Samstag, 10. September 2016

Ideologie des Traditionalismus und Sedisvakantismus



Ideologie des Traditionalismus und Sedisvakantismus


Die krypto-sedisvakantistische „Priesterbruderschaft St. Pius X.“, im Volksmund „Piusbruderschaft“ genannt, nicht anders als ihre Brüder im Geiste, die unmaskierten Sedisvakantisten jeglicher Färbung, führt die zuspitzende Engführung der Theologie des 19. Jh, die ihren vorläufigen Höhepunkt im Pontifikat Pius X. erreichte, fort. Mag uns auch die FSSPX gerne glauben machen, sie sei um Gottes Willen alles, nur nicht "sedisvakantistisch", so kann man bei nüchternem Blick nur feststellen, dass sie sich von den Sedisvakantisten durch ihre Inkonsequenz und Widersprüchlichkeit noch negativ abhebt.

Kennzeichen dieser Engführung waren und sind ein päpstlicher Zentralismus und Monarchismus „mit der Brechstange“ und eine damit verbundene Gleichschaltung, die sich bis heute in der giftigen Polemik gegen den das germanische Eigenkirchenrecht, den Gallikanismus und den Josephinismus äußert. Im Volksglauben förderte und forderte Rom im 19. Jh unter Pius IX. die Idolisierung des Papstes, pseudo-mystische Bewegungen und die Idealisierung „der“ Scholastik, vor allem die Thomas von Aquins.

Ein besonders verwirrendes Kapitel dieser Ideologie ist die Instrumentalisierung der Marienverehrung für den Papstkult und ansonsten eine herbe und herablassende Zurückdrängung und Bevormundung der Frau in Kirche und Welt, dazu ein auffallender Antijudaismus, der nicht selten auch antisemitische Ausmaße annimmt und die unbestreitbare politische Option für den Faschismus.
Die im 19. Jahrhundert überschnappende Dämonisierung der Freimauerei[1] durch ultramontane Kräfte wird ohne jeden echten Beweis mitsamt allen längst entlarvten „Fakes“ ebenso weitertradiert wie daraus abgeleitete Verschwörungstheorien bezüglich einer „Neuen Weltordnung“, die man dem hintergründigen Treiben der (angeblich jüdisch dominierten) „Hochfinanz“ und dem Zionismus zuordnet, die wiederum von den USA aus „gesteuert“ würden.

In diesen Kreisen trifft man auf ein ideologisch geklittertes Geschichtsbild der Kirche, aber nicht nur in ihnen. Auch viele innerkirchliche konservative Kreise betreiben diesbezüglich eine kaum erträgliche Schönfärberei. Zu nennen wäre hier etwa das vorgeblich eine negative Kirchenkritik zurechtrückende, letztendlich aber doch idealisierende Büchlein über das angeblich so "fortschrittliche" und "frauenfreundliche" Treiben der Inquisition. Die teilweise grauenvolle Praxis älterer Zeiten, insbesondere durch Urteile der Inquisition und deren Überstellung der "Täter" an weltliche Gerichte, wird hier um einiger „Vorteile“ willen in einen pittoresk-stilvollen Bilderbogen umgeprägt. Die vielen öffentlichen Verbrennungen von Menschen erhalten so einen heimeligen Glanz... [2] Das ist Falschmünzerei und erinnert an die bekannte Verharmlosung der Verbrechen Hitlers mit dem Hinweis darauf, dass er doch so viel modernisiert und die Autobahnen gebaut habe. Auch der Hinweis darauf, man dürfe solche Dinge nicht mit den Augen unserer Zeit ansehen und beurteilen, muss angesichts der Schwere der verübten Taten abgewiesen werden. Ungerechte und grausame Hinrichtungen waren zu allen Zeiten ungerecht und grausam!

Der Zeitgenosse steht irritiert vor diesem Chaos. Die Lebenszeit eines normalen Sterblichen reicht kaum mehr aus, diesen Wirrwarr zu rezipieren und zu sichten, geschweige die Geister zu unterschieden. Man bräuchte mindestens 300 Lebensjahre, um hier einigermaßen klarzusehen.

