Sonntag, 17. April 2022

Das Himmelsgewölbe Rakia

 

Das Himmelsgewölbe Rakia


Rosette "Regenbogen" von Hanna Jüngling  2022

Nach der Schrift gibt es keinen Himmel im Sinne eines offenen Weltalls. Es gibt aber auch keinen rein geistigen, von allem Physischen abgehobenen Himmel, wie er neuzeitlich von fast allen Christen angenommen wird. Der Himmel heißt im AT schamajim und kann als eine Dualform aufgefasst werden und ließe damit einen Doppelhimmel anklingen. Manche meinen, es sei eine Verbindung aus esch (Feuer) und majim (Wasser) und bedeute so einen unbestimmten Mehrfachhimmel. Im Begriff schwingt in jedem Fall mit, dass der Himmel einerseits für uns von unten her sichtbar ist, aber ein Darüber hat, das wir nicht sehen können und das hineinreicht in den Sitz des Allmächtigen. In der Vorstellung, dass der Himmel eine Verschmelzung von Feuer und Wasser sei, eine manifeste contradictio in adiectio oder sogar eine coincidentia oppositorum, kommt zum Ausdruck, wie sehr er ein Geheimnis auch im Physischen ist und bleiben muss.


Den Himmel, den wir materiell über der Erde wahrnehmen, nennt das AT rakia. Das Nomen rakia kommt vom Verb raka und bedeutet befestigen, zerstampfen, hämmern, breitschagen (iS des (Metall-)Treibens). Es ist daher vollkommen klar und unzweideutig, dass mit dem Himmelsgewölbe eine Feste, ein firmamentum, ein irgendwie gehämmertes oder aus festem Material über dem Erdboden ausgebreitetes Ding gemeint ist. Die rakia ist Trennwand zu den Wassern über ihr, aber auch weiteren Himmeln und Sichtfenster zwischen den Welten in vieler Hinsicht. Gott, der über dem Norden, dem Nabel der Welt, der axis mundi, mit seiner Ratsversammlung auf dem in der rakia befestigten Weltenberg thront, sieht auf seinen Erdenkreis (Jes14,13f). Die Menschen spüren in den Leuchtkörpern am Firmament etwas von dem, was darüber ist, es sind Zeichen der z‘waot, der Heerscharen, und der kommenden Welt, in der Himmel und Erde wieder vereint sein werden.


Im Begriff der schamajim könnte man auch die Wörter schem und majim vermuten. Ein schem ist ein Name, ein Gedächtnisgegenstand oder Denkmal, auch ein Zeichen des Ruhmes oder der Erinnerung an ein Ereignis. Die Scheidung zwischen den Wassern als ein solches Denkmal oder Zeichen verstanden, das verfremdet auch in der Exodus-Erzählung wieder kehrt (Ex14), wo Gott die Wasser des Schilfmeeres voneinander schied, würde erahnen lassen, dass es mit diesen Wassern und dem tehom, dem Urwirbel aus Gen1,2, etwas auf sich hat, das Gott nun in andere Bahnen lenkt. Schamajim würde so als schem majim gedeutet, ein Denkmal der Wasser benennen. Die rakia ist das erste Schöpfungswerk im Schrifttext, das Gott förmlich selbst und neu herstellt, was auch aus seinem Verbstamm hervorgeht, der ein aktives und schweres Hämmern meint, und anschließend mit dem Namen schamajim versieht. Zwar benennt er auch Tag und Nacht, Erde und Meer, aber von jenen heißt es nicht, dass er sie machte, selbst erzeugte (asah). Bei jenen hieß es nur, sie sollten werden (hajah bzw hawah). Wieder in Verbindung mit asah hören wir von der Erschaffung der Himmelskörper, die Gott anschließend aber nicht benennt (Gen1,16f), und der Landtiere, die zuvor auf Geheiß Gottes von der Erde hervorgebracht werden. Die Seetiere und Flugtiere entstehen dagegen in Zusammenhang mit dem Begriff bara (erschaffen) (V20ff). Eine Benennung der vielen lebendigen Tiere geschieht später durch den adam (Gen2,19f). Bei der Erschaffung des Menschen werden beide Verben, bara und asah, eingesetzt: Gott erschafft und macht (Gen1,26), formt (jazar) direkt mit seinen Händen den Menschen (Gen2,7) und nennt ihn als männlichen und weiblichen Menschen adam (Gen5,2).

Festhalten will ich, dass die rakia und der adam die beiden Schöpfungswerke sind, die Gott mit seinen Händen nicht nur ausdrücklich macht bzw formt, sondern auch mit einem Namen versieht.


Genauere Aussagen über die rakia finden sich einige, verbunden mit dem Begriff der schamajim. Es verwundert, dass Christen das weder wahr- noch ernstnehmen. Ich möchte das nachholen und allen mahnend vor Augen halten:



1. Die rakia – Belegstellen und Beschreibung


Zunächst möchte ich hier eine Zusammenstellung der Belegstellen und ihrer Aussagen bieten:


Gott sprach:/ Gewölb (rakia) werde inmitten der Wasser/ und sei Scheide von Wasser und Wasser!/ Gott machte das Gewölb/ und schied zwischen dem Wasser, das unterhalb des Gewölbs war und dem Wasser das oberhalb des Gewölbs war./ Es ward so./ Dem Gewölb rief Gott: Himmel (schamajim)! (Gen1,6-8)


Gott sprach: / Leuchten seien am Gewölb des Himmels, zwischen dem Tag und der Nacht zu scheiden,/ daß sie werden zu Zeichen, so für Gezeiten so für Tage und Jahre,/ und seien Leuchten am Gewölb des Himmels, über die Erde zu leuchten!/ (…) Gott gab sie ans Gewölb des Himmels (…). (Gen1,14f+17)


Gott sprach: / Das Wasser wimmle, ein Wimmeln lebenden Wesens, und Vogelflug fliege über der Erde vorüber dem Antlitz des Himmelsgewölbs! (Gen1,20)


Kannst du mit ihm die Lüfte breithämmern (tarkia immo lischchakim chasakim) ,/ sie wie einen gegossenen Spiegel festen? (Job37,18) (Hier wird der Begriff schachak für Himmel, Lüfte, Wolken, das Adjektiv chasak für fest, stark verbunden mit dem Verb raka für breithämmern)


Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,/ die Tat seiner Hände meldet das Gewölb. (Ps19,2)


Preiset Gott in seinem Heiligtum,/ preiset ihn am Gewölb seiner Macht (birkia uso)! (Ps150,1)


Gestalt aber war über des Lebendigen Häuptern,/ ein Gewölb, wie der Anblick des furchtbaren Eises (ke‘ein hakerach),/ über ihren Häuptern gestreckt oberhalb./ Unter dem Gewölb waren ihre Flügel gerade (…) Ein Stimmhall geschah oberhalb des Gewölbs, das über ihren Häuptern war,/ wann sie nun standen,/ ließen sie niederhangen ihre Flügel./ Oberhalb des Gewölbs, das über ihren Häuptern war,/ anzusehn wie Saphirstein (even sappir)/ Gestalt eines Stuhls (…). (Ez1,22f+25)


Die Begreifenden aber strahlen, wie das Strahlen des Gewölbs,/ und die viele zur Bewährung brachten, wie die Sterne in Weltdauer und Ewigkeit. (Dan12,3)


Es müssten auch sämtliche Belegstellen für den schamajim mit bedacht werden, denn diesen Namen hat Gott der rakia gegeben. Sie ist demnach immer mit gemeint und mit gedacht, wenn vom schamajim die Rede ist. Der Begriff ist über 400mal bezeugt im AT, wird dementsprechend nur stichprobenartig in wichtig erscheinenden Zusammenhängen von mir mit aufgegriffen.


Wir erfahren aus den Genesis-Stellen, dass der Begriff der rakia als terminus technicus zu verstehen ist für den geistlich insgesamt weiter gefassten Begriff der schamajim. Die rakia ist eine von Gott förmlich gehämmerte, ausgeformte oder ausgetriebene Ausdehnung, die innerhalb der Wasser des tehom, der Urflut oder des Urwirbels, errichtet wird. Ihr wesentliches Charakteristikum ist ihre Festigkeit. Die Wiedergabe des Begriffs in der LXX mit dem stereoma, dem Firmament, dem Starken, Gefestigten zeigt uns, dass der Begriff genauso und nicht anders gemeint und verstanden wurde. Eine Absonderung der Wasser unterhalb der rakia, um Trockenes zu erzielen, geschieht erst danach, wie uns von Anfang an gesagt wird: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde (Gen1,1). Erst den Himmel, dann die Erde. Die gewölbeartige rakia ist also zuerst da, das Erdreich unter ihr wird erst anschließend aus den Wassern heraus strukturiert und schließt das Gewölbe nach unten hin insoweit ab, als sich eine solide Fläche bildet, die aber umflossen und durchwirkt ist von den geklärten Wassern, die von unten nach oben, von oben nach unten Verbindungen ins tehom, den Urwirbel haben. An dieser Stelle möchte ich bereits darauf hinweisen, dass durch die läuternde und ordnende Strukturierung sowohl des Wassers als auch der Erde an einen Absud des tehom gedacht werden kann. Doch dazu später.


Sämtliche Gestirne werden von Gott an diese rakia gesetzt. Ludwig Philippson übertrug V14+17 sogar mit Es werden Lichter in der Ausdehnung des Himmels und Und Gott setzte sie in die Ausdehnung des Himmels. Die hebräische particula be heißt primär in, kann aber auch an bedeuten. In jedem Fall aber ist klar, dass Sonne, Mond und Sterne fest mit der rakia verbunden sind und auf keinen Fall als irgendwo frei schwebend in einem All vorgestellt werden. Die Vorstellung, dass die Leuchtkörper sich in dieser festen rakia bewegen, verschatten oder auch spiegeln, etwa wie in einem Kaleidoskop oder einer anderen komplexen Anlage, erscheint mir als die bisher größte Annäherung an die Wirklichkeit. Auf diese Weise würden Sonnen- und Mondfinsternisse ohne ein Denkproblem sinnvoll werden, man müsste nicht mehr stolpern darüber, dass die Größenrelationen bisher für die angenommene Berechnungsgrundlage nie so recht plausibel waren. Auch der Tag Joshuas, der durch Sonnen- und Mondstillstand um fast die doppelte Zeit verlängert wurde, wäre so leicht denkbar (Jos10).


