Freitag, 21. Januar 2022

Vier Reiche, zehn Hörner, sieben Köpfe und ein Achter, und zwei Städte

Vier Reiche, zehn Hörner, sieben Köpfe und ein Achter, und zwei Städte
Wir haben auf meinem Kanal-Chat auf Telegram immer wieder über einige Abschnitte aus der Johannes-Offenbarung gesprochen. Die Zeitereignisse leg(t)en das nahe. Ich möchte auf zwei Gedanken aus dieser Debatte noch einmal eingehen. Der eine betrifft das Tier, das tödlich verwundet wurde und wieder geheilt wird, der andere eine merkwürdige Vision über eine Invasion von stechenden Heuschrecken über die ganze Menschheit während eines der Wehe. Ich werde mich zunächst mit dem seltsamen Endzeittier befassen, das schon die ganze Zeit zuvor anwesend war und von den frühen Christen mit dem damaligen Erscheinungsbild des römischen Kaiserreiches identifiziert worden sein soll: 1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung. 2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. 3 Und ⟨ich sah⟩ einen seiner Köpfe wie zum Tod geschlachtet. Und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde staunte hinter dem Tier her.(Apk13) Unter uns entspann sich eine Diskussion darüber, wer der verwundete Kopf des Tieres ist, der wieder geheilt wurde. Manche, insbesondere orthodoxe Protestanten, denken traditionell, das verwundete Tier sei die katholische Kirche bzw der Papst, deren Revival wir nun zu erwarten hätten. Diese Sicht, die auf die schlimmen, blutrünstigen Erfahrungen mit der Kirche im Spätmittelalter und insbesondere dem 16. Jh zurückgeht, aber auch durch den wachsenden vatikanischen und schließlich zum Dogma vom Universalprimat von 1870 erhobenen Weltherrschaftsanspruch verständlich ist, reicht dennoch in keinem Fall aus, um das apokalyptische Bild zu entschlüsseln, auch wenn sie einen wahren Kern haben dürfte und die katholische Kirche bzw ihre Hierarchie eine zweifellos führende und heillose Rolle in dem allen spielt (s.u.). Andererseits müssen wir zugeben, dass es noch einige andere solche Phänomene gibt, die mit denselben Ansprüchen auftreten, zB das abtrünnige Israel, der Islam und insgeheim noch manch andere, weniger lautstarke Gruppe samt kleinen und großen Geheimgesellschaften und Orden. Es ist schwierig, die Kirche speziell mit dem verwundeten Kopf in Verbindung zu bringen, der wieder geheilt wird. Denn erstens ist sie bisher nicht tödlich verwundet, und zweitens hat man nicht den Eindruck, dass alles, was an ihr ja tatsächlich sterbenskrank (aber nicht wie zum Tod geschlachtet) ist, wieder geheilt werden könnte. Hildegard von Bingen hatte in Scivias ihre Todeserkrankung geschaut, aber das könnte man eher mit dem großen Glaubensabfall aus 2Thess2 identifizieren als einem Verlust und Wiedergewinn an politischer Macht. Diesen traurigen Weg der römisch-katholischen Kirche und der gesamten kirchlich verfassten Christenheit könnte man als Glanz und Elend einer Kirche, die sich in ihrer Überheblichkeit und Borniertheit selbst zugrunde richtete, bezeichnen, einen Prozess, der seit Jahrhunderten, mehr als ein Jahrtausend lang mindestens andauert, vorausgesetzt, die Chronologie, die dieselbe Kirche aller Welt aufgezwungen hat (gregorianischer Kalender), trifft zu. Sie erinnert in manchem mehr an die Hure Babylon aus Apk17 als an diesen todesverwundeten Kopf, aber auch das reicht mE nicht aus, um sowohl das Bild der Hure als auch des Tieres zu verstehen. Diese Frau wird dort als an vielen Wassern (den Völkern) sitzend geschildert, und ebenso sehen wir sie, geführt von Johannes und dem Engel, der ihm alles zeigte, in der Wüste auf einem scharlachroten Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen sitzen. Vermutlich ist das das apokalyptische Tier, von dem oben schon die Rede war. Die Frau ist prunkvoll ausgestattet mit purpurnen und scharlachroten Gewändern. Sie hat die Farbe dessen angenommen, der sie trägt. Sie ist übergoldet und besetzt von Edelsteinen. In der Hand trägt sie einen goldenen Becher, aus dem sie das Blut der Heiligen trinkt. Dieses Bild erinnert geradezu frappierend an die römisch-katholische Hierarchie, aber nicht nur an sie, sondern an alle institutionalisierten Kirchen. Die Erscheinung ist aber nicht das Tier selbst. Im Zusammenhang mit dieser Hure Babylon erklärt ein Engel dem Johannes ab V8, das Tier war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird. Und es wird noch einmal präzisiert: Das Tier, das war und nicht ist, es ist ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben. (V11) Genau genommen ist die Elberfelder Übersetzung hier nicht ganz präzise in V8b, denn es heißt wörtlich über das Tier, dass es war und nicht ist und doch ist. Hier sei Weisheit nötig, sagt der Engel weiter in V9, denn die sieben Köpfe seien sieben Gebirge, auf denen die Frau sitze. Wer oder was ist das? Was war und ist nicht und wird plötzlich doch da sein? Die gewöhnliche Interpretation, etwas Vergangenes sei vorläufig verschwunden, tauche aber dann wieder auf, entspreche also dem verwundeten Kopf, kann ganz und gar daneben liegen, wird uns doch gesagt, hier sei Weisheit nötig. Wir wissen, dass die Verbindung von Kopf und Berg wohl weltweit gängig ist, unzählige Berge haben den Namen ...kopf, köpfle, köpfel, in allen Sprachen und Dialekten des Erdkreises. Auf Deutsch ist die ...koppe oder ...kuppe mit demselben Stammwort erkennbar, ebenso die ...grinde mit dem Grind, einem anderen älteren Wort für den Kopf, und nicht wenige Berge haben einen Namen mit ...horn. Natürlich wurden auch in unserem Chat alle möglichen Städte zusammen getragen, die auf sieben Hügeln liegen. Selbstverständlich gibt es davon so viele, dass man verwirrt die Augen reibt. Nicht nur das verdächtige Rom oder das fokussierte Jerusalem liegen auf sieben Bergen, sondern auch Bamberg, Köttichau, Stuttgart, San Francisco, Bergen in Norwegen und wer weiß wie viele noch. Diese Suche kann man getrost vergessen, sie lenkt ab vom wesentlichen. Vielmehr gibt uns die Tatsache, dass es so viele Städte gibt, die zufällig oder mit Bedacht auf, zwischen oder an sieben Bergen liegen, einen Hinweis darauf, dass sie nur für die gesamte Weltzivilisation stehen: Diese ganze irdische Stadt sitzt auf sieben Bergen … Da diese Berge identifiziert werden mit Königen bzw Köpfen sitzt die abscheuliche Frau Babylon in jedem Fall auf etwas, das sich erhebt. Der Begriff der Siebenberge, des Siebengebirges, überhaupt der sieben Berge wie in Schneewittchen, ist im deutschen Sprachraum häufig und reißt eine mythologische Saite in uns an. Die sieben Berge im Märchen trennen die Welt der bösen Herrscher von der der Fabelwesen, in unserem Fall der Zwerge. Schneewittchen hält sich hinter diesen sieben Bergen auf und ist dort in einer tiefen Seligkeit. Die sieben Berge symbolisieren irdische Vollkommenheit und Ganzheit des Phänomens „Berg“, die sieben Zwerge symbolisieren vielleicht sogar den Beginn einer transzendenten Seligkeit mitten in dieser Welt. Ihre Kleinheit als Zwerge steht im Kontrast zu der Aufwerfung der Berge. Aber wofür stehen eigentlich Berge? Beginnt man darüber nachzudenken, wird es schnell sehr kompliziert und vieldeutig: Manche gelten als heilige Berge, und das weltweit, aber Berge sind auch Orte der Eruption und der Zerklüftung. Wenn der Herr eingreift, so heißt es bei Jesaja, sollen alle Berge eingeebnet werden: Ich, ich werde vor dir herziehen und werde die Berge einebnen. (Jes45,2). In Jes40,4 soll dem Herrn selbst der Weg geebnet werden, Berge erscheinen als Hindernisse, Hemmnisse und Klüfte, um sich zu verbergen, als Hinterlassenschaften einer Hoffahrt: Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden! Und das Unebene soll zur Ebene werden und das Hügelige zur Talebene! Im Kontrast dazu heißt es später in V9: Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg … Ich kann nur eine Ahnung formulieren, die mir zu diesen tiefen, in uns verschütteten Vorstellungen kommt. Die alten Kosmologien wussten von einem Weltenberg, einem einzigen, der im Mittelpunkt der Welt steht, nicht von vielen, zersprengten überall. Er wird in Teilen Asiens Berg Mehru genannt oder in unseren Breiten Magnetberg. Er ist mitten in der Welt, und diese Mitte ist das, was wir den Norden nennen, den Nordpol. Viele meinen, vor der Sintflut habe es keine Berge gegeben, bis auf diesen zentralen Berg. Mit der oder vor der Zerklüftung in viele Sprachen nach dem Turmbau zu Babel scheinen auch Berge aufgeworfen und Täler gegraben worden zu sein. Das AT berichtet uns vor der Sintflut davon, sie habe die Berge, die auf der Erde unter dem ganzen Himmel seien, um 15 Ellen überstiegen (Gen7,20). Das sind knapp 7m. Es gab demnach in dieser Erzählung Berge, und zwar überall unter dem Himmel. Noachs Arche bleibt nach dem Ablauf des Wassers auf dem sehr hohen Ararat stecken. Wir wissen aber nicht, wie hoch diese vorsintflutlichen Berge waren, denn die eher geringe Überflutung von ca. 7m lassen eher an insgesamt niedrigere Erhebungen denken. Die Übersteigung der Berggipfel um 7m wird im Rahmen der Erzählung dazu verwendet zu zeigen, dass kein Fleisch diese Überflutung überleben konne außer denen, die in der Arche geborgen waren. Das bedeutet aber, dass es wohl kaum so extrem hohe Gipfel gab wie heute, denn auf ihnen hält sich ja kein Mensch auf, sie sind fast unbezwingbar und hätten keinerlei Zuflucht geboten. Dass es Berge anderer Art waren, legt auch Ps104 nahe, denn dort spricht V8 davon, dass nach der Überflutung der Berge mit dem tehom, dem Urwasser, Gott jene Fluten mit seinem Schelten in die Schranken zurückgewiesen habe. Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler an den Ort, den du ihnen bestimmt hattest. Über diese Stelle wurde schon viel diskutiert, aber eine Lesart ist die, dass sich erst mit der Sintflut die Berge höher erhoben und die Täler tiefer gesenkt hätten. Die teilweise krassen Abbrüche und Zacken, die seltsamen Schürfwunden in den Gebirgen, die wir kennen, die in das Gestein gezeichnet sind, Basaltstrukturen und vieles andere mehr können durch gewaltige Verschiebungen entstanden sein oder aber durch menschlichen Eingriff, wenn man sich vorstellt, dass die Alten uralt wurden, hochtechnisiert waren und insbesondere diesen gewaltigen Bau des Turms zu Babel begonnen hatten (Gen11). Ich glaube nie und nimmer, dass dieser Mythos einfach nur einen gewöhnlichen Tempelbau im Zweistromland meint (Zikkurat). Es muss etwas viel Gewaltigeres und Gigantischeres gewesen sein, andernfalls ergäbe der Mythos keinerlei Sinn. Die Struktur der Gebirge heute könnten von einem gigantischen Abbau der Steine oder des Erdreiches herrühren (um Ziegel zu brennen). Sie könnten aber auch Folgen des Hinaufschießens der Wasser aus der großen Tiefe sein, von der Gen7 berichtet, an das uns heute noch das Aufschießen von Geysiren und Vulkanen erinnert. Die vielen fast kreisrunden Strukturen, die als meteoriteneinschläge fehlgedeutet werden (es findet sich dort niemals auch nur eine geringste Abweichung der Bodenzusammensetzung oder ein mineralischer Rest des vermuteten Meteoriten!) könnten ebenfalls Erinnerungen an die Fontänen aus der Tiefe sein. Warum wollten menschen einen Turm bis an oder in den Himmel bauen? So, als sei der Weltenberg aus dem Sichtfel der Menschen nach der Flut verschwunden und sie hätten versucht, einen neuen nach ihrem Willen zu bauen. Es ist dies eine reine Spekulation, aber dieses Sitzen der Hure Babylon auf sieben Bergen könnte demnach meinen, dass irdische Herrschsucht ganz schlicht und ergreifend auf einer geschundenen Erde stattfindet. Ab Apk17,15 wird geschildert, dass die zehn Hörner sich dieser Hure irgendwann entledigen und sie fressen und mit Feuer verbrennen werden. Offenbar ist sie selbst auch eine Königin, denn es ist die Rede von ihrem Königreich: Ihr Königreich solle dem Tier gegeben werden, bis die Worte Gottes vollendet werden. Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Königsherrschaft über die Könige der Erde hat. Man kann unter dieser Stadt Jerusalem verstehen, die Stadt des Friedens, in der Gott in seinem Tempel residierte, den König Salomo ihm erbaut hatte nach dem Wunsch seines Vaters David. Gott selbst legte eigentlich keinen Wert auf ein Steingebäude an einem Ort. Er war zuvor mit den Kindern Israels in einem Zelt (Stiftszelt) herumgereist. Die Gebrochenheit Israels ist ein biblisches Thema bis zum Ende. Man wird es immer wieder mit einbeziehen müssen in die Betrachtung. Die Kirche glaubte im Rahmen der Substitutionstheologie, Israel sei verworfen, und die Kirche sein Nachfolger. Reicht das aus, um zu verstehen, wer die große Stadt ist? Meines Erachtens nicht. Diese große Stadt scheint mir eher die weltweite Herrschaftsidee und -praxis zu sein, ein Konstrukt von Unterwerfung, Hierarchie und einem Oben und Unten zwischen den Menschen, das sich ungeheuer aufgebrezelt hat und von Anfang an getragen wurde durch das Tier. Wir dürfen niemals vergessen, dass Gott anfangs für Israel keinen König wollte und ausdrücklich vor einer Königsinstallation warnte, sich aber einließ darauf, weil Israel nicht hören wollte. Gott wollte sich wenigstens vorbehalten, wen er salben ließ, aber auch das schlug fehl, wenn man die Geschichte Israels in den Königs- und Chronikbüchern des AT liest. Das Konstrukt von Hierarchie und Unterwerfung lebte von der Unterstellung, der Mensch sei nur geknechtet zum Guten zu bewegen, müsse immer in Schach gehalten werden, und der größere Teil der Menschheit sei dazu geboren, einer winzigen Minderheit als Sklave zuzuarbeiten und unterworfen zu sein. Daher nannte man die Untertanen auf Englisch ohne Hemmungen subjects oder lateinisch subiecti. Den meisten ist nicht klar, wie menschenverachtend, aber auch gotteslästerlich dies ist. Jesus hat immer wieder genau diesen peinlichen Punkt benannt und abgewehrt: Niemand ist dem anderen ontologisch unterworfen! Es mag sein, dass einer für einen anderen in bestimmten Belangen verantwortlich ist, aber der ist ihm deshalb nicht unterworfen. Alle Macht auf Erden ließ sich vom Thron dieses Tieres, das wohl zunächst der Satan selbst ist, etwas abgeben, aber noch nicht in Reinform. Die Herrschaftsformen konnten immer noch einen sinnvollen und auch menschlichen Anschein erwecken. Für mein Gefühl und Geschichtswissen hat sich dies mit der französischen Revolution dramatisch geändert. Seither treten immer mehr nur noch bestialische, menschenverachtende Herrschaftsformen auf den Plan und haben Leichenberge erzeugt wie keine Zeit, die uns bekannt wäre, zuvor, außer vielleicht der gewalttätigen Zeit vor der Sintflut. Aber auch diese angeblich egalitären oder sozialen oder wie immer idealisierten Herrschaftsformen traten niemals total destruktiv gegenüber dem ganzen Volk auf. Wir erleben erst heute, dass weltweit eine solche Macht gegen alle Menschen ausnahmslos destruktiv und gewalttätig auftritt, sie hemmungslos belügt, verarscht, betrügt, enteignet und ihnen obszön und schamlos zu Leibe rückt, dies aber so, dass