die alleine den Zugang zur „korrigierten“ Deutung der bisherigen, auf die sinnliche Wahrnehmung gestützten, Weltsicht ermögliche.

Im wesentlichen beruht daher die moderne Kosmologie auf einer Hypothese, die Sinnestäuschungen deklariert, und einem mathematischen Formelgebäude. Diese Flucht in mathematische Berechnungen, die auf die Leugnung der sinnlich wahrgenommenen Position des Menschen im Kosmos begründet werden, die man mit Wahrheit und Wirklichkeit verwechselte, ist das, was Huch als „reines Denken, welches keine Gegenwirkung erfährt“ bezeichnet. Logisch gesprochen mahnt sie hier an, dass solches Berechnen nichts weiter als eine Tautologie ist: man beweist die Wahrheit des eigenen Denkens mit reinem Denken. Nun kann aber reines Denken nie das Wirkliche, sondern allenfalls das Mögliche erfassen und in gar keinem Fall die Wahrheit über die Dinge, die wir außerhalb des Denkens vorfinden. Huch schreibt „Alles Wahre und Wirkliche ist zwischen Gegensätzen.“ Tautologien sind logisch gesehen immer wahr, aber sie können nicht verneint werden, lassen eben keinen Gegensatz mehr zu: „Wenn es regnet, dann regnet es“ ist unwiderlegbar, aber es ist andererseits eine leere Aussage. Ähnlich leer bleibt die moderne Astronomie, die die Verfeinerung ihrer Grundaussagen betreibt, damit aber immer nur auf der tautologischen Ebene bleibt. „Das kopernikanische System ist wahr, weil es wahr ist“… Es ist „wahr“, weil es einen theoretischen oder gar empirischen Einspruch („Gegensatz“) schlicht und einfach ausgeschlossen hat aus der Argumentation und nur solche Gedanken und Schlüsse zulässt, die auf seiner eigenen Prämisse beruhen. Es ist einigermaßen erstaunlich, dass dieser Umstand so gar niemandem in der Branche auffallen will.
Zu den arroganten Bemerkungen des Herrn Kopernikus zur Mathematisierung der Astronomie komme ich später. Jedenfalls war nicht nur Kopernikus, sondern ein Heer von fanatischen Nachfolgern unfähig zu erkennen, dass man mit mathematischen Berechnungen nicht eine äußere Wirklichkeit, sondern allenfalls Möglichkeiten erfassen, erst recht niemals „Wahrheit“ über die unsichtbaren Dinge erforschen kann. Die Wirklichkeit der Dinge lässt sich grundsätzlich nicht durch Berechungen erkennen, sondern ausschließlich durch gesunde Sinne! „Wahrheit“ dagegen kommt entweder im religiösen Bereich aus Offenbarung, im säkularen dagegen immer aus logischen Schlussfolgerungen — nicht aus bloßen Behauptungen!

Die moderne Astronomie mit ihrer Annahme, unsere Sinne täuschten uns, was den Blick in den Himmel betrifft, ist im Bereich der Wissenschaft absurd, ergäbe allenfalls Sinn als göttliche Offenbarung. Nun widerspricht aber — zumindest die christliche — göttliche Offenbarung niemals der Wirklichkeit, die wir sinnlich wahrnehmen! Sie offenbart stets das Unsichtbare, das wir überhaupt nicht sehen oder erschließen können.
Die Frage muss daher zugelassen werden, auf was sich die überraschende Arroganz der neuzeitlichen Astonomen und Kosmologen eigentlich gründet und worauf sie hinaus will? Durch die Behauptung, was wir am Himmel sehen, sei eine Täuschung unserer Sinne, werden normale Menschen außerhalb der Kaste von „Eingeweihten“ ausgeschlossen aus jeder Erkenntnis zur Sache und zu Mündeln der „Offenbarungen“ und Behauptungen der Astronomen. Dies erfüllt im wesentlichen die Kriterien einer Sekte und ist substanziell anti-aufklärerisch. Wissenschaft muss für den normalen Menschen nachvollzieh- und prinzipiell überprüfbar und generell falsifizierbar sein.

Mir scheint, je länger ich darüber nachdenke, dass sie in ihrer Weisheit allesamt zu Narren geworden sind, die ihren eigenen Gespinsten auf den Leim gehen wie Lenz im Gebirg. Dieser erfundene „Sternenhimmel“ ist, wie Huch schreibt, „Menschenwerk“, und stimmt bis heute keineswegs mit den empirischen Erfahrungen und schon gar nicht mit dem gewaltigen Himmelsgewölbe über uns überein, hat aber andererseits keinerlei Offenbarungswert, obwohl es sich bis heute als infallible Offenbarung aufspielt. Die großmäulige Rede des Brechtschen Galilei an seine Gegner fällt auf ihn und seinesgleichen zurück: „Die Kunde daß für unerschütterlich angesehene Lehren ins Wanken gekommen sind“ erschüttert seit der sektierischen Lehre des Kopernikus alle ihre Anhänger, denn niemand ist erbitterter unwillig, die einmal proklamierte Lehre zu revidieren als die Heliozentriker. Was sie andern abfordern, sind sie selbst nicht bereit zu leisten!

Niemand kann empirisch erfahren oder prüfen, dass das Gegenteil dessen, was er sieht, zutrifft, etwa dass die Sonne das Zentrum sei, um das die Erde sich dreht. Es handelt sich hier nicht um ein Vexierbild, das bei einigermaßen langem Anstarren plötzlich kippt und ein zweites, ganz anders Bild in den wahrgenommenen Maßen offenbart, sondern man wird grundsätzlich niemals am Himmel etwas anderes sehen, als das, was die Sinne ermöglichen, und dies erlaubt niemals, eine zentrale Sonne zu sehen und eine bewegte Erde! Den Sinnen ist die Erde fest, während die Sonne wandert. Selbst bei einem Vexierbild könnte niemand behaupten, nur eines der darin erkennbaren Bilder sei wahr, ein anderes dagegen nicht. Im gemalten Bild ist alles wahr, was darauf als Gemaltes zu erkennen ist. Aber es sagt uns nichts über die Wirklichkeit der Gegenstände, die es darstellt außerhalb ihrer Bildhaftigkeit.

