Sonntag, 11. August 2019

Auctoritas und Potestas - Zur Frage des Metapolitischen in der philosophischen rechten Szene

Auctoritas und Potestas
Zur Frage des Metapolitischen in der philosophischen rechten Szene


Ich habe mich auf dem Blog der rechtskonservativen Zeitschrift „Sezession“ an einer Diskussion unter einem Artikel von Jonas Schick mit dem Titel „Netzfundstücke (22) – Formierung, Flaute, Europa“ vom 10. August 2019 beteiligt, der ausführlicher auf einen Artikel von Moritz Rudolph im „Merkur“ vom 5. August 2019 unter dem Titel „Eurofaschismus — wer gegen ihn ist, könnte für ihn sein“ eingeht Artikel Moritz Eurofaschismus und von einem Kommentator namens „Nath“ eine interessante Antwort erhalten. Man kann die Diskussion hier lesen Artikel Jonas Schick + Kommentare
Ich möchte @ Nath hier antworten, weil es im Kommentarbereich der Zeitschrift zu ausführlich würde, aber davon abgesehen auch viele Leser interessieren könnte, die eher keine „rechten“ Zeitschriften lesen:


@ Nath

Mit der an Kant angelehnten Identifizierung von „rechts“ mit einem Denken von der Notwendigkeit her und „links“ mit einem Denken von der Möglichkeit her, während im reflexiven Ich eine Realisation des Möglichen und Notwendigen geschieht, sind einige Fragen ungelöst, etwa die, wer denn dieses reflexive Ich auf praktischer politischer Ebene ist oder sein kann, und vor allem: wer die naturgemäß unendliche Vielfalt des Möglichen verwaltet und aus ihr das Grundlegende ausfiltert, das dem Notwendigen zugeordnet wird. Und: Gibt es ein Notwendiges überhaupt an sich, oder hängt es nicht immer mit einem Bein im Reich des Möglichen und daher nicht Zwingenden und umgekehrt? Sie weisen darauf hin, dass die Trennung zwischen beidem künstlich ist und letztendlich absurde Züge hat.

Ich versuche die Frage einmal in einem anderen tradierten Rahmen zu betrachten:

Zunächst erschien in der Spätantike dieses reflexive Ich Mögliches und Notwendiges in der Gestalt des Kaisers zu binden. Das hielt sich aus verschiedenen Gründen nicht lange, wir finden einige dunkle Jahrhunderte der „Zwischenzeit“ zwischen dem zerfallenden christianisierten römischen Reich und dem frühen Mittelalter vor, über dessen Vorgänge wir kaum oder wie manche behaupten gar keine echten Quellen haben. Plötzlich taucht aus dem Schatten der grandiose Karl auf, und mit ihm — zumindest hat man es so tradiert — eine Rekonstruktion des römischen Reiches, nun aber in einer Dichotomie zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt, die man begrifflich jeweils anders charakterisierte und die der kantischen in gewissem Sinne ähnelte:

Diese ins Absurde reichende Dichotomie des Möglichen und Notwendigen mündete später über die Auseinandersetzungen im Investiturstreit in der Konkurrenz der „zwei Schwerter“, der nun ausgeprägter die theoretische, v.a. von Augustinus ausgearbeitete Trennung von Heilsgeschichte und bloßem Saeculum zugrunde lag. Das Saeculum sollte aus dem unsichtbaren Regnum regiert werden, das „schon-und-noch-nicht“ war, alle Jahre waren bereits „Jahre des Herrn“, obwohl man andererseits nicht die Vaterunserbitte leugnen wollte, dass sein Reich erst noch komme. Die kirchliche Hierarchie war sichtbar-unsichtbares Zeichen des Regnum Dei.

Dabei setzte man das Regnum Dei als abstraktes Potenzial, das hinsichtlich der irdischen Verhältnisse eben doch nicht unendlich und frei war, voraus. Man verstand das praktische Recht im Staat als ein „göttliches Recht“, sein Vollstrecker, der Fürst, war „von Gottes Gnaden“, was er war. Das Gemeinwesen wurde zum definierten Rahmen des irdisch Möglichen, das nicht mit einem himmlisch Möglichen verwechselt werden sollte, seinem Wesen nach aber eben doch Göttliches im Nichtgöttlichen behauptete. Grundlage bot dafür alleine Röm 13, wo jegliche „potestas“ als „ministra Dei“ (griech. „diakonos theou“) behauptet wurde, was zu verheerenden Verkennungen in der Christenheit führte, die die antagonistischen Schriftstellen dazu entweder ignorierte oder nicht ernst genug nahm. Insbesondere die Behauptung, alle „potestas“ komme von Gott („Non est enim potestas nisi a Deo“ Röm 13,1), widerspricht offen der Aussage Jesu, die eine Sphäre Gottes und eine des Potentaten für den Christen scharf trennt und die „potestas“ der Fürsten überhaupt als in einem höheren Sinne wirksam geschweige denn gerecht in Frage stellt:

„Scitis quia hi, qui videntur principari gentibus, dominantur eis, et principes eorum potestatem habent ipsorum.
Non ita est autem in vobis, sed quicumque voluerit fieri maior inter vos, erit vester minister;
et, quicumque voluerit in vobis primus esse, erit omnium servus. (Mk 10,42)

«Qui videntur principari gentibus», «die als Fürsten angesehen werden von den Völkern» sind in der Aussage Jesu finstere Institutionen, Ausbeuter, herrschsüchtige Wesen, die den „gentes“ letztendlich „potestas“ gegen die Menschen ausüben, nicht für sie, ihnen förmlich „antun“. In dieser Formulierung steckt eine Differenzierung von „Autorität“ und „Macht“, zwischen „auctoritas“ und „potestas“, die in der Stelle im Römerbrief total verwischt wird. Auch der Satz Jesu „Reddite ergo, quae sunt Caesaris, Caesari et, quae sunt Dei, Deo“ (Mt 22,21) trennt die Sphäre des Kaisers von der Gottes scharf. Auf der Münze ist das Bild des Kaisers, zeigt Jesus auf, man kann ihm also „zurück“geben, was ihm gehört. Soll er seine Münzen doch behalten! Es ist gleichgültig.
Aber das, was Gottes ist und sein Abbild ist, gebührt niemals dem Kaiser, kann ihm nicht gebühren. Die Verwischung dieser Differenz im Römerbrief steht zu der klaren Position Jesu, die sich im übrigen aus dem gesamten Alten Testament ergibt, im krassen Gegensatz.
Interessanterweise klammern sich politisch konservative Christen meist an Röm 13, angereichert durch einen Schuss Thomismus, der den Aussagen Jesu noch mehr aus dem Wege ging, indem er aristotelische Gedanken hinzunahm. Thomas zeichnet im wesentlichen die Monarchie als die idealste Staatsform, den Monarchen als Abbild der mon-arche Gottes. Dabei blieb es fortan für die Christen weitgehend, auch die Protestanten, man orientierte sich, wenn es um die Position des Christen in der Welt ging, daran und ignorierte oder relativierte alle herrschaftskritischen Stellen, deren die ganze Bibel voll ist, und die in zahlreichen weiteren Aussagen Jesu eingeschlossen ist, deren genauere Auflistung und Interpretation hier aber zu weit führen würde.

Die Problematik für eine christliche Argumentation schien darin zu liegen, dass das Reich Jesu „nicht von dieser Welt“ ist, wie Jesus vor Pilatus im Verhör sagte, sich also für eine politische Realisation in diesem Saeculum nicht eignet. Daran nahmen nicht nur die Juden Anstoß, sondern auch der Verräter Judas und der Verleugner Petrus und mit ihnen vermutlich der Großteil der Christenheit und des Abendlandes. Sie haben genau diesen Aspekt des Lebens und der Lehre Jesu abgelehnt und verfremdet, ins Gegenteil verkehrt, eben aus der Not heraus, dass sie nicht wussten, wie sie die Zeit des Wartens auf ihn in einem ausdrücklich  „christlichen“ Gemeinwesen überbrücken sollen.

Tatsächlich trat Jesus im römisch besetzten Heiligen Land mit Autorität, aber ohne jede Gewalt auf: er hatte höchste „auctoritas“, die sofort von den Menschen ohne Unterschied erfasst wurde, der „potestas“ aber hatte er dem Satan in der Wüste ins Angesicht widerstanden. Er ist nicht der Fürst der Werktage, sondern des Ruhetages, des Schabbats (Mt 12,8). Der Schabbat steht für die „auctoritas“ der Ruhe Gottes, in der es keine Herrschaft und Gewalt gibt.
Das christliche Abendland hat säkular-römische Okkupation und Katholizität mit dem „Hinterweltlertum“ (Nietzsche) Jesu verbunden und dabei ein Monstrum erschaffen, das sich als Gott und Teufel zugleich gibt.

Die Frage kam dennoch im Abendland immer wieder und früh auf, ob man sich mit einem solchen — oben referierten — Modell nicht selbst belügt.
Das bei Bonifaz VIII. hierarchisch „höher“ gedachte „Schwert“ des Papstes repräsentierte das Mögliche bereits in einer Konkretisierung, und das hierarchisch „darunter“ befindliche „Schwert“ des Kaisers repräsentierte die Notwendigkeit, die sich etwa mit der Aussage, konkrete säkulare Rechtsordnungen müssten — im Auftrag des Papstes und damit Gottes — autoritär stabil gehalten werden, weil der Mensch ohne sie eine chaotische Schafherde bleibe, die in Krieg und Chaos versinke, niederschlägt. Bei diesem von Bonifaz VIII. ausdrücklich eingeforderten Modell werden zwar formal noch „auctoritas“ und „potestas“ unterschieden. Faktisch aber hat geistliche „auctoritas“ sich zur „potestas“ verwandelt und deren Vollstreckung an den Kaiser outgesourct.
„Auctoritas“ stürzte damit unwiederbringlich in die „potestas“ ab. Das Abendland hat sich damit schon lange selbst erledigt, und Ricarda Huch sprach in ihrem Buch über den Untergang des Heiligen Römischen Reiches davon, dass sich dieses Abendland mit seiner klassischen Musiktradition einen grandiosen Schwanengesang gegeben habe. Das meint: Es ist schon lange, seit Jahrhunderten sterbend und nun abgestorben, nur merken es die Konservativen nicht. Oder sie glauben, man könnte es zur Auferstehung bringen — eine Hybris.
Die Reformation, aber auch ganz basal die Bundschuhbewegung, waren nicht zuletzt Folge dieses selbst dem ungebildeten Bauern leicht erkennbaren Absturzes. Aber der Mensch braucht das Potenzielle, sonst sinkt er ins Animalische ab. Europa wird ohne konservativen Auferstehungsillusion nicht überleben, mit ihr aber auf Dauer auch nicht. Europa ist eine Art Zombie.

Hannah Ahrend schrieb in den 50ern einen Artikel über die Frage, was „Autorität“ sei und verwies darin auf den römischen Senat, dessen Autorität darin bestand, sie ohne Unterstützung durch Gewalt innezuhaben. „Auctoritas“ funktioniert diesem Ideal nach ohne „potestas“. Sie überzeugt im Gegensatz zur „potestas“ aus sich selbst und einer unhinterfragbaren geistigen Kraft heraus. Im Bild des frühen Mittelalters aber wurde deutlich, dass das Ideal sich selbst aufgegeben hat und selbst das Schwert dessen ergriffen hat, der in Wahrheit keine Autorität hat und der Gewalt zur Durchsetzung seines Willens bedarf. Schon in den Tagen Bonifaz VIII. war das Meta-Politische, wenn man einmal „rückwirkend“ sagen will, vom rein Politischen kaum mehr zu unterscheiden, gab sich aber den Anschein einer Unterscheidung.
Die Frage, ob damit das Kollektiv „befriedet“ wird, das ansonsten in ewiger Unordnung und Krieg versinken würde, erübrigt sich seither faktisch. „Frieden“ erscheint immer mehr als Kriegsvorbereitung, nach dem Motto „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“. Der Sinn der Staatlichkeit erledigt sich zunehmend selbst, weil es der Staat und seine „Influencer“, die Strippenzieher und Geldmächte, die den Unfrieden aus den Sehnüschten nach Frieden und Befriedung zu einem „ewigen Krieg“ generieren, Lebenskräfte für die Macht des Todes brauchen, geschafft haben, ihr schändliches Handwerk als ungeschminkte "potestas", also "Gewalt", erst recht als Engagement für den „ewigen Frieden“ zu tarnen.