viele es mit eyes wide shut nicht glauben können, weil es das in der Tat so noch nie gegeben hat. Höchstens, auch hier: vor der Sintflut. Die politische Macht der Kirche, die sie so gerne gehabt hätte, wurde immer angefochten und während der gesamten Zeit des mittelalterlichen deutschen Reiches, aber auch in Frankreich (im Gallikanismus), vehement abgewehrt und dies letztendlich bis heute. Sie hatte seit den Tagen des Mittelalters den Anspruch, Herrscherin über alle Könige zu sein und belagerte alle Fürstenhöfe mit ihren Beichtvätern, sandte Missionare in alle Welt, um fremde Länder politisch zu unterwandern und sie zu unterwerfen. Sie verfasste Texte wie den Dictatus Papae (1075) und dogmatisierte ihren Universalprimat (1870). Aber Papier ist geduldig, durchsetzen konnte sie diesen Anspruch nicht wirklich. Sie verlor den Kirchenstaat im 19. Jh endgültig, sah sich von Freimaurern unterwandert, erlag selbst der Versuchung zu geheimen Machenschaften und schrumpfte zusammen auf die Città del Vaticano, einen Rumpfbezirk Roms, ist aber eine große Landbesitzerin in aller Welt. Es gelang ihr, seit dem 20. Jh Konkordate mit verschiedenen Staaten zu schließen, auf deren faschistische Entwicklung sie zuvor massiv eingewirkt hatte. Ihre Gläubigen hat sie weitgehend verloren. Aber sie mischt in globalen Geschäften mit, die Päpste sprechen unrechtmäßig in Parlamenten und der UNO. Es ist undurchsichtig, welche Rolle genau sie spielt, aber aufgrund der Gerüchte und Entlarvungen insbesondere der letzten zwei Jahrhunderte ist es keine gute Rolle. Sie ist verstrickt in Finanzgeschäfte, Kinderschänderei, den Faschismus, den Kommunismus, die großen Kriege und vieles mehr. Eine Heilung zur politischen Macht erscheint mir bis dato wenig schlüssig, denn sie hat politische Macht, wenn sie auch sonst alles verraten und aufgegeben hat. Die Menschen haben jede Achtung vor ihr verloren und sehen sie tatsächlich als so etwas wie eine Hure an. Viel eher kann man die Kirche im Konzert der illegitimen politischen Mächte verorten, die hinterhältig und untergründig wirken und bohren und die legitimen politischen Mächte unterwandert haben. Aber das tut sie nicht erst seit heute und sie tat es ununterbrochen bis heute. Daran ist also nichts Verwunderliches oder Staunenswertes. In der persönlichen Debatte mit einer Chat-Teilnehmerin kam die Idee auf, dass die Kirche selbst überhaupt keine Rolle spielt, sondern seit Jahrtausenden bereits von illegitimen Mächten unterwandert wird, die sich in eine globale Organisationsstruktur setzen wollen, um jene für ihre Weltherrschaft zu nutzen. In der Tat stieß alles Weltherrschaftsgehabe und überhaupt alle politische Machtgier der Kirche bei ihren Theologen und Gläubigen gerade im Deutschen Reich stets mehrheitlich auf Abscheu und Gegenwehr, ausgenommen die führenden Orden der Inquisition und Propaganda, nämlich die Dominikaner, Franziskaner und seit dem 16. Jh vor allem die Jesuiten. Die Integralisten des 19. Jh setzten diese Ansprüche fort, wurden aber inzwischen selbst ausgebootet und bekommen von dem politischen Wahngebilde, dem sie gehuldigt hatten, nun eine lange Nase gedreht seit dem Vaticanum II. Das sei nicht mehr die wahre Kirche, jammern sie, aber sie selbst haben dafür gesorgt, dass Rom machen kann, was es will, absolute Macht innerhalb der Kirche hat, und jeder Gläubige, auch sie, sich zu fügen hat, was immer die regula fidei proxima (das jeweils aktuelle Lehramt) ihnen befiehlt. Dennoch denke ich nicht, dass die Kirche nur ein armes Opfer finsterer Untergrundmächte ist, die deren Struktur ausnutzen wollen. Sie selbst hat diese Struktur geschaffen, sie selbst war und ist machtgeil. Über die Hure, die große Stadt, ist das Urteil bereits gesprochen. Ob sie nun Jerusalem oder Israel oder die sichtbare Kirche oder die Idee über alle überkommene Herrschaftsform auf Erden ist: Sie wird im Zusammenhang mit den Endzeitgeschehnissen untergehen und nie mehr gesehen werden (Apk18). Da wird nichts geheilt. In jedem Fall wird die uns bekannte Form der tradierten Herrschaften untergehen, von dem Tier, von dem sie getragen wurden, abgeworfen. Wir wissen, dass inzwischen alle, die regieren, korrupt sind, und das ist eine Form der Hurerei, der Prostitution. Es heißt in der Johannesapokalypse, Gott habe es den zehn illegitimen Königen in den Sinn gegeben, sie zu vernichten. Das heißt: Es ist in seinem Sinn, dass diese irdische, hierarchische Herrschaftsidee zu ihrem Ende kommt. Sie geht offenbar ins Verderben, bevor der ihr nachfolgt, dem sie sich ergeben hatte, um Macht zu haben. Ihr Name ist in der Vision einerseits Geheimnis und andererseits Babylon. Sie wird verantwortlich gemacht für das vergossene Blut von Propheten und Heiligen und von all denen, die auf Erden hingeschlachtet worden sind (V24). Wieder drängt sich angesichts dieser Worte stark die Stadt Jerusalem auf, denn in ihr wurde Jesus Christus, der Sohn Gottes, durch die Macht der Juden und des römischen Staates zu Tode gebracht. Und dennoch muss man wohl weiter denken: Es kann nur die Macht sein, die überhaupt das Recht an sich gerissen hat, Menschen zu verurteilen und abzuschlachten. Es ist dies nicht eine Horde von Räubern oder Wegelagerern, die als letztendlich machtlose Outlaws und selbst durch Obrigkeiten Verfolgte nur begrenzte Verbrechen begehen können, sondern es sind die Mächtigen, die Herrscher, die Hierarchen, die alleine dies in großem Stil und fast unbegrenzt durchführen können. Die perverse Macht, mit der wir rechnen müssen, tritt als Verbrecherbande ähnlich der Mafia im Schulterschluss mit legitimer Regierung auf, wird sich dort einkaufen, unentbehrlich machen und einnisten. Aus meiner Sicht wird dieses Phänomen im Faschismus am besten erfüllt, den ich als einen festen Verband von res publica mit großen privaten Konzernen ansehe, das, was man heutzutage private-public-partnership (PPP) nennt, dieses Thank you for leadership, Bill, das Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin so dummdreist wie enthemmt in der Corona-Krise gegenüber Bill Gates aussprach. Wir sollten aus Klugheit bei der Betrachtung unserer Zeit-Ereignisse in der Deutung der Johannes-Vision über diese Hure sehen, dass die Nationalregierungen bzw Nationalstaaten, die die Aufgabe gehabt hätten, für ihre Völker zu arbeiten und alleine ihrem Wohl zu dienen, sich stattdessen mit den privaten Superreichen ins Hurenbett gelegt haben, die ein gigantisches Hintergrund-Networking betreiben, das – wie der Journalist Thomas Röper jüngst recherchiert hat – nur mithilfe einer leistungsstarken Software überhaupt einigermaßen schnell durchforstet werden kann. Kein Mensch hat mehr die Kapazität, diese Verwirrungen in händischer Recherche zu rekonstruieren. Diese Software ist auf dem Markt, sehr teuer, aber wer sie hat, entdeckt die gewaltige Verstrickung der res publica mit diesen privaten Geld- und Wirtschaftskonzernen. Wie vorauszusehen ist, werden die Büttel der res publica und sie selbst als Struktur von der Konzernmafia sehr bald abgeworfen und für immer erledigt werden. Die Völker werden dann alleine in der Hand der privaten Konzerne sein. Man wird die Menschen medikamentös so sehr schwächen, dass sie nicht mehr fähig sind, aufzubegehren und hat damit bereits begonnen. Das ist gruselig, erinnert im Ansatz noch an den Vorwurf des heiligen Stephanus an die israelitische Hierarchie in Apg7. Allerdings kommt bei der Hure der gravierende Vorwurf hinzu, dass sie alle zu verantworten hat, die auf Erden hingeschlachtet worden sind, nicht nur Propheten und Heilige. Das geht über eine direkte Verantwortung irregeleiterer jüdischer Gelehrter, der machtgeilen Kirche oder des modernen Zionismus weit hinaus, weil es wirklich alle Hingeschlachteten seit Menschengedenken umfasst. Wohlgemerkt ist nicht die Rede von Ermordeten oder irgendwie zu Tode Gekommenen, sondern von auf Erden Hingeschlachteten, was auf das System hinweist, das solche Ermordungen als Opfer, als Schlachtungen für ihre Herrschaftszwecke erlaubt. Im Vergleich mit zwei Danielstellen im AT kamen weitere Fragen auf. Sowohl der babylonische König Nebukadnezar (Nabukodonosor) als auch Daniel träumen von vier Reichen, auf die das Königtum Gottes folgen würde. Es versteht sich von selbst, dass diese vier Reiche Gegenwelten zu dem Königtum Gottes sind. Die Zahl vier steht für die vier Ecken der Erde und meint in dem Zusammenhang vermutlich, dass diese Reiche-Schauung die ganze bewohnte Welt betrifft. Anders als in der Apokalypse aber sind die geträumten Reiche des Königs ein und dieselbe Statue mit einem einzigen Kopf (Gold), Brust (Silber), Rumpf (Bronze), Beinen und Füßen (Eisen mit Ton vermischt), die jeweils die unterschiedlichen Reiche zeichnen. Das vierte und letzte irdische Reich unterscheidet sich von allen anderen durch seine Vermischung unmischbarer Materialien und Brüchigkeit. Dies passt zu der pubic-private partnership: res publica und der Dreck privater Konzerne lassen sich nicht mischen. Auf diesen instabilen Mischfüßen scheint aber die gesamte Statue, auch die stabilen und homogenen Leibsegmente, zu stehen. Daniels Traumdeutung ordnet den goldenen Kopf dem träumenden König zu (Traum des Königs in Dan2). Daniels Vision und die des Sehers Johannes nehmen dagegen ein mehrköpfiges Tier bzw ein Tier mit mehreren Hörnern (Königen) und zusätzlichen Köpfen gleich einer Hydra (mehrköpfiges Seeungeheuer) wahr (Apk13 und Dan7). Hier ist es sicher nicht falsch, die mythologischen Beschreibungen der Seeungeheuer im Mittelmeerraum kurz zu beachten: Hydra ist der griechischen Sage nach ein Tier aus dem Meer, das mehrere Köpfe hat. Es hat einen Mittelkopf, der unsterblich ist und Nebenköpfe. Wird einer dieser Nebenköpfe abgeschlagen oder tödlich verwundet, wachsen zwei weitere Köpfe nach. In der griechischen Sage überwindet Herakles die Hydra am Ende und schlägt ihr auch den unsterblichen Kopf ab. Er hatte dabei Hilfen von den Göttern bekommen durch weitere Fabelwesen. Ihre vielen Köpfe brannte er aus, dass sie nicht mehr nachwachsen konnten. Es ist zu überlegen, ob dieses mythologische Bild Einfluss auf die Darstellung der Johannes-Apokalypse hatte oder eine innere Verbindung zu ihm besteht. Das alttestamentlich-mythologische Seeungeuer heißt Leviathan. Es werden ihm nicht ausdrücklich zahlreiche Köpfe zugeschrieben (auch nicht abgesprochen), aber dieselben übermenschlichen Kräfte, die schwere Überwindbarkeit, die nur ein Gott bewerkstelligen kann, Feindschaft zum Menschen, eiserne Härte und Herzlosigkeit und der Wohnsitz im Meer zugeordnet. In dieser Gestalt des Meeresdrachens liegt ein tiefes Menschheitswissen über politische Gewalt, Bedrohung, Entmenschung, Gotteslästerung, Asozialität und Herzlosigkeit. Dieses Biest sorgt seit Menschengedenken dafür, dass Menschen in ihren Menschengeschwistern notorische Gefährder sehen, vor denen das Biest, das selbst kein Pendant, keinen Partner hat, sie schützen müsste. In zahlreichen Märchen und Sagen der Völker taucht eine solche Schlange oder ein solcher Drache auf, im Deutschen kennen wir das Tier als Lindwurm, von dessen bedrückender Tyrannei die Menschheit befreit werden will. In der deutschen Siegfried-Sage bewacht dieser Drache die Reichtümer der Welt und schirmt sie von denen ab, denen sie zustünden: dem Volk, den Leuten. Er ist es in vielen alten Erzähungen auch, der Menschenopfer fordert. Kinder, Jungfrauen, Prinzen. Nicht wenige Kulturen verehren dieses Ungeheuer bezeichnenderweise. Thomas Hobbes (1588-1679) nannte sein staatsphilosophisches Werk nach diesem Ungeheuer Leviathan, dessen grundlegende Prämissen folgende sind: Nun sind sicher beide Sätze wahr: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht. Dort nähert man sich durch Gerechtigkeit, Liebe und alle Tugenden des Friedens der Ähnlichkeit mit Gott; hier müssen selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d. h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen. (Widmung an Se. Exz. den Grafen Wilhelm von Devonshire, meinen hochzuverehrenden Herrn (bei zeno.org), aus Thomas Hobbes Lehre vom Bürger.) Entfernt klingt diese Behauptung nach den Thesen aus Röm13,1-8. Aber es mutet seltsam an, dass dieselbe Heilige Schrift, die uns durchweg die schwerwiegende Problematik politischer Herrschaft vor Augen führt, ja, sie sogar als Tier bezeichnet, das kein Menschenherz mehr hat, an dieser einzigen merkwürdigen Stelle nun ausgerechnet diesen Leviathan als Gottes besonderen Diener zur Disziplinierung und Befriedung der Gemeinwesen ansehen will in einem ausschließlich positiven Sinn. Eines geht auch aus dieser anstößigen Stelle hervor: Jede Obrigkeit ist nicht selbst Gott oder göttlicher Art, sondern ein Diener Gottes und hat aus sich selbst heraus keinerlei Macht. Aber in wohl keiner Erscheinung des Lebens in diesem Äon liegt eine größere Versuchung zur Gotteslästerung als in der Macht über andere Menschen. Alleine der Traum Nebukadnezars ist für sich genommen eine radikale und fundamentale Kritik an jeder irdischen (hierarchischen) Herrschaft. In den prophetischen Büchern des AT und NT dagegen tritt uns insgesamt bis auf die Stelle in Röm13 ein realistischeres und menschenfreundlicheres Bild politischer Macht entgegen: Sie wird als bestialisch gezeichnet und als eine Tyrannei, die am Ende besiegt und gerichtet wird. Nicht zuletzt ging Jesus Christus an politischer Macht und ihrer Ungerechtigkeit zugrunde. Ebenso alle Apostel bis auf Johannes, auch Paulus, der zuvor schon mehrere Male zu unrecht eingekerkert worden war. Man kann sich kaum vorstellen, dass er diese Sätze in Röm13 wirklich geschrieben haben soll, denn nach deren Logik wäre nicht nicht nur er, sondern auch Jesus Christus ganz zurecht zu Tode gekommen. Der erste deutende Gedanke, der mir zum Unterschied zwischen den königlichen und den prophetischen Visionen bei Daniel einfällt, ist, dass der Traum des Königs ein Blick auf die Ereignisse der Heilsgeschichte aus der Sicht eines irdischen Herrschers ist. Dem folgt, dass die Visionen Daniels und des Johannes ein Blick auf die Ereignisse aus der Sicht eines prophetischen Menschen sind, der mehr sehen kann als nur die äußere irdische Ereignisabfolge. Der babylonische König ist unfähig, seine eigenen Gedanken und Schauungen zu begreifen, eben weil er nur deren äußeren Ablauf sehen kann, verzweifelt daran beinahe und benötigt Hilfe durch einen Seher. Daniel ist dieser Seher in der Erzählung des AT, nachdem der bösartige und degenerative Charakter des Standbildes sich schon darin erfüllt, dass der König aus Zorn darüber, dass zunächst niemand erkennen kann, was er geträumt hat, alle Gelehrten des Reiches wegen ihrer Ratlosigkeit umbringen lassen will. Nebukadnezar ist bis hin zur Mordgier beunruhigt, denn er sieht ja nur ein einziges irdisches Reich, das zwar einen goldenen Kopf hat, furchtbar aussieht, unsympatisch, gewalttätig und abstoßend, aber auf tönernen, mühselig mit Eisen vermischten Füßen steht, also