Samstag, 20. Oktober 2018

Trinitätslehre auf dem Prüfstand - Brief VI an Unitarier und Trinitarier: Das Königtum Gottes



Das Königtum Gottes

I. Begriffe und ihre Verwirrung
II. Sara, die Freie und „Eleuthera“ (das freie Jerusalem)
III. Baalskulte, Hellenismus (Weltweisheit) und geistgewirktes Prophetentum (Chochma)
IV. Millenarismus als Versuchung
V. Der „kosmos“ (Weltordnung) dieses Äons und die dafür gegebene „exousia“ (Vollmacht)
VI. Die herrschaftsfreie Zeit der „Richter“ und ihr Scheitern
VII. „exousia“ und „katechon“ (Vollmacht zur Staatsgewalt und „der, der noch aufhält“)
VIII. Ist die Seele „sterblich“?
IX. Die Ironie der „Vollmacht von oben“
X. Die Frequenz der wahren „malchut“
XI. Schwerter zu Pflugscharen?
XII. Theodizee


I. Begriffe und ihre Verwirrung

Alleine schon die meisten deutschen Übersetzungen der hebräischen und griechischen Begriffe im Alten und Neuen Testament, die dem deutschen „Reich Gottes“ oder dem „Himmelreich“ zugrunde liegen, sind tendenziös und verzerrend. Hebräisch ist die Rede von der „malchut“, griechisch von der „basileia tou theou“. Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich wirklich?

„Malchut“ kommt von „melech“ (König). Das Verb „malach“ bedeutet „regieren“, hängt aber auch mit „nachdenken“ oder „sich beraten“ (nimlach) zusammen. Ein „derech hammelech“ ist ein „gebahnter Weg“, ein „gerader, gangbarer Weg“, der beste Weg gewissermaßen, der, der allen Aspekten gerecht wird. Auf Deutsch nennen wir das metaphorisch, genau wie im Hebräischen, einen „Königsweg“. „Keyad-hammelech“ heißt „großzügig“ oder auch „in Fülle“.
Am ehesten kommt eine Übertragung des Begriffes der „malchut“ mE im deutschen Wort „Königtum“ zum Ausdruck. Es ist weniger ein Innehaben als ein Sein. Nun muss man wissen, dass das Suffix „-tum“ aus dem Althochdeutschen kommt und als „Tuom“ ein eigenständiges Nomen war, das zum Suffix erstarrte. Ein „Tuom“ ist eine „Würde“ oder auch ein „Urteil über ein Tun“, ein „Charakter“, ja sogar ein „Wesen“. „Königtum“ ist also nicht ein Anspruch, ein Besitz oder eine „Macht“ oder gar „Herrschaft“, wie man das verzerrend auf Deutsch so oft überträgt, sondern es ist königliche Autorität, es ist ein Königswesen, es ist ein Adel, der in sich selbst ruht und keiner Machtinsignien bedarf: wer diesen Adel innehat, hat ihn sichtlich und spürbar in sich und aus sich selbst und bedarf weder eines Zeichens dafür noch einer bedrohlichen Ausstattung, die auch noch dem letzten im Feld unter die Nase reibt, dass er sich ja vorsehen soll, weil dieser da nämlich die „Macht“ hat. Wer in einem solchen letzteren, irdischen Sinne „machtvoll“ auftritt, „Macht hat“, ist nichts als ein Blender, Lügner, Betrüger und Gewalttäter — ein wahrer Teufel.


II. Sara, die Freie und die „Eleuthera“ (das freie Jerusalem)

Nun hat aber das Abendland das „Königtum Gottes“ alleine schon durch den unseligen Begriff der „Herrschaft“, der substanziell negativ und gewalttätig vorgestellt werden muss für die, die die Rolle der Unterworfenen darstellen sollen, im Grunde total pervertiert und das Gegenteil daraus gemacht. Echtes Königtum kennt keine „Untertanen“. Die alt- und neutestamentliche Perspektive spricht die, die zu Gott gehören, grundsätzlich als Königliche an. Sie sind eben keine Beherrschten und Unterworfenen, sondern Begnadete und Erhobene wie Maria (Magnificat). Das Neue Testament schärft seinen Lesern doch immer wieder ein, dass sie den Untertanengeist (Röm 8,15. „pneuma douleias“ = „Untertanengeist“) ablegen sollen, denn sie sind „Kinder Saras“, der Freien. Sara stellt allegorisch die „Jerousalem eleuthera“, das „freie Jerusalem“ dar. Und diese „Stadt oben“ ist „meter panton hemon“, „unser aller Mutter“ (Gal 4,21ff), die uns „geboren hat“ (Jes 51,2). Gott selbst gab dieser „unserer Mutter“ ihren Namen „Sara“, und er bedeutet: „Fürstin“, „Herrin“, „Freie Frau“, auch „Vornehme“, aber eben iS der gewaltfreien Autorität, was v.a. in einer Übertragung mit „Vornehme“ deutlicher wird (Gen 17,15). Weil Gott dieses Königtum hier so deutlich an einer Frau, und nicht an einem Mann (!), festmachte, wurde deutlich, dass es nicht um die typische maskuline Gewalt- und Herrschaftsattitüde gehen kann, die unterwirft und erniedrigt, um sich selbst zu erhöhen, sondern um den Stand als „eleuthera“, als Freie, gehen muss. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass es in der griechischen Mythologie die sagenhafte Stadt „Eleutherai“ gab, eine Stadt der Freien, und man hat auch i der Forschung über eine „Göttin der Freiheit“ („Eleuthera“) spekuliert, aber sie ist in der gesamten griechischen Literatur nicht nachweisbar. Diese „Göttin“ ist eine Sehnsuchtsfigur.
Nicht der freie Mann, der doch nur Macht missbraucht, ist Leitfigur der Menschheit, sondern die freie Frau, die aus der Niedrigkeit erhoben wird. Es hat eine tiefe Logik, dass der Messias Jesus sich eben nicht als ein solcher gewalttätiger Mann präsentierte, sondern sich von solchen gewalttätigen Männern erniedrigen ließ.
Die Schrift des AT und NT kennt das, wonach sich auch das Heidentum aus einer Ahnung heraus sehnte: die „Eleuthera“. Es ist nach Paulus Sara, sie ist Allegorie für die Stadt „Jerousalem eleuthera“, und sie ist unsere „Mutter“. Wer von einem freien Mann gezeugt wird, ist nicht unbedingt selber ein Freier. Er kann Hurensohn sein oder Sklave, wie Ismael. Es ist irrelevant, wer der Vater — ist in einem geistlichen Sinn. Gott muss der Urheber sein, aber er wirkt unverrückbar und eindeutig über die Linie der Frau, wie er es angekündigt hatte in Gen 3:
Wer von einer Freien geboren wird, ist frei. Daher rechnet auch das Judentum die Seinen nicht nach der Herkunft vom Vater, sondern von der Mutter. Die Würde als Königlicher kommt eindeutig und verlässlich von der Mutter her. So sind auch in den Ausführungen des Paulus nicht alle Abrahamskinder Freie oder Erwählte, sondern nur die, die von Sara kommen. Die gängige postmoderne Stützung auf die „abrahamitischen Religionen“, um einen scheinbaren Religionsfrieden zu schaffen, ist — gemessen an der biblischen Denklinie — irrig. Nur was sich auf Sara stützt, hat die Verheißung. Sara steht in dieser Rolle als „Gebärerin der Freien“ für das Werk des Heiligen Geistes an den Erlösten und die Neugeburt der Gläubigen kraft Gottes „aus Wasser und Geist“, von der Jesus in Joh 3,5 spricht.
Sara gebar nämlich, wie Paulus schreibt, nicht nach dem Fleisch ihren Sohn, sondern aufgrund der „Verheißung (Gottes)“. Dass alle in dieser Weise Geborenen königlichen Wesens sind und der „göttlichen Natur teilhaftig“, bestätigt uns Petrus (2. Petr 1,4) mit den Worten, wir seien „genos eklekton basileion hierateuma“, ein „erlesenes Geschlecht königlicher Priesterschaft“ (1. Petr 2,9). Diese Rede von der Teilhaberschaft der göttlichen Natur versetzt den so Begnadeten tatsächlich in einen Selbststand, der ihm eigentlich von der „adamah“-Natur her, der Natur aus dem Staub der Erde nicht zukommen könnte. Es ist dies für mein Verständnis ein unerhörtes, atemberaubendes Detail und macht andererseits verständlich, warum einer, der diesen geschenkten Selbststand veruntreut, keine erneute Umkehr mehr vollziehen kann (vermutlich dies die „Sünde wider den Heiligen Geist“). Die königliche Priesterschaft stammt aus der Ordnung Melchisedeks, wird über Jesus Christus vermittelt und macht den Begnadeten wirklich zu einer „neuen Kreatur“. Die Geburt „aus dem Wasser (heraus)“, „ex hydatos“, bedeutet die Anknüpfung an die alte und erste Schöpfung „aus und im Wasser“, also nicht aus der „adamah“, dem Erdboden, den Gott aus der Urflut gefiltert hat, sondern aus dem materiellen Grundstoff, dem Wasser, aus dem diese Erde hier geschaffen ist, von der Petrus unter Bezugnahme auf Gen 1 spricht. Die Geburt aus dem Geist dagegen ist eine neue Beseelung, die man vielleicht parallel zu der im Garten Eden ansehen kann, bei der Gott dem Menschen seinen Odem einblies.
Was aus der alten Schöpfung kam, muss in ihr grundständig „veredelt“ werden in ihrem Urstoff Wasser und bedarf einer ebenso grundständig neuen Beseelung durch den Heiligen Geist. Dass dies so sein muss, geht aus der Tatsache hervor, dass Gott den eigentlich geheiligten „adamah“-Erdboden, aus dem er den Menschen formte, um des Mannes willen verflucht hat (Gen 3,17): aus ihm kann nichts Ungetrübtes mehr kommen, das dem Menschen gewogen wäre. Die Erde trotzt dem Menschen mit Dornen und Disteln und frisst ihn am Ende als Staub wieder auf.

Bereits von hier aus muss man Zweifel anmelden an der unitarischen Sicht, die Toten würde alle grundsätzlich auch mit ihrer Seele schlafen bzw sterben: ein in Christus Entschlafener hat den Heiligen Geist als Anzahlung erhalten, der an der Neuschöpfung dieses Mannes oder dieser Frau arbeitete und ihn oder sie durchwirkte. Sir Anthony Buzzard (s.u.) kann die Frage nicht beantworten, wie die Seele eines Menschen, der so neu beseelt wurde, wenn auch „nur“ in Form einer „Anzahlung“, dann vollständig „gestorben“ sein soll. Stirbt dann auch der Heilige Geist in ihm ab oder verlässt ihn wieder? Wenn aber nicht, wie kann dann der so belebte Teil „schlafen“ iS des Gestorbenseins?

Man merkt schon bei ein klein wenig tieferem Nachdenken, wie wenig wir autorisiert sind, über diese Dinge dogmatische Aussagen zu machen — nicht nur die Kirche nicht, sondern auch unitarische „Reformatoren“ nicht. Wer will hier von sich behaupten, er könne diese Fragen abschließend beantworten? Wer kann so tief in die Dinge sehen, dass er darauf eine Antwort wüsste. Es kann Menschen geben, die von Gott Erkenntnis erhalten, aber sie können sie nicht aussprechen (2. Kor 12,4). Ich möchte davor warnen, die Heilige Schrift wie eine Glaskugel zu Dingen zu befragen, die uns noch verschlossen sind!
Man kann und muss zu Recht das Trinitätsmodell bezweifeln, aber auch hier lehnen sich Unitarier viel zu weit aus dem Fenster: keiner von hat Gott je gesehen, und wir wissen nicht, was es heißt, in einer Sphäre, die auch über den geschaffenen Zahlen steht, „einer“ zu sein!
Ich werde später auf diese Frage des Seelentodes noch einmal zurückkommen in diesem Brief.