Wie Sie andeuten, ist eine „Rechte“, die in diesem Sinne der „potestas“ zugeordnet werden muss und daher immer pragmatisch autoritär konzipiert ist, nicht nur aus sich selbst heraus schwach und ohne Überzeugungskraft, sondern abgekoppelt von der „auctoritas“, die gewaltlos zu überzeugen vermag. Die Frage ist schlicht, wer hier der „auctor“ sein sollte?

Faktisch bedeuten rechte bzw reaktionäre Modelle für das Volk nach zum Untergang des Ancien Régime seit dem 19. Jh denselben Kollektivismus, der sie, so oder so ohne sichtbaren Apex an der Spitze der Pyramide in Gesellschaftsbildungen, die dem Anschein nach direkt aus dem Möglichen schöpfen, einspannt. Wir fassen die Modelle des Ancien Régime, die zugegebenermaßen ehrlicher waren und ungeschminkter zur Schau stellten, was sie waren, heute mit Wehmut und Folklorismus auf, weil vieles daran ästhetisch ansprechender war: Solange die Hierarchen sich als die Schöpfer  (Begriff der „mon-arche“) ihrer Untertanen ansahen, sollten diese Untertanen ihnen keine Unehre bereiten und einigermaßen aufgeputzt wirken. Der gleichförmige Untertan war Abbild des einen Fürsten. Der Monarch war persönlich verantwortlich, wenigstens formell. Man wusste im Volk noch, vor welchem Schlosstor man mit der Mistgabel aufmarschieren konnte, wenn der Fürst Mist baute. Heute weiß man das nicht mehr.

Unverfängliches Beispiel: Trachten. Heute ein Utensil der „guten alten Zeit“, gerne getragen von Konservativen als Symbol des „Eigenen“ und der „eigenen Tradition“, gediegen, wirklich schön und kunstvoll, kurz: schmuck. Die wenigsten wissen, dass diese Trachten vom Fürsten diktiert worden waren, ständischen Charakter hatten und kollektiv allen Untertanen aufgezwungen wurden. Trachten waren faktisch die Uniformierung der alten Untertanen-Gesellschaft, die man damals nicht „Kollektiv“, sondern „Herde“ nannte (der Vatikan tut es heute noch!). Die Illusion des Ständischen konnte über den kollektiven Charakter solcher Gemeinwesen nicht hinwegtäuschen: Ob man die Herde in einen Pferch mit mehreren Schlafzimmern oder mit einen großen Schlafraum zwingt, ändert nichts daran, dass sie alle unter Zwang und ohne große Abweichungsmöglichkeiten in diesem Pferch "geframed" wurden, wie man heute sagen würde.
Die „demokratische“ Suggestion des direkten Kollektivs, das angeblich ohne Apex ist, hat heute durch PR und Modediktat alle in die Kleidung der Sklaven und Lohnarbeiter getrieben, die als schick gilt: Jeans, Jeans, Jeans, eigentlich zu Deutsch der blaue Anton des ungelernten, ungebildeten Arbeiters und Bauern. Auch hier bleibt ein Rest ständischer Illusion erhalten: Ob Edeljeans oder löchriger Denim für Rapper - es sind doch immer die Kleider des Sklaven. Besonders absurd: Trachtenkleider aus Jeansstoff. Die Queen würde das wohl kaum tragen, nicht mal in der edelsten Variation. Auch heute fällt man auf, wenn man niemals „Jeans“ trägt. Man verweigert die „Tracht“ des Sklaven, auch wenn sich das Diktat etwas weicher gibt, und gilt als "extravagant" und jemand, der sich "für was Bessers hält". Kollektivistisch sind beide Modelle, nur ist das erste nicht unpersönlich gezeichnet.
Das Volk (als Konglomerat der Untertanen im ersten Modell verstanden) war immer noch irgendwie Abglanz seines Fürsten.
Das zweite Modell koppelt das Kollektiv der Untertanen von den Fürsten ab, die fortan unsichtbar bleiben und das Kollektiv als Konkursmasse ihrer Geschäfte ansehen, ohne dafür mit ihrem Gesicht einzustehen oder gar Verantwortung zu übernehmen. Das „Volk“ findet sich alleine vor und spürt doch, wie es an jedem Gelenk einen Faden in ein „Oben“ hat, den es selbst nicht abschneiden kann. Es tanzt einen Totentanz nach einem gespenstischen Diktat. Die Mistgabel kann es nicht einmal mehr ergreifen, geschweige denn erheben.

Hier stellt sich das Problem, inwiefern es überhaupt so etwas wie eine „Rechte“ im Gegensatz zum „Linken“ oder „Liberalen“ geben soll, die nicht anders als jene ohne sichtbare Monarchen auskommen will und die vorhandenen Fäden leider selten zum Thema macht. Es wäre jedenfalls absurd zu sagen, das Volk sei Abglanz seiner selbst.


Mit dieser schwerwiegenden Problematik hat sich bereits die völlig zu Unrecht (oder vielleicht gerade deswegen!) vergessene Ricarda Huch befasst, die zu Beginn der 20er Jahre ein geschichtsphilosophisches, modernen Staatsauffassungen kritisch gegenüber stehendes Werk mit dem Titel „Entpersönlichung“ veröffentlichte, daneben aber auch eine wertschätzende Monografie über den von Ihnen erwähnten Anarchisten Bakunin. Man kann vermuten, dass sie auf der Suche nach dem Ausweg aus dem modernen Dilemma versucht hat, etwas zusammenzudenken, das dem Anschein nach nicht zusammengeht, nämlich Anarchismus und Personalität im besten Sinne, die ohne Gesichter und die größtmögliche Konkretisierung des reflexiven, individuellen Ich naturgemäß nicht auskommen und das Gemeinschaftliche „Ich“ damit zum Leuchten brächten. Nur landet man hier - christlich gesprochen - wieder bei der Frage, ob in diesem Saeculum überhaupt Aspekte des künftigen Regnum politisch realisierbar sind. Dieses Problem drücken Sie in Ihrer Bemerkung aus, dass der anarchische (von: "an-arche") Libertarismus aus Ihrer Sicht das Maximum an sozialer Eiskälte bedeute.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Es gibt keine Debatte über die Ursachen des Klimawandels

Es gibt keine Debatte über die Ursachen des Klimawandels

Dies stellte ein Artikel unter dem Titel „Die CO2-Theorie ist nur geniale Propaganda“ aus dem Jahr 2011 in der „Welt“ fest[1] und ging der Problematik auf den Grund.

Der Artikel hatte an seinem Ende eine Umfrage an die Leser gestartet: „Teilen Sie die Meinung des Autors?“ Es gab 1019 Ja-Stimmen und 98 Nein-Stimmen. Diese klare Positionierung der Leser dürfte inzwischen nach fast einem Jahrzehnt anhaltender Gehirnwäsche anders aussehen.

Der Autor des Artikels verweist auf den preisgekrönten Wissenschaftsjournalisten Nigel Calder, der bereits 1998 vorhersagte, dass alle politischen Parteien sich auf das CO2-Themen stützen werden, weil man damit ohne Diskussionen nun endlich die Luft zum Atmen besteuern könne. Als etwas Ältere kann ich bezeugen, dass in meiner Kindheit bereits spaßhaft, aber mit bitterer Ironie von vielen genau dies befürchtet wurde.

Calder hatte damals zusammen mit zwei Physikern das Buch „The manic sun“ veröffentlicht. Diese Klimaforscher entwickelten die Theorie und versuchten sie auch nachzuweisen, dass die Sonnenaktivität für Klimaveränderungen verantwortlich sei.

Der Autor verweist nun darauf, dass die Forschungsergebnisse der beiden Wissenschaftler totgeschwiegen würden. Und mit sachlichem Recht prognostiziert er, dass die Politik nur neue Steuern ersinnen würde, anstatt dem womöglich natürlichen und damit unabwendbaren Klimawandel effizient und sinnvoll zu begegnen.

Dieser letzte Vorwurf ist nach wie vor ganz wesentlich: Nach wie vor gehen die wissenschaftlichen Positionen zum Klimawandel erheblich auseinander. Eine Kausalbeziehung zwischen CO2 und Erderwärmung konnte bis heute nicht nachgewiesen werden. Sie wird allenthalben behauptet, aber Behauptungen sind keine Beweise. CO2 ist ein natürliches und für die gesamten Lebensvollzüge notwendiges Spurengas. Ab wann es zu wenig oder zu viel ist wissen wir schlicht und einfach nicht.

Wenn aber nun das Klima sich derzeit natürlicherweise in Richtung einer Warmzeit wandelt, und dafür spricht sehr viel, wäre es viel wichtiger, sich darauf einzustellen als nun förmlich durchzudrehen, eine absurde Apokalyptik zu betreiben und die Jugend dazu aufzuhetzen, dass ihre Eltern noch mehr Steuern bezahlen müssen.

Der Autor berichtet, dass bereits 2011 das von der Regierung bezahlte PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) einfach selbstherrlich und ohne sachliche Gründe die vorhandene wissenschaftliche Debatte für beendet erklärt hat. Es waren anschließend die Grünen, die eine regelrechte Hetzjagd und Diskriminierungspolitik gegen alle inszenierten, die eine andere wissenschaftliche Position einnahmen. Man kann sich diverse Anhörungen im Bundestag auf Youtube ansehen und muss zugeben, dass die angeblichen Klimaleugner stets Argumente vortragen, die diesen Namen auch verdienen, von den Klimaalarmisten dagegen unsachlich und herablassend niedergemacht werden.[2]

Der Autor des Welt-Artikels schrieb damals bereits schon:

„Dabei sollte die immer wieder vorgetragene Behauptung der Klimamodellierer schon misstrauisch machen: „Die wissenschaftliche Debatte über den menschengemachten Klimawandel ist beendet.“ Das ist an Hybris und Arroganz nicht zu überbieten und widerspricht jeglicher Definition von Wissenschaft.“

Bereits damals geisterte die Behauptung durch die Medien, es seien sich „97% der Wissenschaftler einig“. Zu Recht hakt der Autor nach:

„97 Prozent von wie vielen Wissenschaftlern? Und welche Wissenschaftler zählen dazu? Wer hat sie ausgewählt? Zweimal in den letzten beiden Jahren haben sich in Berlin die kritischen Wissenschaftler aus aller Welt getroffen, um ihre neuen Forschungen vorzustellen, die zu anderen Ergebnissen kommen als die IPCC- Macher und ihre Gläubigen. Doch dann glänzt das Potsdamer Institut durch Abwesenheit, kaum ein Bundestagsabgeordneter und kaum ein Journalist machen sich die Mühe, sich zu informieren.“

Der Autor geht auch auf den Vorfahren der Greta Thunberg[3] ein, den Herrn Svente Arrhenius aus Schweden - natürlich war die Erscheinung der heiligen Greta damals noch nicht vorhersehbar:

„Ein weiterer Trick, der die Debatte ersticken soll, ist die Behauptung, dass der Einfluss des CO2 auf das Klima schon seit 150 Jahren bekannt sei. Damit wird auf den schwedischen Chemiker und Allroundwissenschaftler Svente Arrhenius verwiesen, der rein hypothetisch, ohne Beweise, davon ausging, dass CO2 das Klima erwärmen würde, was er allerdings für einen großen Segen für die Menschheit hielt. Außer Hochrechnungen haben die CO2-Klimaerwärmer bis heute nichts Handfestes zu bieten.“

Erwähnt wird auch Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“. Der Film sei voller Fehler und falscher Zahlen. Dabei wird auf eine Kritik in der New York Times vom 23.2.2009 verwiesen und die Tatsache, dass der High Court in England und Wales den Film für den Schulunterricht verboten hat, solange er weiter diese Fehler nicht korrigiert. In Deutschland wurde er weiter ungefiltert mit all seinen Fehlern den Kindern gezeigt.