keinen Bestand haben kann, zumal es unvermittelt von einem Felsen getroffen wird, der diese Füße zermalmt und damit das ganze Standbild zu Fall bringt und in alle Winde zerstreut, während der Felsen wächst und die ganze Erde erfüllt. Dieses Traumbild zeigt evident, dass alle irdischen Weltreiche auf tönernen Füßen stehen, keinen Bestand haben, dass sie sich auch nicht vorwärts, sondern rückwärts entwickeln (absteigender Wert der Edelmetalle vom Kopf bis zu den Füßen), und dass es eine Todeswunde erhalten wird und ein anderes Reich sich an seiner Stelle ausbreiten und ewigen Bestand haben wird. Vor allem wird deutlich, dass alle irdischen Reiche derselben Gestalt angehören und daneben offenbar keine alternative irdische Herrschaftsform möglich ist. Alle irdische Herrschaft ist brüchig und störanfällig. Auch wenn Gott diese Mächte zulässt, wird nirgends behauptet oder suggeriert, sie seien seine Stellvertreter oder gar Repräsentanten. Der König Nebukadnezar hatte also geträumt, was er selbst ist, und dass das, was er sein eigen nennt, dem Untergang geweiht ist, wenn auch nicht zu seinen Lebzeiten. Ihm wurde perspektivisch auf das Ende des Äons hin gezeigt, wo er steht und woran er Anteil hat. Nun setzt Nebukadnezars zunächst widerständige Reaktion auf diese Traumwvision ein: Nebukadnezar lässt umgehend eine riesige Statue aus Gold errichten – alles an ihr ist aus Gold, nicht nur der Kopf – und befiehlt im ganzen Reich, dass ihr gehuldigt werden müsse. Er will der Traumvision etwas entgegensetzen, ein Reich, das Bestand hat und fein ist, wertvoll und glänzend, und auf festen Füßen steht. Wir kennen die Geschichte der drei Männer im Feuerofen, die verbrannt werden sollten, weil sie ihre Knie nicht vor diesem Bild beugten, aber unversehrt im Ofen umhergingen, offenbar beschützt durch einen Göttersohn (bar elohim) (Dan2+3). Wir hören ab Dan4 wieder von diesem König, der ein öffentliches Bekenntnis in seinem gesamten Reich aus der Retrospektive ablegt und beginnt mit dem denkwürdigen Satz: Sein (des höchsten Gottes) Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft von Generation zu Generation. Martin Buber übersetzt präziser: Sein Königtum ist ein Königtum der Weltzeit/ und seine Herrschaft durch Geschlecht und Geschlecht. Was war inzwischen geschehen? Nebukadnezar hatte eine weitere Traumvisionen gehabt, von einem Weltenbaum, der ihn inmitten der gesamten Erde darstellt, unter dem und auf dem alles Leben seinen Platz fand und nun abgehauen würde. Nur ein Stumpf würde bleiben, der mit Eisen und Bronze überzogen werden sollte, damit er nicht wieder ausschlüge. Das menschliche Herz dieses Weltenbaumes sollte durch ein Tierherz ersetzt werden. Erinnert uns dieser Weltenbaum nicht an den Weltenberg im Mittelpunkt der Welt? Aber kann dieser Berg oder Baum durch ein menschliches Reich dargestellt werden? Drückt sich hier die unfassbare Anmaßung aus, in der der babylonische König sich aufgestellt hat? Ist das ein Echo auf den Turmbau zu Babel? Der tradierte Weltenberg ist Gottessitz, nicht Menschensitz. Der König erhielt die Traumdeutung von Daniel, dass er für sieben Jahre wie ein Tier ausgesondert würde von den Menschen. Genauso war es gekommen: Der König verlor den Verstand, ging aufs Feld hinaus, wurde vom Tau solange benetzt, bis er wie ein Tier mit Federn und Krallen war und Gras fraß. Als er dem höchsten Gott nach Ablauf der sieben Jahre die Ehre gab und zugestand, dass der Herr die Niedrigen über die Hohen setzen kann, wurde er wieder vernünftig. Seine Verwandlung in ein Tier aber weist uns schon darauf hin, dass sein Traumbild wahr ist und die Reiche nach ihm immer bestialischer werden würden. Die spätere Beschreibung politischer Reiche und Herrscher als Tiere oder Hörner des Tieres kann in Beziehung gesetzt werden zu diesen Ereignissen um den babylonischen König Nebukadnezar. In der Tat sieht man sie in der Schrift als entmenscht an. Auffallend an den Träumen des Königs Nebukadnezar ist, dass die Weltherrschaft, die zentrales Thema seiner Visionen ist, eine Todeswunde verpasst bekommt. Das Standbild des ersten Traumes wird durch den Felsen zermalmt heißt es, und der Felsen würde sich immer mehr vergrößern und die ganze Erde erfüllen. Die Ereignisse dieses Wachsens und Vergrößens werden nicht weiter ausdifferenziert. Aber eines ist klar: Es gibt keinen Herrscher mehr, sondern alles wird auf einen festen, stabilen Grund gestellt. Die Beschreibung der irdischen Herrschaft als Statue weist auf deren abgöttischen Charakter, ihre Leblosigkeit, Tödlichkeit und Erstarrung hin. Der Weltenbaum, das Herrschaftssymbol für den König und sein babylonisches Reich, Konkurrenz zum eigentlichen Inhaber des Weltenberges, nämlich Gott, erhält ebenfalls eine Todeswunde: Er wird abgehauen und gefesselt, wie es heißt, indem der Stumpf mit Bronze und Eisen überzogen wird, damit er nicht wieder ausschlagen kann. Das bedeutet, dass er wieder ausschlagen könnte … Er ist tödlich verwundet, aber noch nicht tot. Ich vermute, dass dieses Bild in Beziehung zu dem Kopf des Tieres in der Johannesapokalypse steht, der eine Todeswunde erhalten hatte, aber wieder geheilt wird. Man kann einwenden, dass gerade in diesem starken Bild des Danielbuches aber doch Babylon fällt, genauso wie es von der Hure in der Johannesapokalypse gesagt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass die Hure und das Tier zwei Aspekte desselben Phänomens sind, eine „Ehe“ zwischen dem Satan und menschlicher Herrschsucht, die Hölle auf Erden. Die Menschheit wollte schon einmal beim Turmbau zu Babel das Firmament durchstoßen. Was in der Stadt der einen irdischen Herrschaftsidee geschah, zielte letztendlich auf Erhebung über Gott und bedeutete ein Aufbegehren gegen die gesetzten Grenzen der Schöpfung. Seit ca. 80 Jahren versuchen Großmächte wieder gezielt, irgendetwas hoch oben sowohl zu erreichen als auch zu sprengen. Es ist merkwürdig, dass sie Nuklearexplosionen in extrem hohen Höhen versuchten, zB 1962 die Dominic I Starfish Prime in 400 km Höhe, was gewiss nicht aus Menschenfreundlichkeit geschehen ist. Was wollen sie so hoch oben? In beiden königlichen Bildern wird dargestellt, dass die Menschheit ein Erlebnis haben wird: Dieses Erlebnis besteht darin, dass die Tyrannei des Drachen, des morbilden Standbildes, besiegt zu werden scheint, dass er eine tödliche Wunde erhält und die Menschheit aufatmet und sich nun sicher wähnt. Es muss sich um ein einschneidendes Ereignis handeln, das von allen Menschen erlebt wird und allen Menschen bekannt ist. Andernfalls ergäbe es keinerlei Sinn zu sagen, sie wunderten sich, seien erstaunt oder gar bezaubert oder fasziniert davon, dass dieses verwundete Ding wieder geheilt würde und wieder da ist. Aber meinen die beiden apokalyptischen Bilder vom verwundeten Kopf/Tier und dem Tier, das nicht ist und doch ist, dasselbe? An dieser Geschichte sind drei Aspekte bedeutsam: Die intentionale Gottlosigkeit jedes irdischen Reiches macht ihre Herrscher zu Tieren. Der Begriff Tier für die endzeitlichen Reiche könnte in diesen Schauungen des Danielbuches, sogar der auch allegorisch zu verstehenden Erzählung des anmaßenden Königs, der buchstäblich zum Tier wurde, grundgelegt sein. Es findet ein Entmenschlichungsprozess statt aufgrund von politischer Gewalt, Gottlosigkeit und Macht und wird auch ohne Umschweife so benannt. Ein nächster Aspekt legt nahe, dass irdische Regierende niemals Bewohner ihres Reiches verachten, berauben oder drangsalieren dürfen. Überschreiten sie diese Linien, stellen sie sich hierarchisch über andere Menschen, als wären sie Gott, werden sie vertieren und vor allem säen, was sie geerntet haben und alles zugrunde richten in wachsender Schärfe. Im Bericht Daniels über Nebukadnezars Bußrede tritt deutlich zutage, dass er den Vorwurf seines Traumgesichtes, er sei ungerecht gewesen gegen die Menschen und habe sie ausgebeutet, anerkennt und umzukehren gedachte. Daraus folgt ein dritter Aspekt: Gottlose Herrscher können umkehren. Über Nebukadnezar wird nichts Nachteiliges mehr berichtet nach seiner Umkehr. Daniel konnte offenbar weiterhin als hoher Beamter seine Arbeit tun und erlebte den Antritt des Nachfolgers nach wie vor in seinem Amt. Die Bedrängnis der Menschen scheint Nebukadnezar aufgegeben zu haben. Er hat akzeptiert, dass er abgehauen wurde und sein Amt als gefesselter Stumpf angenommen. Die Vision des Sehers Daniel zur Zeit des nächsten Königs Belsazar dagegen stellt ebenfalls vier Reiche vor, aber nicht in einer Statue, sondern viel komplizierter: Er sieht vier verschiedene Tiere aus dem Meer aufsteigen, die drei ersten ähnelten einem Löwen, einem Bären und einem Leopard. Der Leopard hatte vier Köpfe. Nach ihm kam das vierte Tier, ein abstoßend-furchtbares Vieh, das alles zertrat und zermalmte und zehn Hörner hatte. Zwischen diesen zehn Hörner wächst noch ein kleineres Horn hervor, das ein großes Lästermaul hatte und um dessentwillen drei der zehn Hörner ausgerissen wurden. Insgesamt finden wir also acht Hörner, von denen eines, das letzte, die ultimative Ausgeburt zu sein scheint. In unserer Chat-Diskussion rechnete der eine oder andere Reiche durch, versuchte sieben solche Reiche in der Geschichte zu identifizieren und landete bei der Idee, das achte könnte das wiedererstandene British Empire sein, was mich nicht überzeugte. Auch wurde eine Harmonisierung mit den Visionen Johannis versucht. Ich würde vermuten, dass die Siebenzahl ausdrückt, dass die sieben Reiche oder auch nur geistigen Herrschafts-Traditionen in ihrer Vollkommenheit final zusammengefasst wüten, überwunden werden, dann aber in Gestalt eines weiteren, achten, wieder geheilt werden und erneut zuschlagen, obwohl sie tot geglaubt waren. Für mich wird an diesem Bild deutlich, dass die absteigende Folge auf der qualitativen Ebene durch die drei Raubtiere angelegt wird: Zuerst kommt der König der Tiere, der durchaus gezähmt sein und mit dem Menschen in Symbiose leben kann. Als Kind faszinierte mich, dass Albrecht Dürer den heiligen Hieronymus in seinem Gehäus stets mit einem lieben, schlafenden Löwen darstellte. Die Zuordnung des Löwen zu Jesus Christus (Löwe Judas) und zu uns Deutschen und Juden drückt für mich ebenfalls aus, dass der Löwe Stärke und Menschenfreundlichkeit in sich trägt, wenn er nicht gereizt und bösartig gemacht wird. Der Bär als Tier des Nordens mag für das stärkste Wildtier dieser Weltregion angesehen werden. Auch er lebt normalerweise im Frieden mit den Menschen. Der Leopard steht für ein flinkes und wendiges Wildtier des Südens. Er hat nicht die Stärke des Löwen und des Bären, ist aber aggressiver und tückischer. Dafür hat er im Traumgesicht überraschenderweise vier Köpfe, als müsse er diese Schwäche kompensieren oder noch vervielfachen. Es kann sein, dass die vier Köpfe seine Verbreitung über die ganze Erde ausdrücken. Das seltsame vierte Tier werden wir gleich noch genauer ansehen, nachdem wir nachgesehen haben, was Johannes geschaut hat. In der Johannes-Apokalypse ist es nicht weniger verzwickt: Ihm wird laut Überschrift des ganzen Buches von Jesus Christus mithilfe eines Engels etwas mitgeteilt, das Jesus wiederum als Schauung von Gott erhalten hat: Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muss; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt. Dieser hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat. (Apk1,1f) Wir haben hier also eine mehrfache Vermittlung des Inhaltes der Schauungen. Gott hat Jesus etwas übergeben, das der den Knechten Gottes zeigen soll, damit sie verstehen, wie die Zeit sich weiter bewegen wird. Die Vermittlungsreihe ist: Gott – Jesus – Engel – Johannes – Geschwister Jesu auf Erden. Diese Vermittlung aus vier Händen, bis sie die Kinder Gottes auf Erden erreicht, kann bedeuten, wie schwer und unsagbar das ist, was dennoch gesagt wird und gesagt werden muss, und dass es über die ganze Erde verbreitet werden muss (die Vier ist die Zahl der vier Ecken der Erde). Wir erinnern uns, dass Jesus auf Erden sagte, nur der Vater wisse um diese Dinge. In seinen Endzeitreden erwähnte Jesus nichts von ihnen. Er konnte nur vorhersehen, was auf der äußeren und sichtbaren Ebene auf Erden geschehen würde, aber weder erlaubten seine Reden einen tieferen Blick „hinein“ in die Ereignisse noch in den Himmel noch gewährten sie einen Zeitplan, denn der Vater alleine wisse Tag und Stunde. Wie seine Menschengeschwister hatte Jesus offenbar in diese Zusammenhänge, solange er auf Erden weilte, keinen direkten Einblick. Was er aber scharf sah war, dass die allerletzte Zeit so sein wird, wie keine Zeit vorher und eine äußerste Bedrängnis der Menschen, vor allem der Kinder Gottes, bedeuten würde (Mt24; Lk 21). Es gibt nur eine Zeit, die vergleichbar ist, und das sind die Tage vor der Sintflut. Dieser Bedrängnis geht eine Zeit voraus, in der sich Könige gegeneinander erheben werden. Die apokalyptischen Schauungen des Johannes zeigen uns dann, ganz im Gegenteil dazu, Hörner (Könige), die allesamt befriedet erscheinen in dem einen Tier, einen Unum. Was sind das für Könige? In den Schauungen des Johannes fällt auf, dass Jesus ihm nicht direkt mitteilt, was er sehen darf. Jesus scheint ihm alles, was er selbst nun erfahren hat, durch Engel mitteilen zu wollen. Diese Tatsache ruft die Frage hervor, warum diese Offenbarung an Johannes nicht direkt durch Jesus geschehen kann oder soll. Über eine Erklärung kann man nur spekulieren. Für einen Augenblick müssen wir an dieser Stelle stutzen: Die Engel erscheinen als Wesen, die ausschließlich für diese Funktion der Übertragung von Botschaften und Weisungen aus dem Himmel auf die und für die Erde oder einzelne Erdenbewohner oder irdische Entitäten geschaffen sind. Über den Umfang dieses Aufgabenbereichs sind wir uns vermutlich nicht bewusst und unterschätzen ihn auf sträfliche Weise. Die Aufgabe des Schutzengels wäre hier zu verorten, aber auch des Engels, der Gott im Himmel oder auch auf Erden unerschütterlich lobt in allem und trotz des vorhandenen Chaos. Wenn dieses Lob verstummt, erst dann, werden alle Ordnungen auf Erden stürzen. Die Stelle in der Apokalypse, in der im Himmel eine halbe Stunde lang absolute Stille eintritt, erinnert daran, dass nun ein Absturz in die anomia, die iniquitas, die totale Unordnung eintreten könnte (Apk8,1-5), von der uns Jesus in den oben zitierten Kapiteln, aber auch 2Thess2 berichtet: Es kommen noch die Gebete der Heiligen, die von der Erde heraufdringen, wiederum durch Engel vermittelt, im Himmel an, danach wirft ein Engel die glühenden Kohlen, aus denen diese Gebete aufstiegen, auf die Erde herab. Die geschilderten Unwetter zeigen den Sturz der Ordnungen an. Bei allem, was geschieht, sind offenbar zahlreiche Engel beteiligt, aber wir denken nicht an sie und sehen sie nicht. Wenn man die Aufgaben der Engel so ungeahnt umfangreich und vielfältig betrachtet, ist es nicht merkwürdig, wenn in den ersten Kapiteln der Apokalypse von Engeln