Es ist daher völlig gleichgültig, ob manche Berechnungen dem Anschein nach mit dem Erfahrbaren irgendwie korreliert scheinen: das ist kein Beweis von der Wahrheit und Wirklichkeit dieser Korrelation, sondern nur ein Hinweis darauf, dass die Theorie dahingehend verfeinert wurde, dass sie Korrelationen von Sternenkonstellationen und Theorie aufweist. Damit ist aber die Theorie nicht bewiesen, damit hat man noch nichts anders „gesehen“,  sondern es ist nur künstlich eine Korrelation behauptet worden, die wegen der Ungreifbarkeit des Gegenstandes, der sich jedem Experiment entzieht, nicht weiter überprüft werden kann. Sofern es sich dabei um Wissenschaft handeln sollte, können im besten Fall tönerne Füße konstatiert werden.

Wann kam eigentlich die Obsession auf, wir müssten den Himmel, den Kosmos iS einer mechanischen Uhr, eines Apparates, einer Maschine verstehen, deren entfernte Eingeweide wir mithilfe von Fernrohren voyeuristisch beobachten und in die wir sogar hineinsteigen können, indem wir merkwürdige Fahrzeuge konstruieren, die den Wegen des Fernrohrs folgen? Und dies alles ohne zu bedenken, dass wir nicht außen, sondern innen stehen, eine distanzierte Außenschau prinzipiell verwehrt bleibt, und wir alleine schon deswegen unfähig zu objektiver Schau sind? Sicherlich war das bis 15. Jh vorherrschende „geozentrische Weltbild“ ebenfalls extrem mechanistisch, aber auch begrenzt erdacht. Der jesuitische Universalgelehrte und Anhänger der (geozentrischen) Kosmologie Tycho Brahes Athanasius Kircher prägte im 17. Jh den Satz "Numerus est regula et norma omnium" (in:  "Musurgia universalis" von 1650). Es ist auch Kircher, der sich in "Iter exstaticum coeleste" 1656 eine begleitete Raumfahrt ausdenkt, bei der er den Mond, die Sonne und Wandelsterne besucht und sich das Firmament erklären lässt.
Mir entsteht dabei der Eindruck, dass durch dieses geozentrische, ptolemäische Vorgängermodell überhaupt erst das mechanistische Denken aufkam, sich immer mehr im Sinne einer "prästabilierten Harmonie" verdichtete, und die „kopernikanische Wende“ weniger „Wende“ als radikale, aber in einem hochfahrenden Gestus die ins Unendliche verlängerte Fortsetzung dieses falschen, mechanistischen Ansatzes war und ist. Es ging gar nicht zentral um die Position der Erde im Kosmos, sondern darum, diesen Kosmos unendlich zu denken, wie dies konsequent und ebenfalls radikal Giordano Bruno tat. Dass innerhalb der „ptolemäischen“ Himmelsmechanik Unstimmigkeiten auftraten, führte weder Kopernikus noch sonst einen Heliozentriker zu einem Zweifel an dieser mechanistischen Auffassung, sondern wollte das unstimmige Konzept durch ein stimmigeres ersetzen, was allerdings nicht gelungen ist. Man kann in beiden Modellen relativ gut rechnen, im älteren in manchen Punkten sogar präziser. Daher wird heute nach wie in vielen Berechnungen der geozentrische Standpunkt eingenommen.[3]

Die absurde Szene in einem Film von Charlie Chaplin, in der er als Arbeiter im Getriebe einer Maschine verschwindet, durch deren Zahnrad-Windungen hindurchmanövriert wird und am Ende — rückwärts — wieder herauskommt, längst selbst in ein maschinell-mechanisches Bewegungsmuster gebannt, ist verwandt mit der Vorstellung, es könne eine „Raumfahrt“ geben.[4] Raumfahrt bedeutet, dass man in dieser riesigen All-Uhr herumfahren kann. Anders als in Chaplins Maschine sind die Zwischenräume des All-Getriebes größer, viel größer und nicht durch Zahnräder, sondern durch die mysteriöse Kraft der „Gravitation“ aneinander gebunden.[5] Diese gedachte Riesenhaftigkeit gibt uns die Suggestion ein, es gehe gar nicht um eine Mechanik, sondern unendliche, „kosmische“, oder gar „sphärische“ Freiheit und Formlosigkeit, trotz einer zugrunde liegenden, starren, in „Arbeit“ befindlichen Form. Die Vorstellung, dass ein paar Menschen in einer „Raumkapsel“ sitzen und in den unüberschaubaren Wüsteneien des kosmischen Vakuums und in vollkommener Finsternis dieses Fahrzeug navigieren, als befänden sie sich auf oder sogar in einem Ozean, wirkt bei genauerem Hinsehen schief: der Nautiker benötigt den Himmel über sich, feste Punkte, wie den Nordstern, die Venus, den Sirius oder den Leitstern der Plejaden als „stella maris“, als Orientierung, um nicht völlig in der Irre zu landen. Woran orientiert sich ein Astro-Nautiker? Hat er eine „stella coeli“? Oder stehen in diesem All Wegweiser, gibt es ein „Navi“ von der Erde aus gefunkt, nur: wie funktioniert das Funken bei solchen Entfernungen, wo doch Funkwellen nur eine sehr begrenzte Reichweite haben?! Selbst Wikipedia muss unumwunden zugeben, dass solche Reichweiten von Funksignalen äußerst klein sind und selbst auf der Erdoberfläche kaum störungsfrei im freien Raum funktionieren, geschweige denn in höheren Atmosphäreschichten, die sie irgendwann absorbieren, dämpfen, verzerren und depolarisieren. Wie bitteschön will man Hunderttausende von Kilometern draußen im All, zB vom Mond oder Mars aus, gestochen scharfe Bilder von diesem oder jenem zur Erde „senden“?! Und wenn das All so wäre, wie man es behauptet, wie schafft man es überhaupt, dort irgendwo sicher zu „landen“ und vor allem wieder zielsicher zurückzukommen auf die Erde? Und wie man mit hochsensiblen fotografischen Apparaten im „All“ oder auf dem Mond oder Mars mit seinen belastenden Umgebungsbedingungen, angefangen beim Hochvakuum und aufgehört bei irrsinnig niedrigen oder aber auch hohen Atmosphären-Temperaturen überhaupt noch fotografieren können will, hat mir bislang auch niemand plausibel und ohne blumig-dreiste Lügen erklären können.