Der Artikel endet pessimistisch, aber wie sich in den seither vergangenen acht Jahren gezeigt hat, völlig zutreffend, indem er Nigel Calder das Schlusswort gibt:

„Am Anfang war die CO2- und Erderwärmungstheorie eine angelsächsische Erfindung, die nicht zuletzt von der Nuklearindustrie gefördert wurde, die für sich eine Wiederbelebung erhoffte. Aber dann wurde daraus mehr und mehr ein Szenarium für den Weltuntergang und das widerstrebt den nüchternen Angelsachsen. Da erinnerte man sich im IPCC: The Germans are best for doomsday theories“!

Der Autor schrieb damals, er befürchte, Calder könnte recht behalten.
Wir alle erleben, dass er recht behalten hat

Die Debatte über den Klimawandel wird inzwischen aggressiv und diabolisch unterdrückt (vgl. die so unverschämten wie strunzdummen Kommentare eines Anonymus unter meinem Artikel über den Kohlenstoff). Auf die dubiosen Netzwerke, in denen die Propagandisten der Theorie vom menschengemachten Klimawandel häufig zusammen angetroffen werden, werde ich hier nicht eingehen.

Inzwischen wagt keine große Tageszeitung mehr, einen Artikel wie den von 2011 zu veröffentlichen, auch nicht die „Welt“, die damals noch soviel Format hatte.

Sobald Wissenschaftler sich zu Wort melden, die der politisch forcierten Theorie widersprechen, werden sie verhetzt. Man unterstellt ihnen, sie seien irgendeiner Lobby auf den Leim gegangen, obwohl sie weder Macht noch Vorteile haben davon, wenn sie sich so äußern, wie es ihnen ihr wissenschaftliches Gewissen eingibt.
Man schreckt vor keiner Unterstellung, keiner Verhinderung der sachlichen Debatte zurück. Die Proteste echter und unabhängiger wissenschaftlicher Forscher gehen inzwischen in die Hunderte — allein: was immer sie vortragen, besagte strunzdumme und dreiste Agitatoren behaupten ohne weitere Belege, deren Positionen seien „längst widerlegt“. Dass dabei geistige Kläffer hochdotierten Geistesgrößen ans Bein pinkeln, möchte ich schon bemerkt haben, weil das vielen nicht klar zu sein scheint. Es ist inzwischen unerträglich, mit welcher Infantilität und Respektlosigkeit unberufene Geister sich immer dreister und totalitärer äußern. Wer „das Klima leugnet“ kann man etwa lesen, könne sich gleich den „Flacherdlern zurechnen“[4] — das ist der Umgangston der Klimagläubigen. Auch Greta Thunberg sagt in ihren Agitpropreden zum Klimaweltuntergang nirgends auch nur einen einzigen sachlichen oder sachhaltigen Satz. Neuerdings liegt in den Buchhandlungen ein Machwerk von ihr aus. Es trägt den Titel: "Ich will, dass ihr in Panik geratet! Meine Reden zum Klimaschutz". Großschnäuziger geht es wohl kaum mehr, aber viel zu viele im deutschen Volk (der Rest der Welt hält sich hier bemerkenswert zurück!) merkt offenbar immer noch nicht, worauf es sich eingelassen hat und lässt sich wohlig von einer 16-jährigen Göre, die nur irrationalen Unfug von sich gibt, der mit Fug und Recht als Demagogie bezeichnet werden kann, beschimpfen. Es hat sadomasochistische Züge. Was hat diese schuleschwänzende, hysterische Ignoratin mit den langen Zöpfen und dem verkniffenen Gesichtsausdruck eigentlich zu dem Thema Wichtiges zu sagen? Ist sie "Expertin", wo man doch selbst alte, gestandene Wissenschaftler, die ihr Leben lang nichts anderes als Klimaforschung betrieben haben, als "Experten" nicht anerkennt und deren Aussagen großspurig als nichtig vom Tisch wischt?
Wie Fanatiker oder Wahnsinnige springen die Supporter dieser Apokalyptik jeden auf eine unziemliche Weise an, der ihre Glaubensüberzeugung nicht teilt und darüber immer noch spricht. Mit Wissenschaft hat das alles sowieso nichts mehr zu tun, mit Vernunft und Nüchternheit auch nicht, mit so etwas wie Reife natürlich auch nicht, aber offenbar fallen auch in Sachen Benimm alle Hüllen.
Es ist wieder einmal die Zeit der untersten Schublade.

In einer Petition schreiben dagegen führende italienische Wissenschaftler vor wenigen Wochen an ihre Regierung:

„In den letzten Jahrzehnten hat sich eine These verbreitet, dass die Erwärmung der Erdoberfläche um rund 0,9°C, welche ab 1850 beobachtet worden ist, anomal wäre und ausschließlich von menschlichen Aktivitäten verursacht werden würde, insbesondere durch den Ausstoß von CO2in die Atmosphäre beim Gebrauch fossiler Brennstoffe.
Dies ist die These der anthropogenen globalen Erwärmung, welche von dem Weltklimarat (IPCC) der Vereinten Nationen gefördert wird, deren Konsequenzen Umweltveränderungen sein würden, die so ernst wären, dass man enormen Schaden in der unmittelbaren Zukunft fürchten muss, außer wenn drastische und kostenintensive Abschwächungsmaßnahmen unverzüglich ergriffen werden.
Diesbezüglich sind viele Nationen in der Welt Programmen beigetreten, um Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, und werden unter Druck gesetzt, auch durch eine nicht nachlassende Propaganda, zunehmend fordernde Programme anzunehmen, deren Umsetzung, welche mit hohen Belastungen auf die Wirtschaften der einzelnen Mitgliedsstaaten verbunden ist, von Klimakontrolle abhängig wäre und daher die „Rettung“ des Planeten.
Jedoch ist der anthropogene Ursprung der globalen Erwärmung EINE UNBEWIESENE HYPOTHESE, nur abgeleitet von einigen Klimamodellen, d.h. komplexen Computerprogrammen, genannt ‚General Circulation Models‘.
Hingegen hat die wissenschaftliche Literatur zunehmend die Existenz einer natürlichen Klimaschwankung betont, welche die Modelle nicht reproduzieren können.“[5]

Insbesondere letzterer Punkt scheint mir sehr wichtig zu sein:

Das Klima ist das komplexeste System auf unseren Planeten, daher muss man sich damit mit Methoden befassen, welche adäquat sind und mit seinem Niveau der Komplexität übereinstimmen.
Klimasimulationsmodelle reproduzieren nicht die beobachtete natürliche Schwankung des Klimas und rekonstruieren insbesondere nicht die warmen Perioden der letzten 10.000 Jahre. Diese haben sich ungefähr alle tausend Jahre wiederholt und schließen die gut bekannte mittelalterliche Warmzeit ein, die heiße römische Periode, und generell die Warmzeiten während des „Holozänen Optimums“.
Die PERIODEN DER VERGANGENHEIT SIND AUCH WÄRMER GEWESEN ALS DIE GEGENWÄRTIGE ZEIT, obwohl die CO2 Konzentration niedriger war als die gegenwärtige, dieweil sie mit den tausendjährigen Zyklen der Sonnenaktivität verbunden sind. Die Auswirkungen werden von den Modellen nicht reproduziert.“

Das heißt, wie ich es bereits in meinem ersten Artikel resümiert hatte, dass wir die meisten kybernetischen Zusammenhänge, die das Klima bestimmen, gar nicht kennen oder auch nur annähernd erforscht haben, dass hier sehr viele Einflüsse mit bedacht werden müssen.

Eine Klimaveränderung nun als Unfall oder etwas Unrechtmäßiges oder gar Gefährliches zu betrachten ist schlicht und einfach „Bullshit“, wie Harry G. Frankfurt es gesagt hätte. Klimawandel ist ein natürliches Faktum, seitdem es die Erde gibt. Das ist es in jedem Fall - alles andere an Ursachenbehauptung ist unbewiesen und rein spekulativ. Ich gebe gerne zu, dass die Luft verpestet wird durch Abgase, aber das ruft keinen "Klimawandel" hervor.

Der Mensch kann die Umwelt belasten und die Natur zerstören. Ob er aber das Klima wandeln kann oder vom Wandeln abhalten kann, darf man getrost bezweifeln, ohne dabei völlig falsch zu liegen. Die neuesten Studien, die nicht Modelle durchrechnen, sondern auf Experimenten beruhen, zeigen nach Aussage der 90 führenden italienischen Wissenschaftler folgendes:

„Jedenfalls schätzen viele neue Studien, die auf experimentellen Daten basieren, dass die Klimasensitivität auf CO2 BEDEUTEND NIEDRIGER ist als jene, die von den IPCC Modellen geschätzt wird.

Und sie weisen noch auf etwas weiteres Wichtiges hinsichtlich der angeblichen Einigkeit „fast aller“ Wissenschaftler zum Klimawandel hin:

„Jedoch müssen wir uns zuerst einmal bewusst werden, dass die wissenschaftliche Methode bestimmt, dass die Fakten und nicht die Anzahl der Anhänger eine Mutmaßung zu einer gemeinsamen wissenschaftlichen Theorie machen.“

Das heißt: selbst wenn 97% aller Wissenschaftler hier einig wären, wäre das immer noch kein Wahrheitsbeweis für eine Theorie, weil nur Argumente und deren Plausibilität und Nachweise nach echten wissenschaftlichen Kriterien zählen. Das große Problem ist, dass viele heute nicht mehr wissen, was wissenschaftliche Kriterien sind, dass sie immer gelten, dass Logik in jedem Fach gleich ist, und man nicht immer „Experte“ sein muss, um schnell beurteilen zu können, ob Argumente valide sind.
Wenn 97% einer Menge eine Lüge bestätigen, wird sie dadurch nicht wahrer — um es mal populärer zu sagen!

Die Petition schließt daher auch mit der Bemerkung:

„Wie dem auch sei, der gleiche angebliche Konsens EXISTIERT NICHT. Es gibt tatsächlich eine bemerkenswerte Variabilität an Meinungen unter den Spezialisten – Klimatologen, Meteorologen, Geologen, Geophysiker, Astrophysiker – von denen viele einen wichtigen natürlichen Beitrag zur globalen Erwärmung anerkennen, welche von der vorindustriellen Zeit und sogar von der Vorkriegszeit bis heute beobachtet worden ist.“

Aber was haben uns unsere Klimagläubigen und medialen Klimaprediger dazu zu sagen?
Die 90 Wissenschaftler seien ja alte Männer, auch Emeriti dabei, sicher alles rechte Verschwörungstheoretiker, was auch sonst, die kann jedes Kind belehren — klar, dann muss das ja daneben sein, was sie vortragen, ein schlagendes Argument!

Selbst der Meteorologe Jörg Kachelmann äußert sich verächtlich über die derzeitigen Vorgänge. Er spricht von einer „Verkommenheit weiter Teile des Medienbetriebs bei naturwissenschaftlichen Themen“.
Und:

„Es ist eine neue Dimension, dass fast alle Medien gleichzeitig über lange Zeit eine Lüge verbreiten, die durch diese kollektive Verbreitung bei den Medienkonsumenten nicht mehr als Lüge wahrnehmbar wird. Wenn Bild, FAZ und Fernsehen dieselbe frei erfundene Räubergeschichte verbreiten, wird es schwer, diese zu erkennen. Es ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Lügenpresse schreien.“[6]

Vermutlich wird das alles aber unsere inzwischen viel zu lange konditionierten Klimagläubigen nicht mehr zum Nachdenken bringen. Schon gar nicht der Hinweis darauf, dass man angeblichen „wissenschaftlichen Konsens“ nicht mit Dogmen, Glaubenssätzen oder schlicht Gehirnwäsche verwechseln sollte und bei „Einigkeit“ in einer wissenschaftlichen Diskussion eigentlich als gesunder, intelligenter und vor allem gebildeter Mensch sowieso misstrauisch werden sollte.