Das vielgepriesene, ach so vertrauenswürdige, ins Totale übersteigerte päpstliche Lehramt hat selbst noch dem unbedarftesten Geist in den letzten 200 Jahren gezeigt, dass es in dieser Überhöhung so vertrauenswürdig nicht sein kann, denn es widerspricht sich, hält sich selbst nicht an seine „ordentlichen“ Feststellungen und stellt den Gläubigen vor quälende Rätsel, von denen einige wenige Beispiele genannt werden sollen:

  • Wenn noch Benedikt XIV. bestimmte, dass es nicht erlaubt ist, jüdische Kinder gegen den Willen ihrer Eltern zu taufen[3], weil dies dem von Gott gesetzten Naturrecht entgegenstehe, die Kirche aber unter Pius IX. dennoch gerade das tat, sogar gegen internationalen Protest, und Pius IX. einen solchen Jungen, den man seinen verzweifelten Eltern im Kirchenstaat geraubt hatte, selbst und widerrechtlich „adoptierte“, um aus ihm einen katholischen Priester zu machen, eine Art „Trophäe“ kirchlicher Überlegenheit über das Judentum[4] – dann weiß man nicht, was man als Gläubiger von einem solchen Papsttum halten soll… Katholiken rasten aber regelmäßig aus, sobald Eltern, die etwa auf einem „Home-schooling“ beharren, weil sie die Sexualerziehung, die ihren Kindern aufgezwungen werde, dramatisieren, die Kinder entzogen werden und schreien Zeter und Mordio. Erinnert man sie daran, dass die Kirche genau dasselbe unter anderem Vorzeichen, doch auch gemacht hat, leugnen sie das ab oder verharmlosen es. Der Vatikan führte diese widerrechtliche Praxis jedoch selbst noch nach dem 2. Weltkrieg fort.[5]
  • Oder – was ist davon zu halten, dass man mit dem Tridentinum die Unterdrückung der vielverzweigten Exemtionspraxis des Mittelalters, weil sie angeblich die Kirchenreform behindere, einleitete, dem entstehenden Jesuitenorden aber genau das, was man doch sonst beschneiden wollte, in einer fast grenzenlosen Weise zugestand, nämlich von den Diözesen unkontrolliertes Vagabundieren durch die gesamte Welt und alle damit verbundene Eigenmächtigkeit und Unterwanderung diözesaner Administration?
  • Oder – wie kommt es, dass nach dem Tridentinum Kastraten ihren großen Einzug in kirchliche Chöre hielten, allen voran in der cappella sixtina, wo doch die absichtliche Kastration von Knaben auch nach dem Kirchenrecht als Verbrechen galt, ganz zu schweigen davon, dass man mit dem damit verbundenen Konzept einer „übergeschlechtlichen“ oder „Engelsstimme“, mit dieser Erzeugung eines „homo tertii generis“ (eines Menschen des dritten Geschlechtes), wie man das auch damals nannte, wohl dem heute so vehement und hysterisch von katholischer Seite beklagten „Genderismus“ längst Vorläufermodelle geliefert hat, die an Zynismus kaum zu überbieten waren?[6]
    Und wie konnte es sein, dass die Kirche bis weit ins 19. Jh aufgrund der unkritischen Verhaftung an Thomas von Aquin lehrte, der Fötus im Mutterleib werde sukzessiv zur menschlichen Person, durchlaufe erst eine Pflanzen-, dann eine Tierseele und werde erst spät „menschlich“ beseelt? Und warum nahm man an, der männliche Fötus werde dabei schneller menschlich als der weibliche? Ja, ich weiß warum: weil Aristoteles das so gelehrt hat und Thomas dem Griechen mehr glaubte als der Hl. Schrift zu diesem Thema. Die Kirche tut heute angesichts der Abtreibungsproblematik so, als habe sie stets die Beseelung des Fötus mit der Zeugung gelehrt. Abtreibung war damals zwar nicht erlaubt nach dem Kirchenrecht, hatte aber noch nicht die Merkmale einer schweren Sünde. Ebenso hat die Kirche erst im 20. Jh allmählich und gegen vielen inneren Widerstand so etwas wie eine Gleichwürdigkeit der Geschlechter über die Lippen gebracht… Die Diskriminierung der Frau in der Kirche ging teilweise so weit, ihr sogar generell abzusprechen, ein Ebenbild Gottes zu sein. In den fraglichen Kreisen wird ein solches Denken unverkennbar aufrechterhalten. [7]
  • Wie ist es möglich, dass dieselben Leute, die dem Papst eine übermäßige Unfehlbarkeit zuschreiben (die allerdings nach dem Vaticanum I eine Irrlehre ist und bleibt) und dem Gläubigen im Geiste des Ignatius von Loyola eine Pflicht zum Kadavergehorsam aufnötigen, zugleich aber selbst keinerlei Achtung vor dem real existierenden Papst haben, sobald er ihrer Ideologie nicht folgt? Es ist möglich aufgrund der vielen Widersprüchlichkeiten päpstlicher Lehren – keine Frage! Warum aber wollte und will man nicht ein bescheideneres Modell päpstlicher Autorität akzeptieren? Tut der Papst, tut ein Konzil nicht, was diese Leute erwarten, wird er samt der Kirchenversammlung kurzerhand als ungültig oder heimlicher Freimaurer verleumdet – eine Strategie, die die Kirche im 19. und 20. Jh bereits sattsam und bis hin zur Lächerlichkeit vor allem in der sogenannten „pianischen Epoche“ durch ihre Päpste eingeübt hat.