der Gemeinden die Rede ist, die hier scheinbar direkt von Jesus vermittelt durch Johannes angeschrieben werden sollen. Über diese Anrede der Engel der Gemeinden wurde ebenfalls viel gerätselt, man wollte, zurückgefallen in das alte hierarchisch-irdische Denken, „Gemeindeleiter“ in ihnen sehen. Das ist allerdings begrifflich an den Haaren herbeigezogen. Warum sollte nicht jede Sammlung von Kindern Gottes auf Erden genauso wie jeder einzelne Mensch einen eigenen Schutzengel haben? Ist nicht unser, der Deutschen, Engel nach der Überzeugung vieler unter uns der Erzengel Michael? Eigenartig ist die Ansprache über den inneren Zustand der jeweiligen Gemeinden an deren Engel. Haben die Engel versagt? Oder konnten sie die Gemeinden nicht stabil halten? Ich vermute letzteres, bin aber nicht sicher. Unser Patron, der Fürst Michael, hat mit Sicherheit nicht versagt. Wir aber so schwer, dass niemand es leugnen kann. In unserer Chat-Debatte wurde ausgeblendet, dass wir nicht die ersten sind, die sich über das alles Gedanken gemacht haben, was für Reiche der babylonische König und Daniel ebenso wie der Seher Johannes gesehen haben könnten. Teilnehmer unseres Chats setzten voraus, dass das Tier mit der tödlichen Wunde so etwas wie eine Fortsetzung des römischen Reich sein müsse, bereits einen tödlichen Schlag erhalten haben soll (in der Spätantike) und demnächst wieder geheilt auf den Plan tritt. Einer meinte, dieses verwundete, aber wieder geheilte Tier könne der Commenwealth bzw das britische Empire gewesen sein. Allerdings ist die Frage, wie das Empire, wenn es bereits die geheilte Wunde des römischen Reiches war, selbst schwer angeschlagen und als solches aufgelöst nach den beiden Weltkriegen, nun plötzlich als wiedererstarkter Commonwealth aufsteigen sollte, um dieses apokalyptische Bild gewissermaßen doppelt gemoppelt zu erfüllen. Ich fand das wenig überzeugend. Zwar existiert der Commonwealth und als dessen Grundlage das dubiose englische, in Wahrheit ja ein deutsches (!), Königshaus, das in viele dunkle Zusammenhänge verstrickt erscheint, aber was ist mit dem US-Imperium, was mit China, was mit Russland? Und was mit gewissen globalen privaten Bankhäusern, die alle Könige in der Hand halten? Sind womöglich sie die Hure Babylon? Der Hauptgrund für meine Skepsis war die Komplexität der jeweiligen Visionen und ihre Ähnlichkeit, die aber dennoch inkommensurabel erscheint, wenn man sie wie eine mathematische Gleichung mit Unbekannten behandelt. Wer immer sich daran versucht muss anerkennen, dass seine Kalküle – zumindest bis heute – nicht aufgehen. Man hat den Eindruck, es müssen sich erst die Stunden finden, bis diese Bilder zugeordnet werden können. Die Tatsache, dass wir sie meist immer noch nicht zuordnen können, macht mich stutzig. Die Frage stellt sich unweigerlich, ob wir denn wirklich bereits mitten in den Ereignissen stecken bzw ob wir viel zu kurze oder insgesamt verzerrte Zeiträume dafür annehmen. Oder haben wir einvöllig verkehrtes Geschichtsbild? Wenn man im Rahmen der alten Hydra-Erzählung denkt, bedeutet die Verwundung eines Kopfes weder den Tod des ganzen Tieres noch den des Kopfes selbst. Vielmehr bringt eine Verwundung eines Kopfes stets dessen Verstärkung hervor. In der Schauung Johannis wurde ganz anders ein Kopf, und mit ihm der Tendenz das ganze Tier tödlich verwundet. Diese Verwundung scheinen aber alle Erdenbewohner zu kennen, miterlebt zu haben oder im Bewusstsein zu tragen. Denn anders lässt sich nicht verstehen, warum sich später alle Menschen wiederum darüber verwundern, wie diese Wunde geheilt werden konnte. Das Adverb opiso zeigt an, dass „die ganze Erde“ hinter diesem geheilten Kopf herstaunt bzw ihm zur Nachfolge bzw auch einer Art Verzauberung nachsieht, gebannt ist mit seinen Blicken, nicht dahin sehen kann, wohin sie sehen sollte, sondern hinter dem Tier her, dessen verwundeter Kopf geheilt wurde. Dieser Zusammenhang scheint so spektakulär und unerhört zu sein, dass ich mich ernsthaft frage, ob denn ein solches Ereignis überhaupt schon geschehen ist. Ich möchte das erklären: Wie viele angebliche Nachfolger des römischen Reiches hatten wir nun schon, wenn man unserer offiziellen Geschichtsschreibung glauben will? Ob es das byzantinische Reich, ob es das weströmische Reich ist, ob es die weströmische Kirche ist, ob es das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation), ob es das napoleonische Konstrukt, ob es das britische Empire, ob es das US-Imperium, ob es der Commonwealth, die UNO oder die islamische Umma ist oder gar ein zionistisches oder neuerdings befürchtetes chinesisches Weltreich – mir erscheint das zu vage, zu wenig fassbar und vor allem sehe ich nicht, dass alle diese sicher ernst gemeinten Nachfolgereiche überhaupt alle von derselben Art waren. Man kann attestieren, dass all solche Reiche, die antike Vorbilder haben wie das babylonische, persische, ägyptische, assyrische oder am Ende das hellenistische Weltreich, auf Weltmacht und Ewigkeit ausgerichtet waren und dennoch untergingen, aber niemand hat irgendein neues Reich dieser Art als etwas Erstaunliches angesehen. Und erst recht hat niemand einem solchen Reich bewundernd hinterhergesehen, schon gar nicht die ganze Erde. Man mag all diese Reiche als einen der Köpfe dieses Meeresungeheuers ansehen, aber welcher Kopf davon wurde so verwundet, das er abgestorben schien, anstatt gleich zwei neue nachzubilden? Die Neubildung solcher Reiche verwunderte niemand, das war Hydra-Alltag! Verwunderlich ist in unserem Visionsbild, dass einer der Köpfe so schwer getroffen wird, dass das ganze Tier tödlich getroffen scheint. Haben wir so etwas historisch je erlebt? Ich würde behaupten: Nein! Ob die zehn Hörner und sieben Köpfe wörtlich oder eher im Sinne der Zahlensymbolik gedeutet werden sollten, ist offen. Hörner stehen für äußere Gewalt und Macht, Köpfe für geistige Zentren. In dieser Logik tragen die Hörner Diademe als Zeichen herrscherlicher Macht, während die Köpfe als geistige Zentren Lästerungen repräsentieren, geistige (Gegen-)Mächte. Wenn meine bisherige Interpretation richtig ist, wurde eines dieser geistigen Zentren getroffen, vielleicht sogar DAS geistige Zentrum dieser satanischen Macht, denn es ist eindeutig, dass diese politische Macht des Tieres eben nicht wie in Röm13 behauptet, stets von Gott kommen müsse, sondern sie stammt nach Aussage des V2 in Apk13 ausdrücklich vom Satan selbst, der tatsächlich über einen Thron verfügt und über solche Vollmachten. Jene mögen letztendlich von Gott kommen, aber sie sind in der Hand des Satans nicht göttlich in dem Sinn, den Röm13 solchen Vollmachten unterlegt, nämlich in dem Sinn, dass sie das Gute schützen und das Böse strafen. Das Zentrum des Satanischen, das in diesem Tier zum Ausdruck kommt, ist es, das eine tödliche Wunde erhalten hat. Wann ist das geschehen? Wir können geistlich sagen: Mit der Auferweckung Jesu ist diese Wunde zugefügt worden. Und diese Deutung ist in jedem Fall eine zutreffende Deutung. Aber hat die Welt das auch so wahrgenommen, dass die ganze Erde davon wüsste insofern als sie es im Bewusstsein trüge? Diese Frage würde ich ebenso mit Nein beantworten. Wir können aber sagen: Mit der Sintflut ist das geschehen. Die Menschheit weiß in allen Kulturen von dieser Katastrophe, nur hat sie es beiseite geschoben. Die Erinnerung daran müsste wieder aufgeweckt werden. Damals hatten Göttersöhne mit Menschentöchtern Nachkommen erzeugt, die Nephilim, die Riesen und Helden der Vorzeit (Gen6), aber das war ein Greuel, die Welt war voller Gewalt und Blutrünstigkeit. Gott ließ diese Welt im Wasser untergehen. Manche identifizierten die zehn Hörner des Tieres bei Daniel mit den zehn Hörnern des apokalyptischen Tieres bei Johannes. Nach dem Ausreißen der drei Hörner des Tieres bei Daniel bleiben sieben Hörner übrig, die manche wiederum mit den sieben Köpfen des apokalyptischen Tieres gleichsetzten. Was ist dann aber das achte Tier bei Johannes? Und vor allem, wer sind die übrigen Tiere, bei Daniel Löwe, Bär und Leopard (Dan7,12), denen Lebensdauer (gegeben wurde) bis auf Zeit und Stunde, wo diese drei Tiere bei Johannes integriert sind in das eine Tier? Die Menschen beten bei Johannes in ihrem Erstaunen über die Wiederbelebung des verwundeten Kopfes des Tieres nicht nur das Tier an, sondern auch den Drachen, den Satan, der ihm seine Vollmachten gibt. Bei Daniel wird darüber nichts berichtet. Unmittelbar nach der Erhebung des vierten Tieres wird dessen Gerichtsverfahren durch Gott selbst eröffnet. Das Tier wird vernichtet und die Herrschaft einem Menschensohn übergeben, dessen Königtum unvergänglich sein würde. Selbst der Seher Daniel versteht diese Vision nicht. Es ergeht ihm wie einst Nebukadnezar: Er ist beunruhigt von der Vision und kann sie nicht deuten, versucht aber noch in der Vision eine Deutung zu finden von einem, der bei den Vorgängen dabei stand. Er erhält folgende Antworten: Die vier Tiere sind vier Reiche, die sich aus der Erde erheben, aber es sind keine beständigen Reiche. Die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen für immer. Daniel kann das vierte, abscheuliche Tier nicht verstehen und fragt danach weiter. Er erhält eine Antwort, die teilweise kompatibel erscheint mit dem, was Johannes berichtet: Das vierte Reich wird mit Abstand das schlimmste unter den vieren. Seine Destruktivität zeigt sich darin, dass es die ganze Erde zertreten und fressen wird, was auf eine totale Umpolung und Verdrehung der Natur und Schöpfung hindeutet. Aus diesem Reich werden zehn Könige hervorgehen, danach ein weiterer, der wiederum ganz anders sein wird als die vorigen zehn, von denen drei erniedrigt werden. Dieser letzte König, das kleinere Horn, wird lästern, die Festzeiten auf den Kopf stellen und das Recht ändern. Aber das Gericht wartet schon auf ihn. Es heißt bei Dan7,21 von ihm, er werde die Heiligen besiegen, ein Satz, der in Apk13,7 wiederholt wird. Es wird eine geheimnisvolle Dauer angegeben, die er die Heiligen in seiner Hand haben wird: Bei Daniel in V25 sind dies eine Zeit und (zwei) Zeiten und eine halbe Zeit. Buber übersetzt dies mit bis auf ein Alter und ein Doppelalter und ein halbes Alter. Der aramäische Begriff iddan kann Zeitalter, Zeitraum oder Jahreszeit bedeuten. Er wird gerne in Anlehnung an Apk12,14 gemeint, diese Zeitangaben bedeuteten 3,5 Jahre oder die in Apk13,5 erwähnten 42 Monate, die das Tier wirken und lästern könne. Das kann allerdings nicht ohne weiteres einfach behauptet werden, zumal man sämtliche Zeitangaben in prophetischen Texten sowohl was ihre Zahlen betrifft als auch ihre Zeitbegriffe allegorisch oder symbolisch auffassen kann und wahrscheinlich sogar muss. In Apk 13,11 taucht ein weiteres Tier auf, das die Macht des ersten, von der tödlichen Wunde wieder genesenen Tieres vor ihm ausübt. Dazu sehe ich bei Daniel keine eindeutige Entsprechung. Aber es stellt ein Standbild des ersten Tieres auf, das geheilt worden war und zwingt alle Erdenbewohner dazu, dieses Bild anzubeten, denn es hatte ihm Geist gegeben, dass das Bild lebendig erschien, redete und handelte. Das zweite Tier bewirkt, dass alle Menschen sich ein Malzeichen auf die Hand oder Stirn geben lassen, das den Namen des ersten Tieres enthält, dessen Zahlenwert 666 beträgt. Ohne dieses Zeichen erlischt die Geschäftsfähigkeit des Menschen. Auch der Seher Johannes ist tief beunruhigt und versteht diese Vision nicht. Auch er fragt wie Daniel, nachdem ihm auch noch die Hure Babylon, die an den Wassern sitzt, gezeigt wurde, was das zu bedeuten habe. Er erhält von einem Engel in Apk 17 eine Erklärung: 8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird. Klingt hier nicht an, dass dieses Tier wirklich im Erleben der Menschen untergeht und überwunden scheint? Im Chat diskutierten wir darüber, dass das Tier demnach eine politische historische Erscheinung sein muss, die es einmal gab, die zur Zeit Johannis überwunden erschien und wieder erstehen wird. Aber das römische Reich war zur Zeit des Johannes nicht verschwunden. Es kann demnach nicht gemeint sein, es müsste etwas anderes bedeuten. Aber was? Die Wendung war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen muss nicht zwingend bedeuten, dass das Tier zu Zeiten Johannis gerade nicht ist, es ist eher eine zeitliche, grammatisch abgebildete Abfolge, die an das der da war, der da ist und der da kommt erinnert. Es erscheint dieses Tier wie eine Nachäffung Gottes, das eine Zeit lang ausgeschaltet scheint, aber nicht wirklich ausgeschaltet ist. Der Wiedererkennungswert dieses Tieres scheint alle verlorenen Menschen zu faszinieren. Sie wissen, wer bzw was das ist und werden überrascht und bewundernd stehenbleiben, wenn es wieder ersteht. Es geht hervor aus den Worten, dass die Heiligen Gottes von dieser Erscheinung in keiner Weise beeindruckt sein werden. Allen gemeinsam ist, dass sie es erkennen und sich wundern. Wenn man fragt, was aus Sicht des Johannes einmal war und nicht ist und doch ist, dann könnte einem auch das politische Israel einfallen: Es war, dann ging es in konvulsivischen Zuckungen schließlich endgültig unter, es lebte weiter in der Zerstreuung, ist insofern nicht aber zugleich doch, aber hier und heute ist es wieder, seit 1948 und hat in jedem Fall viel Bewunderung und Erstaunen hervorgerufen, auch viel Solidarität wegen der Shoah. Sachlich kann aber das wiedererstandene – dem Anschein nach wiedererstandene – alte Israel nicht gleichgesetzt werden mit denen, die die Shoah erduldeten. Es berührt mich seltsam, dass hier eine differenzierte Erkenntnis daran geknüpft ist, dass diejenigen, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen, auf das Phänomen hereinfallen werden. Aber sehen die Menschen dem Staat Israel (bis dato) wirklich nach und folgen ihm? Diese Frage kann man nur mit Nein beantworten. Immer mehr spüren wir, dass mit diesem Gebilde etwas nicht stimmt und dass es nicht das echte Israel ist, vor allem seitdem dieser Staat seine eigenen Bürger in den Coronawahn und eine tödliche Giftspritzenorgie getrieben und an deren Verkäufer verkauft hat. 9 Hier ist der Verstand ⟨nötig⟩, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: 10 Die fünf ⟨ersten⟩ sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben. Aus diesen Worten geht nun eines ganz eindeutig hervor: Das Tier ist etwas, das die gesamte Weltgeschichte zeichnet. Im Chat wurde eifrig spekuliert, welche Weltreiche gemeint sein könnten, die bereits gefallen sind. Es ging über Nimrod, Ägypten, die Hellenisten bis in unsere Zeit. Der sechste wurde mit dem römischen Reich identifiziert, das zur Zeit Johannis existierte, aber welches Reich danach, also das siebente, sollte kommen für eine kurze Zeit? Hier kam wieder das britische Empire ins Spiel, aber warum gerade dies? Zugegebenermaßen dauerte es ojektiv, verglichen mit dem HRR, das ca. 1000 Jahre währte, nur sehr kurz. Die Zwischenfrage kam auf: Wer sind dabei wir Deutschen und unser altes Reich? Und weiter: Was ist mit dem großen und alten chinesischen oder indischen Reich? Was mit dem russischen Reich? 