In schauderhaften Weiten eines unendlichen Maschineninneren fühlen wir uns verloren, klein und gestaltlos, erleben uns aber andererseits als Götter, weil wir diese unendliche Weite ausgedacht haben, dabei mathematisch tatsächlich ins Paradoxe und damit Transzendente vorstoßen. Der dem Anschein nach auf mathematischem Formalismus beruhende Himmel führt in seiner unendlichen „Ausdehnung“ am Ende in dieselben Paradoxien („Paralleluniversen“), in die die Mathematik des Unendlichen den Mathematiker Georg Cantor schließlich ins Über-Unendliche geführt hat.
Im Paradox scheint die Grenze des Denkbaren auf, aber wir erkennen gerade sie — wie der Narr im Sprichwort „Dummheit und Stolz: auf einem Holz“ — in der Kosmologie nicht an. In der unendlich gedachten kosmischen Welt mit ihrer Mechanik haben wir die Entgrenzung unseres eigenen Denkens proklamiert, ohne zu begreifen, dass alles Mechanische oder mechanisch Gedachte ein förmlicher Gegenbegriff zu jeder Über-Unendlichkeit ist. Über-Unendliches oder gar Ewiges entzieht sich trotz formellen und mechanischen Denkbeginns jeder Mechanik und beginnt erst jenseits des Mechanischen und Formalisierten. Genau dorthin aber können wir mit diesen formellen Mitteln nicht mehr hindenken.

Spätestens bei diesen Gedanken dämmert auf, dass das neuzeitliche Weltbild so abstrus wie größenwahnsinnig, so idiotisch und kindisch wie deprimierend und engstirnig ist. Die menschliche Intelligenz ermöglicht einen distanzierten Blick auf jegliche Hypothese oder Meinung, verweigert sich der Totalvereinnahmung durch eine vom menschlichen Geist behauptete Realität. Der vernünftige Geist hört niemals auf zu prüfen, bezweifelt dem Prinzip nach alles, was Menschen je gedacht haben, stellt unentwegt die Frage: „Ist es wirklich so, wie wir dachten, wie wir es gesagt bekommen haben?“ oder: „Was nehmen wir denn wirklich wahr?“
Vor nichts hat dieses Fragen Halt gemacht.
Nur eine Sache wurde immer mehr verhärtet und in den Bereich des Unbezweifelbaren gerückt: die Annahme, das kopernikanische System sei die einzig wahre und wirkliche Basis für jedes weitere kosmologische oder astronomische Nachdenken.
So stolz wir waren, das angeblich so verkehrte und irrige Weltbild der Alten überwunden zu haben, weil die permanente Modernisierung und Überholung der Paradigmen einen evolutionären Prozess der Erkenntnis, Wissenschaft und Höherentwicklung der Menschheit garantiere, so sehr lügen wir uns über unseren Zustand etwas in die Tasche:

Wir entwickeln iS echter Paradigmenwechsel tatsächlich seit 500 Jahren fast gar nichts mehr weiter. Wir sind erstarrt in einem mechanistischen Denken. Und wir haben innerhalb dieser mechanistischen Weltauffassung alle darin möglichen „Revolutionen“, alle „Umschwünge“ vollzogen. Wir sind am Ende. Es geht nicht mehr weiter. Wir haben unsere Möglichkeiten im Bereich des Mechanistischen ausgeschöpft, wie es aussieht.
Das Ende der Wissenschaft wurde seit ca. 100 Jahren durch einen sanften und unmerklichen Übergang in die Wissenschaftsfiktion, die „Science-fiction“ übertüncht.
Faktisch leben wir nach wie vor inmitten der Maschinen, die schon seit Jahrhunderten existieren und haben deren dominante Realität zwar verfeinert, aber niemals überschritten, vor allem aber verlängert ins Phantastische.
In unseren zeitgenössischen Märchen, Mythen und Fiktionen ist und bleibt alles maschinell aufgefasst, selbst das Magische und Geistige, und die Vorstellung, dass der Kosmos völlig anders ist, als man es uns von Kindheit an eintrichtert, treibt uns zu heftiger, fanatischer Abwehr, die sich psychologisch schwer spontan verstehen lässt:

Warum löst es solche Aggressionen aus, wenn Menschen bezweifeln, dass die Erde eine Kugel ist und es ein unendlich großes „All“ gibt, in dem weitere Kugeln in einem Vakuum wie auf einem Kinderkarusell oder Murmelbahnen umeinandersausen, und dies alles selbstverständlich in einem irrsinnigen Tempo? Warum erträgt der postmoderne Mensch den Gedanken nicht, dass es weder diese Erdkugel noch dieses mechanistisch verstandene All geben könnte und manche Vorstellung der ganz Alten vor und jenseits des Hellenismus vielleicht doch näher an der Wirklichkeit ist?

Warum hat er keinerlei Hemmungen, die Existenz Gottes zu bezweifeln, beißt sich aber mit Zähnen und Klauen am kopernikanisch-heliozentrischen Weltsystem fest?!
Und warum hat auch Youtube im Rahmen seiner neuesten Zensurmethoden und Index-Attitüden neben politisch nicht korrekten oder besser gesagt kritischen und vermutlich tatsächlich wahrheitsnahen Kanälen auch solche ins Visier genommen, die etwa für ein Flatearth-Modell argumentieren?[6] Wer hat eigentlich etwas zu verlieren, wenn Menschen nicht mehr an das kopernikanische System glauben? Warum schießt man mit Kanonen auf vermeintliche Spatzen?
Und warum sind viele in der Trutherszene so verblendet, dass sie sich ungeprüft einreden lassen und unhinterfragt nachplappern, die Flatearth-Bewegung sei absichtlich zur Lächerlichmachung der gesamten Wahrheitsbewegung implementiert worden und helfen mit, den Kosmoswahn zum unhinterfragbaren Dogma zu betonieren?
Befürchtet der postmoderne Mensch, nachdem er nun jahrhundertelang alle anderen Paradigmen abgestoßen hat wie Ballast und aufgestiegen ist in seine enge, totalitäre Fiktion von „Wissenschaft“, eine reine Tautologie, im kosmo-gigantischen Maßstab freilich, er könnte sich nicht nur auf dem Scherbenhaufen seiner Irrtümer befinden, sondern dabei auch noch nackter und ärmer, leerer und entmenschter sein als jede Generation vor ihm?
Warum dieser Hass, diese Abwehr gegen all jene, die bezweifeln, dass der Kosmos so ist, wie man ihn uns vor Augen stellt?