Man könnte endlos fortfahren, solche Fragen zu stellen…
Wen wundert es also, wenn zahlreiche liebenswerte Menschen, einfache Gläubige, nicht selten sogar Personen, die nach vielen postmodernen Wirrungen zurückkehren zur Kirche und glauben, nun seien sie wieder „daheim“, in jähes Entsetzen verfallen, wenn sie die Zustände erleben, die in der Kirche herrschen und denen einer Räuberhöhle gleichkommen, auf die Verheißungen des Traditionalismus und Sedisvakantismus hereinfallen?
Sie lassen sich gutwillig einspannen für den unlauteren Kampf dieser Leute, in aller Regel ohne eine blasse Ahnung davon zu haben, wie verlogen und a-historisch all die Argumente dieser Bewegungen sind und wie unvereinbar vor allem deren theologische Position, die den Anspruch auf das angebliche „depositum fidei“ erhebt, mit der realen dogmatischen Lehre ist, wenn man sie einmal ausführlicher und nicht immer nur aus zweiter, traditionalistischer Hand, studiert.

Spät geht einem ein Licht auf, dass man bei den Traditionalisten und Sedisvakantisten nicht weniger als in der sogenannten „Amtskirche“ für politische und häretische Zwecke missbraucht wird. Geködert wird man dort über die Liturgie, die tatsächlich würdiger gefeiert wird als weithin in der „normalen“ Kirche.
Die „Amtskirche“ erstickt indessen auf ihre Weise an der inzwischen 1700 Jahre währenden Verquickung mit der weltlichen Macht. Die Rolle des Outlaws will sie in ihrem Machtdrang nicht wieder annehmen. Sie verrät in Europa lieber den gekreuzigten Herrn, als dass sie mit ihm den Kreuzweg ginge. Sie will mitherrschen, mitreden, mitregieren, gleich wer da am Ruder ist… Man muss aber erkennen, dass die Traditionalisten und Sedisvakantisten auch nichts anderes wollen. Sie gehen nur etwas weiter und wollen darüber hinaus noch mitbestimmen, wer weltlich zu regieren hat, nämlich jemand, der aus ihrer Sicht berechenbar und dirigierbar ist. Und das tun sie mit allen Bandagen, denn sie sind historisch verstrickt in verschiedene faschistische Regime.