Trotz der so eindeutigen alt- und neutestamentlichen Aussage hinsichtlich des Untertanengeistes wird den Christen, v.a. den Frauen und Kindern, allenthalben und seit Jahrhunderten eingeschärft, dass sie den Männern und Vätern „untertan“ zu sein haben in diesem pervertierten Sinne des „Untertans“ als einem Unfreien und animalisch Abhängigen. Aber auch allen sozial Niedrigeren schärfte man Obrigkeitshörigkeit ein. Die, die das den anderen einschärfen, sind die, die sich selbst Herrschaft zuschreiben. Das ist teuflisch!
Die für alle Christen geforderte Haltung des „doulos“ („Sklaven“), die Jesus selbst vorlebte, wurde pervertiert und iS einer Einbahnstraße nur Frauen, Kindern und Untertanen in Monarchien abverlangt. Der „Monarch“ ist der, aus dem alles fließt, er ist der Ursprung des Gemeinwesens, und die „Untertanen“ sind „seine“ Potenziale, die er einsetzt für seine Ziele. Er hat Gewalt über ihre Leiber und Vermögen. Im römischen Recht hatte der „pater familias“ auch das „ius vitae necisque“, das Recht über Leben und Tod, auch den Tod der eigenen Familienmitglieder zu entscheiden, wenn ihm das recht erschien. Was wir heute noch bei den Muslimen beklagen, wenn sie Ehrenmorde begehen: das ist das alte, natürliche „Recht“ in diesem „kosmos“. Auch das kirchliche Verständnis, man könne innerhalb der ersten 90 Tage abtreiben, ohne schwer zu sündigen, das bis weit ins 19. Jh galt, kommt daher und setzt sich heute in einer Übertragung dieses Rechtes auf die Mütter in der modernen Abtreibungsgesetzgebung fort. Darin steckt die alte Herrschaftsattitüde des Mannes, die nun auch der Frau übertragen wird. Die, die Feindin der Schlange ist, nach Gottes Willen, wird nun, am Ende der Zeiten, mit hineingerissen in die maskuline Vermessenheit. Keine Frau sollte sich mit diesem teuflischen System gemein machen — weder dem alten patriarchalen, maskulinen, das sie unterjocht hat, noch dem neuen, das sie zur Mitunterjocherin animieren will! Seht euch die Gestalten des Grauens an, die nun als Frauen über uns herrschen…
Und seht auf den Christus, der dem Mann zeigte, wie er sein soll und die Frau darin bestärkt hat, sich nicht darüber zu grämen, in diesem „kosmos“ nichts zu gelten. Beiden begegnete er mit gerechter und ausgleichender Liebe und Demut. O mein Gott!
Die ursprüngliche Bedeutung dieser Forderung nach „Unterordnung“ und „Dienersein“ Jesu hatte sich aber nicht an die gerichtet, die sowieso schon unterworfen wurden in diesem „kosmos“, also nicht an Frauen, Kinder und Untertanen gerichtet, sondern an die, die glauben, sie seien Herren über Untertanen (Mk 9,30ff).
Es ist aber — welche Tragik! — ein Topos geworden, dass die, die unter Christen herrschen oder herrschen wollen, den anderen die biblische Forderung nach Unterordnung vorhalten.
Die paulinischen Aufforderungen zur Unterordnung meinen keine Restauration des Untertanengeistes, sondern eine Gleichgültigkeit gegenüber der irdischen Ordnung nach dem Fleisch: Man soll nicht gegen sie aufbegehren, bleibt ein „Freier“ in jedem Stand — es lohnt nicht, diese Welt zu ändern, weil sie vergeht und wir auf ein Neues zuleben. Wie Jesus es so oft betonte, werden in seinem Reich die, die hier im Fleisch die Ersten waren, sehr oft oder sogar fast immer die Letzten sein. Wer klug ist, sollte also hier keine „angeborene“ oder „zugeteilte“ Dominanz für sich beanspruchen… Denkt also einmal scharf nach, all ihr Männer, die ihr euch durch den Feminismus betrogen fühlt! Und auch ihr, ihr Frauen, denkt nach: was gewinnt man geistlich, wenn man nun auch hier in diesem Leben Erster sein will und dort doch auf dem letzten Platz sitzen wird? Die irdische Ungerechtigkeit gegen die Frau ist eine Tatsache, aber singt doch mit Maria, die hoch erhoben wurde über die Mächtigen, lasst euch nicht irritieren… Uns geht nichts ab, wir sind Saras Töchter (zu Saras Größe s.u.)
Jesus warnt alle, die meinen, sie hätten Vorrang, in seinem Gleichnis von dem Mann, der sich an die erste Stelle im Reich Gottes setzt und später den Platz räumen muss, weil der Hausherr ihn auf einen der hinteren Plätze komplimentieren muss (Lk 14,7ff).
Es ist im Ergebnis ja mehr als deutlich, dass vor Gott kein Mensch der Untertan des anderen sein kann, selbst dann nicht, wenn zwei Christen äußerlich in einer solchen sozialen Konstellation nach den sozialen Ordnungen dieses „kosmos“ leben (vgl. Philemonbrief). Dem Christen ist eben nicht die Herrschaft über andere aufgetragen, sondern die Unterordnung aller gegenüber allen: „Einer achte den anderen in Demut höher als sich selbst!“ (Phil 2,3) Wer den anderen oder die andere in Christus „Herrn“ oder „Herrin“ nennt, der erfüllt das Gesetz Christi… Nur so kann man auch den Hinweis des Petrus verstehen, Sara habe ihren Mann „Herr“ genannt. Damit meint er nicht, dass Frauen sich nun als zweitrangig ansehen sollen vor Gott, sondern er meint, dass ein gläubiger Mensch immer den anderen als „Herrn“ oder „Herrin“ anspricht — schließlich tat Sara es als diejenige, die selbst von Gott als „Herrin“ und „Vornehme“ umbenannt wurde. Abraham sollte auf Geheiß Gottes seine Frau künftig „Herrin“ nennen — wie anders also hätte es recht sein können als so, dass auch sie ihn umgekehrt so benennt? Denen, die uns äußere Unterwerfung abtrotzen, sollen wir sie, der Bergpredigt nach, gewähren oder nicht verweigern — wer so handelt, ist bereits jetzt ein König, wie Jesus es war. Unseren Geist aber kann und darf niemand unterwerfen. Ich muss dabei an das Beispiel Bonhoeffers denken, der im Gefängnis dennoch von den Wärtern und Mitgefangenen wie ein „Herr“ wahrgenommen wurde.

III. Baalskulte, Hellenismus (Weltweisheit) und geistgewirktes Prophetentum (Chochma)

Natürlich ging dieser christlichen Perversion eine entsprechende Perversion in der Theologie Israels voraus. Man liest oft in der schlichten evangelikal geprägten Literatur, nun auch aufseiten der Unitarier, man müsse zurückkehren zum „jüdischen“, hebräischen oder alttestamentlichen Denken. Wer so argumentiert, übersieht, dass es dieses „hebräische“ Denken als einen „Guss“ nicht gibt. Die Verfremdung des Verstehens zeichnet nicht nur die Zeit der Kirche, sondern längst der Israeliten, wie jeder sofort bemerken kann, der einmal den Talmud aufgeschlagen hat oder sich klarmacht, welche katastrophalen Lehren die „Gesetzeslehrer“, wie der berühmte Rabbi Hillel, zur Zeit Jesu bereits verbreitet haben, um von den jüdischen Hellenisten wie Philo von Alexandrien erst gar nicht zu reden, deren Einfluss auf das kirchliche Denken sogar außerordentlich stark war und sich in manchen angeblichen oder wirklichen Paulusstellen ausdrückt, für die es überhaupt keinen alttestamentlichen Anhaltspunkt gibt, dafür aber zahlreiche hellenistische, frühjüdische Belege! Ob es um einen „dritten Himmel“ (von insgesamt sieben), angeblich gebotene Kopfschleier für betende Frauen, angeblich „schändliche“ Kopfbedeckungen für betende Männer oder längere Haare oder emanativ gefärbte angebliche „ontologische Rangordnungen“ von „Abglanz“ (etwa „Gott-Christus-Mann-Frau“) geht — all das wird im AT mit keinem einzigen Wort erwähnt und mit keiner einzigen Gedankenfigur nahegelegt, sondern ganz im Gegenteil widersprechen solche Ideen dem, was man dort findet. Auch findet sich nichts davon in den Evangelien, erst in der NT-Briefliteratur taucht das auf und kommt eindeutig aus dem zeitgenössischen philosophischen Denken, das aus dem Heidentum und frühjüdischen Begrifflichkeiten, die nicht mehr aus dem AT stammen, tief ins entstehende Judentum eingedrungen war. Nicht umsonst gilt Paulus in der Fachliteratur als derjenige Autor des NT, der den Gnostikern am meisten „Stoff“ gegeben hat, um ihre Gedanken zu entwickeln. Ich habe allerdings an einigen der besagten Stellen aus verschiedenen Gründen den Verdacht, dass Paulus diese Ideen entweder gerade nicht propagiert, sondern aufgreift, aber abwehrt, oder aber irgendein früher Abschreiber den Text manipuliert hat. Andererseits war auch Paulus nur ein Mensch und kann geirrt haben. Es ist auffallend, dass all jene Stellen um Machtkonstellation im Fleisch gehen — ob es um Untertanengeist gegenüber politischer Macht geht oder Maskulinismus: Paulus hebt all das in anderen Stellen oder sogar an derselben Stelle wenige Sätze später wieder auf, kann das also so nicht verstanden wissen wollen haben. Was bei ihm „gnostisch“ klingt, also „in der ihm geschenkten Weisheit“ gesagt wird, kann das sein, wovon Petrus schreibt, viele würden es zu ihrem Verderben verdrehen. Das Aufgreifen hellenistischer Ideen bedeutet weder, sie zu akzeptieren noch zu „christianisieren“. Es kann eher ein Aufgreifen sein, um es abzulegen, geschrieben für die, deren ganzer Geist hellenisiert war und nur schwer davon loskam. Die satanische Machtbegründung, die in diesen Stellen hindurchschimmert, ist nicht die, die uns die Schrift im AT vor Augen führt — im Gegenteil. Wie tief sich das hellenistische Denken im Heidentum und im Judentum bereits eingefressen hatte, und wie weit es bereits die alttestamentliche Vorgabe pervertiert hatte, kann man leicht erkennen, wenn man sich mit den wenigen erhaltenen, frühchristlichen Schriften befasst. Aber auch die Apostelgeschichte erwähnt eine heftige Auseinandersetzung des Paulus mit den Hellenisten (Apg 9,29) — mit dem Ergebnis, dass jene ihn ermorden wollten. In vielen Übersetzungen steht an der Stelle, er habe mit „Griechen“ diskutiert. Im Urtext steht jedoch, er habe mit „Hellenisten“ debattiert. Gemeinhin waren das keine Griechen, sondern Juden, die griechisch sprachen und vom Hellenismus stark durchsetzt waren. Die Übereinstimmung zwischen ihnen und Paulus dürfte demnach nicht all zu groß gewesen sein.

Immer wieder fällt mir auf, dass Menschen die Widersprüchlichkeiten in den biblischen Texten durch Hinzunahme schriftferner Aussagen oder Weglassen von Schriftpassagen „lösen“.
Auch die israelitische „Lehrer“-Schicht zur Zeit Jesu indoktrinierte die Menschen in die genannte Richtung: die „malchut“, das muss eine machtvolle Emporhebung Israels sein, wenn der Messias kommt, der natürlich ein gewaltiger Kämpfer und Krieger sein wird und die Rolle eine Weltkönigs einnehmen wird.
Es ist dies aber — auch wenn diese Deutung dominant werden konnte — nicht die prophetische Tradition des Begriffes.

IV. Millenarismus als Versuchung

Postmoderne Unitarier greifen einerseits zurück auf das bereits verbogene „irdische“ Verständnis des Frühjudentums über diese „malchut“, andererseits wollen sie ein biblisches Motiv wieder aufgreifen, das die Kirche unterschlagen haben soll.
Die Sache ist komplizierter, zumal die Kirche ja sehr wohl ein Friedensreich nach der Wiederkunft Jesu Christi bekennt. Nur hält sie sich zugleich bereits für den Beginn dieses Friedensreiches, für ein symbolisch verstandenes Millennium, auf das später, nach dem Gericht, das Paradies folgen wird. Ich habe dieses Bekenntnis der Kirche in meinem Buch „Sakrament und Macht“ aus dem modernen Katechismus der katholischen Kirche und dem „Catechismus Romanus“ nachgewiesen. Die Evangelische Kirche in Deutschland mag darüber anders denken.
Die Schwierigkeiten mit dem einzigen Hinweis auf ein „Millennium“, einen Zeitraum von 1000 Jahren, in denen der Christus mit denen, die bei der ersten Auferstehung wieder erweckt wurden, regieren wird, liegen in dieser Textstelle selbst begraben, wie ich im 5. Brief angedeutet habe. In der Tat spricht Apk 20 eben von keinem „Reich“, keiner „malchut“ und auch keiner „basileia tou theou“. Apk 20 sagt uns, dass der Satan für 1000 Jahre gebunden wird, danach aber noch einmal losgelassen werden muss. Während dieser 1000 Jahre werden die, die das Malzeichen des Tieres nicht angenommen haben und getötet worden sind, auf Throne erhoben, um ein „krima“ (lat. ein „iudicium“) zu erstellen, ein Urteil (V 4). Es ist dieser Zeitraum also kein „Reich“, sondern der Zeitraum, in dem ein Gericht vorbereitet wird. Die gerichtet werden, sind noch nicht auferstanden, der Satan ist gebunden, um die, die auferstanden sind aus den Nationen und das Gericht vorbereiten, nicht mehr zu verwirren.
Dennoch behauptet etwa Sir Anthony Buzzard in seinem Buch „Das Königreich des Messias“ , in diesen 1000 Jahren verwirkliche sich ein Friedensreich, und zwar jenes, das uns im AT als „malchut“ und in den Evangelien als das nahe herbeigekommene Reich Gottes angekündigt worden ist. Er blendet aus, dass in Apk 20 ausdrücklich gesagt wird, dass diejenigen, die nicht selig verstorben sind, in dieser Zeit noch nicht auferstanden sein werden. Auch übergeht er die Tatsache, dass hier nicht von einem „Reich“ die Rede ist, sondern von einem „krima“, das vorbereitet wird. Auch die eigentümliche Tatsache, dass der Weltenrichter Christus eben nicht alleine urteilt, sondern alle, die zu ihm gehören, als Urteilende einsetzt, wird von Buzzard weggelassen — denn diese Vision zeigt uns, wie der Christus „herrscht“: gar nicht im herkömmlichen Sinn, sondern verwoben mit den Seinen, denen er sogar das Urteil über die Welt übergibt. Auch aus den Folgekapiteln geht hervor, dass es die Schar der Erlösten sein wird, die dieses Gericht vollzieht — mit ihrem Herrn natürlich, aber es ist offenbar in ihre Hände gelegt. Dafür spricht auch der Satz in 1. Kor 6, 2ff, in dem gesagt wird, dass die Heiligen die Welt und Engel richten werden! Es ist absolut sinnvoll, wenn in Apk 20 davon gesprochen wird, dass Christus mit den Seinen „regiert“ — ich habe das im 5. Brief bereits erklärt. Es meint keine „Herrschaft“ (denn es wäre zu fragen, über wen eigentlich, wenn alle herrschen und niemand beherrscht wird?!), sondern die sorgfältige Gerichtsvorbereitung, die nicht in einem luftleeren Raum stattfindet, sondern unter der Führung Jesu Christi und der Seinen.
Buzzard behauptet ohne weitere Auseinandersetzung mit den Worten Jesu: „Wir sollten noch hinzufügen, dass das Reich GOTTES auf der Erde die organisatorische Mitte der gesamten Heiligen Schrift und der Kern der rettenden Botschaft ist, die Jesus verkündigt hat.“ (Buzzard S. 86)
Nun stimme ich ihm generell zu in dieser Aussage, aber seine Behauptung, es sei ein „Reich Gottes auf Erden“, ohne sich mit dem Endgericht und der Vernichtung der Erde auseinanderzusetzen, ist nicht nur unvollständig, sondern auch nicht ganz redlich. Buzzard müsste doch wissen, dass diese echte „malchut“ kein Ende haben wird, wie es der Engel zu Maria sagte, und daher mit einem Millennium, das selbst zeitlich begrenzt wäre und durch die Nennung eines Zeitrahmens ja gerade als Begrenztes und darum noch nicht als „Reich Gottes“ Qualifizierbares deutlich wird, nicht identisch sein kann! Er übergeht aber alle diese Stolpersteine im Buch der Offenbarung, von denen in den Evangelien und in der NT-Briefliteratur ganz abgesehen.

