Dienstag, 1. Januar 2019

Trinitätslehre auf dem Prüfstand: Brief XI an Unitarier und Trinitarier - Ist der Johannes-Prolog ein Beweis für die Trinitätslehre?



Brief XI an Unitarier und Trinitarier: Ist der Johannes-Prolog ein Beweis für die Trinitätslehre?

1 in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum
2 hoc erat in principio apud Deum
3 omnia per ipsum facta sunt et sine ipso factum est nihil quod factum est
4 in ipso vita erat et vita erat lux hominum
5 et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non conprehenderunt
6 fuit homo missus a Deo cui nomen erat Iohannes
7 hic venit in testimonium ut testimonium perhiberet de lumine ut omnes crederent per illum
8 non erat ille lux sed ut testimonium perhiberet de lumine
9 erat lux vera quae inluminat omnem hominem venientem in mundum
10 in mundo erat et mundus per ipsum factus est et mundus eum non cognovit
11 in propria venit et sui eum non receperunt
12 quotquot autem receperunt eum dedit eis potestatem filios Dei fieri his qui credunt in nomine eius
13 qui non ex sanguinibus neque ex voluntate carnis neque ex voluntate viri sed ex Deo nati sunt
14 et Verbum caro factum est et habitavit in nobis et vidimus gloriam eius gloriam quasi unigeniti a Patre plenum gratiae et veritatis
15 Iohannes testimonium perhibet de ipso et clamat dicens hic erat quem dixi vobis qui post me venturus est ante me factus est quia prior me erat
16
et de plenitudine eius nos omnes accepimus et gratiam pro gratia
17
quia lex per Mosen data est gratia et veritas per Iesum Christum facta est
18
Deum nemo vidit umquam unigenitus Filius qui est in sinu Patris ipse enarravit

Da mir Kommentatoren hier auf dem Blog geradezu inflationär beweisen wollen, das ins Judentum eingedrungene hellenistische Gedankengut sei gewissermaßen in ersterem schon angelegt und daher eine seitens der Heiden notwendige Ergänzung, um die „ganze Offenbarung“ zu erhalten, und zu diesem Zweck auf den Johannes-Prolog verweisen, möchte ich folgendes anmerken:

Der Johannes-Prolog nimmt Bezug auf einen Logosbegriff, der aber nicht näher spezifiziert wird. Es ist reine Spekulation ohne jeden Beweis, dass er sich damit an die Logosphilosophie Philos habe anschließen wollen, derzufolge der „Logos“ „Gottes Sohn“, eine personifizierte Hypostase des Göttlichen sei, die aber den Bereich des Geistigen nicht verlässt.

Es ist literarisch gewaltsam und unwissenschaftlich, in diesen Prolog nun auf Teufel komm raus alexandrinisches Denken hineinlesen zu wollen.
Hinzu kommt, dass die neuere Forschung äußerst unterschiedliche Lösungen der literarischen Problematik dieses Prologs anbietet (eine vernünftige Zusammenfassung des Forschungsstandes hier http://www.beck-shop.de/fachbuch/vorwort/9783631625361_Intro_005.pdf in der Untersuchung von Konrad Pfuff.

Mancher Theologe nimmt an, dass die ersten Verse des Prologs tatsächlich ein Zitat aus einem Hymnus seien — entweder eines Hymnus aus hellenistischen Gottesdiensten v. Chr. oder aus johanneischen Gemeinden n. Chr. Wie immer man es sehen will, gibt der Autor des Prologs der Logosbegrifflichkeit eine eigene Zuspitzung. Das bedeutet, dass er sich nicht einem vorhandenen Logosbegriff einfach anschließt, sondern ihn kritisch aufgreift und gewissermaßen „korrigiert“.
Zweifelsohne hat sich im jüdischen Hellenismus schon v. Chr. ein binitarisches Denken und Philosophieren breitgemacht, das dem monotheistischen Kampf, den die Propheten bis dahin geführt hatten, krass ins Gesicht schlug. Alle Bini- und Trinitätsbefürworter müssen sich und uns allen die Frage beantworten, was das für eine Religion ist, die erst in aller Härte für die Einzigkeit Gottes kämpft und selbst immer wieder in den Baalsglauben umkippt, der Bini- und Trinitäten kennt, und nun plötzlich mit dem erschienenen Messias genau das proklamiert, was sie zuvor ausgeschlossen hat?!
Das sollte niemanden wundern, der die LXX kennt und ihre Beschreibung insbesondere in den Makkabäerbüchern. Hier wird sehr klar geschildert, wie der Hellenismus — zunächst noch gegen den Widerstand der traditionell Gläubigen — gewaltsam ins Judentum eingeführt wurde und es im Prinzip unbrauchbar gemacht hat. Es wäre einen Ansatz wert, die LXX einmal auf diesen geradezu erschütternden Niedergang alles dessen, was vorher durch die Propheten verkündet und immer wieder korrigierend angemahnt worden war, zu untersuchen: diese „Apokryphen“ beschreiben uns den Glaubenskampf und schließlich den unheilbaren Glaubensabfalls Israels, aus dem nur der Messias retten konnte.
Schwerwiegende und apokalyptische politische Wirren prägten die letzten 100 Jahre bis zur Geburt Jesu (und danach bis zum jüdisch-römischen Krieg), innerjüdische Kämpfe, theologischer Zerfall, völlige Verwirrung zwischen der Tanachüberlieferung und dem Hellenismus, dessen Motive aus dem gesamten Spektrum des umweltlichen Heidentums stammen, gegen die der Tanach ankämpfte, und schließlich der Untergang Judäas, der eine Zerstreuung nicht nur in alle Völker nach sich zog, sondern auch eine totale Vermischung des Gedankengutes mit all diesen Völkern. Die zahlreiche apokalyptische Literatur und die ebenso zahlreichen, vorangegangenen messianischen Bewegungen legen Zeugnis dafür ab, dass die Juden selbst sehr genau wussten, dass sie am Abgrund ihrer Kultur und Religion standen und nicht mehr weiter wussten. Jesus kam wirklich in einer apokylptischen Zeit, die uns die apokryphen Bücher des AT — kritisch gelesen — vor Augen führen. Die Ausschließung dieser Bücher aus dem kanonisierten Schriftbestand durch die Juden selbst, — ob nun in einem „Konzil“ in Jabne ca. 100 Jahre n. Chr. oder prozesshaft an und um diese Lehrstätte in Galiläa, spielt sachlich keine Rolle — , kann man auch so verstehen, dass die verbliebenen Rabbis wie schon zuvor die Pharisäer versuchten, den eigentlichen Traditionsbefund zu differenzieren von den Zeugnissen seines Niedergangs, dessen Spuren nun im erwachenden, nachapostolischen Christentum eine verheerende Synthese annahmen, die die des hellenistischen Judentums noch bei weitem übertraf an Verworrenheit und Glaubensabfall. Was ein bereits abgefallener Zweig des Judentums vorbereitet hatte, wurde von einer pseudochristlichen Bewegung aufgegriffen und vollends pervertiert. Mitnichten aber herrschte im heiligen Land zur Zeit Jesu der Hellenismus, wie der Kommentator Holger Jahndel behauptet:. Es gab immer noch eine scharfe Differenz zwischen dem hellenistischen Diaspora-Judentum und dem Judentum im Land Judäa, und der Prozess totaler Verwirrung war noch nicht so weit fortgeschritten. Dass die Pharisäer mit ihrem Rückzug auf die Tora sich verbissen und das "Herz" erkalten ließen, steht auf einem anderen Blatt. Wenn Jesus im nächtlichen Gespräch mit dem Sanhedrin-Mitglied Nikodemus, der wohl Pharisäer war, ausdrücklich das Bekenntnis zu einem einzigen Gott bekräftigt, kann man daraus ablesen, dass dieses Bekenntnis damals durch den Hellenismus bereits in Frage stand oder aufgeweicht worden war. Aber der Messias Jesus bestätigt den älteren Glauben - nicht den Hellenismus...