Monsignore Lefebvre war geistiger Zögling der faschistischen „Action française“, die von Pius X. hofiert und deren Gründer samt seinem Werk von diesem „Antimodernismus-Papst“ gesegnet wurde, als er dessen Mutter eine Privataudienz gewährte.[8] Pius XI. dagegen verurteilte ihre Irrlehren als unvereinbar mit dem katholischen Glauben (auch das soll einer verstehen – diesen Widerspruch!). Pius XII. nahm diese Verurteilung 1939 teilweise wieder zurück.
Lefebvre blieb Pius X. und dem Gedankengut der „Action française“ treu. Auch interessierte ihn kaum, dass sein Vater während der Vichy-Zeit in einem Konzentrationslager ermordet wurde, weil er Widerständlern geholfen hatte.[9] Lefebvre war und blieb Pétain-Anhänger und genehmigte sich als Bischof selbst die öffentliche Wallfahrt an dessen Grab, an dem er ihn um Fürsprache bat für das laizistische Frankreich – ein unerlaubter Akt, denn Pétains Seligsprechung ist mehr als nur weit entfernt…[10]

Der durchschnittliche, zeitgenössische und meist harmlose FSSPX- oder Sedisvakantisten-Anhänger hat in aller Regel keinerlei Ahnung von all diesen Dingen und will sie auch nicht haben. Er will sich träumend in würdigen Hl. Messen wohlfühlen können. Man kann das natürlich verstehen, aber recht ist es nicht, denn diese Hl. Messen finden nicht im luftleeren Raum statt, sondern im Rahmen eines häretischen und schismatischen Vereins, der mit verdecktem Visier knallharte politische Ziele verfolgt.

Noch schlimmer ist es um die Exponenten der FSSPX samt der konkurrierenden Sedisvakantisten bestellt, denn sie wissen ganz genau, welchem Ungeist sie sich verschreiben. Sehenden Auges führen sie die unselige Verstrickung der Kirche mit antisemitischen, faschistischen und reaktionär-ultramontanen „Traditionen“ fort, als wäre das immer ein Dogma gewesen und sei nun leider aufgegeben worden. Zu dieser „Tradition“ gehört auch ein spezifischer Erscheinungskult um Fatima, verschiedene Seherinnen des 18. und 19. Jh, die von der Kirche teilweise schon lange vor dem Konzil abgelehnt wurden und die Selbstzuschreibung, der „heilige Rest“ des neuen Israel zu sein, den Gott nun aus der „neurömischen Afterkirche“ herausgelöst habe. Der zweite schismatische Bischof nach dem Vaticanum II, Bischof Ngo Dinh-Thuc, der nach dem Konzil viele unerlaubte Priester- und Bischofsweihen durchgeführt hat – vor dem Konzil war er während der Herrschaft seines Bruders Bischof von Hue, dem Zentrum massiver Ausschreitungen des südvietnamesischen Herrscher-Clans gegen wehrlose Zivilisten… Wie tief war er verstrickt in diese schweren Verbrechen und wie tief hing er mit der unseligen, autokratischen Regierungszeit seines Bruders Ngo Dinh-Diem samt des Ngo-Familien-Clans zusammen, die sich durch Zynismus und Gewalt auszeichnete und selbst durch die Ermordung des Präsidenten auf Betreiben der Amerikaner endete? Uns ist eine Einsicht in die vietnamesischen Quellen aufgrund der Sprachbarrieren unmöglich, sofern sie überhaupt möglich wäre.

Keiner der Ideologen dieser Bewegungen stellt sich aber der Problematik, dass er faktisch protestantisch und antipapistisch ist. Eine fiktive Papstschwärmerei, der gewissermaßen kein realer Papst genügen kann, um sich daraufhin mehr oder weniger offen vom Papst loszusagen, ist wertlos.