Die Stelle bei Job37 lässt den Eindruck entstehen, dass Gott diesen gegossenen Spiegel des Himmels in ewiger Präsenz schafft. Dafür spricht die Imperfekt-Form, die im Hebräischen die Zukunftsform ist. Zwar bedeutet das Nomen schachak das, was wir als fluide Eindrücke am Himmel wahrnehmen, die Wolken, Lüfte und das Farbspiel, aber in der Verbindung mit dem Adjektiv chasak wird doch auf deren Stabilität, Festigkeit und Kraft abgehoben, die im Bild des gegossenen Spiegels, einer kristallinen, gläsernen Struktur wie der rakia zusammenfließt. Es kann sich aufgrund dieser Formulierungen die Vorstellung bilden, dass diese rakia unentwegt geschaffen wird, in einem ständigen, aber ihre Festigkeit berücksichtigenden Wandel begriffen ist und vor allem spiegelnde Eigenschaften integriert.


Die rakia tritt in Ps19,2 dazu passend als Verkünderin der Werke der Hände Gottes auf. Der literarische Begriff des maggid (Bote, Prediger, Künder) erscheint grammatisch wie ein Partizip Präsens und legt ebenfalls nahe, dass der Schöpferprozess anhält. Entsprechend erscheint die rakia in Ps150 als handfestes Zeichen der sichtbaren Macht Gottes: Dort sehen wir, wie er in die leibliche Welt hineinwirkt ohne das geringste Zutun der Geschöpfe. Die Anwesenheit und die Bewegungen des Himmels vergewissern uns über die Tatsache, dass Gott nicht einmal etwas „wie aus dem Nichts gestampft“ geschaffen hat und sich dann zurückzog in seine völlig geistige Himmelswelt jenseits und gedanklich unerreichbar seitab der Schöpfung, sondern dass alles, was ausgefaltet in Zeiten und Räumen geschieht, seinem schöpferischen Gestalten unterliegt, auch wenn dieser Prozess gestört oder verdunkelt wurde und wird. Die Diskussion Schöpfung-gegen-Evolution verzerrt damit den Zusammenhang. Eine Evolution findet tatsächlich statt, aber nicht so, wie von neuzeitlichen Evolutionisten im Darwinschen Sinne und Urknallgläubigen behauptet. Die beiden letztgenannten Theorieansätze des 19./20. Jh sind kein Gegensatz zum Schöpfungsglauben, sondern verzerren dessen Begriffe des Anbeginns, der arche (griech) oder des bereschit (hebr) und der Heilsgeschichte in etwas Gottentfremdetes oder sogar Gottleeres, v.a. aber Mechanistisches und vom Materiellen her Gedeutetes. Hierin liegt der Fehler, nicht in der Annahme eines Initialmomentes oder der Entwicklung. Falsch ist auch die einseitige Vorstellung, alles müsse sich höher entwickeln. Es laufen im biblischen Kontext, und nicht nur in ihm (!), mindestens zwei gegenläufige geistliche Prozesse an: einer des Empor und einer des Abfalls.

Der Himmel mit seiner rakia verkündet unentwegt, dass Gott schöpferisch gestaltet, dass er wirkt, dass alles am Ende doch aus ihm kommt und kommen muss und dass sein Gestaltprozess der Schöpfung zu seinem Ziel kommen wird. Die metaphorische Rede davon, dass er Alpha und Omega sei (Apk22,13), Anfangsbuchstabe und Endbuchstabe eines Alphabets, bekommt so erst ihren konkreten und tiefen Sinn. Die hebräische Form dieser Benennung, die den Apk-Stellen traditionsgeschichtlich zugrunde liegt, lautet ani rischon wa‘ani acharon (Jes44,6, fast gleichlautend Jes48,12): Ich bin der Erste (iS des Anfangsetzers) und ich bin der Letzte (iS des Darauffolgenden, nicht eines unverbundenen bloßen Endes). Diese Formel muss im Bezug zum Schöpfungsgeschehen verstanden werden. Buber übertrug es mit Ich der Urfrühe,/ ich der Letztspäte auch. Gott hat alles initiiert und alles, was sich daraus ergibt, das gesamte Danach, wirkt ebenfalls im Ziel er. In Jes48 wird daher weitergeführt mit folgenden Worten: Hat doch meine Hand auch die Erde gegründet,/ meine Rechte den Himmel gedehnt (tafach: schlagen, klopfen). In Apk21,6 heißt es in Entsprechung zu der Übertragung der LXX folgerichtig: he arche kai to telos (der Anfang und das Ziel). Davon unterschieden muss werden die Zuordnung zum Christus, die ho protos kai ho eschatos lautet (Apk22,13; 1,17; 2,8), was der Erste (iS des lat. primus) und der Äußerste bedeutet. Hier wird eine umfassende Gestalt gezeichnet, aber schon der Begriff des protos kann kaum dem alleinigen Gott zugeordnet werden, tritt er doch sowohl literarisch als auch im Sprechen als relationaler Begriff unter Menschen und nicht zwischen Gott und Mensch auf. Bis heute meint ein protos einen rein menschlichen Vorstand/Vorsitzenden oder Fürsten bzw Ersten. Gott ist nicht unser primus, denn Gott ist Gott und unser Vater, Urgrund, arche und nicht Vorstand aus unseren Reihen. Die Verbindung des protos mit dem Christus tritt zudem an vielen anderen NT-Stellen auf und zielt immer darauf ab, dass er unter den Menschen, den Geborenen und Gestorbenen, als der protos zu verstehen ist (1Kor15,20; Kol1,15; sinngemäß Apk1,18; als prototokos in Apk1,5). Der prototokos steht ebenfalls in enger Verbindung zu Gottes monogenes, dem einzigartig Geborenen (d.i. nur er ist so, in dieser Weise geboren). Das lässt nicht den Schluss zu, dass er alleine aus Gott geboren ist, sondern dass er innerhalb des Abfallsprozesses, der nicht aufhaltbar ist vom Menschen aus, dennoch als ein Vorbehaltener, ein in besonderer Weise Gesalbter außerhalb des Abfalls geboren wird, dies aber klar und eindeutig als Menschensohn. Jesu Bemerkung gegenüber Nikodemus, er sei der einzige, der in den Himmel aufgefahren und herabgestiegen sei (Joh3,13), gibt vielen Rätsel auf. Manche sehen darin einen Beweis für seine göttliche Herkunft als „Inkarnation Gottes“. Wieder andere behaupten, dann könnten Henoch und Elia nicht direkt in den Himmel aufgenommen worden sein. Ich glaube, dass dieser Satz Jesu uns sagt, dass er als einzig so geborener Menschensohn aufgestiegen ist zum Vater, dort alles erfahren hat, was für seine Aufgabe wichtig war und wieder herabgekommen ist, um die Aufgabe zu erfüllen. Die Beziehung zur erhöhten Schlange, auf die die Menschen, die von Schlangen gebissen worden waren, blicken sollten, um wieder gesund zu werden, wäre dann nicht im Hinblick auf das Kreuz zu sehen, sondern im Hinblick auf diese Himmelsreisen Jesu vor der Kreuzigung: Er muss erhöht werden als Menschensohn, also zum Himmel aufsteigen, um andere Menschen mit sich zu ziehen durch seine dadurch ermöglichte Botschaft inmitten einer heillosen, hoffnungslosen Welt. Von Jesu Tod ist an dieser Stelle gar keine Rede. Es geht hier um seine einzigartige Autorität. Wie im AT Ezechiel visionär als von Gott ausdrücklich Menschensohn Genannter eine Schauung über die rakia hinaus hatte, ist dies Jesus zugekommen, aber in einem viel größeren Umfang und Ausmaß. Ezechiel schaut in überwältigenden Bildern im Vorschein, was dem einzigartigen Menschensohn, dem hyos monogenes Gottes, der nach ihm kommen würde (Joh3,16), zuteil werden würde: Wir erfahren durch Ezechiel, dass es diese Aufstiege gibt, nicht nur visionär, sondern vielleicht sogar in einem Realismus, den wir kaum ermessen können und mit einer Autorität ausstattend, vor der jeder verstummen müsste. Jesus sagt Nikodemus hier, dass er bezeuge, was er (im Himmel) gesehen habe (V11), die Menschen ihm aber nicht einmal die Dinge glaubten, die irdischer Art seien, wie viel weniger dann die, die himmlischer Art seien.


Die Weigerung, diese Alleinstellung Jesu als Menschensohn unwidersprochen anzuerkennen seitens der Kirche verwundert mich. Ihre Erfindung, dass Gott selbst dann inkarniert sein müsse, finde ich nicht in der Schrift. Jesu Christi Stammbaum in Lk3 führt ihn zurück auf den ersten adam, der ebenfalls als ein aus Gott Kommender benannt wird. Die Behauptung, mit diesen Begriffen des protos und des eschatos sei die Wesensgleichheit (Konzil von Nicäa) des Christus mit Gott bewiesen, ist nicht haltbar, denn die auffallende Andersformel kann nicht übersehen werden. Bei diesen Begriffen muss vielmehr unbedingt gefragt werden, im Bezug worauf er der Erste ist. Erst so klärt sich die Bedeutung. Der Christus ist ganz nah bei Gott als dem rischon und acharon, aber er ist nicht derselbe. Die arche ist nicht dasselbe wie ein protos, das telos ist nicht dasselbe wie der eschatos. Arche ist Urgrund, der protos ist der Erste aus diesem Urgrund, was nicht zeitlich gemeint sein muss, sondern eher im Rahmen einer göttlichen Ordnung der Schöpfungswerke. Der protos ist Zentrum und Ausgangspunkt des manifesten Schöpfungshandelns Gottes. Telos ist Ziel, Ausgang und der umfassende Sinn, ein eschatos ist der, der dies bis zum Äußersten vollzieht. Der Christus lebt und wirkt ganz aus Gott und in seiner inneren und äußeren Gestalt, aber er ist deshalb nicht er, sondern ein Menschensohn, wie der Mensch gedacht ist vom Schöpfer (Gen1,26; 5,1): So wie er sollen und können unter Bezugnahme auf ihn, den Christus, alle Menschen sich ausrichten! Durch ihn, durch seine Gestalt und Erscheinung, soll die Welt gerettet werden (Joh3,17).