Eine ganz neue Studie von vier Wissenschaftlern aus mehreren Ländern: “Oscillations of the baseline of solar magnetic field and solar irradiance on a millennial timescale” von V.V. Zharkova, S. J. Shepherd, S. I. Zharkov und E. Popova. Informationen dazu hier: https://sciencefiles.org/2019/07/30/zieht-euch-warm-an-neue-forschung-zeigt-global-warming-wird-zur-kleinen-eiszeit/
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Die Klimagläubigen werden übrigens derzeit von Oliver Janich zur öffentlichen Diskussion mit Skeptikern an der forcierten Klimawandeltheorie, die einen menschengemachten Klimawandel behauptet, aufgefordert. Offenbar ist man zu feige und zu schlecht aufgestellt, sie zu wagen. Auch dieses Schweigen im Walde ist bereits ein Ergebnis und gibt uns einen Hinweis darauf, dass an der Ideologie vom "menschengemachten" Klimawandel gewaltig etwas nicht stimmen kann.




[2] Hier https://www.youtube.com/watch?v=FVQjCLdnk3k oder hier https://www.youtube.com/watch?v=AaO6amHSLHc Von da aus kann man sich weiterklicken durch die vorgeschlagenen ähnlichen Filmaufnahmen dieser Anhörung.

Montag, 10. Juni 2019

Neuerscheinung: Das Schillern der Dinge. Zeitgeschichtliche Essays

Neuerscheinung: JETZT LIEFERBAR!

Das Schillern der Dinge
Zeitgeschichtliche Essays
von Hanna Jüngling
HOROLOGIUM MUSICUM ET PHILOSOPHICUM Band 2
Zeitschnur Verlag Karlsruhe 2019
mit zwei Zeichungen der Autorin
388 Seiten
Format 13,5 x 20,5cm
ISBN 978-3-940764-21-8
Ladenpreis 18,00 €

Bei Booklooker zu erwerben oder im normalen Buchhandel!





Mag sein
dass wir morgen 
oder übermorgen
die Dinge in einem helleren
Licht sehen werden
Ein Anfang 
ist gemacht

Insgesamt drei Essays zur Zeitgeschichte, ein langer und zwei kurze, mit einem ausführlichen, umfangreichen Literatur- und Anmerkungsapparat und einem Personenregister versehen:

1. Manipulation. Trauma. Gesetzlosigkeit
Eine kurze, unvollständige Reflexion über die Herkunft, Entwicklung und Teleologie der Herrschaftstechniken westlicher Oligarchien

2. Krieg den Selbstdenkern!

3. Thilo Sarrazin oder Ein wirksames Element postmoderner Politik seit 100 Jahren
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Leseprobe aus "Manipulation. Trauma. Gesetzlosigkeit":


"(Die Herrschenden) sorgen für eine gründliche Verwirrung über Tatsachen und Wahrheiten und führen sinnlose Debatten über „alternative Fakten“, die angebliche „Faktenresistenz“ der Andersdenkenden, „Fake News“, über „Verschwörungstheorien“ immer dann, wenn Menschen versuchen, sich die Zusammenhänge zu erklären, die doch ganz zweifellos bestehen müssen. 
Was wir erleben, sind keine zusammenhanglosen, singulären Zufallserlebnisse, sondern groß angelegte Szenarien, in denen sich langfristiger Plan, Unwägbares und eine zielgerichtete Improvisationskunst für den Augenblick zu einer undurchdringlichen Übermacht verdichtet haben. Es sind Kettenreaktionen, Vernetzungseffekte und zynisch schöngeredete Kollateralschäden. 
Die sachlich angemessene Frage ist nicht, ob überhaupt Zusammenhänge bestehen (dürfen), sondern die, ob die Rekonstruktion der Zusammenhänge richtig oder falsch ist. 
Auf eine rationale Ebene kommen wir zunehmend gar nicht mehr. Durch die supranationale Vernetzung und Verstrickung, das Durcheinander der Motivlinien, die sich wie asymmetrische Längen- und Breitengrade über die ganze Welt schlingen, ist die Beurteilung der Zusammenhänge nicht leichter geworden, aber dass multilineare Zusammenhänge bestehen, kann nicht ernsthaft geleugnet werden.
Oder aber, man unterstellt dem Andersdenkenden und Zweifler an der Regierungspropaganda, er erläge „postfaktischen“ Überzeugungen, deren Urheber — welch vulgäres Mittel — „Rechts(Links)populisten“ oder „Neurechte“ seien, eine Diffamierung, die selbst schwer nach „Verschwörungstheorie“, noch mehr aber nach „Fake News“, Hass, Verleumdung und Hetze und einer diktatorischen Ambition riecht. (...)"

(...) Mit den neuen, verfeinerten und potenzierten Manipulationsmöglichkeiten, die die Digitalisierung neben vielen positiven Effekten und Erleichterungen bietet, wird ins Zentrum der Vernunft gegriffen und jegliche eigenständige Rationalität, jegliche Theoriebildung, jegliche abweichende Übereinkunft von Menschen im Denken und Handeln dämonisiert, verleumdet und schleichend kriminalisiert. Wahr ist nur das, was über einen Bildschirm, einen „screen“ oder ein „display“ empfangen wird. Jede abweichende Sicht der Dinge landet in der Ablage „rechte Verschwörungstheorien“. Ein eigenständiger Blick aus den eigenen Augen in die eigene Wahrnehmung der Wirklichkeiten ohne  staatlich geprüften Screen dazwischen ist vielen Menschen nicht mehr geheuer: sie fühlen sich ohne diese Krücke des Bildschirms wie Leute, denen man den Gehgips abgenommen hat.

Wir erleben derzeit eine gigantische Manichäisierung, eine geradezu absurde Dualisierung des Denkens und Fühlens: gespalten werden die emotionalisierten und verwirrten Bildschirmkonformen von denen, die sich einen freien Geist nicht nehmen lassen wollen." 

"(...) er Mensch ist gehalten, Distanz zu den Dingen einzunehmen und mit seiner Vernunft und Urteilsfähigkeit zu verantworteten, aber auch korrigier- und entwickelbaren Überzeugungen zu kommen. Mit der Haltung des Prüfens wird jegliche Magie, jeder Versuch eines Seelenbanns in unverrückbaren „Meinungen“ durchbrochen, ohne den Einzelnen struktur- oder geistlos zu machen. Diese Aufgabe kann der Mensch aufgrund seiner „conditio humana“ nicht vollständig im einsamen, selbstreferentiellen Diskurs leisten. Er bedarf des anderen in der Auseinandersetzung. 
Die Tatsache dieser Angewiesenheit macht sich gezielte Manipulation und Propaganda zunutze und greift den Einzelmenschen an genau dieser Schnittstelle an. Weil nicht nur die Darstellungen der Wirklichkeit aus dem Munde des anderen einseitig, unvollständig oder sogar bewusst verzerrend sein können, sondern auch die je eigenen Wahrnehmungen und Begriffsbildungen, sind wir auf den anderen als Korrektiv angewiesen und er auf uns. Es gibt im Erkennen weder absolute Autonomie, noch — auf der Seinsebene — eine „Führerschaft“, und genau dies macht uns verletzbar, angreifbar und verführbar. 
Damit soll nicht gesagt sein, dass man sich über die Tatsachen überhaupt kein annähernd ausgewogenes Bild machen kann. Man kann — aber es kostet Mühe und Vorsicht.
Die Manipulation arbeitet zielgerichtet mit einer Elimination der Distanznahme zur eigenen und fremden Wahrnehmung und Realitäts(re)konstruktion und stürzt uns auf einer basalen Ebene in das Trauma schwerer „Strafen“, wenn wir es doch tun. Die Strafen können martialisch und grob wie in älteren Zeiten, oder psychotechnisch und verfeinert konzipiert sein. Die letztgenannte, „weichere“ Methodik der Brechung des Willens zur Reflexion ist schon älter, und ich werde gleich einen ausführlicheren, aber skizzenhaften, historischen Rückblick vornehmen. 
Inzwischen geht man die Sache anders an. Man baut ein ferngesteuertes „Selbstbewusstsein“ in den auf Rückhalt und Zuspruch angewiesenen Einzelmenschen auf, wenn sie sich unterwerfen und mitspielen und wieder absondern, was man ihnen zuvor als „Wahrheit“ oder postmoderne Sicht auf die Dinge eingeträufelt hat. Fürs brave Mitmachen erhalten sie ein „Token“, und der antiquierte Mensch hält dies für eine Auszeichnung. Nicht zuletzt sind die vielen Preise, die von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen vergeben werden, solche Belohnungen konformer oder — utilitaristisch verstanden — systemimmanent „konstruktiver“ Leistungen. Es ist eine interessante Frage, seit wann man in der westlichen Gesellschaft öffentlich Preise für „Kulturleistungen“ verleiht.(...)"

"(...) Mit der neuesten Propagandaformel von der „diversity“ wird der Mensch getäuscht über den Hass gegen alles, was wirklich „divers“, also selbstverantwortet, unkontrolliert anders und frei ist und bleibt. Die zentrale Realität natürlicher und frei entstehender Diversität wird durch einen künstlichen Kontrollbegriff der „diversity“ ersetzt. Daher wird nicht nur die natürliche Familie angegriffen, die aus der Sicht Machtwilliger ein anarchisches und autonomes Element darstellt, sondern auch die Eigenart der Völker und ihrer freien Kulturen. Ein Hebel zur Gleichschaltung aller Bürger ist das staatlich vereinnahmte Schulwesen, das eine positive Seite haben kann oder könnte, wenn es nur darum ginge, jedem freie Bildung zugänglich zu machen. Genau dies ist aber nicht erwünscht. Deutschland spielt hier mit seiner aus dem Nationalsozialismus stammenden „Schulpflicht“ eine Vorreiterrolle. Staatliche Lehrer hat man in unserem Land verbeamtet, um sie der Staatsdoktrin loyal zu halten und zu verhindern, dass Bildungskonzepte eindringen, die von dieser Doktrin entscheidend abweichen. Freie, wirklich unabhängige  Bildungsträger müssen mit vielen Hindernissen kämpfen und erhalten, wenn sie wirklich keine Konzessionen an den Staat machen, keinerlei öffentliche Unterstützung. Der deutsche Staat kriminalisiert und verfolgt seit 1938 bis heute zusätzlich zu diesen Mechanismen alle Freilerner, also alle, die sich bewusst und mit anderen Konzepten seinem frühen Zugriff entwinden wollen, drückt dagegen bei Nichtlernern und Bildungsunwilligen alle Augen zu.1 Als manipulierte Vereinzelte, die man mit vorgezeichneten „individuellen“ Freiheiten, auf Postkartengröße eingedampft, über den Tisch zieht, sollen wir in dem verordneten „melting pot“ aufgehen, der weder echte Diversität noch Freiheit und erst recht keine freie Individualität mehr anerkannt. Die Zeit, in der sich jeder den asymmetrischen Raum zumindest dem demokratischen Ideal nach nehmen konnte, den er brauchte, solange er niemandem direkt schadete, ist vorbei. Man teilt uns ein Urnengrab zu, in dem wir „divers“ zurechtformatiert, man nennt das inzwischen „framed“, untergehen dürfen. „embedded diversity“ also: hurra! Es besteht eine innere Verwandtschaft zu Legehennenbatterien.(...)"