Der Weg zu der Situation, die wir heute vorfinden in und um die Kirche, ist 2000 Jahre lang.
Je mehr man sich vertieft in die Geschichte, desto klarer wird einem, was Jesus meinte damit, als er sagte, das Himmelreich sei wie ein Acker, auf dem der Feind böse Saat aussäe. Gutes und Böses ist in der Kirche so verwirrt und verwuchert ineinander, dass niemand das mehr auseinanderdividiert bekommt. Jesus sagte daher, niemand solle das (vermeintliche) Unkraut ausreißen, um nicht den guten Weizen mit auszureißen. Mit dem ausgehenden Mittelalter hielt sich die Kirche überhaupt nicht mehr an diese Warnung. Sie bespitzelte die Gehirne und verbrannte auf dem Scheiterhaufen, wer nicht ihr Spiel – besser gesagt das Spiel der Machthaber in ihr – spielte. Und noch das großspurige Auftreten Pius X. missachtet Jesu Warnung aufs Gröbste. Dieser Mann bildete sich ein, er könne das Böse mit der Wurzel ausreißen, und er tat es, indem er sich selbst als „Vater par excellence“, dem man blind gehorchen müsse, den Gläubigen aufdrängte, den Klerikern einen zusätzlichen, ideologischen Treueeid abzwang, der die Loyalität zu Christus gegen die zur Kirche ausspielte. Man erpresste in den Herzen eine totale Identifikation des Papstes mit Christus und gestand ihnen keinerlei Distanznahme für den Notfall mehr zu - ein Wahnsinn, der sich bitter gerächt hat! [11] Fortan musste man sich vorspiegeln, dass Christus und alles, was in der Kirche manövriert wurde, identisch sei. Ausweichmöglichkeiten waren scheinbar nicht mehr gegeben. Es ist klar, dass diese ungesunde Strategie nicht dauerhaft gelingen konnte.
Die Geister, die sich in einem solchen Kesseltreiben als Agenten und Antreiber wohlfühlen, waren selbstverständlich zutiefst verwirrt, als die Kirche oder das, was sie mit „der“ Kirche identifizieren wollten, dennoch in sich zusammensank wie ein Gebilde aus Staub. Der Chefkonstrukteur des vatikanischen Spitzelapparates („sodalitium pianum“) unter Pius X., Benigni, wandte sich „frustriert“, weil Benedikt XV. und Pius XI. diesen unwürdigen Stil so nicht weiterzuführen gedachten, schließlich ganz dem Faschismus zu und wurde glühender Mussolini-Anhänger. Wen wundert es…

Anhänger der Traditionalisten und Sedisvakantisten aber sollten sich klarmachen, wem sie folgen. Diese Bewegungen sind keine Alternative zu den verheerenden Zuständen in der Kirche, sondern deren polare Hypostase.
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns in Buße und Gebet der Mühe und Anforderung zu stellen, alle diese einzelnen Fragestellungen genau zu durchdenken und zu erforschen und dabei weder einer trägen Flucht in Schwärmereien noch einem Hang zur unlauteren Apologetik zu verfallen.