11 Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben. 12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen. 13 Diese haben einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. Zunächst fällt auf, dass die Begriffe fließend angewendet werden: Das Tier ist hier dasselbe wie ein Horn (Reich), zugleich wird es identifiziert mit einem der Köpfe … Man darf das folglich auf keinen Fall total wörtlich nehmen, sondern müsste es als Bildgestalt begreifen, möglicherweise intuitiver und mit einigem Wissen über Zahlensymbolik im Hinterkopf. Nach dem siebenten Königtum sollte ein weiteres kommen, das entweder eines der vorigen war oder eine Art Zusammenfassung der vorigen sieben, also das Tier, das war und nicht ist … Interessant wird die Beschreibung der zehn Könige, der zehn Hörner, die eigentlich gar keine Könige sind und bislang überhaupt keine Reiche inne hatten. Man könnte das als verborgene oder illegitime, angemaßte oder hintergründige Regierungsgewalt ansehen. Diese Zehn werden genau genommen nicht als Könige benannt, sondern nur wie Könige, sie sind keine, aber sie geben sich als solche aus oder maßen sich königliche Gewalt an. Sie sind vollkommen illegitim! Vielleicht kann man aus dieser feinen Differenzierung doch entnehmen, dass Gott manche mit Verwaltungs-Vollmachten ausstattet, die natürlich nicht missbraucht werden dürfen. Es gibt aber auch illegitime, angemaßte Vollmacht, die hier als satanisch dargestellt wird. Der göttlich Bevollmächtigte wird sich niemals hierarchisch über die stellen, deren Interessen ihm zur Verwaltung anvertraut sind. In dem Augenblick, in dem er es tut, ist er illegitim und satanisch inspiriert. Nach den Worten Jesu scheint dieses Umkippen ins Satanische der Normalfall zu sein im (politischen) Alltag (Mt20,25). Ausdrücklich macht er eine Zurückhaltung derer, die etwas für mehr als nur sich selbst verwalten, und ihren ausdrücklichen Herrschaftsverzicht zum Zeichen des wahren Christusnachfolgers. Diese illegitimen Als-ob-Könige erhalten mit dem Tier für eine Stunde Macht. Wir sehen hier, dass diese Zeitangabe unmöglich wörtlich zu nehmen ist. Die eine Stunde sagt uns nur eines, nämlich dass es ein äußerst kurzer Zeitraum sein wird gemessen an den anderen Zeiträumen, die genannt wurden bzw die Zeitangabe von 42 Monaten bei Johannes oder einem Zeitraum, zwei Zeiträumen und einem halben bei Daniel passt in diese eine Stunde hinein. Das Tier wird seine Macht nicht nur vom Satan erhalten, sondern auch von diesen zehn Königen, ist also samt und sonders eine Ausgeburt der Hölle. 14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm ⟨sind, sind⟩ Berufene und Auserwählte und Treue. Am Ende geht die Sache aus wie bei Daniel: Mit dem Lamm, dem Menschensohn bei Daniel, wird das Tier nicht fertig. Es wird überwunden und gerichtet und vernichtet. Jeder, der mit dem Christus ausgeharrt hat, wird mit ihm auch siegen. Wer sind diese zehn Könige, die bislang keine Reiche hatten? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Bei Johannes wird deutlich unterschiedenen zwischen Köpfen und Hörnern: Die Hörner werden gewissermaßen Newcomer sein, die sieben Köpfe nicht, von denen ich vorher glaubte, dass sie vielleicht eher geistige Reiche darstellen könnten. Auffallend ist, dass es eine Entsprechung zu dem kleineren Horn bei Daniel geben könnte: es steigt nämlich bei Johannes ein zweites Tier auf, diesmal nicht aus dem Meer, sondern aus der Erde (Apk13,11), das aussieht wie ein Lamm, aber redet wie ein Drache, ein König oder Reich mit einer enormen Täuschungskraft. Man erkennt seinen Charakter nicht an seinem Äußeren, sondern an seinen Worten. In unserem Chat vermuten manche, dass diese Figur der Antichrist sei, ein Pseudo-Christus. Ich könnte mir auch ein pseudo-messianisches Reich vorstellen. Aber wann taucht er bzw es auf? Ist er das achte Reich? Wenn er den Christus nachahmt, zugleich aber ein Wolf im Schafspelz ist, dem alle hinterherstaunen, weil er zugleich erkennbar die Wiederbelebung von etwas Bösem ist, das wir schon kannten und überwunden glaubten, wie muss man sich das vorstellen? Was wir derzeit erleben, weist uns auf schattenhafte und unbekannte Hintergrundmächte hin, die die offiziellen Regierungen und alle führenden Institutionen, die nichts Neues sind, unterwandert zu haben scheinen. Inmitten der Reiche haben sich starke Untergruppen ausgebreitet und über ökonomische Stärke und List, kriminelle Praktiken, finstere Kulte und Janusköpfigkeit global die Macht an sich gerissen. Wenn man 2Thess2 glauben will, wirkte dieses mysterium iniquitatis, das Geheimnis der Unordnung, der Gesetzlosigkeit, griech. anomia, schon zu Zeiten Pauli, müsse aber erst noch offenbar werden. Derzeit sagen viele, man sähe jetzt erst in aller Deutlichkeit, mit wem wir es zu tun hätten. Das Wirken satanischer Geheimgesellschaften, von dem wir zuvor Gerüchte gehört hatten, tritt ungeschminkter mit all seinen Greueln zutage und wird allen Menschen durch die modernen Kommunikationsmittel bekannt gemacht. Die abscheulichen Kinderschänderskandale, das Wirken von Logen und Geheimorden, deren finstere Praktiken, werden immer bekannter und sind immer weniger mehr abzuleugnen oder zu verharmlosen. Wenn ein Reich der totalen Perversion kommen soll, das von Kräften getragen wird, die bisher noch nie im hellen Licht der Öffentlichkeit wirkten, sondern untergründig und heimlich, vielleicht ein Hinweis auf das Tier aus der Erde, was ist dann das tödlich verwundete Reich, das wieder erstehen wird im Auftreten des zweiten Tieres? Gab es denn ein derart perverses Reich schon einmal? Jesus verweist uns in den Endzeitreden auf die Tage vor der Sintflut. Ist es das, was gemeint ist? Ersteht das wieder auf? Deren zentrale Entgleisung bestand in einer Einreise von Engelwesen im Bereich der Menschenwelt und eine sexuelle und geistige Vermischung beider, inkommensurabler Seiten. Die Menschheit wurde nachhaltig verdorben durch diese Vermischung, erlernte, wie man Waffen schmiedet (Schwerter/Pflugscharen) und Magie betreibt. Heutzutage würde man das mit einer Ankunft von Außerirdischen beschreiben. In der Logik dieser Bilder kann es dieses Tier vorher noch nicht als Reich gegeben haben. Daniel schaut, dass dieses vierte Reich so ist wie noch nie ein Reich zuvor, auch wenn es vielleicht wenige äußere Parallelen zu den drei Vorgängertieren geben mag. Es hat geistige Vorläufer und kommt nicht plötzlich, sondern nach einer langen Entwicklung dahin, die es gegolten hätte, wachsam zu verfolgen. Das erste Tier besteht aus historischen Phänomenen, aus Weltreichen, die es einmal gab, die aber verschwunden sind. So abscheulich, gewalttätig und grausam sie immer waren, das, was nun kommt unterscheidet sich fundamental von ihnen, die auch schon satanischer Natur waren und in dieser Natur unterwandert und vollends pervertiert wurden. Es ist mE wenig sinnvoll, jedes einzelne Tier, Horn oder jeden Kopf einem bestimmten, gewissen Phänomen zuzuordnen. Wir haben darauf zu wenige klare Hinweise und könnten uns hier im Spekulieren verlieren, das zu nichts führt als zu einer Ablenkung vom Wesentlichen. Es ist vielleicht klüger, das Gesamtbild zu betrachten, nicht an den Abweichungen zwischen der alttestamentlichen und der neutestamentlichen Offenbarung hängenzubleiben, sondern es als Gesamtpanorama zu verstehen. Beiden Sehern versagte das Verständnis angesichts des letzten Reiches. Beide konnte nur schwer in Worte bringen, was sie gesehen hatten und es trotz der Schauung nicht begreifen. Beide benötigen einen erklärenden Engel, schreiben auf, was man ihnen sagt, verstehen es aber immer noch nicht. Beide sind darüber in höchster Beunruhigung. Das bedeutet für uns vor allem anderen zunächst, dass es sich um dramatische, schwerwiegende, neuartig-perverse Ereignisse handeln muss, die zwar vorher schon hier und da aufblitzten, aber nicht in dieser Totalität. Und auch nur ihnen wird zugeordnet, dass nun der Allerhöchste offen geschmäht und verlästert werden wird als zentrale politische Handlung. Es entsteht dem Leser der Eindruck, dieses Reich habe nur ein Regierungsziel, nämlich den Allerhöchsten ultimativ zu schmähen, dies aber möglicherweise weniger auf der äußeren Gewaltebene (wenngleich auch dies auf eine smarte Weise) als auf der der Verführung, Täuschung, Erpressung, geistigen Verwirrung und Lüge und der totalen Zerstörung des Menschlichen. Durch dieses letzte Reich wird die gesamte Erde psychophysisch und geistig zertreten und verwüstet. Die Beschreibung der sieben Köpfe dieses Tieres, also der geistigen Voraussetzungen, die es benötigt, weist ebenfalls darauf hin, dass jeder Kopf eine Lästerung darstellt. Die Siebenzahl weist uns auf die Vollständigkeit und Vollkommenheit dieser blaphemischen geistigen Gegenwelt hin. Das Tier hat seine Siebensachen zusammen, um ultimativ alles Heilige und Verehrungswürdige zu schänden (2Thess2). Der Hinweis bei Daniel, dass dem letzten Weltreich mit seinen zehn Hörnern drei ausgerissen werden, könnte parallel zu der Todeswunde verstanden werden: Es wird teilweise überwunden, erscheint tödlich getroffen, doch da wächst ihm ein neues kleineres Horn, das aber ein noch größeres Maul hat mit noch mehr Lästerungen als alles andere zuvor. Es scheint förmlich durch seine Großsprecherei und verbalen, medialen, rhetorischen Zauber zu bestechen, der satanisch, drachenartig ist, seine äußeren Handlungen aber erscheinen wie die des Lammes als harmlos und smart. Wir befinden uns sicher in einer historischen Zone, in der vieles die Züge dieses vierten Reiches hat: Großmäuligkeit, endloses Geschwätz, Propaganda, Gelaber, Angstmacherei, Rhetorik, Kraftmeierei und dennoch vergleichsweise wenig physische Aktion sind hier und heute das, was uns so krank macht, quält und verwirrt. Hinzu kommt, dass die Einschränkung der Geschäftsfähigkeit und der versuchte Zwang zu einer QR-Identität, die uns in einem diktierten Status ausweist, der voraussetzt, dass wir uns leiblich haben schänden lassen, bereits stark an das Bild von dem Malzeichen des Tieres erinnern, das Johannes uns ebenfalls erzählt. Dennoch scheint zumindest bis jetzt all das zu überstürzt, zu wenig ausgereift und technisch – zumindest erscheint es mir so, aber ich kann mich täuschen – noch nicht weltweit realisierbar zu sein. Diese satanische Macht habe, wie Hermann Ploppa es im August 2020 (sinngemäß) auf einer der beiden großen Demonstrationen in Berlin sagte, ihren Kopf zu früh aus der Finsternis erhoben. Auch hat man nicht den Eindruck, dass die, die sich als Mitläufer und Mit-Täter aufstellen lassen, dies aus Begeisterung tun, erst recht nicht die vielen Hypnotisierten und in eine angstvolle Paranoia Getriebenen, die faktisch überhaupt nicht wissen, wie ihnen geschieht, deren Denken vollkommen blockiert ist, deren logischer Verstand abgeschaltet scheint und die ganz gewiss nicht die Heilung eines tödlich verwundeten Tieres oder Geistes oder Reiches in all dem sehen. Mit einer anderen Chat-Teilnehmerin sprach ich immer wieder einmal über die merkwürdige Aussage Jesu, die große Bedrängnis sei eine Zeit, wie es sie noch nie gegeben habe und nie wieder geben würde (Mt24,21). Zugleich spricht Jesus davon, dass die Bedrängnis offenbar noch einmal überwunden wird, wenn er formuliert Gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert … und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen ...(V29+30). Wieder ist die Zeitangabe zwar vage, spricht aber eine äußerst kurze Zeit aus – was immer äußerst kurze Zeiten bei Gott sind: eutheos heißt bald oder sogleich oder ohne sich noch lange aufzuhalten. Ich vermute an dieser Stelle, dass mit der großen Bedrängnis tatsächlich die allerletzte Bedrängnis gemeint ist. Zurecht sagen viele in Entgegnung auf diesen Begriff: Aber welche Bedrängnisse hat die Menschheit denn nicht schon ertragen müssen! Man denkt stets, mehr geht doch gar nicht mehr und dann wurde es noch bedrängender … Sicher ist Bedrängnis ein subjektiver Begriff. Jeder empfindet Dinge anders, nicht alle sind immer in gleicher Weise betroffen. Die endzeitlichen Geschehnisse haben allerdings zwei Merkmale: Alle Menschen auf Erden sind davon so betroffen, dass es für alle bedrängend oder beängstigend ist. Und diese Bedrängnis wird den historischen nicht gleich sein, sondern vollkommen abweichen im Charakter, wofür sowohl Daniels als auch Johannis Bilder sprechen. Dennoch ist dieses vierte Reich der Bedrängnis in Kontinuität zu etwas zu sehen, das vorher schon wirkte, aber nicht so ungeschminkt sichtbar war. Apokalypse heißt eben Entschleierung oder Offenbarung. Es wird nun offenbar, was auch vorher schon wirkte und vorwärts drängte. Doch was heißt das nun? Und vor allem kommt die Frage nach dem Millennium ins Spiel oder dem alttestamentlichen Friedensreich, das die Propheten vorausgesehen und beschrieben haben, das ein durchweg irdisches Reich sein wird, in dem die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden. War das alles nur rein metaphorisch gemeint oder überhaupt nicht konkret? Ebenso hat Jesus in der Bergpredigt in den Seligpreisungen vorausgesetzt, dass es ein Friedensreich auf Erden geben wird. Andererseits sprechen die Apostel von einem Untergang dieser Erde im Feuer und einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die Gott schaffen würde. Die augustinische, kirchliche Auffassung, das Millennium sei die Zeit der Kirche, haben viele abgewiesen mit dem Hinweis auf die kaum zu leugnende Tatsache, dass die Zeit der Kirche bisher alles, nur kein Friedensreich war. Die uns vor Augen gestellte historische Chronologie ist voller Unheil, Kriege, Greuel, Bosheit. Frieden war immer nur kurz und kam niemals allen Menschen zugute. Wer Frieden, Freiheit und Wohlstand erlebte, befand sich in einer geschichtlichen Nische. Apk20 stellt uns vor Augen, dass eine solche Zeit, in der der Satan gebunden ist, kommen wird, und dass sie 1000 Jahre, also einfach eine längere Zeit dauern wird. Danach müsse er allerdings noch einmal losgelassen, dann aber endgültig besiegt werden. Dies wird sich in kurzer Zeit abspielen. Was diesen 1000 Jahren in der Apokalypse vorausgeht, ist absolut verheerend, unfriedlich und blutrünstig, scheint aber noch längst nicht vollends stattgefunden zu haben. Die haarsträubenden Szenarien sind nach wie vor für uns kaum zuzuordnen zu Dingen, von denen wir so wüssten, dass das, was beschrieben wird, auch nur annähernd auf sie zuträfe. Was fangen wir mit diesen zugeben doch verwirrenden Informationen an? Verstehe ich etwa alles falsch? Wahrscheinlich nicht, aber ich kann es noch nicht in ein Bild zusammenfügen, das ich vollständig verstehen könnte. Und daraus folgt vor allem anderen, dass diese Zeiten vermutlich noch nicht erreicht sind, denn andernfalls verstünden wir besser, was vorhergesagt ist. Es ist sehr gut