Anders als es uns immer weisgemacht wird, ist das „Judentum“ spätestens seit diesen furchtbaren Tagen kein „Block“, den Gott wundersamerweise bis heute unbeschadet trotz Verstreuung in alle Nationen gerettet hat, sondern eine mehrfach überschriebene und neu gestartete und zersplitterte Legende, vielleicht sogar eine Folie für ganz andere Dinge als das alte Judentum oder überhaupt wirklich Jüdisches. Nichts eignet sich besser für Usurpation und chamäleonhafte Wandlung als ein legendäres Volk umherwandernder Personen mit einer heiligen Überlieferung. Das Judentum hat sich historisch nach der Zerstörung des Tempels 70 n.Chr. mehrfach gewandelt und dies so sehr, dass die tiefen Entfremdungen und Zerwürfnisse innerhalb des Judentums nur darin eine Erklärung finden können. Niemand wird bestreiten, dass die Abgründe, die zwischen rabbinischen Juden einerseits und kabbalistischen und/oder chassidischen jüdischen Sekten und dem Zionismus, die sich später bildeten, fast unendlich groß sind. Die derzeitigen schweren Differenzen zwischen der Chabad-Sekte und dem rabbinischen Judentum (Chabad baut weltweit Konkurrenzstrukturen zu den bestehenden jüdischen Strukturen in deren Gemeinden auf und die traditionellen Juden wehren sich dagegen (vgl. eine solche Auseinandersetzung hier in Frankfurt: https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/gemeinde-distanziert-sich-von-chabad/) sprechen eine mehr als deutliche Sprache, ebenso die Weigerung vieler sehr frommer Juden, nach Israel zu gehen, das sie für ein Zeichen der Vermessenheit ansehen: Gott errichtet das Reich für Israel erst dann, wenn der Messias kommt!
Selbst der genetische Bestand der heutigen Juden ist mehr als fragwürdig, und manche behaupten, dass auch das gesamte Volk fast komplett ausgetauscht worden sei (die „Kusarim“). Die alten Geschlechtsregister, die die Juden führten, um den Messias als Nachkommen Davids zu bestätigen, wurden von den Römern im jüdisch-römischen Krieg vernichtet. Es ist also keinerlei Beweis vorhanden für behauptete Abstammungen. Schon zu biblischen Zeiten ging der größte Teil des Bestandes von 10 Stämmen Israels in den Völkern verloren, und die Frage, wo sie geblieben sind, bewegt bis heute viele Gemüter und heizt naturgemäß zu Spekulation und Ansprüchen an. Moderne Genomuntersuchungen sind so unklar formuliert, dass alleine schon daran erkennbar wird, dass die Tatsache einer eben gerade nicht einheitlichen Abstammung derer, die sich als Juden bezeichnen, vorliegen dürfte, zB hier https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/erbgut-als-geschichtsbuch/ .
Beweise für eine exklusive genetische Abstammung der heutigen Juden von den alten Israeliten liegen also nicht vor. Alle Studien gehen stets von dem vorhandenen Genbestand aus, beschrieben etwa hier https://www.igenea.com/docs/Weltwoche_judengen.pdf und berechnen danach, wer „Jude“ ist, ja man kann sogar inzwischen testen lassen, ob man „rassisch“ irgendwie „jüdisch“ ist, etwa hier https://www.igenea.com/de/juden . Da der größte Teil der jüdischen Bevölkerung jedoch europäischer Abstammung ist und nach einigermaßen objektiven Studien den größten Teil seines Genbestandes mit den Europäern und Kauskasiern teilt, wird hier nur getestet, ob jemand zu einem bestimmten Strang europäisch-kaukasisichen Genetik Beziehungen hat oder nicht.
„Eine im Wissenschaftsblatt „Genome Biology and Evolution“ 2012 veröffentlichte Studie bekräftigt die in der sogenannten „Khasaren-Hypothese“ formulierte Annahme, das Genom der jüdischen Bevölkerung Osteuropas setze sich aus kaukasischen, europäischen und semitischen Anteilen zusammen.“ (Quelle: https://matrixhacker.de/khasaren/ )
Was sagt uns das?
Es sagt uns, dass es keine unvermischte „jüdische“ Tradition mehr gibt, bzw dass wir sie nicht kennen. Man darf sich auch nichts darüber vormachen, dass der „Ariernachweis“ der Nazis, wollte man wirklich rassisch definieren, nicht aussagefähig war. Es wurden zwei Generationen vor dem Nachweisenden gelistet — man wusste damit tatsächlich nichts über eine „rassische“ Herkunft. Allenfalls traf das Merkmal der Religionszugehörigkeit aufgrund von Akten zu, aber das war ein Religionsmerkmal, kein rassisches. Der Holocaust war insofern, obwohl vordergründig in einem genetischen Sinn "rassitisch" motiviert, ein Massenmord ohne jede genetische Grundlage. Getötet wurden Menschen, die der Religion nach Juden waren oder noch erkennbar von solchen stammten. Trotz aller Behauptungen ließ sich auch niemals ein einheitliches „jüdisches Aussehen“ nachweisen, und jeder kennt die peinlichen Szenen, die wiederholt beschrieben wurden, in denen emsige Nationalsozialisten zur Anschauung des „nordischen Langschädels“ im Biologieunterricht nicht selten ausgerechnet einen jüdischen Mitschüler aufriefen und vermaßen, weil er ihnen als das am besten geeignete Objekt erschien. Objektiv ist ein Jude von einem „normalen“ Europäer überhaupt nicht unterscheidbar, wenn er sich nach den Gepflogenheiten seiner Zeit und seines Landes kleidet und gibt. Andernfalls hätte die schon Mittelalter verlangte Kennzeichnung des Juden durch einen gelben Fleck keinen Sinn ergeben, denn man hätte den Betreffenden auch so erkannt. Der „Antisemitismus“/Semitismus ist mit großer Wahrscheinlichkeit einer der größten „Fakes“ der Geistesgeschichte, weil es schlicht keine (jüdischen) „Semiten“ gibt, ist doch ohnehin die Abstammung der Araber, Aramäer und Hebräer von Noachs Sohn Sem eine unbewiesene Legende, die auf einer Verwandtschaft der arabischen, aramäischen und hebräischen Sprache beruht, aber nicht auf einer „Rasse“.
Im übrigen kennt auch das AT keine rassische Reinheit oder Definition Israels über eine „Rasse“.
Dass es einen Stammvater gab, sollte man nicht mit einer „Rasse“ gleichsetzen, sondern, wie es immer wieder betont wird, mit einem geistigen Ausgangspunkt in einer Person. Abraham, Isaak und Jakob sind Träger der Verheißung - nicht bestimmter wirksamer Gene!
Schon zu AT-Zeiten treten zahlreiche Heiden positiv gezeichnet ins Volk Israel ein, ob das die Frau des Mose ist, ob es die Mutter der Kinder Ephraim und Manasse des Vizepharaos Joseph ist, ob es Ruth ist (eine der Stammmütter Jesu!), ob es die vielen Perser sind, die dem Ende des Buches Esther gemäß Juden wurden. Negativ wird ebenfalls eine massenhafte Vermischung beschrieben, vor allem durch Könige, die sich mit heidnischen Frauen nicht nur genetisch vermischten (zB Salomo, Ahab) und vermischte Erbfolgen gründeten. Auch die Makkabäer konvertierten gewaltsam Heiden ins Judentum. Der heutige zionistische Rassismus hat jedenfalls kaum einen biblischen und erst recht keinen historisch-realen Anhalt.
Was also das „Judentum“ überliefert, ist weder aus einem Guss noch ist es alles „von Gott geoffenbart“, sondern ein Kampffeld, auf dem sich die Geister erbittert scheiden - das bestätigt auch Simeon in seiner Prophetie an Maria.
Dem heutigen Menschen bleibt wie allen vorigen nicht erspart, sich der tatsächlichen Botschaft der Propheten, Jesu Christi und der Apostel über die ganze Geschichte weg zu stellen und zu erkennen, was hineingehört und was nicht. Erschwert wird diese Forschung, was das NT betrifft, weil wir erst spät vollständige kanonische Abschriften haben, also nicht wissen, wie die ursprünglichen Texte ausgesehen haben. Die Tatsache, dass der Bibelkanon genauso wie die entstehenden Dogmen, v.a. der Trinität, zeitgleich von denselben Kräften festgelegt wurden, nämlich den staatskirchlichen, macht ein „sola scriptura“-Argument zumindest brüchig. Die Rolle des Heiligen Geistes ist nicht die einer weiteren göttlichen Hypostase, sondern die dringend notwendige Kraft und Befähigung, eine Art Kontaktstelle, zur Erkenntnis der Wahrheit in diesem Verkündigungschaos, das sich mit jeder historischen Minute steigert, von dem leider kein Ende abzusehen ist.