2. Die Leugnung der rakia und die Überschreibung der Himmelsvorstellungen


Aus einem geistlichen Blickwinkel heraus wird so der menschliche Zugriff auf den Himmel, seine Umdeutung und der Versuch, ihn zu verändern, wie wir das seit 500 Jahren zunächst theoretisch, inzwischen sogar praktisch erleben, als diabolischer Anspruch offenbar. Auf Erden mögen Menschen nach Herzenslust schöpferisch wirken, dies aber unbedingt in Gottes Energien schwingend, in der rakia haben sie nichts zu suchen, denn auf ihr ruht die ganze Schöpfung. Sie ist eine kosmische Wasserscheide oder etwas wie ein kosmischer Deich oder Berg. Die Erde als Schöpfung kann man sich so als eine große Burganlage vorstellen, eine Burg Gottes, auf und in der er thront. Der Garten Eden am Nabel der Welt, der axis mundi im Norden, war ein offener Ort zwischen Himmel und Erde, aber auch einem Pfeiler ins tehom (Baum der Erkenntnis). Die uralte Annahme aller Menschen von dem Weltenberg oder der Weltenburg, die an anderen Schrift-Stellen konkret bezeugt wird, findet hier einen frühen Anhalt. Im tohuwavohu der ersten Schöpfungszeit schäumte und wallte das tehom mit seinem Urwirbel. Die Einziehung einer festen Grenze mitten in dieses Schäumen ist nach der auf bloßes Wort hin geschehenen Lichtwerdung der erste handfeste Schritt zur Ordnung der Stoffe im oder aus dem tehom. Der hochfahrende und zugleich feige Mensch hat sich niemals in die tiefsten Tiefen der Ozeane oder gar drunter gewagt, er würde zermahlen unter ihrem physikalischen und lichtlosen Druck, das tehom würde ihn verschlingen. Wir wissen über die Tiefen fast nichts. Aber zum Schöpfer hin, zu seinem Grenzstein, seinem Denkmal, der rakia, reißt er sein Maul auf und meint, er könne sich dort ohne weiteres hin- und darüber hinausbewegen und darüber fantastische, gottleere Theorien ausspinnen. Die rakia ist aber eine Ordnung aus dem tehom heraus und im tehom. Die eigentümliche Formulierung in Gen1,2, die ruach elohim, der Braus Gottes, sei über dem Anlitz der Wasser, das synonym mit Urwirbels Antlitz gesetzt wird, schwingend korrespondiert der Stelle aus Job28,12+14: Aber die Weisheit, woher lässt sie sich finden?/ (…) Der Urwirbel (tehom) spricht: ‚In mir ist sie nicht‘,/ und das Meer (jam) spricht: ‚Nirgends bei mir‘ (…). Jene Weisheit (chokhma) ist gemeint, von der es in Spr 8,23 heißt: Von urher bin ich belehnt, von der Frühe,/ von den Vorzeiten der Erde./ Als keine Flutwirbel (tehomot) waren, entsprang ich,/ als keine Quellen waren, die wasserschweren (ma‘janot majim) (…). In Job38,8f hören wir, dass Gott dem Meer seine Grenzen setzte, ihm Windeln anlegte. In V16+17 wird Job gefragt von Gott: Bist du bis zum Entspringen des Meeres gekommen (ad nivchei jam)/ und hast du dich an des Urwirbels Grunde (cheker tehom, kann als ‚Geheimnis des tehom‘ verstanden werden) ergangen,/ und hast du die Tore des Todesschattens gesehn? Im übrigen wird an der Stelle kategorisch ausgesagt, dass kein Mensch in der Lage sein wird, die Breiten der Erde, ihre Maße zu erkennen: Hast du gemerkt auf die Weiten der Erde (rachavei erez!)?/ melde, ob du ihr All kennst! (…) Wie im Stein hält sich das Wasser versteckt,/ und des Urwirbels Antlitz (pnei tehom) fügt sich zusammen (…) Kennst du die Umschränkungen des Himmels (chukot schamajim, im Sinne der ‚Ordnungen des H‘)?/ setzest du auf die Erde seine Urkunde nieder? (Job38,18+30+33)

Die poetische Darstellung in der Rede Gottes an Job sagt uns, dass wir nicht wissen können, wo die Enden der Erde sind, was ihre „Konstruktion“ betrifft. Wir wissen nicht, woher der Frost kommt, der das tehom festhält. Und hinter die Ordnungen des Himmels können wir nicht sehen. Sie sind aber auf der Erde beurkundet, förmlich in sie eingezeichnet wie von einem Schreiber: Wie im Himmel, so auf Erden ... Aber auch das können wir noch nicht klar erkennen, nur erahnen. Angesichts dieser Worte erscheinen die gesamte Astrophysik und große Teile der Astronomie wie in einem Irrlicht, denn was immer sie behaupten in diesen „Wissenschaften“, vor der Fragen Gottes: Wo ist der Weg dahin? (V19+24) oder : Wo warst du, als ich die Erde gründete? (V4) oder Bist du (dahin) gekommen? (V16) müssen sie allesamt schweigen wie einst Job. Die Täuschungsmanöver angeblicher Raumfahrt seit Jahrzehnten haben außer schlecht gemachten Bildsimulationen nichts Handfestes gebracht. Der Rest ist eine reine Erfindung des Menschen, deren Bezug zur Empirie äußerst schmal ist und bleibt. Man rechnet im Rahmen der eigenen Erfindung, nicht der Wirklichkeit. Die angebliche, groß aufgeblasene Forschung hat nichts verursacht als Gottlosigkeit, Hochmut und Verblendung.



3. Der Absud aus dem tehom: das chemar (Erdpech)


Das Motiv des Zugriffs auf diese erste feste Ordnungsmanifestation Gottes ist in der Erzählung vom Turmbau zu Babel sichtbar. Auch hier muss man die Details beachten. Wir erahnen, dass alle Megalithkulturen, die wir vorfinden, die aber von den Behörden sorgfältig unterdrückt, umgedeutet oder ganz verschwiegen, oft sogar vorsätzlich vernichtet werden, vorsintflutlich zu verorten sind. Überall finden wir in unseren Landschaften gerade hier in Süddeutschland die Überreste dieser Kultur, die gigantische Steinkonstruktionen mit einer unfassbaren Leichtigkeit und Zielgenauigkeit hergestellt zu haben scheint. Wir finden sie heute stets als Trockenmauern, was aber nicht heißt, dass sie zwingend immer Trockenmauern gewesen sein müssen. Es kann sein, dass der Mörtel zerfallen oder ausgeschwemmt worden ist, die Konstruktion aber noch leidlich steht. Dafür sprechen die häufigen Schichtungen von Steinplatten und großen Quadern und Steinblatt-Schichten zwischen den Bausteinen. In der Geschichte des Turmbaus, der nach der Sintflut geschieht, hören wir ein interessantes Detail: Backen wir Backsteine und brennen wir sie zu Brande! So war ihnen der Backstein (levenah) statt Bausteins (even) und das Roherdpech (chemar) war ihnen statt Roterdmörtels (chomer) (Gen11,3). Aus dieser Formulierung geht hervor, dass man zuvor, vor der Sintflut, ausschließlich aus Steinen gebaut hat und dies auch konnte. Echte Steinbrüche aus den Felsen gibt es vermutlich nur aus dieser Vorzeit und heute nur mithilfe schwerster Maschinen, die aber niemals solche gigantischen Steinschnitte erreichen, wie wir sie auf der ganzen Welt aus der Vorzeit noch finden. Alles andere, was später als „natürliche“ Steinlage angesehen wurde, könnten auch urzeitliche, aber vom Schlamm der großen Flut überwälzte Gebäude gewesen sein, aus denen man sich danach die Steine holte, ähnlich wie mittelalterliche Burgen als Steinbrüche ausgebeutet wurden. Dafür sprechen die eindeutig gesetzten und bereits geschnittenen Strukturen in den einheimischen Brüchen. Kurz nach der Flut hat man diese Steintrümmer vielleicht noch gar nicht wieder gefunden oder wollte nicht über die ganze Erde stolpern, sie zu suchen, denn die Menschen wollten ausdrücklich beieinander bleiben und sich nicht zerstreuen. Die alte einheitliche Weltanlage war zerbrochen, man fand sich kaum noch zurecht. So rang man nach Ersatz, denn es war unmöglich geworden, die Kraft war nicht mehr da, aus den Felsen Steine zu schlagen im alten Stil. Man schuf sich den Lehmziegel, den man aus Erde brannte.

Von äußerstem Interesse ist das Wortspiel chemar – chomer. Ersteres überträgt Buber als Roherdpech. Das Verb chamar hat zwei Bedeutungen. Es kann schäumen, brausen, wallen bedeuten. Oder es kann verpichen bedeuten. Hier klingt die Erinnerung an das tehom an, den Urwirbel, den Urschlamm oder das Urwasser. Aus dem tehom wurde erez geschieden, das Trockene (jabaschah), die Erde, das Land, und das Wasser, majim. Eine klebrige Schmiere blieb zurück in der großen Tiefe. Der chemar ist eine Art Absud und rohe Vorstufe der aus dem tehom gesonderten und aus dem erez geordneten Erde, der adamah, aus der der adam geformt wurde. Chemar ist schwarz. Adamah ist rot. Chomer wird als rötlicher Lehm vorgestellt, die edelste Form eines Mörtels. Ch-m-r als Stammwort drückt verschiedene Derivate des Festen und Spezifizierten aus dem tehom dar.

Es gibt drei biblische Begriffe für Asphalt oder Pech: chemar, kofer und sefet. Das Bibelwissenschaftliche Lexikon meint, dass das kofer und das sefet eher Holzpech meinten. Dem widersprechen jedoch die Wörterbücher.1 Im Gesenius-Lexikon wird sefet unspezifisch als Pech übertragen. Im Langenscheidt-Achiasaf (LA) ist sefet ausdrücklich Pech oder Asphalt (Erdpech). Fast alle Derivate davon haben einen Bezug zur Asphalttechnik. Sifti bedeutet als Adjektiv scheußlich oder schlecht. Hier wird deutlich, dass dieser Absud dem Unguten und Abscheulichen zugeordnet wird.