Hochproblematisch ist folgende Sicht Buzzards, die ich etwas länger zitieren will (Buzzard S. 92):

Die äußerst wichtige Wahrheit des Evangeliums ist, dass Abraham tatsächlich in dem Land der Verheißung lebte (Hebr 11,9). Das beweist unbestreitbar, dass das verheißene Land nicht der „Himmel“ ist, ein von diesem Planeten weit entfernter Ort. Das verheißene Land war ein Gebiet im Mittleren Osten. Dieses Gebiet bleibt das verheißene Land. Es wird das Zentrum des zukünftigen Königreichs sein. Sein rechtmäßiger König, der Messias, wird wiederkommen, um dieses Land zu übernehmen und seine Herrschaft rund um die Welt auszudehnen. Das verheißene Land ist deshalb nichts anderes als das verheißene Reich GOTTES, das den Mittelpunkt des rettenden Evangeliums Jesu bildete. Jesus konnte auf Grund göttlicher Verheißung gleichermaßen sagen: „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben“ (Matth 5,5) und „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel“ (Matth 5,3). (Der jüdische Ausdruck „Reich des Himmels” bzw. „Himmelreich“ (der nur von Matthäus benutzt wurde) bedeutet das Selbe wie „Reich GOTTES“. Der Ursprung dieses Reiches ist göttlich, himmlisch, aber es bedeutet nicht, dass es im Himmel gelegen ist. Noch wird es von GOTT im Himmel aufbewahrt, bis Jesus auf die Erde zurückkehren wird, um es dann von Jerusalem aus aufzurichten (1.Petr 1,4; Kol 1,5).“

Problematisch ist dabei nicht der wirklich verdienstvolle Aspekt Buzzards, dass eine solche „malchut“ unbedingt zu erwarten ist, sondern die Zuordnung, die er vornimmt.
Die schlichte Identifikation der Verheißungen auf diese Erde ist nicht richtig und widerspricht der Schrift. Auch das Fettdrucken von „das Land“ ist nicht aussagekräftig, denn Jesus hat nicht gesagt, wo dieses Land sein wird. Es ist eben nicht nur der „Ursprung“ dieser „malchut“ himmlisch, sondern sie selbst ist himmlisch: Jesus spricht von einer „basileia ton ouranon“, einem „Reich der Himmel“. „Ouranos“ ist das „Himmelsgewölbe“, das Firmament, von dem Gen 1 spricht, das fest gebaut ist und keine sich ausdünnende Atmosphäre, die ins Hochvakuum übergeht, wie uns die moderne kosmologische Ideologie glauben machen will. In antiker Vorstellung ist „Ouranos“ der Ort, an dem Gott bzw die Götter sind. Das „Reich der Himmel“ ist wesentlich eines, in dem Gott unverschleiert und mit allen überdeutlich verbunden anwesend ist. Es kommt in der Tat der „Himmel auf Erden“, weil Gott mit den Seinen leben wird. Die wechselweise Bezeichnung des künftigen Königtums als „Himmelreich“ oder „neue Erde“ oder „Reich Gottes“ sagt uns doch logisch eines ganz klar und deutlich: dass dies verschränkt sein wird, dieses Reich, dass es im Himmel und auf der Erde sein wird. Es werden zwei Sphären ineinander geschoben sein. Nicht nur eine neue Erde wird erwartet, sondern auch ein neuer Himmel (s.u.)!
Nur auf welcher Erde?

Leider setzt sich Buzzard überhaupt nicht mit der Aussage Petri auseinander, die ich, um wachzurütteln für das, was wirklich im NT steht, auch ganz zitieren will:

„3 Dies sollt ihr vor allem wissen: In den letzten Tagen werden Spötter kommen, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen
4 und sagen: Wo bleibt seine verheißene Ankunft? Denn seit die Väter entschlafen sind, bleibt alles wie von Anfang der Schöpfung an.
5 Wer das behauptet, übersieht, dass es einst die Himmel gab und eine Erde, die aus dem Wasser entstand und durch das Wasser Bestand hatte auf das Wort Gottes hin.
6 Durch dieses wurde die damalige Welt vom Wasser überflutet und ging zugrunde.
7 Die jetzigen Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort für das Feuer aufgespart worden. Sie werden bewahrt für den Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.
8 Dies eine aber, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben, dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind.
9 Der Herr der Verheißung zögert nicht, wie einige meinen, die von Verzögerung reden, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle zur Umkehr gelangen.
10 Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit Geprassel vergehen, die Elemente sich in Feuer auflösen und die Erde und die Werke auf ihr wird man nicht mehr finden.
11 Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben,
12 die Ankunft des Tages Gottes erwarten und beschleunigen! An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen und die Elemente im Feuer zerschmelzen.
13 Wir erwarten gemäß seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

Diese Welt hier, die noch abgeleitet ist von der vorsintflutlichen Schöpfung „aus und im Wasser“ (V 5), wird „für das Feuer aufgespart“ (V 10) und vollständig vergehen. Dies wird nach dem Gericht geschehen, von dem Apk 20 spricht — also nach diesen 1000 Jahren Vorbereitung auf das Gericht, in denen der „Drache“ gebunden ist. Die Erwähnung der 1000 Jahre hier bei Petrus lässt uns erahnen, dass diese Zahl auch in Apk 20 symbolisch gemeint sein könnte für einen langen Zeitraum, der vor Gott aber dennoch kurz sein wird.

Es wird definitiv auf dieser Erde keine „malchut“, kein „Reich Gottes“ sichtbar aufgebaut, wie Buzzard es behauptet, aber es ist „nahe herbei gekommen“, wie an vielen Evangelienstellen bezeugt wird! Es ist nah herbei gekommen insofern, als es bald aufgerichtet wird, aber es ist noch fern, weil es nicht auf dieser Erde in diesem Äon geschehen kann. Nah ist es auf dieser Erde auch deshalb, weil es bereits als etwas im Himmel Aufbewahrtes wartet und durch unsere Geistbeseelung in dieses Äon hineinragen kann. Diese Erde muss erst vergehen, bevor es ganz wirklich werden kann für uns.
Ja, wer genau gelesen hat, dem kann nicht entgangen sein, dass nicht nur diese Erde, sondern sogar „die Himmel“ vollständig vernichtet werden. In V 12 sind es sogar die Himmel, die zuerst vergehen werden. V 13 erinnert uns daran, dass wir nach dieser vollständigen Vernichtung dieser Erde und der Himmel einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ erwarten dürfen. Wenn das so ist, kann die „Herrschaft“ des Messias natürlich auch nicht von dem jetzigen Jerusalem aus geschehen. Das jetzige Jerusalem ist selbstverständlich ebenso wie das Heilige Land fürs Feuer aufgespart. Nicht umsonst spricht Paulus in Gal 4 von der „himmlischen Stadt“ — einer Stadt, die vom Himmel kommt und eine neue Erde begründen wird, nicht auf der alten Erde neue Zustände einführen wird. Das jetzige Jerusalem ist nach Paulus in Gal 4 die Stadt der Sklaven, die Stadt Hagars, der Unfreien, und die sie bewohnen sind nicht Saras Kinder! Wollen wir, wenn wir in das heutige Jerusalem sehen, diese missbrauchte Stadt der Kinder Hagars, die sich im Judentum zuhauf ebenso finden wie im Islam und den unseligen Kirchen, im Ernst auch nur mit einem Gedanken erwarten, dass sich dort die Stadt Saras befinde?!
Apk 20-22 bestätig eindeutig, dass „der erste Himmel und die erste Erde“, also die, von denen Petrus schrieb, sie seien aus und im Wasser (man lese dazu noch einmal mit kritischen Augen den Schöpfungsbericht in Gen 1!), „vergangen“ sein werden. Und dies gründlich.
Das Bestandselement der ersten Schöpfung, nämlich das Wasser, das als „t’hom“ („Urflut“) über dem Himmel ist und aus der Tiefe die Wasser speist, die auf unserer jetzigen Erde sind (das Meer, Flüsse, Bäche, Quellen, Wolken etc.), v.a. die weiten Meere („majim“), wird in dieser Form nicht mehr sein: „Das Meer ist nicht mehr“ (Apk 21,1).
Das „neue Jerusalem“ aber kommt vom Himmel herab (V 2). „Von Gott her“, sagt der Seher Johannes hinzu, damit klar ist, dass diese neue Schöpfung nicht einfach nur die alte ein bisschen aufpoliert, sondern etwas völlig anderes, Neues sein wird, das aus dem „Himmel“, also aus der Region Gottes dem Menschen förmlich „zukommt“ oder „zuwächst“ – daher betete man in der katholischen Kirche früher im Vaterunser für „adveniat regnum tuum“ sachlich korrekter als heute „Zukomme uns dein Reich“. Man bat nicht nur, dass es irgendwie kommt, sondern dass es auf uns — als etwas gänzlich anderes — zukommt. Die Nacht wird nicht mehr sein, es wird keine Tränen mehr geben („Wasser der Trauer und des Schmerzes“!), der Tod wird nicht mehr sein und nicht mehr die „scheol“.
Und wie um uns einzuschärfen, dass diese „malchut“, von der die Propheten sprachen, eben nicht auf dieser Erde sein wird, die jetzt noch ist, sagt die göttliche Stimme vom Himmel her:
„Seht, ich mache alles neu.“ (V 5)
Und „alles“ heißt nun mal „alles“!
Warum beachtet Buzzard das nicht?
In so vielem kann man ihm rechtgeben, denn es ist wahr, dass viele Christen zwar theoretisch diese „malchut“ als Ziel der Heilsgeschichte bekennen, praktisch aber ganz außer acht lassen oder rein politisch für dieses Äon deuten. Tut aber Buzzard im letzten Ende wirklich etwas anderes? Ich sehe eine große Verwandtschaft zwischen seiner Deutung und der der Progressisten, die etwa die Befreiungstheologie vertreten. Buzzard bekennt leider nicht den neutestamentlichen klar bezeugten Glauben an eine vollständig neue Erde und einen vollständig neuen Himmel…

Wesentlich erscheint mir auch, wie schon erwähnt, der Aspekt zu sein, dass die Auferstandenen, die ja aus der „adamah“, dem bevollmächtigten Erdboden einst geschaffen wurden und damit zu dieser Erde gehören und von ihr abgeleitet sind, leiblich „verwandelt“ werden müssen, um die Vernichtung der jetzigen Erde im Feuer zu überstehen. Dieser leibliche Neubeginn kommt aus dem Wasser, wird aber noch zurückgehalten. Auch darauf geht Buzzard gar nicht ein. Er spricht nur ganz allgemein von der geistigen Wiedergeburt, nicht aber von der Notwendigkeit eines neuen Leibes, der zu der neuen Schöpfung passen muss.
Nur von einer vollständigen Auflösung der jetzigen Schöpfung her kann man die künftige „malchut“ recht verstehen und die „Unterordnungs“-Appelle im jetzigen, „fleischlichen“ System richtig und geistlich einordnen! Ignoriert man die vollständige Verdorbenheit gerade dieses Systems (nicht der einzelnen Menschen!) dieser Welt und ihre totale Ungeeignetheit, die „malchut“ zu erklären, kann man nur im Abgrund und einer antichristlichen Auffassung landen — ob man die „malchut“ oberflächlich glaubt oder nicht, macht keinen Unterschied mehr. Man hat aber, gerade auch im Protestantismus, diese Konstellation umgedreht: der einzelne Mensch wurde als total verdorben angesehen und als eigentlich Schuldiger für das böse System der Welt angeprangert, der immer in sich selbst die Ursache für die unguten Zustände suchen müsse, wohingegen man behauptete, das System dieser Welt mit ihrem Herrschaftsgefüge stamme von Gott oder bilde himmlische Realitäten ab (letzteres ist eher eine katholische Ausformung derselben Ideologie). Das ist eine geradezu boshafte Verdrehung der Konstellation. Das Maß des einzelnen Menschen gibt es nicht — der einzelne ergibt sich diesem irdischen „kosmos“ oder eben auch nicht. Aber der irdische „kosmos“ ist durchweg verdorben.