"(...) Woher kommt diese ausgebuffte Manipulationstechnik, die von den meisten Bürgern gar nicht durchschaut wird? Solche Techniken fallen nicht vom Himmel, sind weder von Goebbels noch von Bernays wundersamerweise erfunden worden. Es gab einen sehr langen Vorlauf:
Aus meiner Sicht hat diese Tradition der herrischen Manipulation des Denkens auf globaler Ebene einen weit zurückliegenden historischen Ausgangspunkt. Ich möchte auf ihn zurückkommen, weil es mich wundert, dass in der derzeitigen, vielfach sehr klugen Kritik an den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zuständen, in die wir getrieben werden, der — aus meiner Sicht — mächtigste und gewiefteste Spieler, der Meister der Diplomatie und parasitären Unterwanderung aller Machtstrukturen für die Etablierung eigener Herrschaft unterschätzt, ausgespart, ignoriert wird: die katholische Kirche, die ihren globalen Herrschaftsanspruch seit fast tausend Jahren schon vor-dogmatisch formuliert, also als eine von Gott gewollte Ambition proklamiert hat. 1870 hat sie diesen Anspruch des Papsttums zu zwei verheerenden Dogmen, also „von Gott offenbarten“ und darum absolut wahren Lehrsätzen erhoben. Auf dem Vaticanum I wurde der „Universalprimat“ des Papstes über die ganze Welt und folglich alle Regierungen definiert und die „Unfehlbarkeit“ des Papstes, wenn er etwas unter Bezugnahme auf seine göttliche Autorität öffentlich als zu Glaubendes verkündet, festgeschrieben.1 Diese beiden Dogmen sind keine Spielerei gewesen. Die Auseinandersetzungen, die diesen Dogmen vorangingen, haben das gesamte 19. Jh angedauert und zu heftigen Verwerfungen innerhalb und außerhalb der Kirche geführt. Das Vaticanum II, die als „Reformkonzil“ verkaufte ökumenische Synode, hat ein Jahrhundert später genau diese beiden Dogmen ausdrücklich und in aller Schärfe wiederholt und bestätigt.2 Niemand sollte glauben, dass die Kirche einen solchen Anspruch je wieder zurücknehmen würde. Zu hart und verbissen war er erkämpft, mit zuviel Intriganz war er schließlich als angeblich von Gott offenbarte Lehre durchgesetzt worden. Die Kirche hat bei zeitweiliger Defensivität ein sichtbares Schattenreich in allen Reichen der Welt errichtet: den ganze Erdkreis hat sie nach „Diözesen“ oder „Missionen sui juris“ eingeteilt, in denen sie einen Herrscher installiert hat, den Bischof oder in den Missionen den Papst selbst. Die Diözesanordnungen setzen die alten weltlich-römischen Verwaltungseinheiten fort.3 Im Investitutstreit (11. Jh) ging es um die Auseinandersetzung darüber, ob weltliche Herrscher das Recht haben, diese Bischöfe als nicht nur geistliche, sondern vor allem politische Amtsträger einzusetzen. Den Anspruch hatte Heinrich IV. erhoben: der weltliche Fürst stünde dann über dem geistlichen Diözesanfürsten. Wir wissen, dass sich das Papsttum durchgesetzt hat: der Papst ernennt Bischöfe, weltliche Vorschläge sind zwar, je nach regionalem Konkordat, möglich, aber nachrangig. Dies gilt bis zum heutigen Tag.4 

Die maßgebliche Rolle der Kirche in allen politischen Krisen wird mE nicht ernsthaft wahrgenommen, weil sie bewusst damit spielt, dass der postmoderne westliche Mensch Religion für eine vernachlässigbare Größe halte und sie doch eigentlich ein Tiger mit stumpfen Zähnen geworden sei. Geschickter kann man sich auf dem Weg zur absoluten Weltmacht kaum vermarkten. Wenn das so wäre, wie die Kirche selbst uns suggeriert, müsste sie auch räumlich und ökonomisch verschwinden. Genau das tut sie aber nicht, sondern ihr tatsächlicher politischer Einfluss wächst. Ich denke, dass das der größte Irrtum der ansonsten sehr klugen Analytiker aufseiten der „Alternativmedien“ ist. Sie sind fixiert und beschränkt auf Kapitalismuskritik, als sei der Kapitalismus auf keinerlei spirituelle Grundlagen gebettet und entspringe ausschließlich reiner privater Gier. Einige, die die spirituellen Grundlagen der Ereignisse nicht unterschätzen, sehen in pervertiertem Judentum den auslösenden Faktor, verkennen aber die Rolle der Kirche.5 Tatsächlich hat sich das Papsttum immer näher in die globalen politischen Institutionen geschoben. Mit dem Schachzug des Vaticanum II und der Suggestion, sie habe sich nun im „aggiornamento“ „verheutigt“, modernisiert, einem Tross an fanatischen und enttäuschten Erzkatholiken, die lautstark und medienwirksam seit Jahrzehnten skandieren, die Kirche habe sich „protestantisiert“, entsteht der Eindruck, sie sei nicht mehr das Monstrum, das so viele Jahrhunderte lang mit seiner Macht- und Habgier Not und Elend über Länder und einzelne Menschen gebracht hat. Auch hier kann man nur sagen: „Chapeau bas!“ vor dieser schlauen und wirksamen Strategie. Geändert hat sie an ihrem Machtanspruch gar nichts — und sie macht daraus keinen Hehl, aber aus geheimnisvollen, aber keineswegs zufälligen Gründen sehen die Zeitgenossen vor lauter Bäumen den Wald nicht.6
Erst in der dem Anschein nach „liberalen Zeit“ der Kirche, nach dem Vaticanum II, konnte sie ihren Fuß offen und ungeschminkt in Parlamente (Johannes Paul II. im polnischen Parlament 1999, im Europa-Parlament 1988 und 2002 im italienischen Parlament, Benedikt XVI. 2011 im Deutschen Bundestag, Franziskus 2014 im EU-Parlament und 2015 im US-Kongress) oder gar die UNO setzen (Paul VI. 1965, Johannes Paul II. 1979 und 1995, Benedikt XVI. 2008 und Franziskus 2015).7 
Vor der angeblichen Liberalisierung aber vollzog man 1957/58 auf dem Kapitol in Rom im Konservatorenpalast die Gründung der Europäischen Gemeinschaft in den „Römischen Verträgen“ unter dem riesigen Bildnis Papst Innozenz X.. (...)"







Dienstag, 4. Juni 2019

Trinitätslehre auf dem Prüfstand: Brief XII an Unitarier und Trinitarier - Was ist der Mensch?

Trinitätslehre auf dem Prüfstand: Brief XII an Unitarier und Trinitarier — Was ist der Mensch?


Wer war Jesus? Er nannte sich selbst durchweg „Menschensohn“. Der ben Adam, das Menschenkind, ist im AT immer ein Nachfahre oder eine Nachfahrin Adams und Evas und ganz und gar Mensch. „Menschenkind“ ist kein „Titel“, sondern eine tiefe, sehr tiefe und göttliche Gattungsbezeichnung. Ich möchte dem nachspüren, um der Fragestellung nach bzw der Leugnung der Gottheit Jesu vielleicht etwas näherzukommen, die sowohl Trinitarier als auch Unitarier umtreibt und auf die sie eine eindeutige Antwort suchen:

„Was ist der enosch (der Sterbliche), dass du dich an ihn erinnerst, und der ben adam (das Menschenkind), dass du dich um ihn sorgst?“

So heißt es in Psalm 8,5. Später, in den Prophetenbüchern, wird der Prophet Ezechiel speziell als ben adam angesprochen (beginnend ab Ez 2,1 und insgesamt 87mal). Da er hineingenommen wird in die Verkündigung und das Erdulden der heilsgeschichtlichen Erwartung und das Endgericht, haben manche Theologen geglaubt, „Menschenkind“ wandle sich hier zum messianischen Titel.

Die Idee, ben adam sei ein messianischer Titel, wird von denselben Theologen auch darin als bewiesen angesehen, dass der Prophet Daniel einen bar enasch (aram. Menschensohn) sieht, der hoch zum Thron Gottes geführt wird (Übersetzung nach Buber/Rosenzweig):

„Da, mit den Wolken des Himmels kam einer wie ein Menschensohn (bar enasch), er gelangte bis zum Hochbetagten (atik jomia = „herrlich an Tagen“) und wurde vor ihn gebracht. Ihm ward Gewalt (aram. Schaltan/hebr. schilton — verwandt mit dem Wort „Sultan“, eigentlich bedeutet es „Ordnung“ oder „Regierung“) und Ehre (jekar = Glanz, Ehre) gegeben und Königschaft (aram. Malchu, hebr. malchut — Königtum), alle Völker, Stämme und Zungen dienten ihm: seine Gewalt ist in Weltzeit (hebr. olam), Gewalt, die nie vergeht, und seine Königschaft nie zu zerstören.“ (Dan 7, 13ff)

Der bar enasch (Sohn des Sterblichen) entspricht also dem ben adam (Sohn Adams), aber beides sind die gängigen Bezeichungen für den Menschen im allgemeinen. Es ist nicht ersichtlich, dass es sich um einen gesonderten Titel handele, der nun nur noch einem einzigen Mann zukommt.
Zuvor hatte in der Vision Daniels ein Gericht stattgefunden, in dem sich „das Tier“  und verschiedene weitere „Tiere“ („chaiot“ = Lebewesen) sich in ihrer Gewalt und Macht zugrundegerichtet hatten.
Es gibt also eine „Gewalt“, die ein Ende hat und eine andere Art, die kein Ende haben wird.

Aber auch Ezechiel schaut einen, der wie ein Menschenkind aussieht. Doch diesmal meint er den Allerhöchsten selbst (Übersetzung nach Buber/Rosenzweig, Jecheskel 1,1):

„Ich sah Gottgesichte (hebr. mar’ot elohim = Spiegel/Visionen Gottes)…“

Ezechiel sieht ein gleißendes Feuer, aus dessen Mitte vier Gestalten sichtbar werden. Sie alle haben Menschengestalt (hebr. dmut adam). Es bleibt unklar, ob sie zu viert als eine dmut adam erscheinen oder jeder der vier einer dmut adam gleicht. Es heißt aber zugleich von ihnen, sie hätten das Ansehen von chaiot, also Tieren oder allgemein Lebewesen. Das ist ausgesprochen eigentümlich. Buber/Rosenzweig übersetzen dies folgendermaßen:

„Aus jenes (des Feuers) Mitte vier Lebendiger Gestalt. Und dies ihr Ansehn: Menschgestalt (hebr. dmut adam) an ihnen…“ (V 5)

Die genauere Beschreibung dieser Lebewesen mit Flügeln, Menschenhänden, Kalbsfüßen, aneinandergeheftet gehen sie je in die Richtung, in die ihre Gesichter zeigen — ein paradoxes Bild unendlicher Ausdehnung. Und das Gesicht?

„Die Gestalt ihrer Antlitze aber: ein Menschenantlitz, zur Rechten ein Löwenantlitz, den Vier, von links her ein Stierantlitz, den Vier, und ein Adlerantlitz, den Vier. Ihre Antlitze das, ihre Flügel aber drüberhin ausgespannt.“ (V 10)

Es handelt sich in jedem Fall um eine eigentümliche Mischung aus Menschen- und Tiergestaltelementen. Die vier Gestalten, die doch eine einzige sind, werden begleitet von Feuerrädern, die voller Augen sind (V 18). Dieses Wesen fließt ineinander und strebt auseinander, wohin der Geistbraus (hebr. ruach) es führt. Man denkt unwillkürlich an verschwimmende Formen, die sich auf einer bewegten Wasserfläche spiegeln.

Über diesem hyperdimensionalen Lebewesen ist ein „Gewölb, wie der Anblick des furchtbaren Eises“ (V 22). Das „Gewölb“ (hebr. rakia) ist ein Begriff aus der Schöpfungserzählung. Dort baut Gott ein „Firmament“, eine rakia, die Wasser von Wasser trennt (Gen 1,6). Das, was dieses Gewölbe umfasst, bearbeitet Gott so, dass Land und Meer sich in Areale trennen: es gibt eine Landfläche und ein großes Meer unter diesem Gewölbe (V 9), das fortan auch „Himmel“ genannt wurde (hebr. schamajim).