Es kann also überhaupt keine Rede davon sein, dass der Johannes-Prolog Philos Logoslehre für das Christentum verbindlich gemacht hätte. Es ist unhaltbar, sich auf irgendwelche „jüdischen“ Traditionen oder Meinungen zu beziehen, als seien sie verbindlich oder unumstritten.
Liest man den Prolog ohne irgendwelche ideologischen Voraussetzungen, klingt er so:

Der „Logos“ ist die Gesamtpotenz Gottes, seine Überintelligenz und der Sinn des Ganzen, der alleine bei Gott liegt — alleine bei Gott: das betont Johannes schon im ersten Vers. Nirgends schreibt er, es handle sich um eine „Person“ oder einen „Sohn“, sondern um den „Logos“ eben, der ganz und gar göttlich ist und bei Gott ist, nota bene: ohne sich aus ihm heraus zu emanieren. Der neuplatonische Logos jedoch emanierte nie weiter "abwärts" als in die Sphäre des Geistes - von daher muss auch der Arianismus verstanden werden: er ging ebenfalls von einem hellenistischen Konstrukt aus, das lediglich dem Logos in der Emanation in den geist keine totale Gottidentität mehr zugestehen wollte.
In diesem „Logos“ liegt bei Johannes das gesamte „Leben“, und dieses Leben war ursprünglich als solches „Licht“ — das aber ging nach dem Genesisbericht verloren.
Der Mensch war ursprünglich als Geschöpf ein Lichtwesen und lebte im Selbststand (in Teilhabe) das Leben Gottes (Odem Gottes). Die Differenz - dass der Mensch nicht den ganzen Gott abbildete oder lebte - hat weder die Tora noch das Prophetentum je genauer ausgeführt. Es bleibt im AT vollständig im Dunkel, wo genau die Trennlinie zwischen Urbild und Abbild verläuft.
Wenn es nun heißt, dieser „Logos“ sei „Sarx“ geworden, dann schclägt das der hellenistischen Theologie vom "Logos" krass ins Gesicht: Das heißt, dass alles „Sarx“, also die ganze Schöpfung, die vitale Leiblichkeit (!), voller „Licht“, ein Niederschlag aus dem „Logos“ Gottes ist, der bei Gott ist und nicht von ihm irgendwie getrennt oder „herab“-emaniert — so wie dieser Text in seiner materiellen Vitalität, den ich aufgrund meiner Vernunft und Geistbegabung hier am materiellen Schreibgerät schreibe, keine Person neben mir ist, sondern Niederschlag meiner Geistigkeit! Auch dieser Text liegt als Werk vor, und jeder kann ihn lesen — es wäre absurd, dies anders zu verstehen, ebenso wie das Werk Gottes aus seinem Geist kommt und nicht Person neben ihm ist.
„Sarx“ ist vitale Leiblichkeit — nicht dieses komatöse, geschwächte und todgeweihte „Soma“, das insbesondere bei Paulus häufig als Begriff für das „Fleisch“ vorkommt. Eine Verknüpfung von "Sarx" und "Logos" in diesem unbefangenen Sinne aber ist nicht hellenistisch!
Der Messias gehört in dieses Werk Gottes und wird als neuer lichtvoller Ansatz einer Schöpfung (Sarx) in die bereits vorhandene, aber gefallene, lichtreduzierte oder besser „verfinsterte“ Schöpfung gebracht. Das vorhandene finstere Sarx erkennt das neue lichtvolle Sarx nicht — außer denen, die eben nicht aufgrund dieses Sarx darüber Erkenntnis bekamen und sie auch „annahmen“, sondern aufgrund des Willens Gottes.
Die Abwertung des Leiblichen im Hellenismus wird hier aufgehoben bzw hintergründig kritisiert: das „Fleisch“, „Sarx“, stammt nämlich direkt aus dem Willen Gottes, es ist ein direkter Niederschlag aus seinem „Leben“ und „Licht“ und ist sein Werk und Ausdruck seines Geistes.
Von einer Inkarnationstheologie ist der Johannes-Prolog meilenweit entfernt. Es findet sich darüber buchstäblich nichts im Text!
Nach diesen Einleitungsversen (Joh 1,1-5) wird vom Auftreten Johannes des Täufers gesprochen, der Zeuge für das "Licht" ("phos") sein sollte, bevor es erscheint, selbst aber noch nicht Licht ist. Das „Licht“ sei da gewesen und in die Welt gekommen, heißt es, alles sei von diesem Licht geschaffen worden, - wie zuvor gesagt worden war, dass durch den "Logos" alles geschaffen worden sei - , aber die Welt habe es/ihn nicht erkannt. Warum sollte man annehmen, dass hier von Jesus die Rede ist? Es ist doch, dem Sinn nach, weiterhin Gott gemeint, bei dem der „Logos“ und das/der "Phos" ist!
Die Verse 11-13 sprechen davon, dass er, also Gott, das "Licht", mit seinem "Logos", zu den „Seinen“, also seinem „Eigentum“ kam und von diesen „Eigenen“ nicht aufgenommen wurde. Viele Ausleger verstanden diese „Eigenen“ als das Volk Israel bzw. die, denen er sich am Sinai und mit den Propheten offenbart hatte und die ihn immer wieder hinausgewiesen und verraten hatten. Diese Deutung ist sehr plausibel.
Man kann sie auch globaler verstehen iS der „Welt“, die zuvor genannt wird. Vor dem heilsgeschichtlichen Anspruch des AT gesehen dürfte beides richtig sein, nämlich, dass die ganze Welt sein „Eigenes“ ist (denn sie wurde durch den „Logos“!), Israel als Träger der besonderen Verheißung, den Messias herauszubilden, aber im besonderen und nicht polarisiert „getrennt“ von der restlichen Welt (wie sich der Zionismus heute leider aufpflanzt und damit viele Evangelikale verblendet hat).

Der Vers 14 nun spricht erstmalig vom „Sohn“ (!): „14 et Verbum caro factum est et habitavit in nobis et vidimus gloriam eius gloriam quasi unigeniti a Patre plenum gratiae et veritatis“.
Was heißt das denn genau?
„Der Logos wurde Sarx und wohnte unter uns, und wir sahen seinen Glanz — gewissermaßen den eines einzigen Sohnes von einem Vater — erfüllt mit Huld und Wahrheit.“
So würde ich das übersetzen!
Das heißt also nicht und steht definitiv nicht da (!), dass hier eine Gottheit „inkarnierte“ (ein solcher Gedanke wurde im gesamten AT verworfen und als Abgötterei angesehen!), sondern dass Gott sich sichtbar machte in einem Menschen, der diese ursprüngliche Lichterfülltheit nicht verloren hat, der ohne die Schwäche der Sünde war, und als einziger Mensch die Ebenbildlichkeit, die ursprünglich allen zukommen sollte, spiegelt. Gott wird sichtbar an seinem Ebenbild, dem Menschen! Wird das Ebenbild geschwächt, wird Gott dem Menschen verfinstert.
Am vollkommenen Ebenbild macht sich dieser Gott, den „nemo vidit umquam“, „niemand je gesehen hat“, erkennbar: dem Christus, dem Messias. Und niemand heißt: niemand! Es bedeutet eigentlich auch, dass der Sohn ihn nicht gesehen hat. Denn von ihm heißt es nur: „unigenitus Filius qui est in sinu Patris ipse enarravit“, der oben genannte „einzige Sohn“, der einzige Mensch, der Mensch ist, wie der Mensch gedacht war und insofern „in sinu Patris“ ist, also ganz „in seinem Sinn“ (griech.: „in seiner Brust“) ist, uns erzählt“, uns Kunde bringt von der Gestalt des Vaters. Wir sagen noch heute im Deutschen das Lehnwort "insinuieren" und meinen damit "einflüstern", "einfließen lassen", "in Zusammenhang bringen", auch sehr negativ: "unterstellen". Neutral verstanden bedeutet dieses "in sinu Patris" bei Hieronymus ungeheuer poetisch genau das, was eben keine Inkarnation meint: dieser Jesus ist vollständig durchwirkt von seinem Schöpfer, dem Vater, der ihm alles förmlich "eingeflüstert" hat, seine ganze vitale und freisetzende "Matrix", oder im Wortgebrauch der Genesis: seinen "Odem". Der islamische Brauch, dass der Vater einem Neugeborenen Gebetsrufe ins Ohr flüstert, könnte diese "Geste" ein bisschen illustrieren. Der also, der ganz und gar vom Vater belebt ist und aus dessen vitalen "Logoi" (Worten) lebt, die der ihm einhaucht - der kann uns auch alleine Kunde bringen von dem, der ihm Leben einhaucht.
Das alles hat aber mit "Menschwerdung Gottes" überhaupt gar nichts zu tun.
Vielmehr hat es etwas mit einer enormen Nähe zwischen Gott und Mensch zu tun, die mich schwindeln lässt.