Auf die zahlreichen, selbst innerhalb des mechanistisch-physikalischen Denkens vorliegenden Widersprüche und Absurditäten der dogmatischen Kosmologie habe ich teilweise in den vorigen Aufsätzen hingewiesen, teils tun dies kompetent andere Zweifler. Angefangen bei der angeblichen Erdkrümmung, die rechnerisch nicht übereinstimmt mit der Wirklichkeitserfahrung, die jeder einfache Mensch selbst prüfen könnte, wenn er den Mut dazu hätte, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, und aufgehört bei Fragen, die niemand beantworten kann, etwa die, wie eigentlich die angebliche „Gravitation“ bzw „Anziehung von Massen“, eine Kraft, die die Züge der Zentripetalkraft einerseits und des Magnetismus andererseits zu vereinen scheint, sich bei dem behaupteten irrsinnigen Tempo der Himmelskörperbewegungen vollziehen können soll, ohne dass die Fliehkräfte aufgrund der mechanisch unverbundenen Beziehung der Körper (es existieren keine Ketten oder Seile, die sie materiell verbinden) immer überlegen blieben? Jedes in Drehung befindliche Kinderkettenkarussell überwindet sichtbar die Kraft dieser angeblichen „Gravitation“. Im ptolemäischen Modell glaubte man, die rotierenden Körper befänden sich auf durchsichtigen Kugelschalen und blieben deshalb auf ihrer „Bahn“. Die kopernikanische Wende musste nun ohne Kugelschalen begründen, warum diese Rotationen stabil stattfinden.
Die Gondeln bleiben im Karussell nicht wegen einer „Gravitation“, die es auf sie ausübt, zentripetal um den Mittelpunkt geordnet, sondern wegen der Ketten. Löste man die Ketten, flögen die Gondeln linear und tangential zum Flugkreis davon. Dass sie irgendwann wieder zu Boden fallen würden, liegt wiederum nicht an der „Gravitation“ vom Erdmittelpunkt aus, sondern schlicht daran, dass sie schwerer als Luft sind. Wären sie leichter als die Luft, flögen sie in den Himmel davon, solange, bis sie in dünnere Luftschichten kämen, in denen sich wieder die Schwere der Gondel bemerkbar machen würde, „Gravitation“ hin oder her! Wir erleben ebenso, dass Dinge, die leichter als Wasser sind, niemals ohne Deformation oder Beschwerung absinken, sondern auf der Wasseroberfläche schwimmen — keine „Gravitation“ der Welt hätte je die Kraft sie weiter an den Boden des Gewässers zu ziehen. Die Idee einer „Gravitation“ ergibt im empirischen Erfahrungsbereich keinerlei Sinn, weil sie permanent in willkürlich-unberechenbarer Stärke auftreten müsste, was nicht nur das mechanistische Denken, sondern auch den gesunden Hausverstand sprengt: „Gravitation“ als hin und her leckende, züngelnde Kraft, die mal mehr mal weniger Druck ausübt auf die Körper, die sie an sich ziehen will…

In diesem Erfahrungsbereich genügte der Begriff der Schwere, der nicht mit einer behaupteten „Anziehung“ vonseiten anderer Körper her vermengt wird.
Dass die „Schwere“ dabei tatsächlich nach wie vor ein Mysterium ist und bleibt, nicht anders als das Licht, steht mir vor Augen.
Im All, als Hochvakuum konzipiert, würden unsere von den Ketten gelösten Karussellgondeln einfach davontaumeln. Im künstlich auf der Erde erzeugten Vakuum würden sie so schnell abwärts sinken müssen wie jeder andere, — auch erheblich leichtere — Gegenstand. Im All behauptet man Schwerelosigkeit, aber wissen wir das wirklich? Nur weil der nächste attraktive Körper zu weit weg ist, bleibt unsere Gondel „schwerelos“? Das glaube ich erst, wenn man es mir eindeutig und unzweifelhaft im Experiment „vor Ort“ zeigen kann. Aber wir wissen, dass genau dies unmöglich ist und bleibt!
Wo ist im All Oben und Unten? Es gäbe für die Gondel jedenfalls keinerlei Grund, zurückzukommen zu ihrem Karussell, da die Verbindung zwischen Karussell und Gondel alleine aufgrund der Kette bestand.
Die Frage nach der Schwere der Dinge bzw der Erfahrung, dass sie nach unten fallen, könnte auch mit anderen Erklärungsansätzen beantwortet werden, etwa den inzwischen ebenfalls verdrängten und lächerlich gemachten Äthertheorien, die noch bis ins 20. Jh immer wieder neu durchdacht wurden.[7] Unterscheidungen zwischen „Masse“ (Trägheit eines Körpers) und „Gewicht“ (Anziehungsstärke eins Körpers durch die behauptete Gravitation) wurden erst dann notwendig, als man sich das Kosmosmodell ausgedacht hatte, von dem wir gelehrt bekommen, dass es infallibel und niemals mehr falsifizierbar sei. Schaut man einmal nicht durch diese Brille, sehen wir nur, dass Körper unter bestimmten umgebenden Bedingungen „Schwere“ aufweisen. Alle komplizierten Überlegungen, die folgten, bauen bereits auf den Prämissen der modernen Kosmologie auf, bewegen sich im Rahmen des vorgegebenen Modells, folgen also nicht empirischen Phänomenen, sondern Theorien.