© by Hanna Maria Jüngling


[1] Der Höhepunkt dieser Dämonisierung, die von ultramontanen Kräften und v.a. der SJ vorangetrieben wurden, geschah im sogenannten „Taxilschwindel“ und dem in Trient inszenierten, päpstlich unterstützten „Anti-Freimaurer-Kongress“ 1896, auf dem der Hochstapler Léo Taxil den informellen Vorsitz innehatte und die Kirche mit einem gigantisch-inszenierten Schwindel an der Nase herumführte.
[2] Hans Conrad Zander : Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition. Gütersloh 2007. Diese Thesen machte sich damals medienwirksam Gloria von Thurn und Taxis zu eigen. Ein Interview mit ihr vom 14.5.2007 auf  http://www.kath.net/news/16748, abgerufen am 10.9.2016
[3] Benedikt XIV. « Postremo mense » 1747, Kapitel 4 , vgl. DH 2552
[4] « Weit über die jüdische Welt hinausgehende Empörung verursachte in Bologna der Fall des jüdischen Jungen Edgardo Mortara (1852-1940), den eine bei der Familie Mortara beschäftigte christliche Dienstmagd getauft hatte, weil sie der Meinung war, das kränkliche Baby werde bald sterben. Mehrere Jahre später erfuhr die Inquisition in Bologna, das noch zum Kirchenstaat gehörte, von dieser Nottaufe und berichtete den Vorfall nach Rom, woraufhin der inzwischen siebenjährige Edgardo mit Wissen des Papstes von der Polizei nach Rom entführt wurde und dort in kirchlichen Internaten aufwuchs. Pius IX. selbst adoptierte den Jungen, der bald die priesterliche Laufbahn einschlug. Beim Katholikentag in Würzburg (1893) rühmte sich der Priester Edgardo Pio Mortara - den Papstnamen hatte er inzwischen seinem Namen beigefügt - als "Schützling Pius' IX.", der "auf eine ganz besondere Weise" sein Vater geworden sei.“ Vgl. Georg Denzler: „Die Tradition bin ich.“ in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt 1. September 2000 Nr. 35/2000, online verfügbar: http://www.georgdenzler.de/Die_Tradition_bin_ich.html (abgerufen am 10.9. 2016)
[5] „Nach dem Krieg sei Papst Pius XII gebeten worden, jüdische Kinder, die in katholischen Einrichtungen versteckt und deren Eltern ermordet worden waren, an ihre Familien zurückzugeben. Der Vatikan sandte eine Antwort an den damaligen Nuntius Roncalli in Paris, dem späteren Papst Johannes XXIII. Papst Pius XII verfügte, jene Kinder, die ohne Wissen und Einverständnis ihrer ermordeten Eltern getauft worden seien, nicht an ihre jüdischen Angehörigen auszuliefern. So verlor das jüdische Volk weitere Mitglieder, obgleich sie den Massenmord durch die Nazis überlebt hatten.“, nachzulesen in folgendem Bericht vom 15. November 2008 auf n-tv http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Attacke-gegen-den-Vatikan-article35272.html (10.9.2016)
[6] Paul Münch : Homines tertii generis. Gesangskastraten in der Kulturgeschichte Europas. In: Essener Unikate 14/2000, S. 58 ff
[7] Vgl. Hanna Jüngling: Der Mantilla Wahn – Ist die Frau kein Ebenbild Gottes? Blogartikel vom 26. Januar 2015 auf http://zeitschnur.blogspot.de/2015/01/der-katholische-zombie-ii-der-mantilla.html
[8] Vgl. Ernst Nolte : Die Action française 1899 – 1944. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jahrgang 9 (1961), Heft 2, S. 124 ff, Verbindung der A.F. mit der Kirche ab S. 144
[9] BERNARD TISSIER DE MALLERAIS: Marcel Lefebvre. Die Biographie. Aus dem Französischen von Irmgard Haberstumpf. Sarto Verlag, Stuttgart 2008. 760 Seiten, 29 Euro, Buchbesprechung „Der Unbewegliche“ vom 17. Mai 2010 in der Süddeutschen Zeitung, abgerufen am 10.9.2016 http://www.sueddeutsche.de/kultur/neue-biographie-marcel-lefebvre-der-unbewegliche-1.492668-2
[10]  https://bibliothequedecombat.wordpress.com/2014/08/10/hommage-de-mgr-lefebvre-au-marechal-petain/, abgerufen am 4.12.2014: „C’est pourquoi, persuadés que vous pouvez désormais intercéder pour nous auprès de Dieu, avec tous les saints et saintes de la patrie, nous vous supplions de venir au secours de la France, que vous avez si bien servie, pour qu’elle retrouve l’esprit dont vous l’avez animée au temps de la grande épreuve. (…) Adresse au Maréchal Pétain par Mgr Lefebvre (13 avril 1987 à l’Ile d’Yeu) »
(„Deshalb, überzeugt davon, dass Sie von nun an bei Gott für uns eintreten können, mit allen männlichen und weiblichen Heiligen des Vaterlandes, flehen wir Sie an, zum Schutz Frankreichs einzutreten, dem Sie so gut gedient haben, damit es den Geist wiederfinde, von dem Sie in der Zeit der großen Prüfung beseelt waren.“)

[11] Man vergleiche die gehäuften polemischen und hämischen, teilweise martialischen Wendungen in den entsprechenden Enzykliken Pius X., vor allem in „Pascendi“, die selbstzuschreibende Nennung als „Vater par excellence“, dem man absoluten Gehorsam schulde:  Ansprache Pius X. vom 19. 11. 1912, zitiert nach Otto Weiß: Der Modernismus in Deutschland. Regensburg 1995. S. 52

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