Von einer Logostheologie, wie Philo sie entwickelte hatte, ist diese Kennzeichnung maximal weit entfernt, denn bei Philo wird der Logos nicht Fleisch, nicht „Sarx“, und vor allem in gar keinem Fall ein Mensch!
Man muss davon ausgehen, dass niemand diese hellenistische Logosphilosophie mehr zerschlagen hat als der Autor des Johannes-Evangeliums!
Er rückt gerade, was der „Logos Gottes“ ist: nämlich ganz bei Gott und nicht aus ihm heraus "nach unten" emaniert!
Der einzige vollkommene Mensch, der Messias, an dem sich Gott bezeugt und sichtbar macht, den er neu erschafft, um alle anderen zu retten und wieder zu sich zu ziehen, wenn sie wollen, ist nicht der Logos in Person (wo stünde das!?), sondern ein Werk desselben Logos, durch den alles erschaffen wurde und wird!

Mit diesem Prolog hätte die Kirche eigentlich ihren Weg nicht verfehlen müssen...
Warum sich im „Christentum“ (neben zahlreichen ganz heidnischen Motiven) der verdorbene, vom Monotheismus abgewichene hellenistische und paganisierte Teil des Judentums ausgerechnet ein Denkmal schaffen konnte, ist eine offene Frage. Und die Frage, in welcher Beziehung dieses "Christentum" zu dem paganisierten Teil des heutigen Judentums steht, das eine wirre Mischung aus den religiösen und okkulten Ideen und Praktiken aller Völker darstellt und in bizarrem Kontrast dazu ein somatisch-rassistisches Selbstkonzept hat, das völlig abweicht von der Geistausrichtung des NT, ist ebenfalls offen. Man kann den Verdacht haben, dass es zwei Seiten derselben Medaille sind.

Zuletzt sei jedenfalls darauf verwiesen, dass Mose und Jesus in V17 parallel angesehen werden: Das Gesetz hat Mose gegeben, der ein Mensch war, der auf dem Sinai als einziger Mensch von Gott umschattet wurde (wie später dann Maria!) und die Tora erhielt (durch Vermittlung von Engeln), aber die direkte Huld und Wahrheit des einen Gottes kam durch den Mariensohn (Maria wäre in einer solchen Lesart die buchstäbliche menschliche Botin/Vermittlerin, nachdem der Engel Gabriel sie instruiert hat) Jesus, der… natürlich auch ein Mensch war. Etwas anderes geht aus dem Text nicht hervor. Die Differenz aber, dass im ersten Fall Engel auf Stein vermitteln, was Gott schenken will, schafft die harte Distanz. Im zweiten Fall vermittelt mit Gottes Hilfe und Auftrag durch die Ansprache seines Engels ein anderer Mensch, Maria, also Fleisch und Blut in der Kraft des Geistes, was Gott schenken will, den neuen Adam - das ist nicht in Stein, sondern in Fleisch gezeichnet, menschlicher als es je menschlich war...
Dass die Distanz zwischen Gott und Mose aber alleine aufgrund des „Sujets“ (Steine/Gesetz) größer war als die zwischen Gott und Jesus (Fleisch/Kraft Gottes/Huld und Wahrheit), kann nicht aufheben, dass es sich beide Male um Menschen handelte. Während Mose wie die Mutter Jesu von Gott umschattet wurde, um Licht zurückzugewinnen, war der Messias schließlich unverstelltes Lichtwesen, wenn auch "unter das Gesetz (des Mose) getan" bis zu seiner Auferstehung.

Kommentare:

  1. >>>>Warum sich im „Christentum“ (neben zahlreichen ganz heidnischen Motiven) der verdorbene, vom Monotheismus abgewichene hellenistische und paganisierte Teil des Judentums ausgerechnet ein Denkmal schaffen konnte, ist eine offene Frage. Und die Frage, in welcher Beziehung dieses "Christentum" zu dem paganisierten Teil des heutigen Judentums steht, das eine wirre Mischung aus den religiösen und okkulten Ideen und Praktiken aller Völker darstellt und in bizarrem Kontrast dazu ein somatisch-rassistisches Selbstkonzept hat, das völlig abweicht von der Geistausrichtung des NT, ist ebenfalls offen. Man kann den Verdacht haben, dass es zwei Seiten derselben Medaille sind.<<<<<

    Liebe Frau Jüngling, sie verwenden die Bezeichnung "paganisiert" vollkommen wirr und falsch und wahllos. Ich habe sie bereits oft genug auf die jüdische Merkbah-Mystik und Thronwagen-Mystik und prophetische Henoch-Literatur nach dem Propheten Henoch (zur Zeit Jesu Christi in Palästina sehr weit im Volk verbreitet und beliebt) und die kabbalistische Numerologie als pythagoräisch-hermetische Zahlen-Symbolik und Zahlen-Mystik der jüdischen Kabbalah hingewiesen, siehe auch Gershom Scholem und Elias Erdmann dazu (siehe seine Aufsätze und freien Online Texte im Netz usw.). Weiterhin die 4 Tiergesichter bzw. 4 Tiergestalten der Propheten im Alten Testament und ich leicht veränderter Form auch in der Johannes-Offenbarung im Neuen Testament bzw. bei den 4 Evangelisten als 4 Evangelisten-Symbole im Neuen Testament. Die Engel der 4 Elemente bzw. 4 Erzengel als 4 antike Vorsteher bzw. Aufseher und Wächter über die 4 Elemente und 4 Astral-Götter.
    Siehe auch den Propheten Daniel im Alten Testament der Bibel zum Kommen des "Menschensohnes" (Hoheitstitel) als den erwarteten göttlichen Erlöser und Heiland auch der monotheistischen persisch-medischen Religion der Zarathustrier bzw. Zoroastrier, der Prophet Daniel wurde im Orginal-Texte des Alten Testamentes vom persischen König zum "Rab-Mag" ernannt. Dem obersten der sterndeutenden Magier-Priester der monotheistischen Religion des Propheten Zarathustra bzw. Zoroaster. Ein persischer König wird im alten Testament auch mit dem Titel "Heiland" geehrt usw.
    Zu den Unterschieden Islam und Christentum siehe auch den Orientalisten Hans-Peter Raddatz "Von Gott zu Allah". Und philologisch und theologisch nachweisbar ist auch, dass Jesus Christus aus der griechischsprachigen Septuaginta-Bibel, in der die jüdisch-hellenistische "Weisheitsliteratur" enthalten ist, zitierte. Mindestens einmal nachweislich auch direkt aus den Apokryphen. Siehe dazu auch die mystische theologische "Sophiologie" der russisch-orthodoxen Kirche als die personale Erscheinungsform des Heiliges Geistes als Geist Gottes und "Geist der Weisheit und Offenbarung" im Neuen Testament der Bibel und Sonnenfrau der Johannes-Apokalypse bzw. Offenbarung des Johannes. Nach deren Vorbild und Abbild sich schon zahlreiche Marien-Erscheinungen zeigten, bis hin zur Details wie dem blauen Mantel und den Sternen über dem Haupt, als Abbild und Abglanz des "Geistes der Weisheit und Offenbarung" bzw. der "Sophia" (griechisch, hebräisch chakhema oder chkokhma) als dessen personaler Erscheinungsweise. Maria ist die neue Eva, so wie Jesus Christus der neue Adam und himmlische Adam und himmlische Herrscher "Pantokrator" und Anthropos und göttlicher Erlöser und Heiland und Messias und platonischer Ideal-Mensch beim Apostel Paulus und in der Bibel ist. Jesus Christus und der Heilige Geist als Paraklet und Tröster und Beistand sind die beiden wahren gesandten göttlichen und personalen Mittler und Vermittler zu Gott dem gütigen Vater und Schöpfer.


    https://www.bibleserver.com/text/EU/Johannes14,11

    https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelistensymbole

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    1. "Wirr und falsch und wahllos"?

      Irrtum, Herr Jahndel!