Die Frage, warum eigentlich das Karussellzentrum sich dreht, wäre damit ebenfalls nicht beantwortet, und ein Jesuitenpater namens Georges Lemaître hat der Welt zu Beginn des 20. Jh erklärt, dass dieses In-Bewegung-gesetzt-Sein der Kugeln im Kosmos Folge eines angeblichen „Urknalls“ sei. Mit einem gewaltigen Stoß wurde ein Anfangsetwas von einem gigantischen Queue angestoßen, und seither driften die Teilchen auseinander. Die rein philosophische Behauptung, es handle sich dabei über kurz oder lang immer um Kugeln, wusste man wiederum mit der „Gravitation“ zu erklären. Kopernikus gab — selbstentlarvend — kund:

„… Ich bin wenigstens der Ansicht, dass die Schwere nichts Anderes ist, als ein von der göttlichen Vorsehung des Weltenmeisters den Theilen eingepflanztes, natürliches Streben, vermöge dessen sie dadurch, dass sie sich zur Form einer Kugel zusammenschließen, ihre Einheit und Ganzheit bilden. Und es ist anzunehmen, dass diese Neigung auch der Sonne, dem Monde und den übrigen Planeten innewohnt …“[8]

Es ist allzu leicht erkennbar, dass hier einer eine reine Hypothese ohne jeden weiteren Beweis aufstellt und für bare Münze nimmt: sein Gott soll es angeblich so den Dingen „eingepflanzt“ haben. In Wahrheit hat Kopernikus es samt einigen antiken Philosophen den Dingen so eingepflanzt, ob sie wollen oder nicht.
Die Forscher, auf die man meint, sich heute alleine beziehen zu sollen, haben allesamt auf diesen Hypothesen aufgebaut, ohne je einen Beweis dafür zu liefern, dass ihre Prämissen überhaupt zutreffen. Empirische Anschauung gibt es dazu aufgrund der überdimensionalen Maße, in denen hier gedacht wird, nicht.

Wir wissen, dass es noch niemals gelungen ist, ein echtes Perpetuum mobile zu bauen, und die Frage, warum diese angeblichen, „eingepflanzten“ Bewegungen der Dinge sich nicht irgendwann wieder erledigen, in einen Ruhezustand münden, wird nicht beantwortet, sondern unter Verweis auf gigantische und unüberblickbare Zeiträume schlicht umgangen. Die Urknalltheorie ist nichts weiter als eine faule, aber dreist-elefantöse Ausrede. Man erzählt uns etwas von Jahrmillionen, in denen sich das Universum angeblich ausdehnt und irgendwann wieder zusammenzieht oder auch nicht. Der menschlichen Phantasie ist gewiss keine Grenze gesetzt.

Warum also sollten in rasendem Flug und gleichzeitigen Mehrfachrotationen Himmelskugeln überhaupt beieinander bleiben und nicht weggeschossen werden durch die gewaltigen Kräfte, die sich aus ihrem Tempo und ihren Rotationen ergeben?
Wir glauben im Ernst, wir könnten mit einer lächerlichen Rakete oder einem „Raumschiff“ aus dem „Anziehungsbereich“ der Erde hinausgelangen, glauben aber zugleich, die ungleich viel größeren mechanischen Kräfte der behaupteten Rotationen könnten trotzdem die Planeten und ihre Trabanten, die Sonnen und ihre Systeme nicht auseinandertreiben. Bis heute kann niemand erklären, warum die angebliche „Anziehungskraft“ der Sonne auf die Erde letztere zwar mit einer gewaltigen Macht auf einer Umlaufbahn halten kann, zugleich aber zu schwach ist, die gasförmigen und flüssigen Dinge auf der und um die Erde herum „abzusaugen“. Diese Anziehungskraft müsste die Erde langsam, aber sicher, „auseinandernehmen“, erst die leichten, dann die schwereren, schließlich die schweren und miteinander verbundenen Dinge abteilen und zu sich ziehen. Da die Erde nicht aus einem Guss ist und viele ihrer Elemente und materiellen Dinge nur locker aufeinandergesetzt sind, wäre dies die unweigerliche Folge der behaupteten Anziehungskraft der Sonne, gegen die die Erdanziehung selbst nicht ankommen könnte. Man will uns freilich weismachen, die Anziehungskraft der Sonne und die der Erde wögen sich gewissermaßen, was die flüchtige, gasförmige und sich frei ins All ausdünnenden Atmosphärenschichten und freistehende Gegenstände auf der Erde betrifft, auf. Man präsentiert uns mystische Gleichungen mit griechischen Zeichen und schüchtert den gesunden Hausverstand ein, den man zugleich vom täglichen Blick in den Nachthimmel so sehr entwöhnt, dass die meisten Menschen der westlichen Welt keinerlei sinnliche Beziehung zum bestirnten Himmel mehr haben und ihn vollkommen ausgetauscht haben durch künstliche Beleuchtung einerseits und NASA-Simulationen andererseits. Nur noch in fernab liegenden ländlichen Gegenden kann man einen echten Nachthimmel bestaunen. Der postmoderne Mensch ist außerstande, das, was man ihm über den Kosmos daherfabuliert noch mit einer eigenen Wahrnehmung abzugleichen.
Die Tatsache einer Sicht auf die nächtliche Welt und ihren Himmel durch künstliche Beleuchtung, scheint dagegen fast wie ein Sinnbild der Überblendung der Natur durch ein mechanistisches Konstrukt von Natur zu sein.
Und überhaupt: warum führt die „Anziehungskraft“ von Himmelskörpern nicht dazu, dass Gegenstände immer näher zu ihnen gezogen werden, bis sie auf ihnen „landen“? Warum gibt es einen Annäherungsgrad, der die Anziehung beendet und den kleineren Gegenstand dazu zwingt, ab sofort, aus der linearen Annäherung in eine stabile „Umlaufbahn“ einzumünden? Man kann diese Behauptungen, die mit blumigen Erklärungen gerne reich aufgeschäumt werden, nicht in einem einzigen physikalischen Experiment darstellen!