möglich, dass das, was derzeit läuft, noch einmal begrenzt wird und die Menschheit Zeit hat, sich zu besinnen und sogar weiterzuentwickeln. Wenn die teilweise genauen Tagesangaben in den apokalyptischen Texten so schlicht gemeint wären, wie sie oft aufgefasst werden, müsste es ein Leichtes sein, Jesu Wiederkunft zu berechnen. Genau das kann aber nach den Worten Jesu nicht geschehen. Man wird diese Zeiten also anders auffassen müssen. Wir müssen daher wachsam verfolgen, was geschieht, uns nach wie vor in unserem Rahmen für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden einsetzen, die Wahrheit suchen und unbedingt achten, alles Böse abweisen, unser ganzes Sein und insbesondere unseren Seelenleib als Tempel Gottes reinhalten und hochachten, ebenso den unserer Nächsten und Mitmenschen und nicht abweichen von dem, was uns der Geist eingibt. Wir freuen uns darauf, dass Gott alles in seiner Hand hält und sein Reich aufbauen wird. Er will es aber mit uns tun. Das ist wichtig. Wenn noch aufgehalten werden soll, sollen wir Aufhalter sein. Wenn wir unmittelbar vor der Ankunft Jesu stehen, sollen wir ihn mit Hochspannung und Vorfreude erwarten. Und wie schon immer tut ein wahrer Christusnachfolger beides. Die Warnung Jesu, dass niemand damit rechnete, wenn er kommt, weil niemand Tag noch Stunde wisse außer dem Vater, dass jeder von uns überrascht sein wird, sagt uns, dass er früher kommt als erwartet bzw dann, wenn wir es gar nicht (mehr) erwarten. Auch das könnte ein Hinweis darauf sein, dass etwas überwunden wird und dies eben nicht durch seine Intrada mit Pauken und Trompeten geschieht, bevor er dann wirklich kommt. Andererseits bedeutet die Erwartung, solange sie nicht erfüllt ist auch, dass er stets später kommt als erwartet. Mit dieser Paradoxie sollen wir gelassen und zuversichtlich leben. Das Anwachsen des Felsen auf der ganzen Erde aus Nebukadnezars Traum bedeutet, dass mit der ersten Ankunft Jesu dieser Prozess begonnen hat, zugleich reift das Tier aus mit seinen Köpfen und Hörnern und wird in seiner Bosheit offenbar. Mit dem Offenbarwerden der Bosheit und Gesetzeswidrigkeit wird auch die Basileia tou Theou (das Königtum Gottes) endgültig sichtbar. Eine weitere Überlegung soll dem Tier gelten, das war, nicht ist und ins Verderben geht. Es muss sich bei diesem Phänomen um etwas sehr Markantes handeln, das jeder sofort als Markantes erfasst. Es heißt, alle Menschen würden sich darüber verwundern und es muss vorausgesetzt werden, dass diese Verwunderung nicht einer der üblichen Verwunderungen iS von Sensationen gleicht, die bald wieder im Meer des Gewöhnlichen verschwinden. Es muss sich wohl etwas Außerordentliches handeln. Ich blieb am Begriff Verderben hängen. Die apoleia kommt an entscheidenden anderen apokalyptischen Stellen vor. In 2Thess2,3 wird der Sohn des Verderbens genannt, der zugleich der Mensch der Sünde/Gesetzeswidrigkeit ist. In Joh17,12 wird der Verräter Judas mit demselben Titel versehen. Ob es sich um einen Menschen handelt, der, oder eine Menschheitsverfassung, die lange Zeit trotz allem Elend so nicht war? 2Thess2 sagt uns kurz darauf, dieser Mensch werde sich in den Tempel Gottes setzen und als Gott ausgeben. Und er werde sich über alles erheben, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist (V4). Manche Christen stellen sich vor, der Antichrist werde in Jerusalem eine Eine-Welt-Religion oder eine multireligiöse Anbetung herstellen und damit die heilige Stadt zertreten. So skeptisch ich dem gemeinsamen Kult verschiedener Religionen gegenüberstehe, so skeptisch bin gegenüber solchen Interpretationen. Paulus schreibt nicht, dass dieser Mensch einen Alternativkult aus allen Kulten, die es gibt, herstellt. Er erhebt sich über alles, was man bisher als göttlich oder verehrungswürdig angesehen hat. Das ist entscheidend und bedeutet, dass er das, was bisher war, verachten und mit Füßen treten wird. Paulus differenziert hier nicht die eine wahre von falschen Religionen. Wie schon auf dem Areopag scheint er das Streben der Menschen nach Verehrung des Göttlichen durchaus zu respektieren, auch wenn er es als Befangenheit in Unwissenheit ansieht. Es muss hier um etwas wesentlich anderes gehen als um bloße gemeinsame Gebetsaktion auf dem Tempelberg oder ähnliche Dinge. Wir müssen zugestehen, dass das Gebet der Heiden vielfach kaum inhaltlich zu beanstanden ist. Paulus tut das auch nicht! Es will das Rechte, das kann man wohlwollend unterstellen. Das, was der Sohn des Verderbens tut, ist die Absetzung jeglicher Verehrung Gottes oder des Göttlichen. Er verehrt sich selbst, erhebt sich selbst und tritt alles, was Menschen gutmeinend religiös glaubten, mit Füßen. Wir erkennen seit der Corona-Krise sehr gut, dass alles, was Menschen an Kult- und Verehrungsstätten haben, die einigermaßen menschlich sind, gesperrt, behindert und teilweise bis heute nicht mehr frei betretbar gemacht wurde. Man kommt in keine Kirche mehr ohne Schikanen hinein, aber auch Mekka wurde 2020 für die Pilger komplett gesperrt und nur unter Schikanen wieder zugänglich, und das Pessachfest der Juden in der Familie verboten und Online vollzogen, was alleine ein Hohn ist, ebenso wie sie versuchten, uns nun schon zum zweiten Mal am Weihnachtsfest zu hindern. Die dritte Hinderung des Osterfestes ist zu erwarten im Jahr 2022. Das sind Vorboten für das Kommende. Die Verhinderungen der Gottesdienste aller Religionen hatten bereits einen Vorboten im Kommunismus, aber es gab noch einmal ein Aufatmen und eine Restauration der alten Religionen, jede in ihrem Land. Jesus spricht davon, es würde ein Greuel der Verwüstung am heiligen Ort errichtet, wie es auch Daniel vorhersah. Daniel spricht davon, das tägliche Opfer werde abgeschafft. Evangelikale meinen, der israelitische Tempel werde auf dem Tempelberg in Jerusalem wieder aufgebaut und die Opfer würden wieder eingeführt. Katholiken meinen, das Messopfer werde total abgeschafft, dass bislang immer noch irgendwo auf der Welt täglich stattfindet. Ich dagegen denke, dass das keine überzeugenden Erklärungen sind und auch kaum eine solide Grundlage haben, obwohl mir bekannt ist, dass undurchsichtige jüdische Sektierer bereits Pläne für eine Erneuerung des Tempelkultes in der Schublade haben. Ich verstehe nicht, iwe Evangelikale das als gottgewollt ansehen können und allen Ernstes nach Christus glauben, es müsse das Opfer wieder eingeführt werden, wo es 2000 Jahre (wie man uns sagt) verschwunden und entbehrlich war. Ich frage mich, welchen Wert solche Evangelikalen dem Tod Jesu überhaupt beimessen, mit dem jedes Tieropfer obsolet geworden ist, geschweige denn seiner Auferweckung … Ich vermute viel eher, dass mit dem täglichen Opfer die bisherigen, wohlmeinenden rituellen Praktiken gemeint sind, die Gebete der Menschen und ihre rituellen Handlungen, von denen sie glauben, dass es Gott verehrt und ihm Dank erweist. Die Abschaffung dieser menschlichen Handlungen ist gefährlich nahe gerückt, und dies weltweit. Irgendetwas wird sie ersetzen, das greuelhaft und destruktiv, vielleicht sogar mörderisch sein wird, aber mir ist bisher nicht klar, was das sein könnte. Babylonischen Kulten werden Kinderopfer nachgesagt, in manchen Weltgegenden gab es Menschenopfer. Ich befürchte, dass dies offen wieder praktiziert werden wird. In jedem Fall werden die finsteren und teilweise fragwürdigen Praktiken, die in vielen Religionen untergründig real sind, in den Vordergrund treten und diese Elemente werden die Oberhand gewinnen, all das, was man als Schwarze Magie, Okkultismus oder Satanismus benennt. Es sind viele Gerüchte im Raum darüber, dass die selbsternannten Eliten (sind das die illegitimen zehn Könige?) bereits lange schon heimlich solche abscheulichen Rituale praktizieren, darunter auch der Vatikan. Der Sohn des Verderbens wird von einer Natur sein, die es so bisher nicht gab. Er wird mit Faszination und großer Macht auftreten. Ob er ein einzelner oder ein Gruppenphänomen ist, wissen wir nicht sicher, denn die Schrift kennt keinen solitären Antichristen. Das muss abgewartet werden, wird sich aber eindeutig zeigen. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass das Tier, das war, nicht ist und ins Verderben geht, an etwas sehr weit Zurückliegendes anknüpft, das es so seit langem nicht mehr in aller Offenheit und Unverschleiertheit gab, uns immer noch nicht recht bewusst ist, aber mit Gewissheit gut erkennbar sein wird, aber nur von denen, die seit Anbeginn der Welt im Buch des Lebens stehen, als finstere Erscheinung begriffen wird. Alle anderen werden es begrüßen und bewundern. Es wird ein vollendeter Ungeist sein, ein Lügner und Mörder, dies aber smart und in leuchtenden Farben. Sein Vorgänger aus alten Tagen wird durch ihn zum Gott erhoben und angebetet werden. Ob die lange Abwesenheit oder Verborgenheit dieses Tieres aber identisch ist mit der erwähnten Todeswunde eines der Köpfe? Ich weiß es nicht, es bleibt vage. Es kann sein, dass diese Wunde nicht meint, dass das Tier eine Zeit nicht war, sondern dass es, wenn es wieder aufsteigt, eine Todeswunde erhält, davon aber genesen kann. Sowohl die Verwundung als auch die Heilung stünden dann noch aus. In unsere Tage hinein gedeutet könnte das bedeuten, dass das, was wir derzeit erleben, noch einmal eine gewaltige Wunde verpasst bekommt, denn es ist ja schon erheblich viel aufgeflogen und entlarvt worden, es sind zahlreiche Bücher geschrieben worden, und ich sehe niemanden, der ernsthaft voller Bewunderung auf die abscheulichen Gestalten schaut, die uns drangsalieren. Manche haben ein naives Vertrauen zu ihnen, aber das erfüllt nicht das Kriterium von Bewunderung und Ergebenheit. Die allermeisten haben mindestens kein gutes Gefühl, viele haben Angst, viele sind vielmehr zornig, wütend und hasserfüllt gegen all die Lügerei und Gewalt, den Terror und die hemmungslose Geld-, Überwachuns- und Mordgier, die wir erleben. Zum Schluss sei noch angemerkt, dass wir ein verzerrtes Geschichtsbild haben könnten, das auf Lügen und Fälschungen basiert, dazu auf einer falschen Chronologie. Vermutlich ist es nicht das Schlechteste, von angeblicher „Wissenschaft“ vorsorglich mythologisierte ältere Überlieferungen zu Weltzeitaltern und Vorgängen darin genauer unter die Lupe zu legen. Es kann sein, dass aus ihnen die Aussagen der Johannes-Apokalypse und des Danielbuches plötzlich fassbarer werden. Der Achte übrigens, den sowohl Daniel als auch Johannes erwähnen, dieses achte Tier bzw Horn bzw die achte weitere Erscheinung, die den sieben anderen entspricht, sie aber an Bosheit übertrifft, weist zahlensymbolisch auf die Überschreitung des bisher Vollständigen auch im Bösen. Die sieben Köpfe Johannis mit den Lästernamen sind als eine Vollständigkeit des Bösen zu verstehen, wie die Sieben immer für Vollkommenheit und Ganzheit in diesem Äon steht. Wir müssen in diesem Reich des Tieres am Ende mit einer vollendeten Bosheit rechnen, was kein angenehmer Gedanke ist, uns aber jetzt schon verständlicher wird angesichts der Ereignisse seit 2020. Wir leben jetzt schon in einem fast vollkommenen Reich der Lüge. Alle wesentlichen Tatsachen dieser Weltzeit sind ersetzt durch himmelschreiende Lügen. Das betrifft beileibe nicht nur das Corona-Thema, sondern viel, viel mehr. Die Leugnung der natürlichen Geschlechter ist nur ein weiteres Indiz auf ein ganzes Meer an Lügen, die teilweise schon Jahrhunderte zurückreichen und von uns zu wenig durchschaut worden sind. Auf einer ähnlichen Linie ist der Klima-Hype, der samt und sonders auf absurden Theorien über ein unfassbares Konstrukt namens Klima beruht, die sich als Wissenschaft tarnen, extrem forciert und finanziert, mit einem gigantischen Propaganda-Apparat medial in die Köpfe gepresst werden, aber durch nichts nachgewiesen werden können und eher Sektenglauben ähneln. Es fehlt an Wissenschaftlichkeit genauso wie an Evidenz. Ein weiteres Thema liegt im Bereich der Kosmologie und Astronomie, die ebenfalls auf tönernen Füßen stehen und eine gigantische ScienceFiction-Industrie erzeugt hat, die von vielen inzischen für bare Münze genommen wird: Sie erwarten die Ankunft von Außerirdischen im vollen Ernst, und ich denke, auch das könnte uns noch medial geboten werden in naher Zukunft. Orson Welles‘ Hörspiel Krieg der Welten von 1938 war ein Vorbote dafür. Die Gestalt der Erde und des Kosmos ist aber wahrscheinlich eine vollkommen andere als man es uns sagt (vgl. dazu mein Buch Fake Heavens I Die Kuckucksuhr im All von 2022). Es kann sein, dass die Ankunft der Außerirdischen nicht nur medial inszeniert wird, sondern einem realen Einbruch des Dämonischen entsprechen wird. Doch was bedeutet die Acht zahlensymbolisch? Sie bedeutet, dass es mit dieser Vollendung der Bosheit nicht getan ist, ein furchtbarer Gedanke. Es wird noch schlimmer werden. Es genügt dem Satan nicht, die Erde zu verwüsten. Ihm geht es um mehr, er will den himmlischen Raum für sich (zurück-)erobern, und dies mithilfe dessen, was er auf der Erde veranstaltet. Von der Erde aus will er sein Reich der Lüge und abgrundtiefen Bosheit mithilfe des Menschen, der alleine in Gottes innerer und äußerer Gestalt angelegt ist, transzendieren. Die Acht weist uns auf diesen politischen Transzendierungsversuch hin. Jesus wurde aus dem Tod auferweckt am achten Tag der Woche. Diese Acht steht für den Neuanfang, die Weltvollendung und die Transzendierung ins Ewige. Genau dafür steht dieses achte Tier, nur in Nachäffung und verkehrter Spiegelung des Göttlichen. Es ist klar, dass wir das derzeit noch nicht sehen können. Wir müssten uns in Spekulationen und Theorien verspinnen, wollten wir das bereits verwirklicht sehen. Mir scheint es so, als näherten wir uns der vollendeten Bosheit als politischem, moralischem Zustand. Es bleibt abzuwarten, wie und wann sich diese Vision vom Versuch, diesen Zustand zu transzendieren, realisieren wird. Es kann sein, dass das Reich der sieben Köpfe noch einmal tief verwundet und entlarvt wird, denn ich sehe viel zu viele kritische Geister auf dem Plan, viel zu viele, die der Lüge nach wie vor nicht oder nicht völlig Glauben schenken. Die Vollendung der Bosheit im Irdischen steht noch aus, aber wir sind auf dem Weg dahin sehr weit fortgeschritten. Eines ist unendlich tröstlich: Vor Gott ist das ein lächerlicher Zirkus, für den jetzt schon das Gericht vorbereitet ist: Das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet … (Dan7,10b). Und: Man kann standhalten, auch wenn es schwer wird. Das Lamm wird das alles besiegen, hat es schon besiegt, wer an seiner Seite steht, wird mit ihm siegen, hat mit ihm schon gesiegt. Auf ihn wartet die zweite Stadt, die auf dem Felsen steht, den Daniel gesehen hat. Diese Stadt realisiert sich die ganze Zeit, während wir auf das Unheil starren, fast unbemerkt auf ihre Vollendung hin. Es ist die neue Schöpfung, auf die wir warten. Ob ihr noch ein Friedensreich in dieser Schöpfung vorausgeht oder nicht, kann entspannt abgewartet werden.