Der literarisch-altertümliche Begriff kofer ist ohnehin nicht spezifiziert. Er bedeutet nach LA Bitumen oder Asphalt. Man benutzt eine Zusammensetzung mit sefet, um Holzpech zu bezeichnen: sefet ez.

Eine genauere Spezifizierung taucht in den hebräischen Begriffen jedenfalls nicht auf, es sei denn, man würde sie mit anderen Wörtern zusammensetzen. Hinsichtlich Noachs heißt es: Mache aus Tannenstämmen dir einen Kasten,/ in Zellen mache den Kasten,/ und decke ihn innen und außen mit einer Pechdecke (kofer) (Gen6,14). Vom chemar ist noch an zwei weiteren Schriftstellen die Rede. In Ex2,3 legt Moses Mutter den Knaben in ein Kästchen aus Schilf, das sie mit chemar und sefet, hier vielleicht eine Mischung aus Erdpech und anderem Pech, entweder von Pflanzen gewonnen und von etwas anderer Konsistenz, bestreicht. Ein weiterer, interessanter Hinweis findet sich in Gen14,10. Dort hören wir, dass im Siddim-Tal bei Sodom und Gemorrha massenhafte Erdpechquellen (be‘erot be‘erot chemar) gewesen seien. Während einer Kriegshandlung seien dort Könige auf der Flucht hineingefallen und untergegangen, was so gruselig wie merkwürdig anmutet, denn eine Pechquelle sieht man und riecht man schon von weitem. Heute (nach dem Untergang der Städte Sodom und Gomorrha) sei da das Tote Meer (Gen14,3). Jenes liegt sehr tief unter der Meereshöhe, viel tiefer als jedes andere begehbare Stück Erde, ca. 420m. Es scheint, als sei hier ein Zugang zur großen Tiefe des tehom vorhanden. Bis heute findet man im Toten Meer Asphaltbrocken und Pechschlieren. Seit einigen Jahren wird aus Israel berichtet, dass sich rund um das Tote Meer immer mehr Sinklöcher auftun und auf einmal bis zu 20m tiefe Aufrisse zeigen, in denen schon manches versunken ist. Zeitungen rechnen es der starken Wasserentnahme aus dem Jordan und dem angeblichen Klimawandel zu.1 Ein weiterer Zusammenhang sei, dass durch das Ausschwemmen von unterirdischen Salzablagerungen Einsturzkrater entstünden. Warum diese Salzablagerungen indirekt menschengemacht just alle jetzt ausgelöst werden sollen, wird nicht plausibel erklärt. Wenn man jedoch diese alten biblischen Geschichten liest, in denen Ähnliches schon vor Tausenden von Jahren geschehen war, entsteht der Eindruck, dass es damit etwas anderes auf sich haben könnte, nämlich mit jenem Zugang zur großen Tiefe des tehom und einer Schicht zähen Rückstandes aus dem andauernden Schöpfungsprozess an diesem Ort der relativen Tiefe. Da sich die Wissenschaftler keinerlei realistische Vorstellung über tiefere Schichten unter dem Erdboden machen können und nur von den sehr oberflächlichen hydrogeologischen Beobachtungen leiten lassen, deren Systematik sie ja nicht verstehen können, solange sie nichts wissen über die Tiefen, erscheint mir die Erklärung von den Salzauslösungen für das offenbar beängstigende und massive Phänomen der sinkholes nicht ausreichend.


Im Hebräischen kennen wir neben den drei Begriffen für Pech bzw Asphalt noch Begriffe für das Erdöl. Es heißt neuhebräisch wie russisch neft vom Begriff Naphta für Rohöl, Öl allgemein schemen. Kohle heißt pecham. Pecham even (Steinkohle) oder pecham chum (Braunkohle) ist verwandt mit pachim für Glut oder Hitze. Man kann fragen, ob es eine etymologische Verbindung zum deutschen Wort Pech gibt. Es mag sich bei all den Begriffen, die auf Stoffe aus der Erde abzielen, um verschiedene Stufen aus der Tiefe austretenden, leicht strukturierten tehoms handeln. Wir kennen diese Stoffe als Klebemasse und als Brennstoffe, deren Umformung zu Kunststoffen aller Art, die natürliche Materialien auf eine billige, manchmal langlebigere, aber leblose Weise nachahmen, die gesamte schöpfungsgemäße Welt umgeordnet haben. Viele haben dabei kein gutes Gefühl, denn die Kunststoffe zerfallen nur sehr langsam wieder und vermüllen inzwischen die Erde. In vielen Menschen lebt die Überzeugung, dass Kunststoffe weniger wertig sind als natürliche Materialien wie Metalle, Steine, Leder oder Textilien von Tier und Pflanze. Wir tun uns nicht schwer damit, wenn wir Steinruinen finden oder Metalltrümmer. Sie erscheinen nicht unnatürlich, und wir wissen, dass sie als Rohstoffe in der Erde gefunden wurden und korrodieren in kurzer Zeit. Die modernen, erdölbasierten Kunststoffe aber stellen eine Monstrosität für das Gefühl dar: Sie sind zu leichtgewichtig für die irdische Umgebung, aber zugleich zäh wie Pech und problematisch oder so gar tödlich für die anderen Lebewesen. Durch Kunstoffe vergiftete oder verstrickte Vögel erinnern an ölverschmierte, sterbende Vögel. Wale, in deren Mägen sich Plastikflaschen finden sind genauso von Rohölteppichen im Meer bedroht. Obwohl das Erdöl und das Erdpech auch aus der Erde kommen wie die Metalle und Steine – sie vernichten das Leben. Im Toten Meer ist dementsprechend wegen des hohen Salzgehaltes und des Asphaltvorkommen kein Leben. Die Umgestaltung der Welt durch Plastik ist tatsächlich im Bewusstsein vieler und in der Wirklichkeit eine deprimierende, destruktive und fade Tatsache, hinter deren Fassade mithilfe digitaler Technologien, die seltene Metalle und Erden benötigen, die Basis einer kompletten Transformation der ganzen Schöpfung eingeleitet worden ist.


Ich fasse zusammen: Vor der Flut baute man mit geschnittenen Felssteinen und edlem Roterdmörtel. Die Leute zu Babel dagegen bauten mit brüchigen Backsteinen und unverarbeitetem Erdpech. Ich habe mich immer gewundert, warum der bizarre Eindruck von rötlichen oder gelblichen Lehmziegeln und pechschwarzen Zwischenräumen auf keinem der klassischen Bilder dieses Turmes wiedergegeben worden ist.

Noach sollte die Arche verpichen, weil sie gegen das Aufschäumen und Wallen des tehom dicht bleiben sollte. In der Bauweise der Babelleute scheint auf, dass sie auf brüchigem Material bauen wollten, das mit einem Stoff aus der Unordnung des tehom stabil gemacht werden sollte. Diese Mischung konnte nicht halten. Die Darstellung in der Erzählung (Gen11,5ff), dass Gott sich das angesehen hätte und anschließend die eine Sprache, die alle Menschen sprachen, verwirrte, um den Bau zu stoppen, enthält die Bemerkung Gottes, diese so geeinte Menschheit würde damit nur den Anfang setzen und danach keine Grenzen mehr kennen in dem, was sie tun wolle. Manche meinen, das sei Ironie gewesen oder aber die Anerkennung Gottes, dass Menschen es schaffen könnten, in die rakia hinaufzubauen und zu steigen. Ich halte beide Verstehensweisen für falsch. In den Worten Gottes an der Stelle wird nirgends ausgesagt, dass das Tun der Menschen von einem positiven (ihm ernsthaft konkurrierenden) Gelingen gezeichnet sei. Gott spricht vielmehr folgende Worte: Da, einerlei Volk ist es und eine Mundart in allen, und nur der Beginn ihres Tuns - /nichts wäre nunmehr ihnen zu steil, was alles sie zu tun sich ersännen (Gen11,6). Bazer als Adjektiv (Buber überträgt etwas poetisch mit steil) meint hier verwehrt oder beschnitten. Ich würde diesen Satz in dem Sinne verstehen, dass Gott beschließt, den Menschen noch mehr Grenzen zu setzen, um ein zu schnelles Ausufern ihrer destruktiven Taten zu verlangsamen, so wie er auch die Lebenszeit auf maximal 120 Jahre verkürzt hatte (Gen6,3). Im Hintergrund schwingt die Weltzeit, die er sich vorgenommen hat für sein Heilswerk und nicht nehmen lassen will.

Das Ansinnen der Bauleute war, einen Turm zu errichten, der in die rakia hineinreichte. Sie haben dabei bautechnisch alles auf den Kopf gestellt. Und das konnte nicht gelingen mit diesem zähklebrigen und zerstörerischen, aber vielleicht sogar bewusstseinsfähigen Material aus dem tohuwavohu.

Am Ende der Zeiten wird Gott Edom, das für alles Volk steht, das sich ihm entgegengesetzt hat, vernichten für immer und seine Bäche zu Pech (sefet) machen, den Staub zu Schwefel (gafrit) und das ganze Land einem Pechbrand übergeben (Jes34,9) wie einst Sodom und Gomorrha, die durch Schwefelbrand vernichtet wurden. Die gafrit hängt etymologisch mit dem gofer zusammen, besonders harzigen Gehölzen, aus deren Baumblut wiederum Holzpech gekocht werden kann. Pech und Schwefel hängen literarisch und in ihrer Bedeutung für den Menschen als Materialien eng zusammen: Schwefel galt als Brandbeschleuniger. Das freiwillig geschändete Geschaffene wird nun radikal und unwiederbringlich zurückgeführt in den ungeordneten Zustand, aus dem es einst gut geschaffen worden war. Der apokalyptische limnen tou pyros, der Schwefelsee (Apk20,11ff), wird der Ort sein, an dem sie für immer verbleiben werden ohne Wiederkehr. Der Ernst dieses Bildes nicht nur in der Johannes-Apokalypse, sondern auch bereits im AT verbietet der Sache nach jede Lehre von einer Allaussöhnung. Es scheint wirklich eine konsequente Trennung von Spreu und Weizen, eine Scheidung der Geister zu geben.