Die hartnäckig vertretenen, angeblich wissenschaftlichen und unbezweifelbaren Legenden über den Kosmos sprengen jedoch alltägliche Erfahrung und Rechnung, sobald einer sich die Mühe eigenständiger Blicke in die Höhe und unabhängiger Gedanken dazu erlaubt.
Diese Tatsache ist so einfach, wie sie erbittert ausgeblendet und lächerlich gemacht wird, sobald einer sie benennt. Die mehr manipulative und rhetorische als vernünftige Strategie, das kopernikanische und heliozentrische Kosmosmodell durchzusetzen, begann schon mit der arroganten Art und Weise, mit der Kopernikus jeden, der ihm widersprach, ad personam niedermachte. Diese unzivilisierte Art und Weise beschrieb ohne weiteren Kommentar, aber entlarvend auch Alexander von Humboldt, den ich hier etwas länger zitieren will:

„Es ist eine irrige und leider! noch in neuerer Zeit sehr verbreitete Meinung, daß Copernicus aus Furchtsamkeit und in der Besorgniß priesterlicher Verfolgung die planetarische Bewegung der Erde und die Stellung der Sonne im Centrum des ganzen Planetensystems als eine bloße Hypothese vorgetragen habe: welche den astronomischen Zweck erfülle die Bahn der Himmelskörper bequem der Rechnung zu unterwerfen, »aber weder wahr noch auch nur wahrscheinlich zu sein brauche«. Allerdings liest man diese seltsamen Worte in dem anonymen Vorbericht, mit dem des Copernicus Werk anhebt und der de Hypothesibus hujus operis überschrieben ist; sie enthalten aber Aeußerungen, welche, dem Copernicus ganz fremd, in geradem Widerspruch mit seiner Zueignung an den Pabst Paul III stehen. Der Verfasser des Vorberichts ist, wie Gassendi in seinem Leben des großen Mannes auf das bestimmteste sagt, ein damals in Nürnberg lebender Mathematiker, Andreas Osiander: der mit Schoner den Druck des Buches de Revolutionibus besorgte und, ob er gleich keines biblischen Scrupels ausdrücklich Erwähnung thut, es doch für rathsam hielt die neuen Ansichten eine Hypothese und nicht, wie Copernicus, eine erwiesene Wahrheit zu nennen.
Der Gründer unseres jetzigen Weltsystems (…) war durch seinen Muth und die Zuversicht, mit welcher er auftrat, fast noch ausgezeichneter als durch sein Wissen. Er verdiente in hohem Grade das schöne Lob, das ihm Kepler giebt, wenn er ihn in der Einleitung zu den Rudolphinischen Tafeln »den Mann freien Geistes« nennt; » vir fuit maximo ingeno et, quod in hoc exercitio (in der Bekämpfung der Vorurtheile) magni momenti est, animo liber.« Da, wo Copernicus in der Zueignung an den Pabst die Entstehung seines Werkes schildert, steht er nicht an, die auch unter den Theologen allgemein verbreitete Meinung von der Unbeweglichkeit und der Centralstellung der Erde ein »absurdes acroama« zu nennen und die Stupidität derer anzugreifen, welche einem so irrigen Glauben anhingen. »Wenn etwa leere Schwätzer (ματαιολόγοι), alles mathematischen Wissens unkundig, sich doch ein Urtheil über sein Werk anmaßen wollten durch absichtliche Verdrehung irgend einer Stelle der heiligen Schrift ( propter aliquem locum scripturae male ad suum propositum detortum), so werde er einen solchen verwegenen Angriff verachten! Es sei ja weltbekannt, daß der berühmte Lactantius, den man freilich nicht zu den Mathematikern zählen könne, recht kindisch ( pueriliter) von der Gestalt der Erde gesprochen und diejenigen verhöhnt habe, welche sie für kugelförmig halten. Ueber mathematische Gegenstände dürfe man nur für Mathematiker schreiben. Um zu beweisen, daß er, von der Richtigkeit seiner Resultate tief durchdrungen, kein Urtheil zu scheuen habe, wende er sich aus einem fernen Erdwinkel an das Oberhaupt der Kirche: auf daß es ihn vor dem Biß der Verläumder schütze, da die Kirche selbst von seinen Untersuchungen über die Jahreslänge und Mondbewegungen Vortheil ziehen werde.« Astrologie und Calender-Verbesserung verschafften der Sternkunde lange allein Schutz bei der weltlichen und geistlichen Macht, wie Chemie und Botanik zuerst nur der Arzneimittellehre dienten.
Die kräftige, aus der innersten Ueberzeugung hervorbrechende, freie Sprache des Copernicus widerlegt hinlänglich die alte Behauptung: er habe das System, das seinen unsterblichen Namen führt, als eine dem rechnenden Astronomen bequeme Hypothese; als eine solche, die wohl auch unbegründet sein könne, vorgetragen. »Durch keine andere Anordnung«, sagt er begeistert, »habe ich eine so bewundernswürdige Symmetrie des Universums, eine so harmonische Verbindung der Bahnen finden können, als da ich die Weltleuchte ( lucernam mundi), die Sonne, die ganze Familie kreisender Gestirne lenkend ( circumagentem gubernans astrorum familiam), wie in die Mitte des schönen Naturtempels auf einen königlichen Thron gesetzt.  Auch die Idee von der allgemeinen Schwere oder Anziehung (appetentia quaedam naturalis partibus indita) gegen den Welt-Mittelpunkt ( centrum mundi), die Sonne, aus der Schwerkraft in kugelförmigen Körpern geschlossen, scheint dem großen Manne vorgeschwebt zu haben: wie eine denkwürdige Stelle des 9ten Capitels im ersten Buche der Revolutionen beweist.“[9]

Humboldt drückt sich fein aus, aber es kommt deutlich ein Zweifel zum Ausdruck über den Mann, der „mehr Mut und Zuversicht als Wissen“ gehabt habe… Dies ist umso bedeutsamer, als uns eine Aussage Humboldts überliefert ist, die vollends den tiefen Zweifel des Naturforschers über das neuere astronomische Weltbild beweist, den er aber im fanatischen Klima bezüglich der Kosmologie nicht wagte, öffentlich auszusprechen:

„Das habe ich auch längst gewußt, daß wir noch keinen Beweis für das copernikanische System haben, aber es als Erster anzugreifen, würde ich nie wagen. Stoßen Sie nicht in dieses Wespennest; Sie werden sich nur den Hohn der urtheilslosen Masse zuziehen. Erhebt sich einmal ein Astronom von Namen gegen die heutige Anschauung, so werde auch ich meine Beobachtungen mittheilen, aber als Erster gegen Ansichten aufzutreten, die der Welt lieb geworden sind, verspüre ich nicht den Muth.“[10]