Ezechiel schaut nun über den vier Lebewesen, die doch eines sind, diese rakia, sie besteht aus oder erinnert an Eis, gefrorenes Wasser. In der Logik der Schöpfungserzählung kann sie nur aus Wasser sein, denn sie sollte Wassermassen der Urflut trennen, bevor irgendetwas anderes Materielles beschrieben wird. Damit sie „firm“ wurde, fest, ist an gefrorenes Wasser zu denken.
Die rakia trennt in Ezechiels Schauung die vier Lebewesen von dem, der darüber ist. Die vier verursachen Geräusche wie „den Hall großer Wasser“ (hebr. kol majim rabbim) und eines Heerlagers (V 24). Dieser „sound“ wird gleichgesetzt mit der Stimme Gottes (hebr. kol schadai).

Oberhalb der rakia, des Gewölbes aus Eis, befindet sich der eigentliche Thron Gottes:

„Oberhalb des Gewölbs aber, das über ihren Häuptern war, anzusehn wie Saphirstein Gestalt eines Stuhls (hebr. dmut kisseh), und auf der Gestalt des Stuhls eine Gestalt anzusehn wie ein Mensch (hebr. dmut ki mareh adam = eine Gestalt wie der Spiegel/die Vision des Menschen), oben drauf … Das war das Ansehn SEINER Erscheinung (hebr. dmut kvod JHWH = die Gestalt der Fülle JHWHs). Ich sah, ich fiel auf mein Antlitz.“ (Ez 1,26f)

Der Prophet schaut hier den Allerhöchsten dmut ki mareh adam, in einer Spiegelgestalt des Menschen. Anfangs hatte er gesagt, er habe mar’ot elohim gesehen, Spiegelvisionen Gottes. Aber von einem Titel ist keine Rede. Der Geschaute hat einen Eigennamen, und er teilt seine Gestalt mit anderen Lebewesen, insbesondere mit dem adam, dem Menschen.

Eine engste, geheimnisvolle Gestalt-Nähe von Gott und Mensch kommt hier zum Ausdruck, aber sie ist nicht auf einen einzigen Menschen oder Erlöser bezogen, sondern allgemein auf den Menschen.

Dem entspricht auch die Fortführung des Psalm 8 in Vers 6:

„Ließest ihm ein Geringes nur mangeln, göttlich zu sein, kröntest ihn mit Ehre und Glanz, hießest ihn walten der Werke deiner Hände. Alles setztes du ihm zu Füßen…“

(Übersetzung Buber/Rosenzweig Psalm 8,5ff)

Man kann es auch so übersetzen: „Du hast ihn wenig geringer als Gott (hebr. elohim) gemacht…“. Angesichts der Ungeheuerlichkeit dieser Aussage übersetzten die Septuaginta Hieronymus vorsichtshalber „elohim“ mit „Engel“: „Minuisti eum paulo minus ab angelis…“. Das Wort „elohim“ meint allerdings, vor allem, wenn es ohne Artikel gebraucht wird, stets den wahren Gott. In der Esoterik wird „elohim“ auch im Sinne höherer Lichtwesen verstanden. Es gibt dafür allerdings keinen alttestamentlichen Anhalt. Das AT kennt auch einen Gebrauch für die heidnischen Götter. Selten wird der Begriff auch einmal für einen von Gott Autorisierten benutzt, meint aber fast durchweg Gott selbst. Wenn er einem Engel oder Menschen zugeordnet wird, dann nur deswegen, weil sich in ihm Gott zeigt. Eine Verwechslung Gottes mit dem, den er autorisiert, geschieht dennoch nicht. Für „Engel“ findet man dagegen an mehreren Stelle im AT die Bezeichnung b’nei elohim (Gottes- bzw Göttersöhne) (Gen 6, 1-4; Job 1-2).
Die Aussage, dass der Mensch nur wenig geringer als Gott sei, korrespondiert der mehrfachen Aussage in der Genesis, dass der Mensch als Mann und Frau „Ebenbild Gottes“ sei.
Gott sagt gleich zu Beginn zu einem „Wir“, sie sollten nun den Menschen ki dmutenu, „wie in unserer Gestalt“ machen (Gen 1,26). So habe elohim den Menschen b’zelem elohim, „im Bilde Gottes“ geschaffen (Gen 1,27). Zelem ist ein „Abbild“, ein „Ebenbild“. Dmut ist „Gestalt“. Der Mensch ist nach Gen 1 also nach der „Gestalt“ Gottes geschaffen und sein „Abbild“.
Dies wird nach der Vertreibung aus dem Paradies bestätigt. Elohim habe den Menschen als Mann und Frau bidmut elohim, „in der Gestalt Gottes“ geschaffen (Gen 5,2).
Es ist dem Autor der Erzählung wichtig, nach allen heilsgeschichtlichen Zäsuren „abwärts“ zu betonen, dass der Mensch dennoch Ebenbild Gottes bleibt.
So wiederholt sich in Gen 9, nach der Sintflut, noch einmal im Bund mit der Schöpfung dieselbe Aussage: Niemand, weder Tier noch Mensch, darf Menschen töten, weil Gott sie b’zelem elohim gemacht habe, „im Bilde Gottes“ (Gen 9,6).
Beide Begriffe, sowohl dmut als auch zelem bedeuten durchweg, dass etwas „aussieht wie“ oder „ein Spiegel-Bild/eine Vision von“ ist. Der Begriff „mar’eh“ (s.o.) drückt etwas Ähnliches aus.

Die Lesart der Septuaginta und Vulgata, Gott habe den Menschen nur wenig geringer als die Engel gemacht, korrespondiert möglicherweise der Vorstellung, dass das „Wir“, das in Gen 1,26 Menschen schafft, eine Einheit von Gott und Engeln meinen könnte. Diese Lesart würde voraussetzen, dass Gott Engel an der Erschaffung des Menschen beteiligt hätte und der Mensch — wie die Engel auch — Gottes Abbild sei, wobei die Engel hier Gott und seinem Abbild dienen und nicht der Mensch den Engeln dienen soll.
Dieses Verständnis findet sich weitergesponnen in verschiedenen gnostischen Lehren, die meinen, dass der Mensch von archontes geschaffen worden sei, die aber vom wahren Gott abgefallen seien (zB in der Nag Hammadi-Schrift „Über das Wesen der Archonten“). Oder aber der Mensch sei von einem „Demiurgen“ geschaffen worden, der ein böser Gott sei und den Verlust der Göttlichkeit beim Menschen verantworte.
Es ist an dieser Stelle Vorsicht geboten: solche Ideen finden sich im AT nicht. Sie sind erst später hinzugekommen. Über die Frage der Herkunft der Gnosis besteht unter den Theologen und Philosophen Uneinigkeit. Manche glauben, dass sie erst mit dem Christentum entstanden sei, manche nehmen heidnische Vorläuferphilosophien an. Manche Hinweise im NT lassen jedoch hellenistische und gnostische Ideen anklingen, die sich so ebenfalls im ganzen AT, außer vielleicht den hellenistischen Spätschriften, nirgends finden. Etwa weist die Stelle in 1 Kor 11,7  auf hellenistische, neuplatonische Philosophien, die die Frau als Abglanz oder Abbild des Mannes deklarieren, dies aber in einem emanativen „Abglanzmodell“ von Gottvater über den Christus und den Mann bis hinunter zur an der Schlussstelle rangierenden Frau tun. Während der Mann eikon (Bild) und doxa theou (die überweltliche Herrlichkeit Gottes) darstelle, stelle die Frau nur die doxa andros dar (die Herrlichkeit des Mannes). Dieser Satz steht im Widerspruch zu Gen 1 und 2 und hat dazu geführt, dass man in der Kirche behauptet hat, die Frau sei kein direktes Abbild Gottes, sondern bilde den Mann ab (Decretum Gratiani, Hugo von Pisa, Thomas von Aquin u.a.). Er kann nur vor dem Hintergrund neuplatonischer Emanationslehren verstanden werden und ergäbe sonst überhaupt keinen Sinn. Es spricht vieles dafür, dass solche Stellen entweder nicht die Meinung des Paulus widerspiegeln, sondern nur von ihm referiert werden, oder aber später den Briefen zugefügt wurden. Das gewichtigste Gegenargument ist aber die Verheißung an die Frau, dass aus ihrem Samen der kommen würde, der den Samen der Schlange überwinden und zertreten würde (Gen 3,6). Der Mann ist hier ausgeschlossen. Wenn aber der ben adam, der den Kopf der Schlangenbrut zertreten wird, ausschließlich Nachkomme der Frau und nicht des Mannes ist, das NT uns an vielen Stellen darüber belehrt, dass er ein sündloser Mensch und vollkommenes Abbild Gottes sei, dann ergibt eine Sicht auf die Frau, die selbst kein Abbild Gottes ist, keinerlei Sinn: wie sollte dann ausgerechnet aus der Frau dieser vollkommene Mensch kommen, nicht aber aus dem Mann? Das hellenistische Judentum pflegte diese Stelle metaphorisch zu verstehen: die Frau ist Israel oder es sind die Kinder Gottes. Das NT stellt uns aber dann tatsächlich eine Jungfrau vor Augen, Maria, die ohne Zutun des Mannes in der Kraft Gottes den vollkommenen ben adam hervorbringt. Wenn sie nur abbilden kann, was sie vom Mann hat, wäre dieser Vorgang unmöglich gewesen. In 1 Ko 11 wird mithilfe dieser Stelle eine Hierarchie begründet, die unbeholfen und angesichts der Schöpfungserzählung widerspenstig wirkt, die an anderen Stellen auch im NT aufgegriffen wird, hier allerdings anhand der Tatsache, dass nach Gottes Ordnungen der Mann Vater und Mutter verlässt, um seiner Frau zu folgen und nicht etwa umgekehrt. Erst der Fall des Menschen kehrt dieses Modell um und hat zur Folge, dass der Mann sich hierarchisch über die Frau stellt. Ebenso geben die Worte Jesu nicht her, dass er sich über die Menschen stellt. Er spricht nach seiner Auferstehung von seinen „Brüdern“.
Ähnlich abwegig wirkt die Argumentation in Röm 13, die jede weltliche Macht als diakonos theou, als „Diener Gottes“ verabsolutiert, der man nicht nur äußerlich, sondern im Gewissen unterwürfig zu Gefallen handeln solle, weil sie stets das Gute belohne und das Böse bestrafe.
Das alles steht in krassestem Widerspruch zum AT, und bereits die Kirchenväter hatten große Mühe, damit umzugehen, entschieden sich aber sehr gern für die angeblich paulinische Version… das war im aufsteigenden Staatskirchentum politisch jedenfalls korrekter…

Wir sehen jedenfalls, dass das NT nicht frei von hellenistischer Ideologie ist und die Frage, wer alles an der Erschaffung des Menschen beteiligt war, nicht klar ist. Eines ist jedoch klar: Mann und Frau sind gleichermaßen Abbild Gottes — so wird es in der Genesis mehr als einmal ausdrücklich gesagt. Was immer im NT dazu steht, muss sich damit konfrontieren.
Wir wissen allerdings aus Gen 1, dass Gott sowohl den Erdboden als auch das Meer beteiligte an der Erschaffung der Tiere und Pflanzen (Gen 1,24ff). Auch wenn es immer wieder heißt, er allein habe alles geschaffen, ließ er sich doch dabei helfen oder gab einen Schaffensauftrag weiter. Nicht zuletzt erhielt der Mensch als Mann und Frau den Auftrag, weitere Menschen hervorzubringen bis zum heutigen Tag. Aber weder die Mutter Erde noch das Meer noch der Mensch sind deswegen „der“ Schöpfer oder gar Gott.
Es ist also keineswegs abwegig, auch Engel beteiligt zu sehen, wo doch auch sonst bei allen wichtigen heilsgeschichtlichen Stationen Engel schaffend oder verkündigend mitwirken (als „Engel des Herrn“, zB am brennenden Dorbusch, beim Auszug aus Ägypten, auf dem Sinai, als „Gabriel“ bei der Entstehung Jesu im Mutterleib etc.).
Wenn man annimmt, dass ihr Auftrag war und ist, sowohl Gott als auch seinem Abbild als mächtiger Beistand zu dienen (aber nicht in einem knechtischen Sinn!), ist es vorstellbar, dass ein Teil der Engel dies nicht wollte und die Misere der menschlichen Schwächung mit einer Auseinandersetzung zwischen Gott, Engeln und den beiden Urmenschen zusammenhängt.