V. Der „kosmos“ (Weltordnung) dieses Äons und die dafür gegebene „exousia“ (Vollmacht)

Unglückseligerweise scheint für diese mE falsche Sicht Paulus den Anstoß gegeben zu haben. Der Abschnitt in Röm 13,1-7 wirkt wie ein Hohn angesichts der Realität satanischer und korrupter Obrigkeiten, die das Böse tun und ganze Völker in den Abgrund stoßen, Menschen vernichten, blutrünstig über die Erde fahren wie ein Dämonenheer und ungerecht richten, die wir erleben, aber auch angesichts der Worte Jesu, der Obrigkeiten als ausbeuterisch und gewalttätig zeichnete und den Christen untersagte, sich so zu „systematisieren“: bei ihnen sollten die Ersten die Sklaven aller werden (s.o.) — wieso lobt nun Paulus, der am Ende selbst dieser Macht zum Opfer fiel, diese Obrigkeiten in den höchsten Tönen und setzt sie gar mit einem göttlichen Auftrag gleich?! Das ist so offenkundig, auch nach dem AT, das ganze Serien von satanischen Regierungen anprangert (!), unsinnig, dass man fragen muss, was diesen Worten zugrunde liegen könnte, wenn sie so wirklich von Paulus stammen und nicht ein kleines, eingefügtes Bonbon der nachkonstantinischen Kirche sein sollten:

„1 Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet.
2 Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen.
3 Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben;
4 denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.
5 Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen.
6 Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Diener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind.
7 Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem der Zoll; die Furcht, dem die Furcht; die Ehre, dem die Ehre gebührt!

Zunächst ist die Essenz dieses Abschnittes eher die, dass es eine Rechtsprechung geben muss in diesem Äon, um die Bösen einzudämmen und die Guten zu schützen. Es muss gerecht und ohne Willkür Recht gesprochen werden (worauf auch das Gesetz des Mose bereits verweist), und der Gute muss sich selbstverständlich nicht fürchten. Nun zeigt aber das Beispiel des Paulus selbst, der von diesen ungerechten Gerichten ebenso wie Jesus zu Tode gebracht wurde, dass diese Obrigkeiten pervers sind und das Gegenteil von dem tun, was sie tun sollten. Paulus misst dem Gesetz an anderer Stelle heilsgeschichtlich nur einen erzieherischen Wert zu, aber keinen ontologischen, denn jeder weiß, dass kodifiziertes Recht automatisch ungerecht wird, weil es niemals dem individuellen Fall gerecht werden kann und noch dazu von Sündern verwaltet wird. Die strengen Lehrer, Thaumaturgen und Exorzisten nannte Jesus „Gesetzlose“ (Mt 7,21f). Die superfrommen Gesetzeslehrer und Pharisäer nennt Jesus ebenfalls „Gesetzlose“ (Mt 23,28). Ein wahres „Recht“ kann nur im Herzen und in der Gottes- und Nächstenliebe lebendig sein. Die Tora schärft allerdings den Israeliten ein, dass sie nicht willkürlich und einer Mehrheit zuliebe das Recht beugen dürfen. Die Tora nimmt eine Mittlerstellung ein zwischen dem Gesetz, das von Gott selbst in ein erneuertes Herz eingeschrieben wird und dem Gesetz des Stärkeren oder der Mehrheit und bleibt als Zeichen auf ein objektives Recht wirksam. Als ein Zeichen — hinsichtlich einer wirklichen Erlösung und Heilung ist es unnütz, wie Paulus sagt. Sein Buchstabe vermag kein Leben zu geben, sondern tötet.

Bezeichnenderweise spricht der griechische Text nicht von „staatlicher Gewalt“, sondern von „exousia“, ein Begriff, der weder natürliche oder eigenständige Dominanz (was es systematisch ohnehin nicht geben kann, wo echte Souveränität vorliegt!) noch eine Befähigung bedeutet, sondern lediglich eine legitime Übertragung einer bestimmten, umgrenzten Vollmacht — hier eben der, Recht zu sprechen und Steuern einzutreiben. Jesus weist aber radikal darauf hin, dass die, die bei den Nationen als Große gelten, ihre Untertanen beherrschen und Gewalt gegen sie ausüben, dies aber unter Christen unter gar keinen Umständen sein soll (Mk 10,42). Jesus weist solche Herrschaft außerdem den „Nationen“ zu.
Man muss im Hinterkopf behalten, dass Gott ursprünglich keine Fürsten über sein Volk gesetzt wissen wollte und nur in seinem Zorn zustimmte, als es nach Jahrhunderte langer abscheulicher Abgötterei und einer krönenden Schandtat an einer Frau, einem darauffolgenden Bürgerkrieg und einem kurzen Luftsammeln unter dem Propheten Samuel danach verlangte (1. Sam 8). Es sind ganze Geschichts- und Prophetenbücher, endlose Klagegesänge und Litaneien gegen die Großen und Obrigkeiten im AT, die die Absetzung dieser Mächte ankündigen bis hin zu Maria, der Mutter Jesu, die in ihrem Lobgesang eben jenen Sturz der Mächtigen mit der Geburt ihres Sohnes prophetisch voraussagte (Magnificat). Was Israel widerfuhr, ist zeichenhaft: Wegen seiner verkommenen „exousia“ wurde es immer wieder zerstreut und vernichtet. Ob Paulus wirklich entgegen diesem durchgehenden und eindeutigen Zug im AT und den Worten Jesu und Mariae argumentieren wollte? Ich glaube das nicht, auch dann, wenn man annehmen kann, dass Paulus vieles gar nicht wusste und die genauen Umstände um Jesus vielleicht gar nicht vollständig erfahren hatte.

Der Prophet Hosea schrieb (Hos 13):

„10 Wo ist nun dein König, dass er dich rette in all deinen Städten, und wo deine Richter, von denen du sagtest: Gib mir einen König und Obersten?
11 Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn weg in meinem Grimm.“

Es ist deutlich: Gott wollte niemals, dass es eine solche „exousia“ gibt — es war das Volk, das dies wollte nach dem Vorbild der Nationen. Diesem Wunsch war die bereits angedeutete, verheerende Geschichte vorausgegangen, die ich gleich ausführlicher darstellen will. Ohne sie versteht man die Zusammenhänge nicht.
Paulus’ Rede davon, dass die „exousia“, die „Vollmacht“, von Gott komme, muss man subtil verstehen: sie wurde von Gott tatsächlich verliehen, aber „in seinem Zorn“, weil die Menschen ihn nicht mehr wollten als ihren Herrn. Sie haben an seine Stelle irdische „exousia“ gesetzt … und bekommen. Sie haben nun das, was sie wollten: Männer, die sie beherrschen und unterdrücken.
Erinnert werden muss hier unbedingt an die Richterzeit, in der es keine Könige und Oberen gab. Der Richter bzw die Richterin sprach Recht und führte das Heer an. Die Richter hatten teilweise einen prophetischen Charakter. Aber „exousia“ im Sinne der heidnischen „Obrigkeit“ hatten sie nicht, sie waren keine „Archonten“ (s.u.), denn das kam nur Gott alleine zu. Wer die Geschichte der Richter liest, merkt schnell, dass sie nur in der ersten Hälfte dieser 200 Jahre gottgefällige Leute, allerdings inmitten eines abgöttischen Volkes, waren.

VI. Die herrschaftsfreie Zeit der „Richter“ und ihr Scheitern

Wer waren die Richter? Sie waren als Nachfolger Moses, Aarons und Miriams gedacht. In Micha 6,4 erinnert Gott die Israeliten, dass er „Mose, Aaron und Mirjam vor ihnen hergesandt“ habe. Diese drei Gestalten entsprechen am ehesten dem Willen Gottes in der Führung eines Volkes. Es ist — nebenbei gesagt — anhand dieser ausdrücklichen Nennung Mirjams ganz klar, dass Frauen sehr wohl führen sollten und konnten, und die spätere Richterin Deborah nicht, wie viele Fromme behaupten, nur als Ersatz für einen Mann berufen war. Das ist vollkommener Unsinn, der dem Schriftsinn zuwider strebt: Gott schickte auch eine Frau vor den Israeliten her, nämlich Mirjam, und zwar zusammen mit zwei Männern. Sie konnte also zu dem Zeitpunkt kein „Ersatz“ für einen fehlenden Mann sein. Weil Christen sich so hartnäckig diesen biblischen Tatsachen verweigern, sei es immer wieder aufgewiesen — anhand der Schrift! Gott beruft wen er will, wann er will und wo er will und ohne Ansehen der Person! Und das gesamte AT ist voll von weiblichen Gestalten, die eine Schlüsselrolle innehatten, v.a. in der frühen, nich nicht so verdorbenen Zeit. Es ist geradezu beschämend, dass es das in der Kirche spätestens nach der konstantinischen Wende nicht mehr gab — ganz wie im pervertierten, hellenistischen Judentum…