Die Zweifler verstummten allerdings niemals vollkommen. Bis weit ins 19. und 20. Jh hinein meldeten sie sich zu Wort und erhielten Zuspruch von vielen Geistesgrößen ihrer Zeit.
Die objektive Fragwürdigkeit des modernen Modells wurde aufgrund ihrer rechnerischen und physikalischen Unstimmigkeiten im 19. Jh von Dr. Carl Schöpff in Vorlesungen benannt.[11] Heute stellt man den Autor als Autor obskurer Horrorgeschichten dar, der in jedem Fall keine Kompetenz gehabt haben kann, sich zu den Thematik sachlich vernünftig zu äußern.[12] Es lohnt sich jedoch, seine Schriften zum Thema zu lesen.
Unser Eingangszitat von Ricarda Huch aus dem Jahr 1922 hält uns vor Augen, dass noch vor weniger als 100 Jahren die größten Köpfe ihrer Zeit sehr wohl erfassten, dass die „wissenschaftliche“ Astronomie tautologisch in der Natur nur das durch „Berechnungen“ das wiederentdeckt, was sie zuvor in sie hineinprojiziert hat.
Es müsste einleuchten, dass der Himmel über uns überhaupt nicht wissenschaftlich erkennbar ist, sondern ungestraft und leicht zu missbrauchende Projektionsfläche von Spekulationen, tautologischen Berechnungen und Phantastereien ist.
Faktum ist und bleibt:
Ob mit oder ohne Teleskope welcher Stärke auch immer, wir sehen nichts außer Lichtphänomenen, die sich über unserer Standfläche mit einem räumlichen Anschein drehen. Weder wissen wir, was das für Lichter sind, woher genau sie stammen, warum sie leuchten, warum sie ihre Bahnen ziehen und in welche Tiefen hinein sie gruppiert sind und ob sich das, was wir sehen, überhaupt so verstehen lässt und nicht auf Gründen beruht, von denen wir nichts wissen. Es gäbe dafür tausend andere Erklärungsideen, aber man hat sich auf eine, die noch dazu so sehr hinkt, versteift, verweigert ein Vorwärtskommen in der Frage und versteigt sich in immer fantastischere Behauptungen, tritt aber tatsächlich seit Jahrzehnten auf der Stelle, nachdem die in den späten Sechzigern des 20. Jh inszenierte Mondlandung der USA bereits bis in Einzelheiten hinein ziemlich genau in den Jahren 1953 („Objectif lune“) und 1954 („On a marché sur la lune“) bei Hergés „Tim und Struppi“ („Tintin“) als Comic beschrieben worden war. Trotz großartiger Ankündigungen und gigantischer Haushalte für die NASA scheint es bei der Mondmission geblieben zu sein, und dies immer unglaubwürdiger. Die „Raumsonden“ und „Raumstationen“ können schlichte stationäre, zB an Ballons aufgehängte Satellitensyteme in hoher Höhe sein — niemand von uns kann es prüfen, aber es ist in jedem Fall möglich und nicht ausgeschlossen. Die immer wieder selben, „spacigen“ Fotomontagen von Satelliten mit ausladenden Sonnenkollektoren sind keine echten Fotos oder Filme, sondern Animationen, und jeder müsste das auch sofort erkennen können, so schlecht und fantasielos sind sie zusammengestoppelt. Es ist heute kein Problem mehr, solche Montagen in gängigen Bildbearbeitungsprogrammen zu entlarven.[13]

Warum wird die Frage, wieso dieses Thema eigentlich dermaßen wichtig ist, dass es solche Abwehrreaktionen auslöst, mit einem so erbitterten Tabu belegt?
Warum sollte dieses kopernikanische System niemals falsifizierbar sein, wo doch sonst alles als falsifizierbar gilt?
Warum wird es so angesehen, als habe Gott es vor 500 Jahren ein paar Propheten eingegeben und befohlen, man dürfe es niemals mehr und um keinen Preis je prüfen oder gar ablehnen? Und warum krallt sich das Volk daran fest wie an einer Droge?
Was hängt an diesem Modell?
Cui bono?
Ganz offenkundig meinen die, die der ganzen Menschheit dieses Modell aufzwingen, dass es grundlegend für die kollektive Bewusstseinsbildung sei und ein System des Fühlens und Denkens stabil halten soll, das denjenigen, die es so vehement und diktatorisch vertreten, es als dringende Grundlage für ihre herrschsüchtigen Pläne benötigen.
Das sollte einen erst recht störrisch machen und in Distanz halten zu all dem NASA-Hokuspokus, der im Chor der weltweiten „Weltraumbehörden“ den Ton angibt, dabei aber seit Jahrzehnten nur große Töne spuckt und keinerlei handfeste Ergebnisse vorzuweisen vermag. Nach der medial groß angelegten Inszenierung angeblicher Mondlandungen ist praktisch nichts mehr passiert. Das großmäulige Geschwätz damaliger Machtträger wirkt nach einem halben Jahrhundert Stillstand abgestanden, größenwahnsinnig und lächerlich, und es wird immer wieder erkennbar, dass es offenbar schon damals peinlich wirken konnte:

„Der Mensch, dieses Geschöpf Gottes, offenbart sich uns – noch mehr als der geheimnisvolle Mond, im Mittelpunkt dieses Unternehmens. Er offenbart sich uns als Riese. Er offenbart sich uns als göttlich, nicht an sich, sondern in seinem Anfang und in seiner Bestimmung. Ehre dem Menschen, Ehre seiner Würde, seinem Geist, seinem Leben!“ (Paul VI., Angelus am 13. Juli 1969)

Ein einfacher Gärtner hatte am Tag der Landung am 21. Juli 1969 zum späteren Kardinal Schönborn lachend gesagt:

„Glaubt doch nicht den Medien!"