Aus der Stelle in Gen 1,26 zu schließen, dass mehrere wesensgleiche Gottpersonen den Menschen erschaffen haben, ist jedenfalls unplausibel und im Schrifttext wirklich überhaupt nicht zu finden. Es ist ohne jeden Beweis aus dem Text oder anderen Schriften, die dies aussagen würden, hineininterpretiert. Dass Jesus kein Engel war, sagt uns dagegen der Hebräerbrief — er war und blieb ben adam und Engel dienten ihm, ebenso wie Dämonen sich vor ihm fürchteten und den Dienst verweigerten.
Wenn der Mensch „Abbild Gottes“ ist, dann kommt dem Menschen ursprünglich ein göttlicher Status zu. Es ist von daher nicht abwegig, wenn er in einem schwächeren Sinne auch als „Gott“ oder „göttlich“ aufgefasst wird. Dafür spricht auch die Bemerkung in Psalm 8.

Wenn mancher dieses „Wir“ aus Gen 1,26 mit dem
Johannesprolog in Verbindung bringt und davon ausgeht, dass der dort in V 1 genannte logos Jesus Christus sein müsse, dann hat derjenige auch dafür keine guten Argumente, die sich aus dem Text selbst ergäben. Dass im Anfang der logos war und durch ihn alles erschaffen wurde, dann liegt es erst einmal nahe, dies so zu verstehen, wie es dasteht: dass nämlich der ganze Sinnzusammenhang und Plan dessen, was ist, bei Gott ist und immer schon war vor aller Zeit. Mit gar keinem Wort ist dort ausgesagt, dass dieser logos ein zweiter Gott oder ein Mensch, aber auch nicht ein Engel sei. Das hat man später hineingelesen, obwohl der Textbefund dafür nicht ein einziges Wort hergibt. Metaphern in der Weisheitsliteratur, die „Frau Sophia“ als Frau, die immer schon vor Gott spielte, vorstellen, sind als Metaphern aufzufassen oder aber als Phänomene, die dennoch nicht ohne triftigen Grund mit dem Christus identifiziert werden können.
Auch der Johannesprolog hat hellenistische Anklänge, aber nirgends wird behauptet, Jesus Christus habe die Welt oder den Menschen geschaffen.

Die Beschreibung des Menschen als „nur wenig geringer als Gott“ in Psalm 8, dem Gott „alles unter seine Füße getan hat“, dort als allgemeine Beschreibung des Menschen, betrifft offenkundig alle b’nei adam. Es erinnert an das, was im NT aufgrund anderer Psalmaussagen dem ben adam Jesus speziell zugesprochen wird: Gott habe ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. Jesus sagt dies selbst von sich (Mt 28,18). Und alles, schreibt Paulus, habe Gott „ihm unter die Füße getan“ (1. Kor 15,20ff). Dem Christus Jesus werden hier all die Attribute zugesprochen, die im allgemeinen dem Menschen zukommen sollten. Als Erster ben adam der Entschlafenen, der auferweckt wurde, kommt ihm auch zuerst wieder das zu, was allen b’nei adam zugedacht war. Er stellt also den Menschen als vollkommenes Abbild Gottes als Erster wieder dar und ist insofern in jedem Fall auch ein Gott bzw göttlich.
Aber Wesensgleichheit mit dem Vater kann man spekulativ nicht einfach annehmen. Das hieße, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen und suggeriert die irritierende heidnische Vorstellung eines Mischwesens, das durch Gott mit einem Menschen gezeugt wurde. Wie ich bereits in einem anderen Brief darlegte, ist hinsichtlich Jesu erst mit seiner Auferweckung von einer Zeugung die Rede. Die Entstehung Jesu aus Maria wird nicht mit einer regelrechten „Zeugung“ verknüpft. Maria erhält enorme Kraft Gottes, wird aber zugleich von diesem Geist Gottes „umschattet“. Es entsteht in keiner Weise der Eindruck, dass Gott hier physisch „zeugt“, sondern dass er (er)schafft. Es bleibt ein Geheimnis, was sich hier abgespielt hat, weil kein Mensch sich vorstellen kann, was Gott als Schöpfer tat. Wir wissen auch als Mütter und Väter, obwohl wir unsere Kinder gezeugt haben, nicht, was Gottes Werk an uns genau getan hat. Wie viel mehr bei Maria!

Die Beziehung zwischen Gott und seinem Abbild im Menschen bleibt aber auch in einem undurchdringlichen Geheimnis, sagt uns aber der zukünftigen Richtung nach, wer wir sind oder wieder sein dürfen durch Jesus Christus.

Es träfe, wenn man die Sache so ansieht, zu, dass Jesus Gott oder göttlich ist, ganz einfach deswegen, weil er ganz und gar ben adam ist, der dmut elohim, in der „Gestalt Gottes“ oder b’zelem elohim, „im Bilde Gottes“ ist und als solcher der erste derer, die Gott aus dem Tod auferweckt und umgestaltet hat zu seinem vollkommenen Abbild.

Mancher wird einwenden wollen, dass aber doch Jesus Christus auch stets als „Sohn Gottes“ bezeichnet wird.
Dazu kann man folgendes antworten:
Er selbst nennt sich so nicht. Der Engel Gabriel kündigt ihn Maria, seiner Mutter, an als einen, der „Sohn des Allerhöchsten genannt werden“ wird (Lk 1,32). Bei der Taufe im Jordan schwebt der Geist Gottes wie eine Taube herab und bekennt sich zu diesem Mann Jesus als seinem „lieben Sohn“. Dasselbe Bekenntnis geschieht auf dem Tabor (Mt 3,17; Mt 17,5). Ein römischer Wachmann erkennt den Gekreuzigten und Scheidenden als „wahrlich Gottes Sohn“ (Mk 15,38).
Es finden sich noch zahlreiche andere Zeugnisse dafür, dass sowohl Gott als auch Menschen in Jesus den „Sohn Gottes“ bezeugten.

Nur stellt sich eine Frage: was verstanden sie darunter? Was meinte denn etwa der heidnische römische Soldat, der wohl kaum ein gelehrter Hellenist oder Pharisäer war, sondern ein einfacher, heidnischer Römer?
Kann man dies nicht ganz schlicht verstehen: „Sohn Gottes“ ist einer, in dem die tiefe, tiefe Gestaltabbbildlichkeit zwischen Gott und Mensch sichtbar und erkennbar wird?
Jesus selbst beschrieb als „Kinder Gottes“ solche, die Frieden stiften (Bergpredigt, Mt 5,9). Johannes schrieb, „Kinder Gottes“ seien wir jetzt schon, auch wenn es noch nicht offenbar ist. Der „Same Gottes“, den er geistig versteht, wirke in uns und mache uns zu seinen Kindern. Er schreibt die ungeheuerlichen Worte:

„Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1. Joh 3,2) 

Wir werden ihm — also Gott! — gleich sein und ihn sehen „wie er ist“!? Das ist atemberaubend! Aber es stellt diese enorme Nähe zwischen Gott und Mensch vor die geistigen Augen. Und: Zu keinem Engel hat Gott je dergleichen gesagt.
Und dies obwohl auch sie im AT gelegentlich als b’nei elohim bezeichnet werden (s.o.).
Paulus spricht davon, dass wir einen „Geist der Kindschaft“ empfangen hätten, der uns Gott als „Papa“ (aram./hebr. abba) ansprechen lässt (Röm 8,14f). Der Geist Gottes selbst bezeuge uns, dass wir seine Kinder sind.
Manche fassen diese Worte in einem infantilen Sinn auf: da oben ist der Herrschervater und wir sind die unmündigen Kinder, die Kleinen, ewig am Rockzipfel Hängenden. Das widerspricht aber der Beschreibung im Römerbrief ebenso wie anderswo im NT.
Genauso wie irdische Eltern sehen wollen, wie ihre Kinder groß werden und ihnen gleich werden, vielleicht ihre Geschäfte weiterführen in Kraft und Stärke, genauso will Gott das vom Menschen. Es ist die „Freiheit der Kinder Gottes“, von der Paulus spricht.

Ich gebe zu, dass ich mit den Gedanken kaum wage, das alles wirklich zu denken, weil ich mich ja nicht vermessen will. Aber das ist es, was da steht: die Menschen sind zur Göttlichkeit berufen. Angesichts dieser Berufung zu sagen, Jesus sei „nur“ ein Mensch, ist nicht richtig. Jesus ist der Mensch schlechthin und damit göttlich, so wie Gott es dem ben adam zugedacht hat und nach und nach für viele von uns wie eine Ernte einfahren wird.

Noch eines sei zu den vier merkwürdigen Tier-Mensch-Wesen gesagt, von denen bei Ezechiel die Rede war. Wir erinnern uns: sie wurden als Wesen dargestellt, die wie Tiere aussahen, aber auch in Gestalt eines Menschen erscheinen. Es ist der ruach, der sie treibt, so wie jeder Mensch, der aus dem Geist gezeugt/geboren ist, wie Jesus es dem Nikodemus erklärt (Joh 3,1ff).
Es sind vier geheimnisvolle Lebewesen. Man denkt an Engel oder an Götter, die aber vollständig im Einklang mit dem Allerhöchsten stehen, sonst würden sie nicht vom Geist getrieben. Bei der Vierzahl unter der rakia, der Himmelsfeste aus Eis, denkt man spontan an die vier Himmelsrichtungen. Aber die Mischgestalt zwischen Tier und Mensch erinnert auch spontan an heidnische Götterbilder: Sphingen, ägyptische Göttergestalten mit Tierköpfen etc. Man kann nun natürlich auf dem Standpunkt stehen, dies seien alles Trugbilder der Heiden. Vielleicht sind es aber keine Trugbilder, sondern eher Verzerrungen von Wirklichem? Die „Myriaden von Myriaden“, die Daniel schaut, die vor IHM, dem Allerhöchsten stehen, sind reale und himmlische Lebewesen. Die Bilder der Heiden sind genauso real, aber Verzerrungen und vielleicht Anbetungen widerspenstiger und hochfahrender Geister, vielleicht eine Mischung aus verkehrtem und Rechtem, aber es gibt keine Wahrheit in der Lüge, auch wenn die Wahrheit in der Lüge segmentiert und fragmentiert schlummert. Auch die bösen Geister, heißt es, glauben und zittern (Jak 2,19). Es ist interessant, dass Jakobus an dieser Stelle einem Unitarier über den Mund fährt:

„Du glaubst: Es gibt nur den einen Gott. Damit hast du recht; das glauben auch die Dämonen und sie zittern.“

Vor diesem einen Gott kann man nicht Glaube und Werke segmentieren, genauso wie man nichts anderes fragmentieren darf in seiner heiligen Gegenwart. Ja, er ist einer, aber er ist umgeben von z’waot, von Heerscharen, von Myriaden und spiegelt sein Wesen und seine Gestalt in so vielen Menschen, die so zahlreich sind wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer, zuerst aber in Jesus Christus.


Mittwoch, 8. Mai 2019

Warum soll der Kohlenstoff verschwinden?

Warum soll der Kohlenstoff verschwinden?

In meinem vorigen Artikel meldete ich meine Zweifel an der wissenschaftlichen Sinnhaftigkeit und Ehrlichkeit der klimapolitischen Agenda der UNO, der EU und insbesondere unserer Regierung an, über die sich angeblich alle Forschung „zu 97%“ einig sei.
Es ist nicht schwer, diese Propaganda zu entlarven, sobald man nur einen Zipfel der medialen Decke hebt, die man über uns wirft. Dass sich Soziologen, Politologen, Psychologen, Germanisten und Pädagogen (die im IPCC die Mehrheit stellen) darüber einig sind, mag ja sein. Aber diejenigen, die qualifiziert sind für das Thema, die sich lebenslang mit der speziellen Forschung zum Klima in verschiedenen Naturwissenschaften befasst haben, weisen ein erheblich anderes Bild auf.