Gerade in der Richterzeit aber ist ein beispielloser Niedergang der Frau zu verzeichnen, den sie sich zT auch noch selbst „anzieht“ — ganz wie heute unter vielen Frommen. Josua ist der erste Richter nach Mose und war ein Segen für die Israeliten, mit seinem Tod fielen sie ab und dienten Baalen (Ri 2,11). Sie vergaßen den Gott, der sie aus Ägypten geführt hatte. Es zogen furchtbare Zustände ein, aber noch lebte man herrschaftsfrei. Gott setzte, so erzählt uns das Richterbuch, weil die Israeliten von Räubern und anderen Völkern bedroht wurden wegen ihrer Schandtaten, Richter ein (Ri 2,16ff), aber sie hörten nicht auf ihren Rat — und konnten dies auch, denn die Richter richteten nicht gewalttätig. Zwar waren die von Gott berufenen Richter zunächst durch ihre gottgefällige Haltung ein Segen, aber das Volk fiel sofort ab, wenn einer von ihnen starb. Der nächste nach Josua ist Otniel, der vom heiligen Geist beseelt wurde und 40 Jahre richtete. Danach unterwirft ein fremder König die Israeliten, weil sie wieder abgefallen waren, für 18 Jahre. Gott beruft den nächsten Richter, der ausdrücklich als „Linkshänder“ genannt wird (Ri 3,15) — ein schönes Zeichen für diese Menschen, die auch unter Christen soviel Diskriminierung und Verständnislosigkeit erdulden mussten. Nach dem Richter Ehud fallen die Israeliten wieder ab. Wieder folgen sie fremden Kulten und der Abgötterei und werden dem kanaanitischen König ausgeliefert. Die Prophetin Deborah wird daraufhin Richterin und errettet Israel im Kampf vor den Feinden. Unter Deborah hatte das Land Israel wieder, wie unter Otniel, 40 Jahre lang Frieden (Ri 5,31).
Mit Deborah vergeht die letzte gottgefällige Richterfigur.
Nach ihr fallen die Israeliten wieder ab und werden für sieben Jahre von Nachbarvölkern bedroht und angegriffen. Gott schickt einen namenlosen Propheten, der Israel zurechtweist und beklagt, dass das Volk nicht auf die Stimme des Herrn gehört habe von Anfang an, obwohl er sie aus Ägypten geführt habe. Dann setzt sich sage und schreibe der „Engel des Herrn“ unter eine Eiche, so wie zuvor Deborah unter der Deborah-Palme Recht gesprochen hatte und beruft einen Richter: Gideon. Doch Gideon wirft Gott vor, dass die Zustände so sind wie sie sind und lässt sich nur mit Mühe überreden, seinen Dienst zu tun. Er fordert Zeichen von Gott, dass er wirklich sein Wohlwollen hat. Gott gewährt sie ihm. Gideon ist bestürzt und glaubt. Anschließend beauftragt ihn Gott mit der Zerstörung des Baalheiligtums, was das Volk ihm übelnimmt. Gideon fordert von Gott weitere Zeichen, und Gott gibt sie ihm. Gideon soll die Midianiter, die Israel bedrohen, besiegen. Aber trotz des Sieges gibt es unter Gideons Führung unter den Israeliten Zwietracht und Irritation. Gideon wird immer siegreicher, und die Israeliten bitten ihn, ihr König zu werden. Doch Gideon lehnt ab: „Ich will nicht über euch herrschen (…) der Herr soll über euch herrschen.“ (Ri 8,23) Das klingt wunderbar, aber dann folgt das, was ich meine damit, dass Deborah die letzte gute Richterin war: Gideon bittet das Volk um Gold, Purpur und Edelsteine und lässt daraus ein Götzenbild („Efod“) machen. Es heißt wenige Verse nach seinen hehren Worten: „Und ganz Israel trieb dort damit Abgötterei. Das brachte Gideon (…) zu Fall.“ (V 27) In V 30 wird schließlich erwähnt, dass er zahlreiche Frauen hatte — in der Schrift stets gepaart mit Abgötterei und Glaubensabfall. Anschließend gibt es Streit unter den massenhaften Söhnen der zahlreichen Frauen, wer nun Gideon nachfolgt. Offenbar geht man nicht mehr davon aus, dass Gott selbst einen Richter beruft, sondern will sich auf eine Dynastie festlegen — bis zu Deborah gab es das nicht!
Die Söhne sind herrschlustiger als ihr Vater. Man „wählt“ den illegitimen Gideon-Sohn Abimelech zum „König“. Das kam so: Bevor dieser Mann, der nur der Sohn einer Nebenfrau Gideons ist, „König“ wird, hat er mit Geld aus einem Baaltempel und angeworbenem Gesindel seine 70 Brüder in seinem Vaterhaus ermordet. Israel ist so verkommen, dass es ihn daraufhin, auf dieses Massaker hin, wählt. Nur ein Sohn überlebte: Jotam, der das Volk daraufhin verfluchte und vor seinem Bruder floh. Bald brechen Unruhen aus zwischen Abimelech und den Bürgern und er kommt um. Ihm folgen Tola und Jair als Richter, letzterer wieder ausdrücklich einer, der Vielweiberei betreibt.
Danach teilt Gott nach weiterer Abgötterei den Israeliten mit, dass er nicht mehr für sie eintreten wird, wenn sie angegriffen werden.
Es folgt der Richter Jiftach, ein Hurensohn, der nicht von Gott, sondern von den Bewohnern erwählt wird, weil er stark und gewalttätig genug scheint, sie aus der Hand der Ammoniter zu retten. Weil Jiftach ein Hurensohn war, vertrieben ihn die Söhne der rechtmäßigen Frau seines Vaters. Jiftach macht dasselbe wie Abimelech: er wirbt Gesindel an und streift durchs Land. Als die Israeliten mit Ammon nicht fertig werden, rufen sie Jiftach zurück: er soll die Ammoniter schlagen mit seinem Söldnertrupp. Jiftach handelt mit ihnen aus, dass er, wenn er gewinnt, das Oberhaupt der Israeliten werden soll. Wieder ist es nicht Gott, der erwählt. Das Richtertum ist inzwischen auf dem Niveau eines schändlichen „Deals“ mit Kriminellen gelandet. Jiftachs Verhandlungen mit den Ammonitern bleiben fruchtlos. Nun kommt die nächste verstörende Geschichte: Es heißt, der Geist Gottes sei über Jiftach, dieser Gesellen, der mit verbrecherischem Gesindel durchs Land streifte, gekommen, und er habe ihm ein Gelübde abgelegt: Wenn er siege, wolle er dem Herrn das Erste, was ihm aus der Tür seines Hauses entgegenkomme als Brandopfer darbringen (Ri 11,31) — ein ebenso fahrlässiges wie großschnäuziges „Gelübde“, das allem, was Gott bisher mit Israel getan hatte, förmlich ins Gesicht schlug. Jiftach siegt und kehrt heim, wo ihn seine einzige Tochter freudig und tanzend, eine Pauke schlagend, begrüßt. Und nun wird die Geschichte noch verstörender. Die Tochter, sein einziges Kind, hat offenbar selbst eine völlig pervertierte Auffassung der Dinge: sie findet es in Ordnung, geopfert zu werden, und Jiftach schlachtet sie für den Sieg an den Ammonitern als Menschenopfer — und dies, nachdem nach Abraham und dem von Gott unterbrochenen Menschenopfer am eigenen Sohn so etwas in Israel nie mehr vorgekommen oder akzeptiert worden war und in der Tora ausdrücklich verboten ist. Es ist merkwürdig still im Text um Jiftach, und von Gott ist keine Rede mehr. Hier ist kein Gott mehr im Spiel… Es wird aber erwähnt, dass in Israel seither die jungen Frauen jedes Jahr vier Tage lang Jiftachs Tochter beklagen (V 40). Es ist der bisherige Gipfel der Perversion. Mit diesem Frauenopfer, dem die Frau selbst zustimmt (!), wird eine verheerende Entwicklung eingeleitet:
Danach wechselt ein Richter den nächsten ab, ausdrücklich wird wieder eine absurd zahlenstarke Vielweiberei einzelner Richter berichtet. Wer so viele Frauen hat, kommt aus dem Bett nicht mehr heraus… Am Ende fallen die Israeliten für 40 Jahre in die Hände der Philister.
Gott versucht es noch einmal: Er lässt durch eine wunderbare Geburt Simson zur Welt kommen. Er darf sein Haar nicht schneiden und soll von Geburt an als Heiliger leben — soviel zu der hartnäckig vertretenen Behauptung, Paulus habe geschrieben, es sei eine „Schande“, wenn Männer lange Haare haben… Das kann nicht sein, denn Gott hat sogar verfügt, dass ihm geweihte Männer („Nasiräer“) langhaarig sein müssen. Im Haar steckt Kraft und Vollmacht. Das ist Toraregel, die bis heute gilt. Und es kommt nicht von Ungefähr, dass die hellenisierten, heutigen chassidischen Juden ihren Frauen die Haare abschneiden und stattdessen eine Perücke aufsetzen. Ähnlich ist es mit den Kahlfrisuren, die man in der Zeit der Kirche den Männern abverlangt, das „Tonsurieren“ der Geistlichen in der römischen Kirche (wo alle orthodoxen den Männern langes Haar abverlangen!) und nicht anders ist es mit den verschleierten Frauen im Islam, deren Haar um keinen Preis gesehen werden soll — es ist eine Zerstörung natürlicher Kraft bei Mann und Frau!
Simson ist als Langhaariger gottgeweiht und gesegnet (Ri 13,24), aber dann treibt der Geist ihn plötzlich umher. Was ist geschehen? Simson verfällt Frauen der Philister, die ihn zugrunde richten. Wie die Geschichte ausging, ist bekannt. Israel verliert am Ende alles und lebt in Unfrieden und Not.
Gegen Ende der Richterzeit, kurz bevor Samuel der letzte rechtmäßige und noch einmal gottesgefällige und vernünftige Richter sein wird, geschah aber eine brutalste, fremden- und frauenfeindliche Schandtat in Israel, die vermutlich den Ruf nach einer wirksameren Gerechtigkeit mit hervorbrachte (Ri 19). Die furchtbare Geschichte, die im Stamm Benjamin geschah, lässt jeden seelisch gesunden Menschen schaudern und sich winden: es sind faktisch Zustände wie in Sodom. Der Mensch, der auf Gott nicht hört und seine Freiheit missbraucht, muss am Ende durch Gewalt und Unterdrückung einigermaßen diszipliniert werden. Das macht allerdings diese Gewalt nicht zu einer göttlichen Eigenschaft oder gar einer Sache, die Gott je gewollt hätte. Die ganze Tragik menschlicher Erbärmlichkeit und Bosheit drückt sich im Einleitungssatz in Ri 19 aus (der so ähnlich in den Schlusspassagen des Richterbuches öfter vorkommt!), bevor das orgiastische Vergewaltigungsmassaker an einer Frau durch eine perverse, männliche Stadtbevölkerung geschieht: „In jenen Tagen, als es noch keinen König in Israel gab (geschah folgendes)…“. Die Geschichte ist so finster und satanisch, dass man keine Worte findet — ein eiskalter Levit, der seine Nebenfrau auf der Durchreise den Bewohnern von Gibea zum sexuellen Missbrauch vor die Tür wirft, der ruhig schläft, während sie draußen zu Tode vergewaltigt wird, der nicht einmal acht hat, wie es ihr geht und die Tote morgens noch anrempelt, sie solle aufstehen, er wolle weiterreisen und sie am Schluss in 12 Teile zerstückelt, die er zu allen Stämmen Israels schickt, woraufhin fast der ganze Stamm Benjamin ausgerottet wird, der diese fluchwürdige Tat zu verantworten hatte: es ist unerträglich! Das Richterbuch endet mit Mord und Totschlag, Fremdenfeindlichkeit, Verachtung der Gastfreundschaft, Vergewaltigung, Frauenraub und Frauenhass. Der letzte Satz des Buches lautet: „In jenen Tagen gab es noch keinen König in Israel; jeder tat, was ihm gefiel.“ (Ri 21, 25) Dass dabei gerade ein Levit — wie später in der Erzählung Jesu vom „Barmherzigen Samariter“ — sich derart hartherzig und widerwärtig, hier gegenüber seiner Nebenfrau, verhält, die „unter die Räuber gefallen“ ist, durch seine Schuld noch dazu, ist erbärmlich und schockierend, denn die Leviten sind eigentlich Priester und stehen im Tempel vor Gott. Dieser Mann brachte im Grunde, nicht anders als Jiftach, ein Menschenopfer: eine Frau. Und dieser üble Levit ist bereits ein grausiger Vorschein auf die Priesterkaste, die den Sohn Gottes zu Tode bringen wird. Die arme Frau, von der hier berichtet wird, ist wie eine Vision dessen, was Israel mit dem Messias anstellen wird.

VII. „exousia“ und „katechon“ (Vollmacht zur Staatsgewalt und „der, der noch aufhält“)

Fazit: Der Mensch soll eigentlich nicht beherrscht werden, und es sollte eigentlich keinen Staat geben, der ein Gewaltmonopol über Leib, Leben und Vermögen hat, aber nichts hat der Mensch, v.a. auch der Mann, mehr missbraucht als die Freiheit. Wie ein Tier muss er seither in Schach gehalten werden und wie ein Tier versucht er, selbst der zu werden, der in Schach hält. Seit Deborah und in einem letzten Aufblitzen durch Samuels prophetisch dichtende Mutter Hanna gibt es im AT keine Frauen mehr, die unabhängig und geistvoll agieren konnten. In das enge Korsett einer Unterwerfungs-Ehe eingezwängt oder auf ihre erotischen Reize angewiesen, versuchen sie irgendwie ihren Beitrag zu leisten (Rut, Ester, Judith etc.), und wo sie dies verweigern und ein vernünftiges Selbstbild an den Tag legen, wie Susanna im Danielanhang, werden sie gewaltsam auf ihre Sexualität reduziert und, bei etwas Glück, von einem netten Mann „gerettet“ vor ungerechter Beschuldigung… Die späten Propheten klagen ausdrücklich die üble Erniedrigung der Frauen in Israel ebenso an, wie Jesus es später tut, als er seine Weherufe über die Gelehrten ausruft, die alle Frauen, die nicht unter der Herrschaft eines Mannes stehen, nämlich die Witwen, sozial vernichten. Allein — wer unter den Christen hat erkannt, dass das schweres Unrecht ist? Warum wurde dieser Kurs in angeblich christlichen Ländern genauso weitergeführt und auch noch als „gottgewollt“ ausgegeben?

Wenn also solche, fast tierhafte, maskulinisierte „exousia“ in einem speziellen Zusammenhang „von Gott kommt“, dann ist damit noch lange nicht gesagt, dass sie gut ist oder überhaupt dem ursprünglichen Willen Gottes entstammt. Nur jetzt, da Gott sie „in seinem Zorn eingesetzt hat“ auf Wunsch derer, die ihn verworfen haben, muss man sie auch anerkennen in ihrer selbstverschuldeten Schizophrenie. Sie ist — ähnlich wie das Kainszeichen — eine schon im Ansatz pervertierte göttliche Bevollmächtigung. In einem gewissen Sinn wird die Bosheit durch Bosheit vor sich selbst „geschützt“, um auszugären und sich selbst zugrunde zu richten (s.u. später die Beschreibung dieser Logik durch Jesus selbst). Denn diese Menschheitsbande, die solche Schandtaten tut wie die im Stamm Benjamin, wird kaum bessere Könige hervorbringen als die Täter. Das ist auch der Inhalt des Appells, den Samuel auf Geheiß Gottes hin an die Israeliten richten soll.

Würde es nicht so geschehen, wie es nun geschieht, bliebe ein ewiger Kampf bestehen und eine unendliche Zerreißprobe zwischen wenig Licht und viel Finsternis auf Erden. Niemand sollte diese gespenstische „exousia“ daher aufhalten und den „Schutz“ in Frage stellen.
Ins Spiel kommt an dieser Stelle auch der „Katechon“, den Paulus im 2. Thessalonicherbrief erwähnt, der, der dieses Offenbarwerden des Bösen noch aufhält und hinweg getan werden muss, damit es offenbar wird. Der „Katechon“ ist wie das Kainsmal angelegt, und viele haben schon darüber spekuliert, wer oder was dieser „Katechon“ ist. Manche identifizierten ihn mit dem Heiligen Geist, manche mit der Kirche, manche mit dem Papst, manche mit dem römischen Kaiser oder dem Staat, manche mit der Eucharistie, aber eigentlich ist er oder es einfach ein Schutzmal, ein Bann gegen alle, die den, der geschützt wird (nämlich den Menschen der Sünde in seiner Verborgenheit) entlarven wollen.
Das ist wirklich sehr schwer zu verstehen.
Und ich habe größte Mühe, dies recht zu begreifen.
Vielleicht ist der „Katechon“ auch einfach die „exousia“, als ein Gewaltmonopol verstanden, das zwar selbst auch böser Herkunft ist, aber durch „Entzweiung des Reiches des Bösen“ das Böse noch schwächen konnte. Man kann auf diese Idee kommen, weil der apokalyptische Endzustand als „Gesetzlosigkeit“ gekennzeichnet wird, als ein Zustand, der vielleicht dem in der späten Richterzeit ähnelt und zu einer Art Superrichter führen wird, der alles retten soll. Vielleicht ist es am Ende wieder ein Hurensohn, der Gesindel um sich schart, den man anfleht, Herrscher über alle zu werden… Es müssten sich zuvor die Staaten und nationalen Regierungen auflösen. Und dieser Punkt ist deshalb heikel, weil wir alle erleben, wie ungerecht und pervers unsere Regierungen sind und stöhnen unter ihrer satanischen Gewalttätigkeit, Kriegshetze, Ausbeuterei, all diesen schrecklichen Dingen — von „Mind control“, Massenmorden, ritueller Pädophilie, illegitimen Kriegen, Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, Schikanen  und Umweltzerstörung bis hin zur physischen und psychischen Ausbeutung der Menschen in Form von fingierten Anschlägen, False flag-Operationen, überhöhten Steuern und Abgaben und medialer Hetze, die sie wie Säue ständig durchs Dorf jagen. Es ist naheliegend, sich danach zu sehnen, dass diese Regierungen verschwinden sollen, damit Frieden einkehrt. Nur — ohne sie wird erst recht kein dauerhafter Frieden sein, wie uns die Richterzeit ja vor Augen führt. Der Unfrieden und die Perversion an der Spitze wird getragen von der der „Untertanen“, die mehrheitlich nicht nur jedes ernsthafte Nachdenken darüber verweigern, sondern auch noch bei jeder Wahl diese Leute bestätigen. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Der Drang zur Verkommenheit war in der Richterzeit zunächst im Volk repräsentiert und bis einschließlich Deborah und in einem „Highlight“ noch einmal ganz zum Schluss bei Samuel nicht bei den Richtern…

Auffallend ist, dass Paulus hier von jeder „psyche“ spricht, die sich der „exousia“ unterordnen soll. Jede „Seele“ soll sich dieser Vollmacht auf Erden unterwerfen. Auf die Unklarheit der Verwendung des Begriffes „psyche“ bei Paulus wurde immer wieder in der Fachliteratur hingewiesen. Paulus scheint ihn zu vermeiden, wenn es um ein Leben nach dem Tod geht. Im AT ist „nefesch“ als „Seele“ nicht unabhängig vom Leib zu denken. Sehr wohl aber geht das hellenistische Judentum von einer vom Leib trennbaren oder ihm gegenüberstehenden „psyche“ aus. Beide Auffassungen schillern bei Paulus, auch in den Evangelien und v.a. der Apokalypse.