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Die apokalyptische Evolution als gegenläufiger Prozess

 

Homo erectus – homo sapiens – homo iniquitatis versus homo resurrectus – homo cognoscens – homo amans

Die apokalyptische Evolution als gegenläufiger Prozess



Vor wenigen Jahrhunderten wähnten sich noch alle Menschen als Geschöpfe der Götter oder Gottes. Kaum einer wäre auf die Idee gekommen, er hätte sich aus einem Einzeller entwickelt, und dies alles zufällig, nicht intentional, beliebig. Ich weiß, dass man die Schöpfungsmythen der einzelnen Völker nicht immer vergleichen kann, aber es sind immer Schöpfungsmythen: Einer oder mehrere haben willentlich und gezielt geschaffen, was ist, nichts ist Zufall, alles ist aufgehoben in einem echten Sinn, der aus einem Geist kommt, der den Entschluss zur Schöpfung gefasst hat und die Fantasie und Kraft hat, zu schaffen. Jedenfalls ist mir nichts anderes bekannt aus den alten Kulturen.


Ich will hier nicht Sinn und Unsinn der Evolutionstheorie debattieren. Darüber gibt es bereits viel Literatur, und das meiste ist verfangen im Technokratischen, Materiellen und Baumeister-Denken, auch wenn es kreationistisch daherkommt. Kreationismus hat mit den alten mythischen Vorstellungen der Weltschöpfung gar nichts zu tun, es ist ein Gegenbild zum evolutionären Denken, das aber in denselben Grundauffassungen verankert ist, dass nämlich Gott im Mathematikermodus, als Statiker und Architekt gewirkt hat, eigentlich wie ein Mensch etwas erbaut. Die anthropomorphe Beschreibung des Schöpfers in der Genesis wird allzu wörtlich genommen und rechnet nicht damit, dass man in Gottes Schaffen niemals mit menschlichen Begriffen objektivierend hineinsehen kann und die literarische Form des Mythos daher angemessen war und ist und nicht mit einem Bauplan oder Bausatz oder Laborbericht verwechselt werden sollte. Es tut auch der Irrtumsfreiheit der Schrift keinen Abbruch, wenn man sagt, die Schöpfungserzählungen seien auch in ihr der Form und Gestalt nach mythisch. Sie werden dadurch nicht unwahr oder wertlos. Nur ein materialistisches Denken kann den Mythos verachten.


Die Annahme, der Mensch habe sich aus tierischen Wesen entwickelt und allmählich davon abgehoben, konterkariert allerdings die Abstammung des Menschen von Gott total. Darüber sollte sich jeder klar sein: Wer sagt, er stamme aus einer Primatenlinie ab und sei daher Enkel bestimmter Affenvorläuferarten, muss auch sagen, dass er nicht direkt und in von Anfang an herausgehobener Weise von Gott abstammt und nicht in dessen innerer und äußerer Gestalt geschaffen wurde und auch nicht beseelt ist durch Gottes Odem. Alle anderen Geschöpfe auf Erden wurden im Auftrag Gottes von der Erde und dem Meer hervorgebracht. Nur der Mensch wurde direkt von Gott gebildet, der Erde wurde diese Kompetenz nicht erteilt, auch wenn ihr Stoff verwendet wurde. Lebendig wurde der Mensch durch den Odem Gottes, nicht durch die Lebendigkeit der Erde. Ich bestehe darauf, dass jeder, der der Evolutionslehre mit ihrer Vorstellung von der Entwicklung der Arten anhängt, auch anerkennt, dass er sich selbst ausschließt aus der Gottesebenbildlichkeit, wie sie Gen 1,2 und 5 beschreiben. Denn das, was dort beschrieben wird, lässt sich literarisch unmöglich zusammenbringen mit dem, was die Evolutionslehre meint.


Die Evolutionslehre ist dennoch nicht unrealistisch. Sie erzählt uns mit harter Stirn das Drama des Menschen:



Homo erectus – die Auflehnung des Menschen gegen den nicht käuflichen Glanz des Menschseins


Er fühlte sich wie ein Wurm, vielleicht sogar wie ein Lindwurm, ein Drache, deutete sein Leben als Kampf ums Dasein, obwohl niemand ihn angegriffen hatte, er ernährt und beschenkt war und tun und lassen konnte, was er wollte in seiner wunderbaren Welt. Irgendwann kam die Einflüsterung aus der geistigen Welt, das alles genüge nicht, sei nicht alles, der Mensch sei belogen worden, obwohl nirgends ein Hinweis auf eine Lüge erkennbar war. Der Feuerqualm des Drachens erhitzte den geschenkten Odem Gottes im Menschen und brachte die Seele zum Fiebern, zur Unruhe, zur Krise, aber der Mensch wollte das Fieber nicht aushalten und genesen, sondern gewaltsam beenden mit urzeitlichem Aspirin, das seinen Namen ganz zurecht hat: ein Verschnitt des Hauches Gottes, ein Trugmittel (ich weiß, dass der Name ein Kunstname für Chemikalien ist!).

Es muss noch mehr geben, etwas, was man nicht weiß, was einem verborgen bleibt, und ja: Das wird es wohl geben, denn Gott ist dem Menschen niemals ein aufgeschlagenes Buch gewesen, das man lesen kann. Und der andere Mensch blieb ebenfalls in seinem Innersten verborgen.