Erwähnenswert ist, dass auch im Märchen das Pech in Verbindung mit Bosheit und Unordnung steht. Im Märchen von der Frau Holle sehen wir, dass die liederliche, boshafte Marie am Ende zur Strafe für ihre Haltung mit Pech überschüttet wird. Die Übergießung von Feinden mit Pech und Teer ist aus der Geschichte bekannt. Ebenso kennen wir das Teeren und Federn. Allerdings geschahen solche Übergießungen meist mit Holzteer. Das echte Erdpech hat einen wesentlich dunkleren, vernichtenderen Charakter.



4. Ist das Black Goo ein tehom-Sud?


Das Roherdpech bzw eine tehom-sudartige Masse ist in unseren Tagen möglicherweise wieder aufgetaucht unter dem Namen Black Goo. Es soll sich um ein intelligentes Öl handeln, das man neben anderen Formen des Stein- bzw Erdöls findet. Es wird sogar als „Heilmittel“ verkauft und von Esoterikern vage mit dem Bösen identifiziert.


Über Black Goo, amerikanisch Grey Goo oder auf deutsch: intelligentes Öl, gibt es offiziell nur wenig Informationen. Es handelt sich dabei um ein abiotisches Mineralöl aus der oberen Erdkruste, das eine große Menge m-state-Gold (monoatomares Gold) und -Iridium enthält. Bekannte Vorkommen liegen auf der Thule-Insel auf den Südlichen Falklandinseln und unter dem Golf von Mexiko. Zusätzlich existiert ein schwarzer Ölschiefer, der Black Goo enthält, das nach geologischer Zuordnung bei tektonischen Ereignissen im Lias Epsilon freigesetzt worden ist. Dort scheint es zu Brüchen in der Erdkruste gekommen zu sein, die einen Austritt des Öls ermöglicht haben. (...)1


Die eingesponnenen Erklärungen über die Entstehung des Black Goo teile ich nicht. Auch ist zu beachten, dass die Theorie vom biotischen Erdöl nicht nur nie bewiesen, sondern auch wissenschaftlich bezweifelt wird mit sehr guten Gründen. Das Erdöl ist bisher, trotz aller Beschwörungen und Panikmache vonseiten der Anhänger der Theorie, es sei organischen Ursprungs, weder versiegt noch zurückgegangen. Es sprudelt wie immer ungetrübt. Es sieht so aus, als sei jedes Erdöl abiotisch, auch wenn es unterschiedliche Schwere aufweist und in verschiedener Zusammensetzung auftritt!2 Black Goo scheint, wenn es gefroren ist, untätig zu sein und zu schlafen. Wenn es aufgetaut wird, wird es aktiv und hat nach dem, was darüber berichtet wird, die Fähigkeit, in psychischen Kontakt zu treten mit Menschen und ihren Leib zu besetzen und zu manipulieren, sofern jener nicht bereits durch die betreffende Seele klar und eindeutig besetzt ist. Schon vor 10 Jahren wurde diese Erfahrung von Bernhard Wimmer als Gefahr benannt. Der so besetzte Mensch erhält zwar übersteigerte Fähigkeiten der Kommunikation, aber er verliert seine Identität und wird einer totalen Bewusstseinskontrolle ausgeliefert.3

Während sich Faktenchecker-Seiten geradezu überschlagen, Black Goo pauschal schon in seiner Existenz als „Verschwörungstheorie“ zu leugnen, arbeiten andere, meist esoterische Kreise damit in einer umfassenden und manchmal gruseligen Art und Weise, die dessen tatsächliche Konsistenz möglicherweise auf andere Art vernebelt und verzerrt. Black Goo soll verbunden sein mit der Struktur der sogenannten Ley-Lines und magnetische Wirkungen haben. Es soll ebenfalls schon seit Jahrhunderten für schwarzmagische Rituale eingesetzt worden sein. Die Nationalsozialisten sollen mit Black Goo Biowaffenforschung betrieben haben. Der Gedanke liegt nahe, dass dieses Black Goo als Substanz zur Bewusstseinskontrolle in die Covid-Impfstoffe eingespeist wurde, aber möglicherweise auch auf den Test-Kits und sogar in den medizinischen Masken anzutreffen ist. Hartnäckig halten sich die Gerüchte und Behauptungen, es befänden sich mikroskopisch-kleine, schwarze Fäden auf den Stäbchen und im Maskengewebe.4 In den angeblichen Impfstoffen werden immer wieder merkwürdige Objekte aufgefunden.5 Eine kritische Website vermerkt dazu:


Ist Black Goo in den Nanobots des COVID-Impfstoffs enthalten? Ist Black Goo als programmierbares Material in den Nanobots des COVID-19-Impfstoffs enthalten? Black Goo ist ein intelligenter, selbstbewusster und selbstorganisierter Flüssigkristall. Es handelt sich um eine magnetische Substanz, die das Spektrum der RF im Universal 5G-Netzwerk ausstrahlt, empfängt und korrumpiert. Black Goo gilt in der esoterischen, okkultischen Religion als flüchtiger philosophischer „Stein der Weisen“ und greifbares Lager für Dämonen. (…) Black Goo fordert die Gesetze der Physik in unserer physischen Welt heraus. Es kann sich bis zu dreißig Mal dehnen; flexible Schaltungen auf menschlicher Haut bauen; in den Körper integrieren; es funktioniert wie ein Biosensor, der sich im menschlichen Körper formen würde; wenn sie kaputt sind, sind es Teile (sic) können sie sich leicht wieder zusammenkleben; Black Goo kann Mimik lesen und übersetzen; wenn es am Hals klebt, verwandelt Black Goo das Wort in elektrische Signale. Es könnte zukünftig als Basis für Roboter dienen.6


Ob und inwieweit das einen Wahrheitskern hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber alleine die Tatsache, dass darüber gemunkelt wird und Faktenchecker so vehement dagegen antreten, legt nahe, dass an der Sache viel mehr dran ist, als es ausschaut, vielleicht noch in einer etwas anderen Weise als es gemunkelt wird. Was aber auffällt ist, dass so viele Menschen um uns herum völlig unzugänglich für kritische Fragen geworden und bereit sind, unlogische, abwegige und vor allem selbstschädigende Ansprüche an sich selbst und ihre Kinder nicht nur hinzunehmen, sondern auch noch fanatisch zu verteidigen und zu befolgen. Sie sind trunken von einem totalitären Solidaritätsprinzip und haben vollkommen vergessen, dass jeder Mensch ein Recht auf Würde und Unversehrtheit, Entfaltung und Eigenidentität hat und ohne jene sein menschliches Antlitz verliert. Man kann sich kaum vorstellen, dass dies nur aufgrund von Gehirnwäsche oder einer erzeugten Massenpsychose so perfekt geschehen konnte. Es liegt ein wirklich dämonisches Moment darin und wird von sehr vielen Menschen auch so empfunden. Das permanente Eindringen der Mächtigen in den Leib mithilfe von Teststäbchen und Injektionen scheint für das Kultritual wichtig zu sein, und es stellt sich die Frage, was hier unablässig in den Leib der Menschen eingebracht werden muss und warum.

Vor allem erinnert mich die Beschreibung der Eigenschaften des Black Goo an das, was die Schrift über das tehom berichtet: Es ist von Gott durch Frost und sein Wort befriedet, und es gibt zu, selbst keinerlei Weisheit zu besitzen, vollkommene Unordnung zu bedeuten, alles zu verschlingen, sobald es dazu in der Lage ist. Es hat Bewusstsein, aber keine Ordnung der Fülle und Individuation, die die göttliche Schöpfung auszeichnet. Es dekonstruiert die Identität des einzelnen Geschöpfes und macht es zu einem gesichtslosen Avatar eines öden Unum. Die totalitäre Solidarität, die die Menschen sich seit 2020 wie in einer Trance und Selbstvergessenheit aufschwätzen lassen, hat mit einer geordneten und befriedeten Rechts-Gemeinschaft, Menschenwürde und Nächstenliebe nichts zu tun. Der Ausgleich zwischen Ich und Wir wurde vollständig niedergerissen.

Ich fasse zusammen: Das intelligente Öl hat den Beschreibungen nach wie das tehom keine Weisheit, aber so etwas wie ein Bewusstsein und psychische Wirkfähigkeiten zur Vernichtung des Individuellen in ein lagerartiges Kollektivbewusstsein hinein und damit zur Unordnung hin, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch dafür niemals geschaffen worden ist.


Aufmerken lässt auch die Idee, dass dieses schwärzeste Erdpech eine flüssige Kristallstruktur habe. Wir wissen, dass viele Kultheiligtümer der Welt einen schwarzen Kristall beherbergen und verehren, in dem psychische oder geistige Wesenheiten gebunden sein sollen. Die Kult- und Ordensgewänder vor allem in den monotheistischen Religionen sind seit einigen Jahrhunderten, obwohl das einmal nicht so war, häufig schwarz, ebenso bei den Satanisten. Man behauptet, es bedeute die Abwendung von der sichtbaren Welt hin zu einer unsichtbaren, für die diese Schwärze stehen soll. Aber der Eindruck tiefer Finster- und Düsternis kann doch nicht einfach schöngeredet werden. Daneben kennen wir wenigstens im römisch-katholischen Bereich immer noch die bunten Messgewänder, die stets auf woll- oder leinenweißem Grund reich bestickt oder mit golddurchwirkten Webbändern zum Zeichen für das Licht verziert werden. Auch die alttestamentlich vorgeschriebene Kleidung für Priester ist keineswegs schwarz, sondern blau, purpurrot und karmesinrot, dazu golddurchwirkt (Ex28,4ff). Woher kommt die Obsession für Schwärze und teilweise sogar kubisch-schwarze Formen?