VIII. Ist die Seele „sterblich“?

Die folgerichtig in diesem Zusammenhang aufgestellte Behauptung Buzzards und anderer Unitarier, die Seele sei sterblich, greift dennoch — was den biblischen Befund betrifft — wesentlich zu kurz und macht es sich im Rückzug auf alttestamentliche Eindrücke womöglich zu einfach. Vor allem ist die häufige Meinung in der unitarischen Literatur, Seele und Leib müssten gewissermaßen gemeinsam sterben und „schliefen“ in der „scheol“, und darum sei die Seele auch „sterblich“, ungereimt: Nimmt man diese Meinung nämlich ernst, sterben nicht Leib und Seele gemeinsam, sondern sie schlafen in trauter Einigkeit. Was schläft, ist aber nicht tot im strengen Sinn. Jesu Satz hinsichtlich der verstorbenen Tochter des Jair „Sie ist nicht gestorben, sie schläft nur“ (Mk 5,39) macht dies radikal klar: wer hier stirbt auf Erden, ist nicht tot, sondern in einem Schlafzustand. Diese Aussage Jesu macht uns darauf aufmerksam, dass das gängige Entschlafen überhaupt nicht bedeutet, dass hier irgendetwas oder jemand getrennt oder vereint wirklich tot ist. Offenkundig wird hier von einem anderen Zustand gesprochen, in den Leib und Seele geraten, wobei der Leib ganz deutlich schwerer betroffen zu sein scheint. Es gibt jedoch manche Andeutung im NT, die sehr wohl nahelegt, dass die Seelen die Verbindung mit dem Leib in diesem Zustand zumindest aufgeben können — nicht müssen, aber können. Etwa finden wir Hinweise darauf in Apk 6,9-11, dass die „Seelen“ („psychas“) derer, die um Christi willen „geschlachtet“ worden waren, unter einem himmlischen Altar liegen, ihre Stimmen erheben und Gott anflehen. Diese „Seelen“ erhalten anschließend ein weißes Gewand. Dies ist andererseits ohne einen Leib nicht denkbar. Nun ist der heidnische (auch kirchliche) Altar stets eine Stätte, unter der die Reliquien von Geschlachteten liegen. Darauf spielt diese Schauung sicher an. „Seelen“ wären so betrachtet nicht nur getrennte Seelen ohne Leib, aber immerhin zeigt die Vision, dass diese „Seelen“ agieren können. Sie agieren als solche eindeutig, bevor alle anderen Märtyrer getötet und wieder auferstanden sind, können also auch selbst noch nicht wieder auferstanden sein.
In Mt 10,28 ist seitens Jesu die Rede davon, dass es solche gibt, die den Leib töten können, nicht aber die „psyche“. Auch diese Stelle trennt Leib und Seele und weist der Seele eine größere Stabilität gegenüber dem „Sterben“ oder auch dem vernichtenden Zugriff durch andere Menschen zu. Der vernichtende Zugriff auf die Seelen geschieht nicht durch Fleisch und Blut. Auch in Apk 20 werden die „Seelen“ genannt, die nach der ersten Auferstehung zu Richtern bestellt werden.
Auch die eigentümliche Gestalt des Samuel gibt uns entsprechende Rätsel auf: König Schaul lässt den Verstorbenen von einer Magierin in Ein-Dor heraufbeschwören. Er, der alle Zauberer und Totenbeschwörer hat ausrotten lassen, erhält von Gott in großer Kriegsnot keine Antwort mehr, weder durch Träume noch durch die „urim“, die Orakel. Verkleidet besucht er diese Frau, die sich erst windet und den verstorbenen Samuel nicht beschwören will, aber intuitiv erkennt, wer ihr die Aufgabe stellt. Samuel kommt tatsächlich herauf — es heißt, die Frau habe „elohim“,  „Götter“ (Buber übersetzt: „Götterwesen“, die Deutsche Volks- und Schulbibel für Israeliten von Altona, 1837, übersetzt ebenfalls „göttliches Wesen“) aus der Erde heraufsteigen sehen — und sagt folgendes zu Schaul: „Warum hast du mich aufgestört und heraufsteigen lassen?“ Die Magierin hatte einen alten Mann, der in einen Mantel gehüllt war, wahrgenommen. Es entspinnt sich ein Wortwechsel zwischen Samuel und Schaul, der für Schaul niederschmetternd ist und sich auch genau so erfüllt, wie der Leser später erfährt.
Wie konnte Samuel aber als im Todesschlaf Umfangener aus der Erde heraufkommen? Zunächst konnte nur die Magierin ihn sehen — er dürfte als ein Geistwesen erschienen sein (vgl. 1. Samuel 28).
Ähnliche Fragen gibt uns die Taborerzählung auf: Dort sehen Petrus, Jakobus und Johannes ihren Rabbi Jesus plötzlich in einem verklärten Licht zusammen mit Elia und Mose stehen und reden. Dabei ist es nicht nur bemerkenswert, dass die drei völlig überraschten Jünger sofort wissen, um wen es sich handelt, sondern auch, dass die, die doch noch gar nicht auferstanden sind, plötzlich als eine Art Geistwesen anwesend sein können und mit Jesus sogar über dessen bevorstehende Hinrichtung reden können (Lk 9,28bff). Dabei muss bedacht werden, dass Elia nicht gestorben war, sondern mit einem Feuerwagen in den Himmel aufgefahren war und Mose an einem Ort begraben ist, den nur Gott kennt. In Jud 9 wird angedeutet, dass der Satan den Leichnam des Mose besitzen wollte und der Erzengel Michael ihm denselben verwehrt hatte: Sein Grab sollte kein Kultort werden nach dem Willen Gottes!
Wie aber konnte derselbe Mann vor der künftigen Auferstehung im Taborlicht gesichtet werden, wenn es keine überlebende oder verklärte Seele jetzt schon gibt? Und warum bespricht der Messias sein bevorstehendes Leiden mit Verstorbenen? Man wird mir zugestehen müssen, dass das alles nicht leicht zu beantworten ist.
Die Theorie von einer „scheol“, in der Seelen und Leiber aneinander gekettet schlafen, kann so, alleine aufgrund dieser Episoden, nicht stimmen.
Uns fällt sofort auf, dass wir gar nicht genau wissen, wovon wir reden…
Fällt es auch den Unitariern auf, dass das alles vielleicht in einem Bereich liegt, den man nicht mit krudem Rationalismus lösen kann?
Ebenso ist die Rede davon, dass das Meer die Toten wieder herausgeben muss (Apk 20,13ff), nicht anders als die „scheol“, ein Hinweis darauf, dass nicht alle oder jedenfalls nicht alle vollständig in dieser Unterwelt sind, andernfalls müsste nicht extra erwähnt werden, dass das Meer Verstorbene festhalten konnte.

In jedem Fall ist die Sache komplizierter als es manchen den Anschein hat und sollte sorgsam geprüft werden.
Da Paulus sagt, die „Seelen“ seien der „exousia“ untergeordnet, kann man annehmen, dass Paulus damit die animalischen Gestalten der Menschen meint. Es ist unmöglich, dass er den geistlichen Menschen, den jeder mit der „Anzahlung des Heiligen Geistes“ erhält oder sogar „anzieht“, den verkommenen Mächten dieser Welt gemeint haben soll. Wenn diese Seelen auch einem Aufenthalt in der Unterwelt unterworfen sind oder im Meer, kann man die Unterworfenheit unter die „exousia“ dieses Systems (s.o. „kosmos“) vielleicht ebenfalls negativ einordnen und verstehen: es ist nicht gute göttliche, „hierarchische“ Macht, sondern eine ebenso oder ähnlich destruktive und finstere Macht wie die „scheol“ sie innehat.
Einer positiven Lesart widerspräche nicht nur das gesamte Alte Testament, sondern auch das Leben Jesu und der Apostel. Sie alle hätten sich nur brav dieser „exousia“ unterordnen müssen und es wäre ihnen nichts geschehen, samt den „Seelen“, die im Himmel unter dem Altar sind, die „enthauptet wurden um des Zeugnisses Jesu und Gottes Wort willen“. Es muss ganz offenkundig dieses „Zeugnis Jesu“ und das „Wort Gottes“ dieser „exousia“ entgegenstehen, wie Jesus es sagte und wie die Propheten es sahen, obwohl Gott sie selbst zulässt und sogar einsetzt.

IX. Die Ironie der „Vollmacht von oben“

Ein geradezu unheimliches Detail liefert uns die Geschichte in Johannes 19, als Pilatus von den Juden gedrängt wird, Jesus zu verurteilen, „weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht habe“. Pilatus, heißt es, habe begonnen, sich zu fürchten und Jesus gefragt: „Woher kommst du?“ Er wollte also hören, ob Jesus etwa sagt: Von Gott. Oder: Von dem und dem Rabbi. Oder… womöglich mit einem Trupp anrückt, der alles in Schutt und Asche legt und die römische Präsenz in „Palästina“ beenden könnte. Jesus aber antwortet ihm nicht auf diese Frage nach der Herkunft, beruhigt ihn aber hinsichtlich eines befürchteten Aufständlertums. Pilatus sagt daraufhin, ob Jesus nicht wisse, dass er, Pilatus, die besagte „exousia“ habe, ihn zu töten oder frei zu lassen. Jesus gibt ihm eine erstaunliche Antwort, die mir bis heute Rätsel aufgibt: „Du hättest keinerlei exousia über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde.“ Jesus sagt einerseits, dass Pilatus aus sich selbst nichts hat und nichts ist, was irgendwie vollmächtig ist, dass er aber exousia „von oben“, „anothen“ („von einem höheren Platz aus“) erhalten habe. Alleine schon dieser Satz ist mehrdeutig. Gemeinhin wird er angeführt, um die Bevollmächtigung der Politiker mit Macht „von oben“, also von Gott her, zu rechtfertigen. Das ergibt aber wenig Sinn an dieser Stelle. Es geht hier schwerlich um eine allgemeine politische Vollmacht, sondern im besonderen um die „exousia über mich“, also die Gewalt über den, dem doch alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, dem auch schon vor seiner Kreuzigung alles vom Vater übergeben worden ist (Mt 11,27; Lk 10,22). Wenn also Gott selbst hier — wie er es auch sonst tut, wenn er Fürsten Vollmacht überlässt — seinen Sohn der „exousia“ des Pilatus zuführen ließ, wird deutlich, dass diese „exousia“ tatsächlich nur im „Zorn Gottes“, von dem Hosea sprach, überhaupt gewährt wurde und gegen den eigentlichen und ursprünglichen Willen Gottes. Denn dass überhaupt diese „exousia“ verliehen wurde, entspringt der Verwerfung Gottes durch die Menschen (1. Sam 8). Das zeichnet eine „höhere Dialektik“, die kein Mensch auflösen kann in diesem Leib. Es kommen mehrere Aspekte zu dieser Verwerfung Gottes hinzu, die mir auffallen:

1. die totale Perversion der Lebensweisen im Volk und die Abgötterei und schließlich der Verlust der Bundeslade an die Philister während der gesamten Richterzeit. Die Bundeslade kommt unter Samuel in tragischen Umständen wieder zurück 2. dass selbst der letzte und wirklich heilsame Richter in Israel, Samuel, als er alt wurde, merkwürdigerweise nicht den Herrn befragte, wer nun ihm nachfolgen sollte, sondern seine beide nichtsnutzigen Söhne als Nachfolger einsetzte, die korrupt und rechtsbeugerisch waren (V 3), was er als deren Vater am besten hätte wissen müssen — diese Fehlentscheidung war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte — wegen dieser beiden Söhne rief Israel nach einem richtigen und von Gott erwählten König (dieses Detail wird oft ignoriert, weil es uns zeigen würde, dass selbst die heiligsten Menschen schwerstes Versagen aufweisen).
3. der Ruf Israels nach einem König ist jedenfalls ursächlich schuld daran, dass Gott diese „exousia“ zuließ und in seinem Zorn zuteilte… und langfristig zur Verfolgung seiner Propheten und zur Hinrichtung seines Sohnes führte.

War er, der Sohn Gottes, waren die Propheten in der Exils- und Königszeit — um in der platten Logik der Paulusstelle zur „Obrigkeit“ zu argumentieren — etwa „Böse“, der die von Gott eingesetzte „Obrigkeit“ ja nicht hätten fürchten müssen, wenn sie nur „gut“ gewesen wären?! Jeder sieht sofort ein, wie absurd dies ist. Der aber, der den Menschensohn ausgeliefert hat an die in Gottes Zorn gestiftete „Obrigkeit“, trägt die „größere Sünde“. Wer ist derjenige?
Es ist Israel, es ist der „Sohn des Verderbens“ Judas, es sind die Obrigkeiten der Juden, die es besser hätten wissen müssen, aber selbst in ihrer Sucht danach, Obrigkeit zu sein und zu haben, den, der alleine Autorität innehat, nicht ertragen konnten, und es ist der Teil des Volkes, der „Crucifige!“ gerufen hatte. An ihm musste offenbar werden, dass sie „Satanskinder“ waren, wie Jesus sie nannte (Joh 8,44). Jesus sagt hiermit eindeutig, dass die beteiligten Juden größere Schuld tragen als Pilatus, der Heide, der die Kreuzigung mit verantworten muss. Sie stellen ironischerweise als „auserwähltes Volk“, das ja selbst mit einer gewissen „exousia“ gegenüber den Heiden versehen wurde, ja selbst diese im „Zorn Gottes“ vergebene Vollmacht in ihrem ganzen Versagen dar. Die Kirche jedoch und die Christen tragen — was die weitere Geschichte betrifft — eine noch größere Verantwortung, und es lässt mich schaudern.