      Paganisiert ist all das, was durch pagane Überformung verdorben wurde - ich schreibe das so und meine das so. Ob Sie mir zustimmen, ist keine Frage MEINES Denkens.

      Den Rest schenken wir uns mal: Ich habe Sie nämlich auch schon unzählige Male drauf hingewiesen, dass es über all diese Leierkasten-Details, die Sie zigmal (Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein - nur: bei mir nicht, Sie unterschätzen mich sowohl psychologisch als auch intellektuell...) eine umfangreiche und zerklüftete Forschungslage gibt - wer also recht hat, ist nirgends "offiziell" entschieden.
      Lernen Sie damit zu leben, dass auch Sie ganz schief liegen könnten und sich nur einen Reim machen, der mehr oder weniger plausibel oder begründet ist.

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    2. Damals war auch die Henoch-Literatur im Palästina im Volk sehr weit verbreitet und beliebt.
      Abschliessend weise ich sie auch noch auf den Personen-Begriff vom Apostel Paulus und seine Personen- bzw. Personal-Theologie hin, denn dieser Personen-Begriff entstand ja eben erst gerade durch das Christentum und das Neue Testament. Siehe auch die personale Psychologie und das personale Menschenbild des Christentums im Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz von christlichen Humanisten. http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin, auch zur Psychologie und Didaktik und Pädagogik und Erziehung usw.
      Siehe auch die mystische theologische "Sophiologie" der russisch-orthodoxen Kirche Russlands zur Sophia als personaler weiblicher Erscheinungsweise des Heiligen Geistes als Geist Gottes und "Geist der Weisheit und Offenbarung" und Sonnenfrau der Johannes-Apokalypse bzw. Johannes-Offenbarung im Neuen Testament der Bibel. Und siehe die Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und nach dem Heiligen Irenaeus von Lyon, der auch noch den 1. Clemensbrief zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes zählte. Dieser bezieht sich sehr stark auf die jüdisch-alexandrinische hellenis-
      tische Weisheitsliteratur der Septuaginta bzw. des griechischsprachigen Alten Testamentes und mehr.

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    3. Was wollen Sie mit diesen etwas - pardon - "wahllos" zusammengestellten Hinweisen sagen? Sie müssten wissen, dass die henochliteratur erst schubweise entstand und vor allem das hebräische Henochbuch erst sehr lange nach Christus verfasst wurde (6.-9. Jh nach Christus) - erst dort aber wird diese Idee von seiner Verwandlung in den Engel Metatron formuliert. Der Talmud verurteilt diese ideen und ihre Vertreter samt dem Metratron als "kleinem JHWH" scharf.
      Sie sollten also rechnen und sich klarmachen, dass diese Idee zur Zeitenwende schwerlich "im Volk" beliebt gewesen sein kann. Zumal wir auf eine solche idee zu dem frühen zeitpunkt keinerlei Hinweis haben. In der älteren Henochliteratur ist Henoch nur ein Gerechter und Entrückter - ein bloßer Mensch! Und als solcher wird er auch im Hebräerbrief beschrieben und dort keineswegs mit Jesus verwechselt oder als Messias gehandelt.
      Das führt sachlich also vollkommen in die Irre, was Sie da aufbringen.
      Ich folge Peter Schäfer, der davon ausgeht, dass diese Metatron-Tradition eine späte nachchristliche Rückwirkung des christlichen Denkens auf das jüdische Denken ist, dort aber in Kreisen, die von den Rabbinen bekämpft werden. Schäfer wiederum bezieht sich auf Forschungen des jüdischen Gelehrten Leopold Lucas.

      Ihren schwammigen Hinweis auf den "Personen-Begriff" von Paulus hätten Sie, anstatt die immer selben Mühlen zu drehen, ausführen sollen. So bleibt es nicht nur bloße Behauptung, sondern auch noch unverständlich.

      Und im übrigen: was interessiert es, ob irgendwelche von der Kirche natürlich vorrangig überlieferten "Väter" mit alexandrinischer Schlagseite irgendetwas gemeint haben?
      Das ist kein Beweis dafür, dass ihre Position die rechte ist.
      Bekanntlich hat die Kirche in ihrem Dogmatisierungsprozess - wie die Römer schon zuvor - alles vernichtet, was nicht niet- und nagelfest war und nicht in ihre Konzepte passte. Deshalb haben wir nicht nur keine authentischen frühen NT-Handschriften, sondern auch keine originalen Schriften bestimmter Häretiker mehr (etwa Arius).
      So ist leider jede Apologetik der Kirche billig und steht auf tönernen Füßen. Es müssten schon stets beide Seiten gehört werden ("audiatur et altera pars!"), aber eine Kirche, die dafür sorgt, dass man nur noch sie hört und alles, was anders ist, als sie, verdammt, hat sich für immer unglaubwürdig gemacht. Jesus hat nicht zum Krötenschlucken, sondern zum Prüfen aufgefordert - wie aber soll man prüfen, wenn das Prüfmaterial beseitigt wird?

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  2. >>>>Und die Frage, in welcher Beziehung dieses "Christentum" zu dem paganisierten Teil des heutigen Judentums steht, das eine wirre Mischung aus den religiösen und okkulten Ideen und Praktiken aller Völker darstellt und in bizarrem Kontrast dazu ein somatisch-rassistisches Selbstkonzept hat, das völlig abweicht von der Geistausrichtung des NT, ist ebenfalls offen. Man kann den Verdacht haben, dass es zwei Seiten derselben Medaille sind.<<<<<

    Wie gesagt, das heutige Judentum hat ein Problem: Den babylonischen Talmud nämlich, siehe zu dessen katastrophalen Inhalten den jüdisch-israelischen Prof. Israel Shahak und seine Bücher.
    UND es schied ja eben gerade die griechischsprachige Septuaginta Bibel mit der jüdisch-hellenistischen Weisheitsliteratur (aus der Jesus Christus nachweislich im Neuen Testament zitierte) und ihrem LOGOS-Begriff aus, und damit auch die damit verbundene und daraus abgeleitete LOGIK und ETHIK als natürliche Vernunft und Ratio-nalität und natürliche vernünftige Moral und das universelle Sittengesetz, welches der Apostel Paulus im Neuen Testament auch den gerechten und vernünftigen unter den Heiden zubilligte. Als ihren Anteil am Logos sozusagen, siehe auch Paulus im Neuen Testament dazu. Auch Philo(n) von Alexandrien (siehe auch Elias Erdmanns Aufsatz dazu und seine anderen freien Online Texte) geriet im Judentum in Vergessenheit. Ebenso manche mystische und hermetische Traditionen etwa der Essener, die heutigen Talmudisten speziell des babylonischen Talmud sind die direkten Nachfolger der Phariäser als jüdische Schriftgelehrte, die das Gesetz zwar gut kannten aber eben nicht hielten. Es gibt aber auch die messianischen jüdischen "Söhne der Propheten" und die Thorah-treuen Juden und die Karäer und Samariter bis heute usw. Siehe übrigens auch den Orientalisten Hans-Peter Raddatz zu den Unterschieden Christentum und Islam in seinem Buch "Von Gott zu Allah?" und den Personen-Begriff und das personale Menschenbild und die personale Theologie beim Apostel Paulus, aus welchem sich dann überhaupt erst der abendländische europäische westliche Personen-Begriff entwickelte. Siehe auch das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz dazu und zur Personal-Psychologie und zum christlich-personalen Menschenbild als Person.

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    1. Es gibt "das" heutige Judentum nicht, sondern nur verschiedene Judentümer. dass der ganze hellenistische Komplex über die Sefardim sehr wohl im Judentum Platz genommen hat, sollten Sie wissen - es gibt nicht nur das rabbinische Judentum.

      Eine Frage: Lesen Sie eigentlich noch mehr als die Meinungen Ihres Idols Elias Erdmann? Informieren Sie sich überhaupt umfassend?!