Schwarze Kuben begegnen in Mekka ebenso wie bei den jüdischen Tefillin. Ein schwarzer Stein unbekannter Herkunft und Konsistenz befindet sich in der Kaaba in Mekka.5 Der dort verehrte schwarze Stein (al hajar al aswad) soll aus dem Paradies stammen, ein verwandelter Engel sein und von dem Engel Gibril herabgebracht worden sein. Ihm werden Heilkräfte zugesprochen und Kommunikationsfähigkeit. Nach mehreren Zerstörungen des Steins soll er einmal mit Harzlack aus seiner eigenen Substanz (!) wieder restauriert worden sein.6

Die Tefillin als pechschwarze Gebetsriemen mit je einer kubischen, pechschwarzen Kapsel für Hand und Stirn sind nicht biblischen Ursprungs, sondern entstammen dem Talmud. In den Schriftstellen, die als Anweisung dafür angesehen werden, geht es zuerst darum, dass der Israelit die Worte von JHWH Elohim seinen Kindern einschärft und sich selbst im Herzen und der Seele danach ganz und gar ausrichtet. Zum Zeichen dafür binde er sich diese Worte des JHWH Elohim auf die Hand (jad) und als Stirnband (totefet) auf den Kopf (Ex13,8ff; 13,11ff; Dt6,4ff; 11,13ff). Es ist weder von schwarzen Riemen die Rede noch von kubischen schwarzen Kapseln und auch nicht davon, sich ein Schin einzugravieren auf diese Kapseln für den Schaddaj, den Allmächtigen. Es ist merkwürdig, dass nicht der dem Mose (zusammen mit diesen Gesetzesregeln) offenbarte Gottesname JHWH auf den Kapseln steht, sondern die vorige Namensnennung Gottes gegenüber Abraham. Die Tefillin haben einen düsteren Ausdruck. Da der alte Gottesname Schaddaj dem Wortstamm nach verwandt ist mit sched, dem Begriff für Dämon, hinterlässt das in beide Richtungen deutbare Schin ebenfalls einen dunklen Abdruck in der Seele. Die apokalyptische Ankündigung, das endzeitliche Tier werde alle Menschen dazu nötigen, sich ein Zeichen auf Hand und Stirn zu machen, ist im Vorlauf bereits durch die Gesichtsbinde der Maske und die Spritzen in den Arm gegeben. Ganz eindeutig verweisen diese Kultsymbole auf eine Lächerlichmachung des ursprünglichen Gebotes hin. Das Stirnzeichen im AT ist ein Band, das man über die vordere Seite des Gesichtes, der Stirn, spannt. Die Masken haben im Gegensatz zu den Tefillin, die immerhin Schriftworte enthalten, gar keinen Inhalt, sie sind leer und strangulieren den Odem. Aber auch die Tefillin haben einen belastenden Charakter, wenn man sie mit dem unbefangenen Herzen ansieht. Sie wirken wie Fesseln und das Lederzeug aus gewissen Szenen. Die schlangenartige Umwicklung des rechten Armes weckt Assoziationen, die schwerlich in einen lichtvollen Kultus passen. Ist es wirklich das, was Gott wollte? Ich glaube, dass es vor allem darum geht, dass jeder Mensch immerzu seinen Sinn auf den Ewigen, gepriesen sei er, richtet, dass sein ganzes Denken (Kopfband) und all sein Tun (Hand) in Ihm und seinem Odem schwingen soll.

Schwarze Kristalle spielen in vielen anderen okkulten Zusammenhhängen eine Rolle, zB im historischen Orden der Herren vom Schwarzen Stein im 13. Jh, der seinen Sitz im Untersberg hatte und im Templerorden aufgegangen sein soll. Die von diesem Orden verehrte Wesenheit Isais soll den schwarzen Stein Ilua den Teufeln Schaddajs genommen und dem Orden übergeben haben. Der Gottesname tritt hier, gnostischen Lehren gemäß, in einem dämonischen Kontext auf.7 In den Isais-Texten wird behauptet, der schwarze Stein sei Urstoffteil.8 Die Motive des Stein-Kusses von der Kaaba finden wir auch hier: Wer Isais küsst Mund, Nacken und Haar, der wird wiedergeküsst werden von Isais' Geist. So zeige ich mich euch, damit ein Bild ihr könnt formen - sei's aus Holz, Erz oder Stein. In ein solches ziehe ich ein, um als Schwester unter den Wahren zu walten.8 Diese Überlieferungen werden heute von einem gnostisch-babylonischen Arbeitskreis namens Thuletempel zur Verfügung gestellt (vgl. die vorge Anmerkung). Unweigerlich denkt man an die Thule-Gesellschaft von vor 100 Jahren, aus der die Nationalsozialisten Inspirationen erhielten, deren esoterischer Charakter oft als „nur vorgeschoben“ behauptet wird. Merkwürdig ist, dass die Verehrung eines schwarzen Kristalls in starker Verbindung mit dem mythischen Reich von Thule in Verbindung steht, das Black Goo unserer Zeit aber ganz besonders stark in South-Thule, der südlichsten Falkland-Insel vorhanden zu sein scheint und darum auch der Falklandkrieg geschah.9 Unweigerlich fallen dem unbefangenen Leser solcher Offenbarungen wie der der Isais die vielen Schwarzen Madonnen ein, die in vielen alten Kirchen verehrt werden und Ziele der Wallfahrt sind. Warum diese Madonnen ausgerechnet schwarz sind, obwohl wir hierzulande weiße Haut wie Jesu Mutter Maria haben? Haben sie etwas mit der grausamen, schwarzen Hindugöttin Kali zu tun, die das glatte Gegenteil der Maria ist?

Wer ist Isais? Eine Dämonin oder Göttin scheint sie zu sein, in enger Verwandtschaft zu Isis und Ischtar. Es bestehen Zusammenhänge zu den Legenden um Karl den Großen, der im Untersberg schlafen soll, bis zum Tage der Auferstehung des deutschen Volkes vor dem Goldenen Zeitalter, dessen Führerschaft der Christus von Israel weggenommen und einer anderen Nation gegeben haben soll (Mt21,43), den Deutschen. Die islamische Tradition, dass der schwarze Stein ein Wächterengel sei, der an einem bestimmten Tage zum Beginn des Goldenen Zeitalters wieder in seine Engelsgestalt eintreten wird, passt gut zu dem, was hierzulande als Geheimwissen eingebracht wurde.


Die Geschichte des Turms aus Ton und Roherdpech erinnert an die Vision des babylonischen Königs Nebukadnezar, die alle Weltreiche in einer Statue auf Füßen aufgebaut sieht, die aus zwei unvereinbaren Materialien bestehen: Aus Eisen und Ton (Dan2,33). Ein Stein (!), ein even, würde nicht von Menschenhand dahergeflogen kommen und diese Füße treffen und all die Reiche, die auf diesen dämonischen Füßen stehen, mit ihren unpassenden, haltlosen Materialien zermalmen. Anschließend würde der Stein wachsen und die ganze Erde bedecken. Die Ordnung des alten Weltenberges würde damit wieder hergestellt. In der Geschichte von Babel aus Gen11 könnte mitschwingen, dass die Menschen den vor der Sintflut gewaltsam wegen der Bausteingewinnung beschädigten und wegen der vielen Gewalttaten entweihten und durch die Flut versunkenen Weltenberg versuchten zu rekonstruieren auf eigene Faust. Die eine große Landmasse wurde nach der Sintflut bald geteilt (Gen10,25), ein Zentrum, eine axis mundi war im Zentrum der Welt, dem Norden, nicht mehr ohne weiteres auffind- oder annäherbar. Jede irdische Herrschaft hatte den Traum, diesen Weltenbaum, diese Achse und das Paradies drumherum, wieder darzustellen. Der Weltenberg gehört fest in fast alle großen Überlieferungen der Völker, auch im AT finden wir einige Hinweise auf ihn. Ein Abtun dieser Überlieferung ist angesichts der Übereinstimmung in dieser Überzeugung nicht angebracht. Sie muss vielmehr überprüft werden. Der Turm zu Babel stellt einen solchen Versuch dar, aber auch der Traum König Nebukadnezars über sich selbst als Weltenbaum, der von Gott gekappt wird, weist darauf hin (Dan4).



5. Die Weltraum-Besessenheit und der Versuch, die rakia militärisch zu zerstören


Die finanziell und medial aufgeblähten Ideen unserer Zeit, unbedingt den fiktiven Weltraum zu erobern oder dorthin zu fliegen oder sogar den Sternenhimmel optisch zu verwirren, wie dies durch Elon Musks Projekt Starlink geschieht oder Bill Gates Idee, die Sonne zu verdunkeln, um wegen angeblich beunruhigender Klimaerwärmung eine fiktive Erdtemperatur zu senken, sind verwandt mit dem Projekt des Turms zu Babel, der ebenfalls in den Himmel stoßen sollte.

Der umfassende Angriff auf die rakia durch ihre Leugnung und den politischen space race samt konkreten militärischen Angriffen gegen sie, wie in der Kernwaffentest-Serie Dominic I mithilfe der Bombe Starfish Prime in der Operation Fishbowl im Jahr 1962, die in 400 km Höhe durch die USA stattgefunden haben soll6, lassen ein Wanken der Kräfte des Himmels, das Jesus in seinen Endzeitreden für die Zeit nach der Bedrängnis ankündigt, nicht mehr undenkbar erscheinen: Die dunklen Mächte versuchen alles, was vorhergesagt ist, an Untergang selbst herbeizuführen, als wollten sie Gott zuvorkommen und ihm seine Allmacht als dem, der den Anfang und das Ende setzt, entreißen und müssen damit doch nur das erfüllen, was längst beschlossen ist.


Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde [oder: des Landes], und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. (Mt24,29f)


Ich glaube, dass kein Mensch diese Schöpfung ins Wanken bringen kann. Er kann ihr schaden, er kann sie pervertieren in seinem Wirkradius, der zwar Wellen schlägt, dies aber in abebbender Kraft, wenn man das Vorbild der Natur im Wasser betrachtet. In den Untergang kann er sie nicht bringen. Zum Untergang bringt er nur sich selbst und die, die er mit ihrer Zustimmung verführt und mit sich reißt.



6. Die rakia als Feste der Weltburg


Die Erschaffung von Himmel und Erde wird abgeschlossen mit dem Satz: Vollendet waren der Himmel und die Erde, und all ihre Schar (kol z‘va‘am) (Gen2,1). Die himmlischen Heerscharen (z‘waot) scheinen demnach erst mit den irdischen Scharen erschaffen worden zu sein. Die hermetischen Spekulationen darüber, dass vor der Schöpfung bereits im Himmel etwas Dramatisches vorgegangen sein müsse oder gar eine ältere Schöpfung existiert habe, finden in dieser Text-Überlieferung keinen Anhalt. Wenn man die Erschaffung der rakia ernstnimmt, bedeutet das, dass auch der Himmel als Thronsaal Gottes in seiner Weltenburg da erst entstanden ist.