Vielleicht trägt der Spruch des Paulus auch eine gewisse Ironie in sich (s.u.).
Eines ist wohl deutlich: aus einem Rebellentum gegen die Obrigkeit kommt nur neue Obrigkeit und neue Gewalt. Deshalb vergriff sich David auch nicht an Schaul. Schaul ist ebenso verworfen wie er von Gott gegen seinen ursprünglichen Willen gesalbt worden ist.
Und deshalb vergriff sich Jesus nicht an der Obrigkeit seiner Zeit. Es ist symbolkräftig, dass Paulus vor seiner Bekehrung dieses verworfene, gesalbte und entartete Israel repräsentierte und selbst diesen Namen des von Gott im Zorn Gesalbten und Verworfenen trug: Schaul. Und es ist noch symbolträchtiger, dass er sich umbenannte in „Paulus“: den Kleinen, den ganz, ganz Kleinen. Es sind so schrille Bilder, und ich habe sie lange gar nicht wahrgenommen. Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, wie anders es bei Gott ist, so geradezu grundstürzend anders als bei uns.
Das System, der „kosmos“ dieses Äons, kann nicht vollständig außer Kraft gesetzt werden, bevor Jesus nicht kommt. Wer meint, diesen „kosmos“ der Verkehrtheit bekämpfen zu können, überantwortet ihm seine erhaltene „dynamis“, die er von Gott bekommt. Diese „dynamis“ ist aber nicht zu einem solchen Zweck gedacht: Wer mit diesem System ringt, um es zu beseitigen, schenkt ihm diese „dynamis“ und wird sie auf ewig in die Finsternis hinein verlieren. Er wird nur in der Logik dieses „kosmos“ bleiben können… und verlieren. Den Kampf hat der Messias bereits — alleine wirklich vollmächtig und erfolgreich, weil er sündlos war — ausgefochten und gewonnen. Und all die scheinbaren Siege Israels im AT gegen die Nachbarvölker wurden immer wieder in ihrer Instabilität deutlich bis zum heutigen Tag. Das ist ein gewaltiges Zeichen: das verheißene Land kann gar nicht dieses Stück Küstenstreifen am Mittelmeer sein! Es ist nur ein schwacher Abglanz für ein anderes, das an einem anderen Ort sein wird, der ewige Stabilität haben wird. Die Logik Buzzards, nur weil Gott Abraham Israel verheißen habe, müsse auch das Königreich Gottes, die „malchut“, dort liegen oder von dort ausgehen, ist aus mS oberflächlich. Wie der Hebräerbrief es darlegt, sind alle diese Abbilder heiliger Dinge, die das AT entwickelt, Platzhalter für ein Größeres, Himmlisches.

Worum geht es für uns? Jetzt geht es darum, der Aufhebung des „Katechon“ beizuwohnen und dabei selbst als Kind des Lichtes — mit knapper Not und im vollständigen Erbarmen Gottes — offenbar zu werden, das mit der Finsternis nichts zu schaffen hat und damit vielleicht noch viele hinüberzieht.
Die Rede des Paulus in Röm 13,3 von den „archontes“, deren Macht die Guten nicht zu fürchten bräuchten, wirkt auf mich so übertrieben falsch angesichts der realen Ereignisse, die den Sohn Gottes ans Kreuz brachten, dass ich in ihnen eine gewisse Ironie und eine verborgene Dialektik erkenne. Paulus muss bekannt gewesen sein, was zu seiner Zeit „Archonten“ waren. „Archonten“ waren in der Antike höchste Verwaltungsbeamte, aber auch ein mysteriöser Begriff. 1945 fand man in Nag Hammadi eine gnostische Schrift mit dem Titel „Hypostase der Archonten“, in der die Schöpfungsakte und auch die Herbeiführung der Sintflut nicht JHWH oder „Elohim“ zugeordnet werden, sondern den „Archonten“, die als finstere Mächte gezeichnet werden. Im Prolog wird dabei auf Paulus verwiesen, der gesagt habe, man habe es hier auf Erden nicht mit Fleisch und Blut, sondern Mächten und Gewalten in der Luft zu tun. Paulus schrieb in Eph 6, wir hätten nicht mit Blut und Fleisch zu kämpfen, sondern „pros tas archas pros tas exousias pros tous kosmokratoras tou skotous tou aionos toutou pros ta pneumatika tes ponerias en tois epouraniois“, sondern „gegen die archas/archonten (Oberhäupter), gegen die Vollmächtigen, gegen die Systeminhaber/Weltherrscher der Finsternis dieses Äons, gegen die Geister der Bosheit in den Himmelsgefilden“.
Das heißt: die ganze Welt, der Himmel und die Erde, sind voll von dieser Bosheit, die aber mit Vollmacht versehen ist. Diese Bosheit manifestiert sich sogar ausdrücklich in den Großen und Mächtigen dieser Welt auf politischer Ebene. Diese Stelle wird oft beschwichtigend übersetzt, etwa so, als seien all diese „Archonten“ irgendwelche bösen Geister — das schreibt aber Paulus nicht! Er schreibt, es sind die Archonten dieses Weltsystems, an denen sich Dämonisches manifestiert, das aber nicht aus dem Fleisch kommt, sondern aus dem Einfluss böser Geister aus den Himmelsgefilden. Die traditionell behauptete christliche Herkunft des Bösen aus dem „Fleisch“ oder schließlich dem „Leib“ ist daher eine glatte Lüge: das Fleisch ist nur tief geschwächt, aber nicht Ausgangspunkt des Bösen. Die Bosheit kommt aus dem Geistigen. Und sie könnte niemals wirken, wenn sie nicht an den zentralen Stellen der irdischen Macht regieren würde.
Ob nun gnostische Schriften sich darauf einen eigenen Reim gemacht haben oder nicht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies und nur dies die Sicht des Paulus war, die ganz sicher irdische Gewalt nicht verklärt hat unter diesen Umständen: Auch das Finstere hat seine Vollmacht ursprünglich von Gott, aber dennoch nicht in Übereinstimmung mit ihm.
Ich kann das aber nicht wirklich erkennend in die Tiefe „denken“.

X. Die Frequenz der wahren „malchut“

Ich möchte nun auf Jesus selbst zurückkommen und das, was er zu dem tatsächlich auch bei ihm zentralen Thema der „malchut“ gesagt und vorgelebt hat.

Im Hebräischen wird unter der „malchut“ eigentlich sehr treffend das „Himmelreich“ verstanden, also ein über- bzw un-irdisches Reich, das mit sämtlichen „Reichs“-Kategorien dieses Äons nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.
Wie in Israel gab es auch in der Kirche neben der Perversion ein tiefes Wissen um dieses „Reich“, das „nicht von dieser Welt“ ist (Joh 18, 36). Diese Wendung heißt auf Griechisch: „ek tou kosmou“. Der „Kosmos“ ist jedoch auf Griechisch hier nicht die „Welt“ oder das „Weltall“, sondern die staatliche Ordnung! Die „Kosmoi“ waren die (gewählten) politischen Führer. Wenn die „basileia“, also das Königtum Jesu nicht „ek tou kosmou“ ist, dann meint das etwas ganz Spezifisches: Sein „Reich“, seine „basileia“, ist keine „Herrschaft“, wie man das in diesem Äon kennt — und zwar ausschließlich kennt! — , sondern sein Königtum ist eben keine Herrschaft, sie ist nicht eine staatliche Ordnung! Und zwar substanziell nicht — sie hat damit überhaupt gar nichts zu tun.
Staatliche Ordnung ist doch nach Paulus ausschließlich wegen der Bosheit notwendig. Wie ich schon erwähnte, ist die Herkunft des Wortes „basileia“ unklar. Eine „basileia“ ist im Ursprung kein „kosmos“, keine „staatliche Ordnung“. Was ist sie aber dann?
Erst spät erhielt sie die Bedeutung einer „Herrschaft“. Bei Platon bedeutet „basileia“ den Königspalast in der untergegangenen Stadt Atlantis (in „Kritias“). Ein „basileus“ wird erst im Hellenismus ein „Monarch“ oder Alleinherrscher. Bei Homer ist er einfach ein bedeutender Mensch oder ein Großer, der eben gerade kein Monarch iS des Alleinherrschers ist. Ein wahrer „basileus“ ist einer, der sich in jeder Lebenslage als einer von innerer Größe erweist.

Eigentlich müsste jedem Menschen, der die Evangelien liest, ganz klar vor Augen stehen, dass dieser Jesus wirklich überhaupt keine Verbindung zu staatlicher Ordnung oder hellenistischem Monarchismus hat. Er bekennt vor Pilatus in Joh 18,37 mehrfach, dass er ein „basileus“ ist, ein Großer, ein Königlicher, aber ein solcher, der dafür geboren wurde, eben nicht zu herrschen, sondern um zu dienen, indem er für die Wahrheit zeugt. Diese Selbstbeschreibung qualifiziert den „kosmos“ dieses Äons als „Lüge“ oder „Falschheit“ („Verkehrtheit“: es ist alles pervertiert). Er sagt, er sei „eis ton kosmon“ geboren worden, „in diese staatliche Ordnung hinein“, also in die Lüge, um dort „martyrheso te aletheia“, damit “ich für die Wahrheit zeugen werde“, und die „ek thes aletheias“ sind, „aus der Wahrheit heraus“, werden seine „phone“, seine Stimme, seinen „sound“ hören. Auch hier wird wieder deutlich, dass die Verkehrtheit nicht an den einzelnen hängt, sondern das Welt-System darstellt, zu dem sich die einzelnen verhalten müssen und können. Die Wahrheit, bezeugt in der Verkehrtheit, offenbart die Verkehrtheit als solche unmissverständlich. Der „katechon“, also der der noch aufhält, dass diese Verkehrtheit als solche unverschleiert erkannt wird, ist in einer gewissen Hinsicht womöglich eine Art Scheinwahrheit in der Lüge, eine Art Pseudoweisheit, ein Kompromiss mit der Falschheit, dieses visionäre Reich, von dem Daniel spricht, das aus Erz und Ton besteht, aus zwei Stoffen, die nicht zusammenhalten können auf die Dauer (Dan 2,41ff). Kommt die volle Wahrheit, entblößt sie die Verkehrtheit kompromisslos und alle Reiche dieses Äons werden zerschmissen: „Zur Zeit jener Könige wird Gott ein Reich errichten, das in Ewigkeit nicht untergeht; dieses Reich wird er keinem anderen Volk überlassen. Es wird alle jene Reiche zermalmen und endgültig vernichten; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen. Du hast ja gesehen, dass ohne Zutun von Menschenhand ein Stein vom Berg losbrach und Eisen, Bronze und Ton, Silber und Gold zermalmte.“ (Dan 2,44ff)

In den vielen Stimmen, die uns beschallen, können die, die „aus der Wahrheit“, für die er zeugt, heraus die Dinge sehen lernen, seinen „Klang“ erkennen. Es geht also bei seinem Königtum, von dem an zahlreichen Stellen der Evangelien ausgesagt wird, dass es „nahe herbei gekommen“ sei, nicht um irgendeine Herrschaft oder Macht, um irgendein herrscherliches Getue oder Großspurigkeit oder Gewalt oder eine politische „Alternative“, sondern um eine bestimmte „Stimme“, eine „phone“, eine Klangfarbe, eine bestimmte Musiksprache oder Sprachmusik, die auf einer Frequenz schwingt, die man hören lernen muss. Er kam in die Ordnungen dieser Welt hinein, um in ihrer Falschheit für die rechte Frequenz zu zeugen. Und ähnlich wie in der Erzählung von Jericho, als Posaunenschall Mauern zusammenstürzen ließ, ist es möglich, dass „seine“ Frequenz, wenn er kommt, irgendwann die Mauern dieser Herrschaften einfach einstürzen lässt. Die Jericho-Geschichte ist hochsymbolisch und hochrealistisch… Aber es ist wichtig, dass die Menschen Zeit haben, seine Frequenz zu hören.
Er aber — wir wissen es — ging an diesen irdischen Ordnungen und „kosmoi“ zugrunde. Sie brachten ihn um, um diese Stimme und diese Frequenz zum Schweigen zu bringen. Niemals also kann er eines Tages im Frequenzbereich dieses „kosmos“ seine „basileia“ aufrichten. Denn was hat das Licht mit der Finsternis zu schaffen?
Das Leben Jesu zeigt uns, so betrachtet, dass auf dieser Erde diese „malchut“ nicht sichtbar aufgerichtet werden wird und auch nicht werden kann.