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    2. Ja, und zwar durchaus nicht-Mainstream Autoren. Der entweder protestantisch rein juden-christlich oder auch sehr stark katholisch konfessionell ausgerichtete Mainstream unterdrückt nämlich zumindest indirekt etwa die Positionen und Erkenntnisse der orthodoxen und orientalischen Kirchen des Ostens bzw. Ostkirchen und slawischen Kirchen ganz massiv. Ebenso natürlich die Atheisten und ideologischen Materialisten und Modernisten und Postmodernisten und die sogenanne angebliche aufgeklärte und kritische Theologie zum angeblichen "historischen Jesus", welche in Wirklichkeit auch in der angeblichen neutralen Wissenschaft und Archäologie und Historie ideologisch freimaurerisch relativistische Positionen verbreitet. Ein Parade-Beispiel für den Einfluss auf die sogenannte liberale und modernistische Theologie war Rudolf Augstein, der ehemalige SPIEGEL-Herausgeber, welcher felsenfest ideologisch dogmatisch lange darauf bestand, dass es Jesus vermutlich nie gegeben habe. Heute gibt es den postmodernen Relativismus mit seiner Sophistik und Rabulistik (auch in der Theologie) und den massiven Einfluss der Anti-Trinitarier (dem auch sie unterliegen) und den der sogenannten angeblichen selbsternannten "Zeugen Jehovas" als anti-trinitarischer Sekte, welche sogar den klaren Aussagen der Bibel entegegn das Kreuz Jesu Christi als christliches Zeichen ablehnt und als christliches Glaubenssymbol verwirft, weil es angeblich heidnisch sei. Aber das ist unbiblischer Unsinn, und auch die Archäologie kann schon für das früheste Urchristentum das Kreuz als christliches Symbol der Gläubigen und die Kreuzes-Verehrung bzw. Verehrung des gekreuzigten Jesus Christus belegen. Auch wenn sie am Anfang wohl noch nicht so im Mittelpunkt stand bzw. so zentral in der Liturgie und im Cultus der Meßfeiern war wie heute in der katholischen Kirche bzw. dann später in der alten lateinischen tridentinischen Messe. Man Vergleiche dies beispielsweise stattdessen mit der alten byzantinischen Messe, welche die russisch-orthodoxen Altgläubigen für die russisch-orthodoxe Kirche trotz langer UNterdrückung und Verfolgung bewahrten und überlieferten. Diese alte byzantinische Messe wurde auch sogar von der katholischen Kirche als legitime und gültige Meßfeier und Heilige Messe anerkannt. Gegenwärtig versucht man auch die alten Liturgien und Messen der iro-keltischen bzw. iro-schottisches Johannes-Kirche als Johannes-Christentum nach dem Apostel Johannes auf den britischen Inseln und in der Bretagne in Frankreich und in Galizien in Spanien wiederzubeleben. Diese koptisch-pelagianische Johannes-Kirche wurde von den Kopten aus dem ägyptischen Alexandria gegründet bzw. begründet und ging dann später in der römisch-katholischen Kirchen nach den beiden Aposteln Petrus und Paulus auf (die im Mittelalter übrigens auch noch charismatische Heilig-Geist Messen für Charismen bzw. Wunderkräfte und Engelsmessen als Votiv-Messen kannte, sie gerieten in Vergessenheit - dies droht nun auch der alten lateinischen tridentinischen traditionalen Messe als "Heiliger Messe aller Zeiten" und traditioneller Messe für Katholiken - auch dies ist ein Werk des Modernismus und der freimaurerischen Ideologie des absoluten Relativismus und der Beliebigkeit mit ihrer Sophistik und Rabulistik und ihren Ideologien und ihren ideologischen Geistmächten). Auch die Trinität wird systematisch angegriffen und bekämpft.

      ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI.

      w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2006/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-regensburg.html

      http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html

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  3. 6. Der von Jesus geoffenbarte Heilige Geist ist also eine Person (die dritte Person der Dreifaltigkeit) mit einem personalen Handeln. Aber in der gleichen Abschiedsrede zeigt Jesus die Verbindung auf, die die Person des Heiligen Geistes mit dem Vater und dem Sohn eint: deshalb ist in der Abschiedsrede die Ankündigung vom Kommendes Heiligen Geistes zugleich die endgültige Offenbarung Gottes als Dreifaltigkeit.

    Tatsächlich sagt Jesus zu den Aposteln: „Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben" (Joh 14,16): den „Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht" (Joh 15,26), „den der Vater in meinem Namen senden wird" (Joh 14,26). Der Heilige Geist ist also eine zum Vater und zum Sohn unterschiedliche Person und zugleich mit ihnen eng vereint: er „geht vom Vater aus", der Vater „sendet" ihn im Namen des Sohnes, und zwar im Hinblick auf die Erlösung, die vom Sohn durch seine Selbsthingabe am Kreuz vollbracht wurde. Jesus Christus sagt deshalb: gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden" (Joh 16,7). „Der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht" wird von Christus als der Beistand angekündigt, „den ich euch vom Vater aus senden werde" (Joh 15,26).

    7. Im Johannestext„ der Jesu Rede im Abendmahlssaal wiedergibt, ist also die Offenbarung über das Heilswirken Gottes als Dreifaltigkeit enthalten. In der Enzyklika Dominum et vivificantem habe ich geschrieben: „Weil eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn in seiner Göttlichkeit, ist der Heilige Geist zugleich Liebe und (ungeschaffenes) Geschenk, aus dem wie aus einer Quelle (fons vivus — lebendiger Quell) jegliche Gabe an die Geschöpfe entspringt (geschaffenes Geschenk): das Geschenk der Existenz für alle Dinge durch die Schöpfung; das Geschenk der Gnade für die Menschen durch die gesamte Heilsökonomie" (Nr. 10).

    Im Heiligen Geist offenbart sich also die Tiefe der Gottheit: das Geheimnis der Dreifaltigkeit, in der die göttlichen Personen sind, das Geheimnis, das aber für den Menschen offen ist, um ihm das Leben und Heil zu schenken. Darauf spielt der heilige Paulus im ersten Korintherbrief an, wenn er schreibt, „Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes" (1 Kor 2,10).

    http://www.clerus.org/clerus/dati/2000-04/29-10/26489.html

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    1. Jesus hat den Hl. Geist nicht "offenbart"!
      Der Geist Gottes wirkt von Anfang an und schon lange im AT, Jesus wurde von ihm erfüllt und kündigte an, ihn zu senden als "alius paracletus" - den "anderen Beistand".
      Na und?
      Wie viele Denkecken muss man umschiffen, um daraus eine "trinitarische Person" zu krieren?!
      Es gibt kein unschärferes Denken als dieses stumpfe kirchenchristliche Argumentieren, das nichts weiter als ein dreistes Spekulieren ist.

      Lesen Sie doch erst mal meinen Artikel gründlich - wie wäre das?

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  4. >>>Mitnichten aber herrschte im heiligen Land zur Zeit Jesu der Hellenismus, wie der Kommentator Holger Jahndel behauptet:.<<<<<