Das Geheimnis, der Glanz der Dinge sank im Bewusstsein der Menschen herab zum bloßen Rätsel, das man nicht knacken konnte. Was ist es, das die Welt im Innersten zusammenhält? Der Mensch wurde faustisch, plünderte den Glanz bzw wollte ihn plündern und fand sich doch nur nackt und nun glanzlos vor. Nun war ihm nicht nur das Geheimnis und der Glanz entglitten, sondern auch noch das Rätsel. Er war bloß, der Odem war abgekühlt und schwächer geworden, der Weg ins Sterben begann. Aber noch war der Mensch groß, lebte viele Hunderte von Jahren, schuf bewundernswerte Dinge. Wir haben Zeugnisse aus der Vorzeit, die auf alles andere als einen sabbernden Primaten auf Bäumen hinweisen. Aber er hatte sich erhoben, entmenscht, mit Engeln vermischt und seinen Absturz als Aufstieg umgedeutet: der homo erectus. Eine Flutakatstrophe, ein Kataklysmus, den uns fast alle Mythen der Völker berichten, raffte sie dahin. Nur wenige überlebten.



Homo sapiens – Der Turm von Babel als Versuch, dem Himmel seine Geheimnisse zu stehlen


Gott erbarmte sich, wollte der Menschheit noch einmal einen Neustart geben, aber es misslang von Anfang an. Gott sagte daher zur Schöpfung, er werde sie nun bis zum Ende nicht mehr durch eine Flut vernichten. Der Regenbogen war sein Zeichen für dieses Versprechen. Der homo erectus tat das, was ihm entsprach: Er baute einen Turm bis zum Himmel, glaubte durch Konzentration und Zentralismus das Geheimnis der Himmel doch entzaubern zu können. Das alte Begehren, klug zu werden, mit dem die Schlange Eva einst scharf gemacht hatte, klug, um das mental bereits entzauberte und herabgewürdigte Geheimnis zum Rätselspielchen zu degradieren, brach aus wie eine alte Krankheit. Der erste Weltherrscher Nimrod trat nicht nur als erectus, sondern auch als sapiens, als Wissender oder sagen wir Wissenwollender gegen den Himmel an. Auch das ist uns mythisch überliefert. Gott zerbrach den Turm und zerstreute die Menschen durch Sprachverwirrung und Teilung der Landmassen.


Später wandte sich Gott direkt bestimmten Menschen zu. Als Juden oder Christen sehen wir, dass Abraham und einige weitere Menschen in besonderer Weise von Gott zum Auszug aus dem bisherigen Leben aufgerufen wurden. Paradoxerweise wurde der Mensch, der sich aufgeschwungen hatte und gescheitert war als sapiens, sich noch einmal aufgeplustert hatte zu einem sapiens sapiens, einem nun wirklich zunehmend Unterrichteten. Gott offenbarte sich an diesem angeblichen Wissen, der tautologisch vermessenen Weisheit des sapiens sapiens, vorbei und durch es hindurch auserwählten Menschen. Mit dieser Offenbarung an Abraham war die Apokalypse eröffnet, die Entschleierung sowohl Gottes als auch des gefallenen Menschen und seiner Einflüsterer, des Menschen, der sich fortan an dem messen musste, was er von Gott ertasten und schließlich mit Jesus Christus erkennen konnte.


Der sapiens sapiens, der lächerliche, tautologische Weise dieser Welt, wurde als Tor entlarvt, der, der die Weltweisheit aufgab, wurde umgewandelt in den homo cognoscens, den erkennenden Menschen, der nichts weiß, aber immer mehr erkennt. Dieser apokalyptische Prozess ist eine Evolution, aber nicht in dem Sinne, dass sich etwas immer höher entwickelte, sondern dass Dinge offenbarer werden und die Menschheit damit umgehen lernen muss, sowohl in der Bosheit als auch der Gutheit. Ich weiß – mancher wird sagen, böse und gut seien nur Konstrukte. Ich halte dagegen: Bosheit ist definiert als das Festhalten am Wissenwollen, Bestimmenwollen, am Behaupten und Bekämpfen aller, die zweifeln, fragen und andere Wege geführt werden als die Mächtigen und ihre Herde. Gutheit ist definiert als die Bereitschaft, für die Erkenntnis der Wahrheit, die alles Wissen als falsifizierbar und vorläufig erkennt und doch geborgen ist in der Weisheit Gottes, die man nicht aufschreiben oder kodifizieren kann, alles andere aufzugeben. Der homo cognoscens ist das, was mit einem wahren Christusgläubigen, einem echten Sohn Israels gemeint ist, der homo sapiens sapiens das, was mit dem Antichristen und einem wirklichen Edomiter gemeint ist. Der cognoscens weiß und bekennt, dass er den alten verlorenen Glanz nicht einverleiben kann (wie die Frucht vom Baum der Erkenntnis nicht zur Erkenntnis führen konnte …), sondern immer nur empfangen und geschenkt bekommen kann. Er wird zum homo amans, zum liebenden Menschen.



Homo iniquitatis – der Mensch, der sich über alles erhebt, was göttlich oder verehrungswürdig ist


Der sapiens sapiens erkannte doch immer noch vieles an, was er in der Welt vorfand und nicht übersteigen konnte. Doch er arbeitete verbissen daran, sich von seiner natürlichen Abhängigkeit als Geschöpf in der Natur vollkommen zu befreien. Dieser Prozess begann massiv im 16. Jh. Seither fällt eine Bastion des Verehrungswürdigen nach der anderen. Man verbrannte Bücher und Menschen, in großem Stil, heute löscht man sie virtuell einfach aus, betroffen war in besonderer Weise die Frau als Frau, die heute ein Zerrbild und Zombie ihrer selbst geworden ist, ein Grab ihrer eigenen Kinder auf Geheiß des machtgeilen Mannes, der bestimmen will, wie die Welt zu sein hat. Frauen, die gebären, darf es nicht mehr so einfach geben: Er bestimmt, wann wer zur Welt kommt, und er verändert das Geschöpf durch Gentechnik und pharmazeutische Zauberei. Er missachtet alles, was Gott geschaffen hat und will es umbauen zu seinem New Normal. Scheinheilig setzt er seine zugerichteten Mägde in hohe Stellungen und lässt sie seine schmutzige Arbeit verrichten. Alle Ordnungen der Natur tritt er mit Füßen und ersetzt sie durch seine Wahnordnungen, den New World Order. Er hasst die Freiheit Gottes in der Natur und vor allem im Menschen. Er tut alles dafür, dass der Mensch vergisst, dass er einmalig und frei ist, unantastbar und ursprünglich göttlicher Herkunft. Er will den Menschen genmodifizieren, um aus ihm etwas zu machen, was der Schöpfer so nicht wollte. Und genau das ist es, was wir aktuell erleben:


Ob die Menschen es begreifen oder nicht, ob die Gentherapie erfolgreich ist oder nicht: Das bloße Ansinnen und die verbrecherische Tat in Gestalt der Spritzerei ist massiv vorhanden und muss ernst genommen werden. Man muss ernst nehmen, dass diese Spritzen, wenn auch unter Druck und Nötigung erzwungen, bislang doch immer noch mit Zustimmung derer gegeben werden, die sie erhalten. Und auf diese Zustimmung kommt es an, auch wenn kein informed consent vorliegt, denn jeder hat inzwischen gehört, dass dieses Verfahren gentechnisch ist und bisher niemals am Menschen angewandt wurde. Dieselben Leute, die darauf achten, dass ihre Sojaprodukte ohne Gentechnik erzeugt wurden, lassen sich hemmungslos und ohne dringende Notwendigkeit der Sache nach, einen gefährlichen, unberechenbaren, gentherapeutischen Cocktail spritzen und von Lügnern und Betrügern darüber beruhigen, die wider alle Evidenz und Tatsache behaupten, das sei ganz harmlos: Ihr werdet mit Sicherheit nicht sterben, sondern leben. Es ist die alte satanische Lüge, die leicht durchschaut werden könnte.


Der Mensch, der das anderen oder sich selbst antut, ist der homo iniquitatis geworden, von dem Paulus im 2. Thessalonicherbrief im 2. Kapitel spricht, denn er hat sich zum Menschen der Unordnung und Gesetzlosigkeit missbrauchen lassen oder selbst bewusst und dreist dazu aufgeschwungen. Auch das Missbrauchtwerden zeugt vielfach von einer sagenhaften Anmaßung. Wie viele alte Herrschaften haben mir bisher schon gesagt, es sei egal, wenn die Spritzen sie töten oder schädigen, sterben müssten sie sowieso. Was für eine blasphemische Einstellung, denn warum kann man dann nicht mit denselben Argumenten eventuell an Corona sterben, das nachweislich eine sehr niedrige Fallsterblichkeitsrate hat, wohingegen die Spritzen aufgrund fehlender Studien sowieso riskant, mit zunehmender Offenbarung der gewaltigen Schäden aber wesentlich gefährlicher sind und jeder, der das mitmacht, den Mitmenschen in den Rücken fällt, die das eigentlich nicht wollen und sie mit unter Druck setzen hilft? Die alten Damen und Herren und mit ihnen jüngere Draufgänger und Hysteriker gleichermaßen sagen es offen: Es geht wie bei Esau um Linsengerichte, um den Bauch, um wenigstens noch einmal ins Konzert gehen oder verreisen zu können, aber um nichts Lebenswichtiges. Kaum einer glaubt im Ernst, er sei massiv durch das Virus gefährdet. Dafür lässt man sich genetisch manipulieren und das wissentlich. Ich weiß, dass das immer wieder abgestritten wird. Aber es hilft nichts: Der Versuch, ein fremdes Protein in unsere Zellen einzuschleusen, um es dort reproduzieren zu lassen, um eine Immunantwort, also eine integrative Körperreaktion zu provozieren, ist ohne jeden Zweifel ein gentherapeutisches Experiment und der Absicht nach eine gentechnische Veränderung unseres Organismus. Niemand kann uns sagen, wie lange unser Organismus diese fremden Gene produziert. Selbst wenn das sowieso nicht gelingt, weil die Virentheorie ein gigantischer Wissenschaftsirrtum ist, ist doch die bloße Intention entscheidend: Der Mensch gibt das Vertrauen in die Gesunderhaltung durch seinen Schöpfer und seine eigenen, naturachtenden Bemühungen um Gesunderhaltung auf und will aus sich etwas machen, was er nicht ist. Und das ohne Rücksicht auf Verluste. Er weiß mindestens, dass die Injektionsmittel nicht geprüft, nur bedingt und unter Lug und Trug zugelassen und alleine schon darum gemeingefährlich sind. Es ist der homo iniquitatis, der Mensch der Sünde und Unordnung, der Mensch, der all die Ordnungen mit Füßen tritt, die der Schöpfer uns gibt, in denen wir selig schwingen könnten, wenn wir es nur wollten, aber nein: Es ist der filius perditionis, der Sohn des Verderbens, der hier seinen schaurigen Entwicklungshöchststand erreicht. Er spielt in seiner Verwahrlosung wie der Esel, dem es zu wohl wurde, bevor er aufs Eis ging, Pandemie und ruft damit die Katastrophe erst hervor, vor der er Panik inszenierte oder denen auf den Leim ging, die es taten. Und daran wird er natürlich furchtbar scheitern, denn er vergeht sich an Gott. Und nicht nur das – er experimentiert parallel dazu mit Elektromagnetismus und angeblicher Gravitation, provoziert Naturkatastrophen, will den Himmel mit seinen Satelliten manipulieren und bringt wirklich die Säulen des Himmels ins Wanken, spielt sich als Herrscher des Alls auf und als Tyrann seiner Menschenbrüder, jeder gegen jeden. Ein abgrundtief boshafter Mensch baut sich wie ein überdimensionales Standbild vor uns auf, das man holografisch in jedes Kinderzimmer projizieren könnte.


Und wir wundern uns täglich immer mehr, wer alles ein homo iniquitatis ist und wer seltsamerweise gar nicht, obwohl wir das vielleicht früher oft andersherum erwartet hätten.



Homo dormitans und homo vigilans – die zwei Trabanten


Dem homo iniquitatis ist eine tragische Gestalt assoziiert, der homo dormitans, der eingeschläferte oder schlafende Mensch, der, der es vermied, wachsam zu sein. Es mag sein, dass der Schläfrige derzeit aufwacht und dämmernd erkennt, was geschieht, aber hat nicht vorgesorgt, eine geistige Positionierung und Priorisierung immer in den Wind geschlagen oder aufgeschoben. Nun ist es zu spät. Zu den Schlafenden scheint ein großer Teil derer zu gehören, die sich für fromm hielten. Sie bemerken nichts, verstehen nichts, laufen förmlich ins offene Messer ohne jeden inneren Kompass. Wie kann das sein?


Dem homo cognoscens ist auch ein Trabant zugeordnet, der homo vigilans, der wachsame Mensch. Wir wundern uns, wie gesagt, wer da alles auf der Seite derer steht, die Nein sagen zu all dem Unrecht und es nicht mitmachen wollen.


Es sind nicht immer (dem bisherigen Anschein nach) gläubige Menschen, und doch überragen sie an Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit den größten Teil derer, die sich Christen oder Juden nennen (für andere Religionen kann ich wegen zu geringer Kenntnis nicht sprechen). Das ist eigenartig. Aber es sollte uns auch nicht überraschen, wenn wir die Schrift ernstnehmen. Ein ums andere Mal treten dort Menschen auf, die offenbar ein Herz haben, das Gott ehrt und das Verehrungswürdige achtet, auch wenn sie keine Israeliten waren oder Kirchenmitglieder. Auch das scheint in einem Geheimnis zu liegen. Geradezu spielend wissen sie, was Wahrheit und was Lüge ist und lassen sich darin auch nicht beirren. Man kann sie als homo vigilans bezeichnen, zusammen mit den anderen, bisher im Glauben erkennenden Menschen und hoffen, dass sie mit jenen zur Herrlichkeit der Freiheit der Kinder Gottes kommen werden.


Es ist bezeichnend, dass Wolfgang Wodarg sein Buch Falsche Pandemien mit einem Zitat des Liedermachers Svatopluk Karásek überschrieb:


Say no to the devil, say no!


Haben wir das nicht bei der Erstkommunion gemeinsam gerufen: Nein das will ich nicht! Wenn uns das Böse versucht? Und haben wir bei der Firmung nicht versprochen, dass wir dem Satan widersagen wollen?


Waren das Lippenbekenntnisse? War uns der Ernst nicht bewusst, dass es den Tag geben könnte, an dem das von uns gefordert wird?


Welcher Linie folgen wir?

Der evolutionär-darwinistischen, die vom homo erectus über den sapiens trotzig zum sapiens sapiens, der ein dormitans und Narr wurde, und schließlich zum transhumanen homo iniquitatis abwärts taumelte und sich einbildete, das sei eine Höherentwicklung?


Oder der Heilsentwicklung, einer Entwicklung zur Heilung, die vom homo erectus und sapiens umkehrte zum homo, dem einfachen homo oder filius hominis, dem Menschensohn, den Gott gesalbt, designiert hatte, dem Christus, dem patiens, dem Leidenden und von Gott selbst erhobenen, als dem homo resurrectus, dem Auferstandenen bzw Auferweckten, der zum liebenden homo cognoscens werden darf und zu einem vigilans, der andere vigilantes mit sich ziehen kann?


Ich empfinde es so, dass keine lange Frist mehr zur Entscheidung gegeben sein dürfte.