Die Prophetenstellen zeigen uns dasselbe Bild des Himmels als des Raumes Gottes und seiner Heere, der die eine Seite hat, die nur wenige in Visionen schauen konnten, und eine andere Seite, die wir sehen können in Gestalt der wunderschönen rakia mit ihren Gestirnen und den Tag- und Nachtphänomenen. Dass der Allerhöchste über dem Erdkreis thront, bezeugt auch Jes40,22, eine Stelle, die ich an anderer Stelle genauer behandelt habe. Hier ist er als der joschev, der Sitzende über dem chug, dem Erdkreis mit seiner rakia, der wahre katechon, der alles hält mit dieser rakia, wie die LXX den joschev an derselben Stelle überträgt. Die Bezugnahme in 2Thess2,6f auf den oder das katechon (Haltende(n)) kann so verstanden werden, dass diese thronende und haltende Wirklichkeit Gottes, die bisher auf der Erde nicht total angezweifelt wurde, mit der Offenbarwerdung des Sohnes des Verderbens endgültig aus der Mitte des Bewusstseins der Menschen gerückt wird.


Dazu würde auch Daniels Schauung passen, bei der ab einem bestimmten Zeitpunkt das tägliche (Opfer) (tamid: Beständigkeit, Andauerndes) – Buber nennt es Verstetigkeitsopfer - zugunsten eines Gräuels der Verwüstung (in Dan12: schikuz schomem: verödender/zur Erstarrung bringender Greuel; in Dan8: pescha schomem: verödender/zur Erstarrung bringender Frevel) – Buber nennt ihn Verstarrer-Greuel – abgeschafft, vollkommen beendet sein wird (Dan12,11; 8,11ff).

Gemeinhin wird der tamid als tägliches Opfer gedeutet, obwohl von einem Opfer hier gar nichts steht. Diese Auffassung rührt daher, dass verschiedene Opfer mit dem Attribut tamid verbunden wurden, zB olah tamid oder olat hatamid für tägliches Brandopfer. Der Begriff tamid zeigt aber dabei nicht das Opfer, sondern dessen Täglichkeit oder Beständigkeit an. An den entsprechenden Daniel-Stellen ist aber von einer olah nicht die Rede. Ich neige dazu, angesichts der Geschehnisse unserer Tage diesen tamid so zu verstehen, wie er tatsächlich dasteht: als das Beständige, das Schöpfungsheilige, das von Gott getragen, gehalten und vom Menschen immer noch respektiert und in religiösen Gebräuchen verehrt geblieben war: Die Erde ist fest gegründet, heißt es an vielen Stellen (Ps75,4; 96,10; 104,5), es geht um die Schöpfung und ihre Beständigkeit in Gott, dem Schöpfer. Das erste Zeichen dieser Beständigkeit war die Ausbreitung der rakia, und sie wurde nach der Flut bekräftigt im Zeichen des Regenbogens, der das Gewölbe der rakia abbildet.

Teile der Juden wie der Christen erwarten oder wollen unbedingt durchsetzen einen erneuten Tempelbau in Jerusalem und die erneute Einführung von Opfern, weil sie die Danielstellen, auf die Jesus, allerdings ohne von Opfern zu sprechen, ebenfalls verweist in seinen Endzeitreden, dafür aber von dem Gräuel der Verwüstung (bdelugma tes eremoseos) (Mt24,15), so deuten, als müsse nach Jahrhunderten oder nach der gängigen Zeitrechnung sogar zwei Jahrtausenden ohne Opfer wieder ein Tempeldienst eingeführt werden. Ein dritter Tempel müsse erbaut werden mit rechtmäßigen Tieropfern, die der Antichrist dann beenden und durch einen Greueldienst ersetzen würde.

Es mag eine Rolle spielen, dass die Juden diese Danielstelle bereits zur Makkabäerzeit erfüllt sahen, als Antiochus IV. Epiphanes einen gräuelhaften Zeusaltar mitten in das israelitische Heiligtum und kleinere Versionen davon in allen Städten Judas aufstellte, das tägliche Tempel-Opfer abschaffte und stattdessen heidnische Rituale durchführen ließ (1Mak1,43+57). Juden wie Christen verstanden aufgrund dieser (ersten) historischen Verwirklichung der Prophetie den tamid bei Daniel iS eines Tempelopfers und schließen daraus, dass in Jerusalem wieder ein Tempel gebaut werden müsse, um tägliche Opfer wieder einzuführen, damit sie anschließend wieder abgeschafft werden können. Ich halte das für einen Fehlschluss oder Missverständnis. Denn nur, weil zur Makkabäerzeit eine bestimmte Auffassung zur Deutung der Danielstelle aufkam, muss sie nicht richtig sein, schon gar nicht für eine zweite Erfüllung.

Wie sehr diese Auffassung auch der Entwicklung des Judentums, das sich zu weiten Teilen aufgrund der manifesten Zerstörung des Tempels 70nChr nicht nur gezwungenermaßen äußerlich, sondern auch innerlich verabschiedet hat von blutigen Opfern und erkannt hat, dass das eigentliche Opfer nur ein demütiges Herz sein kann, aber auch der Logik des christlichen Denkens, das doch nach dem Christus jedes weitere Opfer für obsolet hält, widerspricht, ist vielen, v.a. evangelikalen Christen nicht bewusst. Sie heben den Heilsweg Gottes auf, indem sie behaupten, für die Juden gelte da ein anderer Weg, und der müsse über erneute Opfer gehen. Ihnen entgeht, dass es für diese letztere Szenario überhaupt keinen biblischen Anhaltspunkt gibt. Auch sehen sie gar nicht, dass nach vermutlich 2000 Jahren Unterbrechung der Opfer, also der definitiven Abschaffung der täglichen Opfer (!), eine Logik der doch „bisher beständigen“ Opfer gar nicht sinnvoll sein kann. Dieses Beständige ist doch längst nicht mehr beständig gewesen. Sie lassen sich zu dieser Deutung verleiten, weil dem endzeitlichen Tier oder dem Sohn des Verderbens, den sie mit dem Antichristen gleichsetzen, der begrifflich in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht biblischen Ursprungs ist, tatsächlich Wunderkräfte und große Verführungskraft und ein Götzenbild zugeordnet werden, das alle anbeten sollen (Apk13,15). Zurecht nehmen sie einen kultischen Charakter in diesem Endreich wahr. Ob jener aber überhaupt noch in irgendeiner Weise vergleichbar sein wird mit dem, was wir aus den Zeiten davor kennen, ist die Frage. Verschiedene Autoren unserer Tage wie Gunnar Kaiser beobachten seit zwei Jahren, dass wir eine perverse, völlig abstruse, aber eindeutig kultische Inszenierung weltweit erleben9.

Daniel erwähnt interessanterweise, dass viele Gewalttäter (Buber nennt sie Wüterichsöhne) seines Volkes versuchen würden, seine Visionen zu erfüllen, aber zu Fall kommen würden (Dan11,14). Die meinen, sie müssten nachhelfen, wie die, die die Pläne für den 3. Tempel in der Schublade und erneute Tieropfer in der Schublade haben, von anderen grausamen Dingen ganz zu schweigen, werden es nicht schaffen, ihre Pläne durchzusetzen. Sie verstehen wahrscheinlich gar nicht, was in den Visionen angesagt wird und müssen deshalb irre gehen.

Daniel wie Jesus schauen, dass dieses Reich vollkommen anders sein wird als alles, was es davor gab. Man muss annehmen, dass genau dies auch mit der Formel vom verwüstenden Gräuel gemeint ist und der Bemerkung Pauli in 2Thess2,3f, dass der Sohn des Verderbens; der sich widersetzt und sich überhebt über[gegen] alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ⟨ist⟩, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei, jeden letzten Rest an Ordnung, Achtung und Ehrfurcht vor dem Göttlichen zertreten wird und eine heillose, tödliche Unordnung einführen wird. Da dieses Göttliche und Verehrungswürdige allgemein formuliert wird, nehme ich an, dass es nicht speziell israelitisch oder christlich festgelegt ist, sondern ein allgemeines menschliches Bewusstsein und Herz für das Gute meint: Wo immer in menschlicher Kultur und Religion Göttliches respektiert wurde: es wird vernichtet werden. Ist es derzeit nicht genau das, was wir erleben? Ob der Tempel Gottes hier einen realen neuen, dritten Tempel meinen muss? Es ist möglich, aber nicht zwingend, denn viel wichtiger ist, dass ho anthropos tes harmatias, der Mensch der Verkehrung/Verfehlung, er sich als Gott ausweisen wird und ja nicht nur in einem Steinhaus in Jerusalem sein Unwesen treiben wird, sondern auf der ganzen Erde, unter der gesamten rakia, die immer noch täglich das Werk der Hände Gottes verkündet. Die Schöpfung unter und über der rakia ist Gottes Tempel oder als sein Tempel ursprünglich geschaffen. Die apokalyptische, negative Vervollkommnung des mysterion tes anomias (Geheimnisses der Unordnung) hat zwei Merkmale: die Überhebung des Menschen in der dramatischen und theatralisch inszenierten Verfehlung (harmatia) und seine Selbstanbetung im Tempel Gottes, der Weltburg, und die Leugnung des Zeichens Gottes, der rakia, u.a. durch vorsätzliche Verdrehung des Regenbogenzeichens für den eigenen Zweck der totalen Verheerung aller natürlichen Ordnungen zu einer bunten Kunstwelt. Yuval Hararis großspurige Vision vom technokratisch erzeugten Homo Deus und all die Wahnideen vom Cyborg (Mischwesen aus biologischem organismus und Maschine) stellen sich ohne sich zu verbergen in die Reihe der Erfüllung-Wüteriche dieser Prophetien. Sie allesamt haben aber keine Kraft aus sich selbst, weil sie das Schöpfungsheilige auch in sich selbst leugnen und vernichten, und müssen straucheln und fallen.