    Die griechische Sprache war weit verbreitet, und der Apostel Paulus muß auch die Schriften Philo(n) von Alexandriens (siehe auch Elias Erdmanns Aufsatz dazu und seine anderen freien Online Texte) gekannt haben. Jesus Christus zitierte nachweislich auch aus der griechischsprachigen Septuaginta-Bibel (philologisch und theologisch nachweisbar), und nachweislich mindestens einmal auch direkt aus den sogenannten "Apokryphen" der enthaltenen jüdisch-hellenistischen alexandrinischen "Weisheitsliteratur". Damit ist diese für Christen eindeutig kanonisch...
    Christen sind eben KEINE Juden mehr, denn der Neue Bund nach dem Messias Jesus Christus trat an die Stelle des Alten mosaischen Bundes nach Moses im Alten Testament der Bibel und ersetzt diesen.
    Zeit Zeit Jesu Christi war in Palästina aber auch die Henoch-Literatur nach dem Propheten Henoch im Volk sehr weit verbreitet und beliebt. Siehe eben auch Gershom Scholen und Elias Erdmann zur prophetischen jüdischen Merkabah-Mystik bzw. Thronwagen-Mystik und kabbalistischen Numerologie und mystischen Henoch-Literatur. Der Apostel Paulus zitiert im neuen Testament der Bibel im Judas-Brief auszugsweise aus dem äthiopischen Buch Henoch, siehe aber auch die angesehene Jubiläen-Buch.
    Außerdem gab es noch allerlei Sonderlehren, etwa bei den Essenern und Qumran und den Samaritanern.
    Es gab auch jüdisch hermetische Traditionen der hermetischen Philosophie und Mystik. Allerdings eben nicht leibfeindlich wie bei den Gnostikern und dualistischen späteren Mandäern und Manichäern (von deren Denken wurde imho noch Augustinus sehr stark unbewusst in seinem Unterbewusstsein geprägt, da er einst Manichäer war - aber dieses Denken ist eben gerade nicht biblisch, wie auch die beiden Areopag-Zitate des Apostels Paulus auf dem Areopag in Athen der beiden stoischen Philosophen und Dichter Aratos (zum höchsten Gott) und Kleanthes (zum göttlichen Logos, bei ihm die "Weltseele" und "Weltvernunft") aus ihren damals weithin bekannten und verbreiteten Werken zeigen. Man geht von einer vernünftigen und an sich gerechten göttlichen Schöpfungsordnung des Kosmos und einem universellen Weltgesetz und einem vernünftigen Schöpfergott und einer ursprünglich vernünftigen göttlichen Schöpfung der Welt und des Kosmos aus. Dies kannten auch die Juden und persisch-medischen monotheistischen Zarathustrier bzw. Zoroastrer als "Anthropos" bzw. göttlicher Urmensch und himmlischer Adam und kosmischer Adam bzw. Adam Kadmon, siehe auch die jüdische Merkabah-Mystik bzw. prophetische Thronwagen-Mystik und die 4 Tiergesichter bzw. 4 Tiergestalten der Propheten im Alten Testament der Bibel und im Neuen Testament der Bibel leicht verändert in der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse und als 4 Evangelisten-Symbole.
    Siehe auch die Henoch-Literatur dazu (dort kommen auch Sternensymboliken wie der "Mazzaroth" bzw. "Mattaroth" hebräisch als Tierkreis bzw. Zodiak vor, auch im Alten Testament der Bibel, und astrologisch-astronomische Bezüge usw.). Siehe auch Gershom Scholem und Elias Erdmann und eben Philo(n) von Alexandrien, eben auch gerade zur Weisheitsliteratur mit dem kabbalistischen "Lebensbaum" im Alten Testament der Bibel, später auch Origenes als Schüler des Clemens von Alexandrien und Heiligen Klemens und Lehrer des Gregor Thaumaturgus und den 1. Clemensbrief usw.
    Diese alles bildet eben ein harmonisches organisches theologisches Ganzes, als Synthese in der göttlichen Trinität bzw. Heiligen Dreifaltigkeit des dreifaltigen Gottes in drei Personen usw.

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    1. Sie drehen sich im Kreis...ich sagte es schon: dass Paulus "wahrscheinlich" Philos Thesen kannte macht ihn nicht zum Vertreter von dessen Gedanken. Ich kenne auch die Texte Nietzsches, ohne sie mir deswegen auch nur annähernd zu eigen zu machen. Verstehen Sie das?

      Und dass ein Evangelist Jesus ein griechischen AT-Zitat in den Mund legt, das mit der LXX übereinstimmt: was beweist das?!
      Im schlimmsten Fall ist der knappe Passus zufällig übereinstimmend übertargen und nicht gezielt... Herr Jahndel: Wissenschaft geht anders, um es mal salopp zu sagen.

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  5. Liebe Frau Jüngling,

    da müssen Sie so viel schreiben, um den Sinn des Prologs zum Johannesevangelium in Ihrem Sinne hinzudrehen und sogar den Begriff "sarx" bewusst falsch zu übersetzen. Ja, wenn man nicht mehr an das Wort Gottes, das bei Gott und selbst Gott ist und das uns in Jesus Christus erschienen ist, glauben will, dann muss man sich es halt so hininterpretieren. Das ist mir schon klar.

    Entscheidend aber ist, was der Autor des Johannesevangeliums seinen damaligen Adressaten sagen wollte, denn an jene war das Buch zuerst gerichtet. Und in der Erzählung und Logik des gesamten Johannesevangeliums ist es klar, worum es geht:

    Um den Glauben an den einzigartigen Sohn Gottes, der schon vor jeder Schöpfung göttlich war und als Messias gekommen ist, uns zu erlösen und in den Bereich des Vaters zu bringen und so Reich Gottes aufzubauen.

    Die Autoren der Evangelien, und ganz speziell Lukas und Johannes wissen haargenau, warum sie was schreiben. Sie erklären dies selbst ganz kurz. Es ist eine erzählerische Absicht dahinter. Dieser Absicht werden Sie nicht gerecht. Johannes benutzt griechisches Vokabular und knüpft an griechischem Denken an, um eindeutig hebräisches Gedankengut auszudrücken. In moderner Sprache würde man das als ein "Abholen" der griechischen neuen Jünger Jesu aus ihren Vorstellungen bezeichnen um sie in das Geheimnis des Glaubens an Jesus Christus hinein zu führen.

    Da ist der "logos" dann nicht alles Mögliche, sondern in eindeutiger Bezugnahme auf das Schöpfungsnarrativ der Genesis das wirkmächtige Wort Gottes, das alles erschaffen hat. Mehrfach wird dieser Bezug hergestellt. Gleichzeitig wird damit auch den Pharisäern, die sich hinter der Thora verschanzen, klar formuliert, dass letztendlich nicht die Thora das Licht, das die Menschen erleuchtet ist oder das Manna Gottes oder die Tür zum Heil. Nein, dieser Jesus Christus ist Licht der Welt, Brot Gottes und die Tür, durch die einzugehen ist, um Gott als Vater zu kennen. Der Johannesprolog ist wie das gesamte Evangelium streng christozentrisch und wer versucht, das aufzubrechen, indem sich "sarx" plötzlich nicht mehr auf Christus beziehen soll, sondern auf eine angebliche entpersonalisierte "vitale Leiblichkeit" - woher auch immer Sie das wieder zu haben glauben - der verfälscht Absicht und Ziel des Evangeliums. Daher auch die Warnung in den Briefen, dass jeder Geist, der nicht bekennt, dass der Sohn Gottes im Fleisch gekommen ist, nicht von Gott ist.

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    1. Puh, nicht nur, dass Sie zu feige sind, mit Namen und Gesicht - wie so viele Apologeten es tun - aufzutreten, mich aber mit Namen ansprechen, sondern Sie werden persönlich und verdrehen in einzigartiger Weise, was ich geschrieben habe. Alleine das schon disqualifiziert Sie. Wer den anderen in seinen Gedanken nicht ernst nimmt, ist ohne jede Liebe und daher redet er nutzloses Zeug - "tönendes Erz", "klingende Schelle"...
      Aber es fehlt nicht nur an Respekt, sondern auch an Lesekompetenz:

      Ich schrieb nicht, dass Jesus Christus nicht im Fleisch gekommen ist, wie Sie mir in vollbewusster Bosheit unterstellen (denn mein Text ist eindeutig formuliert!), sondern dass bis Vers 14 noch gar nicht vom Sohn die Rede ist.
      Die gesamten Anfangsverse des Johannesprologs kann man daher auch ganz anders verstehen, als die Kirche es zu tun beliebt.
      Ich habe meine Gedanken dazu dargelegt - allerdings nicht als "Lehre" oder "Dogma", sondern als Gedanken, die ich mir mache.
      Dass der Christus im Fleisch gekommen ist, bekenne ich.
      Nicht aber bekenne ich die arrogante kirchliche Festlegung eines wahrscheinlich irrigen Verständnisses dieser Verse. Die Frage ist nämlich, wer hier unbedingt alles "in seinem Sinne zurechtbiegen" wollte.
      Den Begriff des "sarx" übertrage ich nicht "bewusst falsch", sondern so, wie Sie das in jedem griechischen Wörterbuch finden und auch in der Begriffstradition (der Begriff ist indogermanisch und heißt im Sanskrit "Schöpfung" (als intakte Schöpfung verstanden). Ebenso hat der Begriff des "logos" nun mal ein sehr weites Bedeutungssprektrum, und es ist nicht mein Fehler, wenn Sie sich gegen dieses Faktum sperren.
      Dass man nicht ohne weiteres folgern kann, dass Johannes einen bestimmten philosophischen Logosbegriff meint, sollte einem der redliche Verstand sagen. Vielmher beschreibt er in dem Prolog ja selbst, wie er ihn versteht - aber das hat die Kirche leider ignoriert und im Sinne ihrer dogmatischen Entwicklung umgedeutet oder auf eine Deutung festgelegt, die dem Text nun mal objektiv nicht immanent ist. Sie lesen etwas hinein, was nicht drinsteht, weil Sie wie der Pawlowsche Hund konditioniert wurden, es so zu verstehen.
      Ich habe im übrigen auch nirgends behauptet, dass der Christus nicht die Tür ist, durch man zu Gott kommt...
      Es ist die Frage, was man unter diesem Christus versteht.
      Die didaktische Strategie, die Sie Johannes ohne irgendeinen stichhaltigen Beweis unterstellen, ist zwar möglich, aber selbst wenn man sie annähme, wäre zu fragen, was er wem nahebringen will. Sie wissen darüber offenbar nicht Bescheid - aber damals wurden gerade diese Begriffe des "sarx" und des "logos" in geradezu mannigfaltiger Weise philosophisch verwendet. Johannes hat nicht an Philosophen geschrieben, sondern vermutlich an ein gemischtes Publikum. Würden Sie einen ganzen Abgrund an Missverständnissen riskieren mit solchen Begriffen? Oder kann man annehmen, dass er bereits mündlich davon geredet hatte?
      Wenn die These stimmt, wie Ohlig sie etwa vertritt, dass die ersten Verse aus einem jüdisch-hellenistischen Hymnus stammen, dann sind Sie im Erklärungszwang: wollte er einfach an diese Abirrung des Judentums anknüpfen, aus dem der Gnostozismus erwuchs, oder wie oder was?