Um die Stimmung anzuheizen und die Menschen moralisch dazu zu bewegen, an die künftige Mondlandung zu glauben, hatte Paul VI. beim selben Angelus gesagt:

„Wissenschaft und Technik manifestieren sich hier auf eine so unvergleichliche, komplexe und mutige Weise, dass sie einen Höhepunkt ihrer Eroberungen erreichen und andere ahnen lassen, von denen heute selbst die Phantasie noch nicht träumen kann. Und was am überraschendsten ist, ist zu sehen, dass dies keine Träume sind. Science Fiction wird Realität!“[14]

Warum wird es als bewusstseins- und systemstabilisierend angenommen?
Eines ist klar: Wenn dieses System eines Tages nicht mehr die Basis unseres Selbstverständnisses wäre, müssten viele andere Meinungen und postmoderne Dogmen ebenfalls fallen, v.a. das einer mechanistischen Auffassung der gesamten Welt und des Lebens. Nicht zuletzt ist diese Kosmologie die Basis der Evolutionstheorie und all ihrer Deviationen im Bereich der Geisteswissenschaften.

Mit vollem Recht schrieb der Herausgeber in seinem Vorwort zu „Die Widersprüche in der Astronomie“ 1869:

„Man hat aus Beobachtungen Theorien abstrahirt, welche die Beobachtung erklären sollen, aber in der That gar nichts erklären, weil die Beobachtung die Theorie bestätigen soll, und mithin gedeutet und präparirt wird, wie sie für die Theorie brauchbar ist. Man hat die Mechanik als eine abstrakte Wissenschaft in die Astronomie eingeführt, ohne im mindesten zu prüfen, ob man denn wirklich am Himmel mit Mechanik und mechanischen Gesetzen zu thun hat.[15]

Gewiss erinnert die Drehung des gesamten Sternehimmels an das Spiel eines Horologiums, an ein Wetterhäuschen, an das Ineinander von Kugelschalen, wie auch immer. Und als Sinnbild mag man solche „Systeme“ spielerisch nachbilden. Ob es sich aber überhaupt um uns bekannte materielle Vorgänge handelt und ob wir sie überhaupt zur Gänze wahrnehmen können, wissen wir nicht und können wir nicht wissen.
Wir sind angewiesen auf den sich drehenden Sternenhimmel, um Zeit und Orientierung im Raum zu gewährleisten, und nicht anders wurde der Himmel von alters her natürlicherweise aufgefasst, „genutzt“ und respektiert in seinem Geheimnis.
In der alten Überzeugung, es gebe das „Oben“ (Himmel) als Sitz der Götter, die Erde als Sitz des Menschen und das „Unten“ als Ort des Todes, spiegelte sich das Wissen um das Mysterium da oben über unseren Köpfen, das eine Zwischenzone bildet zwischen der Physis und einer geistigen und lichtvollen Welt, in der die mechanisch aufgefassten „Naturgesetze“ weder gelten noch überhaupt irgendeine Bedeutung haben können. Überirdische Ordnung kann per definitionem keinen irdischen Gesetzen folgen, und letztere gehören eher der Unterwelt an als der Erde selbst. Echte und makellose Vitalität ist so sehr real, dass jede Rede von mechanischen „Gesetzen“ den, der sie so herabwürdigt, zu Fall bringt und in die Unterwelt treibt, eine Welt, die er sich selbst mechanistisch als „Himmel“ kreiert hat.
Die kindische Welt des kopernikanischen „Weltraumes“ ähnelt jedenfalls mehr eine Hölle als einem Himmel, ist finster, leer und kalt und beschäftigt nun seit einem halben Jahrtausend Heerscharen von „Wissenschaftlern“, die man so abgerichtet hat, dass sie ihr ganzes Leben lang nur tautologische Berechungen anstellen und sich in den Gespinsten ihrer eigenen, niemals realisierten Erfindungen verstrickt haben und geistig so geschwächt werden, dass sie diesen einfachen Umstand nicht mehr erkennen.

Jeder muss selbst wissen und hat die Wahl, wo er sich da verortet.





[1] Bertolt Brecht: Leben des Galilei. Frankfurt 1982, 27. Auflage: edition suhrkamp. S. 49
[2] Georg Büchner: Lenz (1839). Online https://gutenberg.spiegel.de/buch/lenz-422/1
[3] Dies beschreibt selbst der entsprechende Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Geozentrisches_Weltbild
[4] Charlie Chaplin „Modern Times“ von 1936. Der Film nimmt die mechanistische Auffassung des Lebens aufs Korn und zeigt mehrfach ironisch gebrochen dessen Verbindung mit einer ebenso mechanistisch verstandenen Wirtschaft auf.
[5] Über die Riesenhaftigkeit der gedachten Zwischenräume schrieb Alexander von Humboldt in seiner Darlegung der Wissenschaftsgeschichte, die sich revolutionär gab, mit einer gewissen Distanziertheit in „Der Kosmos. Band II“ (1847). Er nennt diese Zwischenräume „Himmelsräume“.
[7] Zuletzt die Lorentzsche Äthertheorie (entwickelt von Hendrik Antoon Lorentz und Henri Poincaré)
[9] Alexander von Humboldt: Der Kosmos. Band II (1847). Kapitel 16
[10] Zitiert nach Carl Schöpff: Die Widersprüche in der Astronomie wie sie bei der Annahme des Copernikanischen System entstehen, bei der entgegengesetzten aber verschwinden. Berlin 1869: Verlag von Eduard Beck. S. 3
[11] Carl Schöpff: Die Erde steht fest. Beweise, daß die Erde sich weder um ihre Achse noch um die Sonne dreht. Vorlesung gehalten in Berlin. Zweite Auflage. Berlin 1853 (Erstauflage): Albert Sacco
[13] Sehr genaue Angaben macht dazu bezüglich der Mondlandung folgende Website: https://www.hist-chron.com/atmosphaerenfahrt/22_mondfotos-ohne-mondfotograf-fotomontagen.htm Der Autor antwortet damit auf den dümmlichen Wikipedia-Artikel über „Verschwörungstheorien zur Mondlandung“ https://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rungstheorien_zur_Mondlandung , der von vielen einfach nachgeplappert wird, ohne sich mit den Fakten zu konfrontieren, die die Fragwürdigkeit der Mondmissionen inzwischen längst entlarvt haben.
[15] A.a.O, S. XV