Das Vorschicken von unwissenden Kindern und Frauen, die nun diese jahrelang durch die Mächtigsten propagierten politischen „Klimaziele“ auf Pappschildchen kleben, sich dirigiert in eine apokalyptische Panik hineinsteigern, ist der Gipfel des Zynismus.
Der inszenierte Jugendplebiszit soll nun im Schulterschluss mit der Macht die kritische Reflexion der noch verbliebenen kritischen Zeitgenossen mattsetzen und der Regierung freie Hand für alle möglichen Einschränkungen und Steuern geben, die uns, nicht die Mächtigen treffen werden. Kinderheilige waren in allen harten Auseinandersetzungen der Neuzeit der letzte und wirksame Joker. Eigentlich sind es die immer gleichen alten Manipulationsmethoden.

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass das Militär der großen Mächte über Wettermanipulationsmethoden verfügt, die apokalyptische Ausmaße angenommen haben. DAS sollte uns allen Angst machen! Dagegen sollten wir auf die Straße gehen! Nicht gegen unsere eigene Freiheit aufstehen, sondern gegen diese unheimlichen und skrupellosen Mächtigen sollten wir uns wehren!
Man erzeugt Erdbeben, Stürme, Tsunamis, hantiert schon seit dem 2. Weltkrieg mit hochgefährlichen, chemischen und elektromagnetischen Waffen und optimiert ihre Technologie. Wer das Problem benennt, wird als „Verschwörungstheoretiker“ abgetan. Dabei ist das alles gar kein Geheimnis, und jeder kann leicht recherchieren, was hier vor sich geht — allerdings sollte er sich dabei nicht auf ARD und ZDF, den Relotius-Spiegel oder die Bundeszentrale für Politische Bildung verlassen. Vor allem sei jedem empfohlen, wissenschaftliche Bücher zu lesen, die in jeder Instituts-, Uni- oder Landesbibliothek zu haben sind. Wie wäre es, die vielen Stunden vor dem postmodernen Volksempfänger mit sinnvollerer und neutraler, unabhängiger Informationsaneignung zu verbringen? Noch hindert uns niemand daran…

Man erzeugt Dürren und Überschwemmungen, bringt am Himmel für diese Manipulationen hochgiftige Chemikalien aus, wendet diese Methoden seit Jahrzehnten in all den illegalen Kriegen an, in denen auch Deutschland mit rotgrüner Hilfe seit 1999 wieder aktiv mitkämpft, was ich ablehne, und lässt uns glauben, die spürbaren Folgen dieser Handlungen lägen nur daran, dass wir Auto fahren oder eine kleine Bäckerei betreiben. Das böse Kohlendioxid sei schuld. Dabei weiß jeder Kleingärtner, dass CO2 das Pflanzenwachstum anregt und begast seine Gewächshäuser damit. Wenn CO2 fehlt, geht das Pflanzenwachstum zurück. Die ganze Fauna, auch in den Mikroorganismen gast CO2 aus, das ist und bleibt natürlich und ist weder giftig noch ein Problem. Genau das sagen uns auch alle, die sich wissenschaftlich unabhängig und als Naturwissenschaftler damit befassen. Jedes Kefirgetränk funktioniert nur so, unsere Organismen funktionieren so, die Pflanzenwelt greift dies auf und benötigt es für ihr Wachstum. Sie gibt wiederum Sauerstoff ab, den wir anderen Organsimen brauchen: es ist im Prinzip alles ausgeruht. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre ist allerdings sehr, sehr gering. Derzeit liegt er bei 0,04%. Ich sagte es schon. Und das ist nicht eine Meinung der „Klimaleugner“, sondern der offizielle Wert, den auch der Mainstream nicht leugnet — so herum wird ein Schuh draus.

Was also immer hier gerade los ist: das CO2 ist das am meisten diskriminierte Geschöpf auf Erden.

In meinem vorigen Text wies ich darauf hin, dass die Erde ein hochkomplexer Organismus ist, dessen Klimaphänomene nicht statisch sind, sondern sich in großräumigen Zyklen wandeln. Das ist natürlich und kein Grund zur Sorge. Die großräumigen kybernetischen Systeme sind überhaupt noch nicht erforscht.

Grund zur Sorge geben dagegen die Eingriffe in das regionale Wetter. Man spricht von „Geo-Engeneering“. Und nein: das ist keine „Verschwörungstheorie“! Nicht einmal der Mainstream leugnet ab, dass hier ungeheuerliche Eingriffe in die Natur geschehen. Aber nicht durch Dich und mich, die wir atmen, heizen oder Motoren laufen lassen! Das ist im Kosmos ziemlich bedeutungslos oder klein, was wir tun.
Man animiert Dich nur dazu, Dich in Deiner Bedeutungslosigkeit und Ohnmacht wichtig zu nehmen, um Dich mit Deiner eigenen, narzisstisch aufgestachelten Zustimmung vollends zu entrechten. „O ich Klimasünder, heilige Greta bitte für uns!“ Man entblödet sich nicht, furzende Kühe auf der Weide von wegen Methan oder brüllende, windelnverbrauchende Babys für Klimaprobleme zu halten. Genau, das wird es sein — das Leben selbst ist schuld, Hilfe! (https://www.morgenpost.de/politik/article211289147/Klima-Studie-Warum-Babys-die-groessten-Klima-Killer-sind.html)
Und irgendwelche Frauen rufen zur Rettung des Klimas zur Kinderlosigkeit auf. Wie tief wollen wir noch sinken?
Bedenke bitte, dass es trotz allem auf Deine aktive oder passive Zustimmung ankommt. In dem Moment, in dem Du dazu die Zustimmung zu diesem himmelschreienden Blödsinn verweigerst, bewirkst Du mehr als Du ahnst!

Mancher mag sich gesagt haben, als er meinen Greta-Artikel gelesen hat, er nehme aber doch Veränderungen wahr im „Klima“. Ich antworte darauf: Ja, Du nimmst Veränderungen wahr, aber nicht im „Klima“, denn das kann ein Mensch nicht alleine in seiner Lebenszeit. Er kann allenfalls ungewöhnliche Erscheinungen des Wetters erleben. Über den Unterschied der Begriffe „Klima“ und „Wetter“ bitte ich, sich selbst schlau zu machen. Ob aber das, was wir in unserer Wetterwahrnehmung erleben, natürlich ist oder eine Waffe gegen uns, das können wir nicht beurteilen ohne genauere Hintergründe zu wissen.
Nun ist es in der Natur der Dinge, dass das Militär und die Geheimdienste uns nicht auf Pressekonferenzen mitteilen, was sie im einzelnen alles so treiben. Und nein: das ist auch keine Verschwörungstheorie! Das ist gesunder Menschenverstand!

Man muss also anders fragen:

Offenkundig besteht diese politische Agenda der Mächtigen u.a. darin, das Element Kohlenstoff zum Verschwinden zu bringen oder sehr weit abzusenken, will man doch systematisch alle fossilen Verbrennungsstoffe reduzieren oder ganz aus dem Verkehr ziehen, um das CO2 zu reduzieren, das angeblich so „klimaschädlich“ ist, obwohl wir wissen, dass ohne dieses Molekül die Pflanzenwelt erheblich reduziert werden wird.
Es sind Dürren, Hunger, Desertifizierung zu erwarten, wenn wir, obwohl die Erde sich in eine Warmzeit bewegen will, das CO2, das natürlicherweise ansteigen würde, zurückdrängen.

Wenn das so ist, müsste man fragen: Was soll das? Warum will man das? Warum will man so verbissen diese Decarbonisierung? Dass die Decarbonisierung ein wichtiger Aspekt im Rahmen eines größeren innenpolitischen, geopolitischen und militärischen Programmes sein könnte, liegt nahe. Aber welches?

Die EU jedenfalls nennt die „Decarbonisierung“ in einem Atemzug mit der „Digitalisierung“.

„Der Vorschlag der Kommission zielt darauf ab, die Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastrukturen besser zu verzahnen, um die Dekarbonisierung und Digitalisierung der EU-Wirtschaft schneller voranzubringen.“

Es soll alles „elektrifiziert“ werden. Dem Verbraucher soll keine Möglichkeit unabhängiger Energiegewinnung mehr zur Verfügung stehen. Er soll vollständig an den Tropf dieser Elektrifizierung und Digitalisierung gehängt werden. Das ist das eindeutige innenpolitische Ziel. Am Ende zieht man noch jede Wachskerze ein, damit wir uns nicht mehr selbst Licht machen, wenn uns die Mächtigen den Strom aus irgendwelchen Gründen  abschalten. Vor Weihnachten 2018 hat man uns ja bereits schon wieder als schwere Sünder gemaßregelt, weil wir am Weihnachtsbaum oder auf dem Adventskranz immer noch Kerzen abbrennen — die sind natürlich auch schwerst klimaschädlich.

„Für den kommenden Zeitraum 2021-2027 schlägt die Kommission vor, die ökologische Dimension der Fazilität „Connecting Europe“ auszubauen, sodass sie mit 60 % ihrer Mittel zu Klimaschutzzielen beiträgt. Damit sollen die Energieunion gestärkt, die Einhaltung der Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzübereinkommen unterstützt und die globale Führungsrolle der EU bei der Bekämpfung des Klimawandels unterstützt werden.“

Aha — und wofür dieser ganze Aufwand. So richtig nachvollziehbar ist das ja nicht…
Und man verschweigt uns nicht, dass all dieser Aufwand die zivile Effizienz mit der militärischen verzahnen soll:

„Zudem soll die Fazilität „Connecting Europe“ erstmals Verkehrsinfrastrukturen für eine zivile und militärische Doppelnutzung mit 6,5 Mrd. Euro unterstützen. Ziel soll insoweit sein, das europäische Verkehrsnetz an militärische Erfordernisse anzupassen und auch die militärische Mobilität in der EU zu verbessern. Damit soll ein Beitrag zu einer vollwertigen Verteidigungsunion bis zum Jahr 2025 geleistet werden, die zu den politischen Prioritäten der amtierenden Kommission gehört. Der nun vorliegende Kommissionsvorschlag folgt einer „Gemeinsamen Mitteilung“ vom November 2017 und einem Aktionsplan vom März 2018.“


Sieh einmal einer an… Nachtigall, ick hör dir trapsen…

Woher all dieser „Strom aus der Steckdose“ kommen soll, sagen uns die Propagandisten der panischen und undurchdachten Energiewende nicht. Die angeblich „erneuerbaren“ Energien sind weder gut genug ausgebaut noch speicherfähig, bergen selbst massive ökologische Probleme in sich, die immer bekannter, aber tabuisiert werden. Über die gefährlich unsichere Energieversorgungslage wird durchaus offen gesprochen, wie etwa letztes Jahr bei der Münchener Sicherheitskonferenz. (https://www.securityconference.de/news/article/unsichere-zeiten-fuer-die-energiesicherheit-bericht-vom-ons-summit-in-stavanger/)

Es wäre also jedem Zeitgenossen möglich, nicht hoffnungslos manipuliert zu werden, wenn er sich abwendete von der Verdummung durch die Leitmedien, und den handfesten, wissenschaftlichen Büchern und originalen Nachrichten der Institutionen wachsam und kritisch zuwendete.
Was muss man tun, um endlich in der unabhängigen Denkwelt anzukommen?
Anstatt vor dem Volksempfänger abzuhängen oder auf seinen Smart-Apps „Nachrichten in einfacher Sprache“ fürs dämliche Volk wiederzukäuen, endlich seine selbstverschuldete Unmündigkeit überwinden!
Die Kinder zu kritischem Denken ohne den Gehgips der offiziellen Propaganda anhalten, anstatt sie alberne Pappschildchen mit Muttis Wohlgefallen herumtragen zu lassen….
Ohnmachtsgefühle sind fehl am Platz!
Ein Mensch, der sich das unabhängige Denken nicht nehmen lässt, ist niemals ohnmächtig. Aber er muss den Mut haben, sich dem Gegenwind auszusetzen, der dann einsetzt. Aber wir sind eine bequeme, feige Herde… es ändert sich einfach nichts…
Oder doch endlich?