      Jesus warnt vor Verführung.
      Und Sie rechnen offenbar gar nicht damit, dass prinzipiell jeder, der mit "Lehren" auftrumpft, ein verführer sein könnte. Auch die Hierarchie... gerade sie, weil sie mit diesem arroganten Anspruch auftritt.
      Und sehen Sie sich ihre Früchte an, auch die der Reformation: wie viele Menschen wurden grausam ermordet und verfolgt, weil sie diesem kirchlichen Konstrukt nicht glaubten, sondern eine andere Deutung aus den Schriften ablasen?
      An den Früchten erkennt man, wes Geistes Kind einer ist. Wer für eine Lehre zum Mörder wird, ist nicht von Gott.

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  6. Es wäre eine Frage, die zu beantworten nicht einfach, ist:

    Wenn Johannes schreibt

    "2 Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott;
    3 und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt."

    Wie ist das richtig zu verstehen?
    Und was ist denn die präzise Alternative zum notwendigen Bekenntnis?

    Der rechte Geist bekennt, dass der Messias Jesus im Fleisch gekommen ist - das Gegenteil könnte sein: a. dass er noch nicht im Fleisch gekommen ist, und b. dass er überhaupt nicht im Fleisch kommt, sondern nur geistig.
    Also, was muss bekannt werden?
    Steht da, dass man bekennen muss, dass Gott Mensch wurde oder "inkarniert" ist?
    Nein - das steht da nicht!
    Es steht da vorrangig, dass man bekennen muss, dass der Messias gekommen ist - da ist schon mal das Erste.
    Das Zweite ist, dass man bekennen muss, dass er "en sarki", im Fleisch gekommen ist, also innerhalb der geschaffenen Welt, also selbst geschaffen wurde - alles andere ist an den Haaren herbeigezogen, etwa dies, dass er zwar "in das Fleisch" (was aber falsch übersetzt wurde von Luther und vielen anderen), aber nicht geschaffen wurde.
    Das steht da aber nicht!
    Da steht, dass er "im Fleisch", also in der Schöpfung gekommen ist. Vorher hat man ihn erwartet, und er war noch nicht gekommen. Jetzt aber ist die Hoffnung erfüllt, und er ist gekommen.

    Wer sich unsicher darüber ist, was "sarx" bedeutet, der sollte dringend Wörterbücher konsultieren, aber auch Konkordanzen (nicht nur biblische, sondern auch allgemeine).
    "Sarx" ist ein uralter indogermanischer Begriff und bedeutet im Sanskrit ("sarga") "Schöpfung". In diesem Sinn wird es auch im AT genutzt. Wenn Petrus in 1. Petr 1,24 schreibt, alles "sarx" sei wie Gras, das ... niedergehen muss, dann wird hier einerseits deutlich, dass das "Fleisch" die Schöpfung meint, die ganze nota bene, dass diese Schöpfung aber verwundet ist und niedergeht - alles, der Mensch, das Vieh und das Gras, einfach alles Geschaffene. Ursprünglich aber ist das Fleisch vital und lebendig, ohne Verwundung.
    In diesem Fleisch kommt der Messias als ganz Schöpfung, ohne Wunde, denn er war, wie es heißt, ohne Sünde.
    Hier treten viele Fragen hinzu, etwa die, ob der Mensch vor dem Sündenfall unsterblich war - das kann man durchaus verneinen, denn wenn er danach sterben kann, muss er prinzipiell sterblich gewesen sein. Unsterbliches kann niemals sterblich werden, sonst wäre es nicht unsterblich. Sterbliches aber kann zu ewigem Leben erweckt werden. das meint die "Neugeburt" (Joh 3). Jesus war vor seiner Auferstehung offenkundig sterblich, danach aber erschien er in unsterblichem Leib.

    Mit "vitaler Leiblichkeit" wollte ich der Gefahr entgehen, dass sich das abwertende Verständnis der "Physis" im neuplatonischen Kontext einstellt. In diesem Kontext muss die Physis weit unter dem geist und dem Göttlichen stehen, selbst weit unter der Psyche. Nur die formlose Materie (Hyle) steht drunter und repräsentiert in diesen Philosophien das Böse. daher kommt die kirchliche Dämonisierung des Leiblichen. Aber sie steht auch nicht in der Schrift! Daher sagte ich "vitale Leiblichkeit".

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  7. Das ist kontextfreies unhistorisches Geschwurbel. Die Bedeutung des Begriffes "en sarki" ergibt sich nicht daraus, aus heutigen Wörterbüchern die mir genehme Bedeutung eines Begriffs heraus zu suchen, sondern daraus, was historisch konkret im Kontext damit gemeint ist. Daraus ergibt sich auch, dass ich nicht mit der Denkweise des 21. Jahrhunderts die Bedeutung des Kontexts ergründen geschweige denn, ersetzen kann. Aber klar, Gott musste über 2.000 Jahre warten, bis uns endlich Hanna Jüngling die Augen öffnen würde.

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    1. Normalerweise schalte ich derart niveaulose und gehässige Kommentare, noch dazu von "Anonymen", nicht frei.
      Sie haben - wie jeder leicht erkennen kann -, kein Argument, sondern nur üble Polemik und Schmähung. Das spricht durchaus auch in der Sache für sich...

      Warum ich die Ausnahme mache, ist folgendes:

      "En sarki" hieß schon immer "im Fleisch" und nicht "in das (ins) Fleisch". Das hat auch mit "historisch" nichts zu tun, sondern mit der Logik der Sprache und Grammatik, die heute nicht anders ist als damals. Wer klassische Sprachen gelernt hat, weiß das. Unser Kommentator kann aber ganz offensichtlich weder Griechisch noch Latein.

      "In" gibt es in fast allen indogermnaischen europäischen Sprachen mit folgendem Dativ/Ablativ oder mit folgendem Akkusativ, um eben unterschiedlichen Sinn auszudrücken. Das war vor 2000 Jahren so und ist heute noch so.

      Aber auch in der Vulgata heißt es noch korrekt: "omnis spiritus, qui confitetur Iesum Christum in carne venisse, ex Deo est."
      Also "in carne", in+Ablativ/entspricht im Deutschen dann dem Dativ nach "in"!

      Hieronymus übersetzte nicht "in carnem", also NICHT "in das Fleisch hinein", sondern er übersetzt korrekt "en sarki" ins Lateinische übertragen, "im Fleisch", also für Leute, die wenige Sprachkenntnisse haben, wie unser Kommentator:

      In + Dativ beantwortet die Frage: "Wo?"
      In + Akkusativ beantwortet die Frage: "Wohin?"

      Also NICHT: "Wohin/Wohinein ist der Christus gekommen?"
      Sondern: "Wo ist er gekommen?"

      Wer aufrichtig und der Wahrheit verpflichtet ist, wird darüber ohne Häme und Abwehr nachdenken und zugeben müssen, dass nicht Gott 2000 Jahre warten musste, bis einer den Menschen die Augen öffnet, sondern vielmehr Menschen mit der Dogmatisierung der Trinitätslehre bewusst und vorsätzlich das, was geschrieben steht und heute dasselbe bedeutet wir damals, als es geschrieben wurde, verdreht haben.

      Viele Übersetzungen haben übrigens diesen wirklich peinlichen Überttragungsschnitzer längst korrigiert, zB Luther 2017 ebenso wie die neue Einheitsübersetzung 2016.

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