Das kleine, aber wachsende Horn (keren) bei Daniel tut das, was schon die Babelleute taten:


Und aus dem einen von ihnen (den vier Hörnern nach den vier Windrichtungen) ging ein Horn hervor, winzig/ aber es wuchs übermäßig nach dem Süden und nach dem Aufgang und nach dem Ziergebiet./ Er ward groß bis ans Heer des Himmels (zawa haschamajim), und es schleuderte vom Heer und von den Sternen zur Erde und zertrats./ und bis zum Heerfürsten wards groß. (Dan8,9ff)


Die kosmischen Zeichen herabfallender Sterne und schwindenden Lichts, die für die letzten Tage angekündigt werden, müssen damit zusammenhängen, dass die rakia als dieses Zeichen der Beständigkeit und Schöpferkraft Gottes angegriffen sein wird und alles, was unter ihr Herberge bekommen hat von Gott.


Ezechiel sieht nicht nur die rakia, sondern er schaut auch den Allerhöchsten über ihr thronend. Die Beschreibung der rakia als einer möglicherweise fließenden, ahnungshalber polymorphen, aber trotzdem festen Kristall-Gewölbestruktur wird in der Schauung bestätigt. Das Gewölbe ist strahlend, glitzernd, aber auch furchtbar anzusehen aus der Nähe, es ist wie Eiskristall, unnahbar, und der Stuhl, der oberhalb auf ihr steht, scheint aus Saphirstein zu sein, aus blauem Kristall. Auf diesem Stuhl sitzt einer, der aussieht wie ein Mensch.

Unterhalb des Firmanents schaut er ein seltsames Vierfachlebewesen auf augenübersäten Rädern, das von manchen Mystikern als merkavah, als Thronwagen intepretiert wurde.7 Ezechiel kann über die Konsistenz dessen, was er sieht, nur in schwachen Vergleichen sprechen, es ist alles nur so wie dies oder das, er kann es nicht weiter präzisieren. Nicht nur die kristalline und edle Struktur kommt zum Ausdruck, sondern auch überwältigende Lichtphänomene, die er nur schwerfällig beschreiben kann. Der Glanz der rakia und des Thrones mit dem Menschenähnlichen auf ihm gleicht dem Glanz des Goldes und des Regenbogens. Ezechiel nimmt neben dem Eiskristall, dem Eindruck äußerster Kälte in der rakia, der Kälte, die auch notwendig ist, um das tehom zu befrieden (s.o.), auch Feuer in der Gestalt des Menschenähnlichen, äußerste Hitze, wahr. Die Eindrücke, die er in Ez1 beschreibt, sind so überwältigend, dass er auf sein Angesicht fällt. Anschließend wird er von dem Menschenähnlichen auf dem Saphirthron als ben adam, als Menschensohn angesprochen: Menschensohn,/ steh auf deine Füße, / ich will mit dir reden (Ez2,1). Hier wird deutlich, dass die Position des Menschen im Gespräch mit Gott nicht die Haltung eines auf die Erde Niedergeworfenen sein kann. Es ist eine entgeisterte Haltung Ezechiels, als er auf sein Gesicht fällt. Gott, der mit ihm reden will, will ihn aber stehend, auf Augenhöhe. Damit dies gelingt, muss er mit der ruach (Geist) versehen und aufgerichtet werden: Geistbraus kam in mich, sowie er zu mir redete./ er stellte mich auf meine Füße,/ ich hörte den zu mir Redenden./ Er sprach zu mir: Menschensohn (…) (Ez2,2f).



7. Der Regenbogen ist das Zeichen der festen rakia bis zum Ende der Weltzeit


Wir können nicht anders als anzuerkennen, dass die Vorstellung biblischer Autoren vom Himmel, der rakia und dem schamajim, unvereinbar sind mit der kopernikanisch-heliozentrischen Idee. Die rakia ist die unverrückbare Manifestation der Schöpferkraft Gottes, die anhält bis ans Ende der Weltzeit. Davon kündet sie unentwegt. Sie erhielt nur ein einziges Mal eine größere Veränderung durch Gott selbst bei der großen Flut: An diesem Tag/ aufbrachen alle Quellen des großen Wirbels,/ und die Luken des Himmels öffneten sich (Gen7,11). Die Gestirne, befinden sich in der rakia und haben einen Weg nach oben oder unten offen, aber keine Macht, sie grundsätzlich zu öffnen. Auch Engel und Menschen können nach den Visionen die rakia durchschreiten wie eine Schleuse, aber nicht dazu bringen, offenzustehen. Da auch oberhalb der rakia das tehom (Urwirbel) ist nach Gen1, kann man diese Beschreibung nur so verstehen, dass Gott den materiellen Sinn der rakia, nämlich auch eine Urwasserscheide zu sein, bei der Überflutung der Welt für 40 Tage aufhob und sie löchrig oder durchlässig machte. Danach aber schloss Gott mit der überlebenden Schöpfung einen Bund und versprach, die Erde niemals mehr auf diese Weise durch das losgelassene tehom zu vernichten. Als Zeichen setzt er den Regenbogen an den Himmel. Uns wurde der tiefe Sinn dieses Zeichens stets vernebelt und durch postmoderne Multikulti-Ideologie noch zusätzlich unkenntlich gemacht. Der Bogen ist eindeutig und ohne jeden Zweifel das Zeichen des Himmelsgewölbes, der rakia, die fortan fest verschlossen bleiben soll und keine Flut mehr durchlassen wird. Die Rundung des Regenbogens zeigt die Gewölbestruktur der rakia an, und sein Farbspiel, dass die rakia das Licht der schamajim zur Erde hin wunderbar bricht und den Dingen ihre Buntheit und ihren Glanz schenkt. Diesen Glanz erhalten bereits jetzt schon die Heiligen, wie Daniel es schrieb, denn sie rücken in die äußerste irdische Nähe Gottes wie die Sterne. Das bedeutet auch, dass niemand, auch nicht die finsterste Macht in der Lage sein wird, diese rakia erneut so zu verletzen oder militant zu erschüttern, dass eine Flut ausgelöst wird auf Erden.


Der Versuch, tehom in Form von Black Goo in die Menschen zu injizieren oder zu tätowieren, wird die Menschen, die das freiwillig mitmachen, untergehen lassen, aber nicht die rakia. Wenn sie am Ende der Zeiten ins Wanken kommt, wird nicht erneut Wasser einstürzen, wird keine erneute Flut geschehen, sondern in den Wolken wird der Menschensohn in seiner Herrlichkeit und seiner exousia, seiner von Gott verliehen Vollmacht sichtbar werden und all jene an sich ziehen, die sich an ihm ausgerichtet und orientiert, ihm nachgeeifert waren als dem Menschensohn, zu dem jeder Mann und jede Frau berufen war und noch ist und deren großer Zahl er als der Erste, der protos, vorangestellt wurde, der dann als eschatos am Ende der Tage kommt und seine Brüder und Schwestern in Empfang nehmen wird und damit Gottes Entfaltung und Sinn, der arche und telos ist, zu erfüllen. Er hat ausdrücklich die exousia sowohl im Himmel als auch auf Erden verliehen bekommen und konnte schon vor seiner Auferweckung den Wassern und Winden gebieten (Mk4,35-41).


Die größte Lästerung und ein zentraler Gegenstand des Abfalls der Menschheit von dem, in dessen Gestalt sie eigentlich geschaffen wurde und dem sie sich zunehmend entzogen hat, um sich selbst zu stiften, ist daher in der totalen Unkenntlichmachung der alten Kosmologie vollzogen worden, die wir doch in der Schrift ebenso finden wie in anderen Traditionen, auf die ich später kommen werde. Diese Lästerung wird leider von fast allen Christen nicht erkannt und oft sogar mit Zähnen und Klauen verteidigt. Der Ausgang dieser Lästerung geschah von der Kirche her und wurde von ihr allen Menschen übergestülpt. Sie brachte die Menschen ab von ihrem Gefühl und dem alten Wissen für die wahren Verhältnisse, in denen wir uns befinden. Ihre Missionare trugen das neue, schriftferne Weltbild des 16. Jh überall hin, wie ich in Fake Heavens I nachgezeichnet habe.


Das heliozentrische Weltbild bedeutet nicht nur eine eigenmächtige Öffnung des Himmels ins Unendliche, sondern auch eine Entleerung des Himmels über uns. Wo immer Gott im neuzeitlichen Weltbild sein soll, er ist nicht der König in seiner Weltburg. Damit ist der katechon, der, der alles durchwirkt und hält und über der rakia seinen Sitz hat, aus dem Zentrum gerückt worden.

1https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/30615/

1https://www.welt.de/vermischtes/article150403072/Die-unheimlichen-Schluckloecher-vom-Toten-Meer.html

1Entnommen von dieser Website: https://www.openpr.de/news/810157/Black-Goo-das-intelligente-Oel-und-seine-Wirkung-auf-den-Menschen.html

2Informationen dazu auf https://www.goldunze.de/rohstoffe/rohoel/abiotische-erdoeltheorie/

3Artikel dazu: https://www.lichtsprache-online.com/lichtsprache/lichtsprache-nr-87/das-intelligente-%C3%B6l/ und das Interview mit Bernhard Wimmer von 2013 hier: https://youtu.be/hdLYX0Tm5ac

4https://www.pravda-tv.com/2021/03/in-masken-und-teststaebchen-wurden-fadenartige-zappelnde-parasiten-namens-morgellons-gefunden-videos/

5Unter anderem ebenfalls schwarze Schlieren: https://www.youtube.com/watch?v=fXwhQtjV5uw

6Entnommen von dieser Website: https://www.pravda-tv.com/2021/04/black-goo-macht-dich-zu-einem-nanoroboter/

5https://odysee.com/@Patriots:2/Black-Goo-Eine-dunkle-Intelligenz:8

6https://magazinalsu.ru/de/chernyi-kamen-musulman-kaaba-i-chernyi-kamen.html und https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Stein_(Mekka) und https://www.zobodat.at/pdf/DAKW_13_1_0001-0005.pdf

7https://thuletempel.org/wb/index.php/Die_Herren_vom_Schwarzen_Stein

8https://www.untersberg-news.at/mystischer-untersberg/isais-u-templer/

8https://thuletempel.org/wb/index.php?title=Isais-Offenbarung

9https://www.youtube.com/watch?v=VHtJiM-1fIk

6https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Fishbowl

9Gunnar Kaiser: Der Kult. Über die Viralität des Bösen. Rubikon Verlag 2022

7Zur Sicht Gottes in der Thronvision des Johannes. https://www.johannesoffenbarung.ch/die_himmel/gott.php (abegrufen am 9.4.2022)

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