XI. Schwerter zu Pflugscharen?

Die meisten Menschen, auch speziell Christen, die ich kenne, hören das nicht gerne, weil sie darin Fatalismus erkennen und „Quietismus“, Obrigkeitshörigkeit und Verantwortungslosigkeit. Viele denken, Christsein bedeute ebenso wie ein „aufgeklärtes Denken“ oder politische Verantwortung des einzelnen, dass man sich der finsteren Macht dieser Welt entgegen wirft oder wenigstens darauf hofft, dass diese Finsternis eines Tages nach einer „Apokalypse“ in ein goldenes Zeitalter übergehen werde, wo alle ihre „Schwerter zu Pflugscharen“ machen. Die Formel von den „Schwertern“, die zu „Pflugscharen“ umgeschmiedet werden, kommt im AT öfter vor (Jes 2,4; Micha 4,3), allerdings auch umgekehrt (Joel 4,10)… nämlich so, dass Pflugscharen zu Schwertern umgeschmiedet werden sollen. Das „Ende der Tage“ (sowohl bei Jesaja als auch Micha so benannt) führt alle Nationen ins Heilige Land. Zum Frieden wird es bei Jesaja und Micha erst kommen, wenn Menschen auf den Spruch des Herrn hören werden. Es gibt solche, die strömen nach Jerusalem, weil sie sich nach Wahrheit und Recht sehnen.
Dort will der Herr „versammeln, was hinkt, und zusammenführen, was versprengt ist, und alle, denen ich Böses zugefügt habe. Ich mache die Hinkenden zum (heiligen) Rest und die Schwachen zu einem mächtigen Volk. Und der Herr wird ihr König sein auf dem Berg Zion, du erhältst wieder die Herrschaft („memschalah“ = “Regierung“) wie früher, das Königtum („mamlachah“ = „Königswürde“) kommt wieder zur Tochter Jerusalem.“ (Micha 4,6ff)
Interessant ist hier, dass Martin Buber diese beiden Begriffe „memschalah“ und „mamlachah“ mit „Königschaft“ (!) und „Königsbereich“ übersetzt. Er vermeidet konsequent die gängige deutsche Fehlübersetzung von der „Herrschaft“!
Solche Stellen besagen allerdings nicht, dass die „Herrschaft“ Israels auf Erden anbrechen wird. Wer so etwas glaubt, ist ein Phantast, der nicht richtig gelesen hat: „Du erhältst wieder die Herrschaft wie früher“ habe ich eben zitiert — nur: wann hatte denn… ja wer überhaupt? Israel, die Schwachen? Zion? (alleine schon das ist sehr nebulös!) — je die „Herrschaft“? Wenn man sich die Geschichtsbücher ansieht, dann hatte Israel noch nie „die“ Herrschaft!
Und wie wir gleich sehen werden, erfüllt sich die Ankunft des Messias — nach dem Glauben der Christen — ohne eine begleitende Wiederherstellung Israels, obwohl sie ausdrücklich prophetisch vor seiner Ankunft vorhergesagt ist. Aber zunächst noch ein Hinweis auf die Umkehrung der Prophetie:

Bei Joel scheint es um ein Herbeirufen zum Endgericht zu gehen. Es gibt nämlich auch solche, die nach Jerusalem strömen, weil sie Gott den Krieg erklärt haben und ihren finsteren Kampf bis zum Ende führen wollen unter enormen Verlusten von Menschenleben. Das „Umschmieden“ von Landwirtschaftsgeräten zu Kriegsgerät kennzeichnet dabei den selbst gewählten Weg des Todes, des Bösen und der Selbstvernichtung: „Kommt, tretet die Kelter; denn sie ist voll, die Tröge fließen über. Denn ihre Bosheit ist groß.“ (Joel 4,13). Der Aufruf an alle Völker, dem Herrn unter die Augen zu treten mit ihrer Bosheit, ist sarkastisch zu verstehen: „9 Ruft den Völkern zu: Ruft einen Krieg aus! Lasst eure Kämpfer aufbrechen! Alle Krieger sollen anrücken und heraufziehen. 10 Schmiedet Schwerter aus euren Pflugscharen und Lanzen aus euren Winzermessern! Der Schwache soll sagen: Ich bin ein Kämpfer.“

Das „Umschmieden“ des Kriegsgerät zu Landwirtschaftsgeräten bedeutet umgekehrt bei Jesaja und Micha Heilung und Selbstschutz, Segen und Zukunft. Der „Schwache“ ist bei ihnen der Gerechte, der in der Finsternis dieser Welt viel leidet, bei Joel dagegen der Finstere, der sich stark wähnt, aber doch schwach ist vor Gott.
Man muss also sehr genau lesen und vor allem die visionäre literarische Form dieser Sätze beachten, die eine allzu platte Verstehensweise deshalb verbieten, weil die Vision ihrem Charakter nach etwas andeutet, das sich nicht oder noch nicht genau ausdrücken lässt. Etwas an ihr bleibt immer vage oder mehrdeutig. Bei Joel wird mit der vorherigen Ausgießung des Heiligen Geistes ein apokalyptischer Kampf im Tal Joschafat und ein anschließendes Gericht und der Weltuntergang vorhergesehen („Himmel und Erde erbeben“, V15). Himmel und Erde werden nicht bleiben, was sie sind. Wenn in V 17 gesagt wird, Gott werde auf dem berg Zion wohnen, dann ist damit nicht gesagt worden, dass es ein Berg nach den Maßen dieses Äons ist — das wäre ein voreiliger Schluss. Auch der Satz „Juda bleibt für immer bewohnt“ (V 20) bedeutet in der Vision nicht zwingend, dass in all der Vernichtung von Himmel und Erde dieser kleine Landstreifen bleibt: wie traurig wäre es, in einer Öde zu leben, in der ein kleines Fleckchen lebendig bleibt: sollte das der „neue Himmel und die neue Erde“ sein? Ich denke, man muss das so verstehen, dass die Kinder Saras das alles überleben werden, so wie Noachs Arche ein kleiner Flecken der Überlebenden sein konnte bei einem echten Weltuntergang.

Hinweise auf eine angemessene und geistliche Lesart alttestamentlicher Prophetie bietet uns die Pfingstpredigt des Petrus. Er bezieht das Geschehen, die Ausgießung des Heiligen Geistes am Schawuotfest zu Jerusalem auf das, was Joel prophezeit hat. Er zitiert nahezu wörtlich in Apg 2,17ff das ganze Kapitel Joel 3 — ich stelle beide Textversionen einander gegenüber:

„In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden prophetisch reden, eure jungen Männer werden Visionen haben und eure Alten werden Träume haben.
18 Auch über meine Knechte und Mägde werde ich von meinem Geist ausgießen in jenen Tagen und sie werden prophetisch reden.
19 Ich werde Wunder erscheinen lassen droben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde:/ Blut und Feuer und qualmenden Rauch.
20 Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der große und herrliche Tag.
21 Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“

Beim Propheten Joel heißt es:

1 Danach aber wird Folgendes geschehen: Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen.
2 Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen.
3 Ich werde wunderbare Zeichen wirken am Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen.
4 Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des HERRN kommt, der große und schreckliche Tag.
5 Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet. Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung, wie der HERR gesagt hat, und wen der HERR ruft, der wird entrinnen.

Die Abweichungen sind gering und ändern, wo man sie findet, am Sinn nichts. Nun ist dabei zweierlei von Interesse und gibt Aufschluss darüber, wie wir die alttestamentliche Prophetie recht verstehen können:
Das „Danach“, mit dem Joel seine Vision beginnt, sollte beachtet werden: vor dieser Schauung, dass Söhne und Töchter, Knechte und Mägde (!) weissagen werden und der Geist Gottes ausgegossen wird über alle, die es wollen, wird ausführlich eine Wiederherstellung des Rechtes und des „Reiches“ Israel beschrieben. Und gleich nach der Ausgießung des Geistes wird diese Zusammenkunft aller Nationen im Tal Joschafat zum Gericht geschehen.
Es ist sehr leicht zu erkennen, dass die Prophetie des Joel also Dinge auf engsten Raum zusammenzieht, die unmöglich so geschehen sein können oder noch geschehen werden. Weder hat Gott Israel vor der Ausgießung des Heiligen Geistes — vorausgesetzt, Petrus deutet die Vision richtig — eine Befriedung zuteil werden lassen, noch wurden danach die Völker buchstäblich nach Jerusalem zu einem realen Krieg geführt, der Israel unbehelligt und stabilisiert zurücklassen würde. Es ist das Gegenteil vorausgegangen und nachgefolgt! Israel wurde in der realen Geschichte davor von den Römern unterworfen und geistig total verdorben und danach vernichtet. Die Apostelgeschichte wurde nach derzeitigem Forschungsstand genau zu jener Zeit abgefasst, zu der der Tempel zerstört wurde und die Juden aus ihrem Land vertrieben wurden (um 70 n. Chr.).
Vorausgesetzt, die im 4. Jh kanonisierte Apostelgeschichte ist nicht manipuliert oder „korrigiert“ worden (denn wir haben ja keine Autografen und keine frühen Abschriften!), ist erkennbar, dass weder Petrus noch Lukas ein einfaches oder vulgäres, „irdisches“ Verständnis von diesem „Reich“ gehabt haben können. Petrus erkennt im Geschehen die Ausgießung des Heiligen Geistes, aber das, was die Schrift eine „Wiederherstellung des Reiches“ nannte, ist definitiv und historisch-faktisch eine Vernichtung dessen, was man gemeinhin unter diesem „Reich“ versteht und verstand.
Real ist die Begabung mit dem Geist Gottes, irreal dagegen jegliche Vorstellung von einer irdischen „Herrschaft“ Gottes in diesem Äon.


XII. Theodizee

Es gibt kaum eine quälendere Frage vieler Menschen, warum Gott nicht in eben diesem gewalttätig-patriarchalischen Sinne herrscht (!), sondern all das Böse zulässt, warum er ohnmächtig erscheint wie eine Frau oder womöglich sogar all dieser Bosheit sogar zustimmt. Schon in alter Zeit kamen daher Philosophen auf die Idee, dass es zwei Gottgestalten gebe — den „bösen“ Demiurgen, den Schöpfer, Gesetzeserfinder und ungerechten Richter, der uns unter seinen Fehlkonstruktionen leiden lässt und daneben einen guten, liebenden, erbarmungswilligen Gott, der der Vater Jesu sei und den Demiurgen weder kennt noch als ihm ähnlich erkennt. So oder so ähnlich dachten zB Markion (2. Jh), aber auch weite Teile gnostischer und spätantiker Strömungen. Diese Vorstellungen werden bis heute in esoterischen Religionen und Sekten gepflegt. Sie leiden an ihrem Maskulinismus und verkennen darum das Wesen Gottes. Dennoch ist die Frage, die sie stellen, ja nicht unberechtigt — nur falsch beantwortet.
In der Logik sehr vieler Menschen ist diese Frage, warum Gott all das Böse zulässt und das Gute sogar dafür opfert, warum er nicht „männlich“ und „mit Gewalt“ eingreift, ein ernsthafter Grund, nicht an ihn zu glauben. Ich denke, jeder einigermaßen nachdenkliche Mensch, der schon mit vielen anderen gesprochen hat, wird mir das bestätigen, aber auch dies, dass jeder Versuch, diese Frage zu beantworten, für solche Fragenden zynisch ist und bleibt.
Aber immer scheint in der Frage auf, dass der Mensch seine eigene Freiheit weder kennt noch ernst nimmt. Als frei Geschaffenem kann ihm Gott nicht, wenn er wirklich Gott ist, einfach autoritär einen guten „kosmos“ („politische Weltordnung“) schaffen. Andererseits kann der Mensch in seiner erworbenen Schwäche sie auch nicht schaffen. Ich habe inzwischen die Erkenntnis, dass Gott uns sanft hinführen will und deshalb auch so lange verzieht. Er angelt uns aus dem Chaoswasser, er, der der wahre Menschenfischer ist, und setzt uns in frisches Wasser.
In der Schnittstelle, die nur einen Hauch, ein Nadelöhr an Entrinnen ermöglicht hat, erscheint der Messias — nur er konnte das Dilemma lösen, ohne alles zu gefährden. Nur in der Bereitschaft, ihm in seiner Ohnmacht zu folgen, wird man in die „malchut“ hinübergerettet werden können.
Die Frage nach der Rechtfertigung Gottes ist im Grunde infantil, offenbart den blinden, narzisstischen und doch selbsthassenden Charakter dessen, der sie stellt, aber wer von uns könnte von sich sagen, dass er nicht diese Infantilität vor Gott schon ausgesprochen hätte? Ich nicht — ich habe so oft schon diese Frage gestellt, aber ich habe auch den Eindruck, dass Gott sie mir nach und nach beantwortet.

Die Visionen eines „wiederhergestellten“ Israel müssen vor dem Hintergrund der realen Geschichte Israels verstanden werden: Israel war noch nie „hergestellt“, sondern ein Konstrukt maximaler Instabilität, das aber gewissermaßen lebendiger Träger einer Verheißung sein sollte, die noch nicht erfüllt ist und über Israel hinausgeht — weit hinaus! Dieses Volk ergab sich immer der Abgötterei, von wenigen Zwischenjahren abgesehen, in denen man kurz damit innehielt. Es war immer von innen und außen her geistig angefochten und physisch verwundet durch Nachbarvölker. Es war immer in sich gespalten, auch unter David, der nur mit Mühe regieren konnte und auch von innen, zB von seinem Sohn Abschalom, angegriffen wurde. Mit Salomo zerbrach das Reich in zwei Teile und blieb seither zerbrochen bis zum heutigen Tag. Niemand weiß, wo genau eigentlich die 10 Stämme abgeblieben sind und wer ihre Nachfahren sind, und auch die Bundeslade ging schon in der Zeit des AT verloren und wurde bis heute — zumindest offiziell — nicht wiedergefunden. Es ist eine Zeit der inneren und äußeren Fäulnis, in der aber dennoch Gott stritt und immer wieder Menschen berief — einzelne.
Was also soll da „wiederhergestellt“ werden? Das alte Chaos, das diese Geschichte real zeichnet?
Wer es nicht glauben will, sollte einmal das Alte Testament lesen. Er oder sie wird sofort verstehen, was ich meine. Da gibt es nichts „wiederherzustellen“, was so etwas wie eine „malchut“ gewesen wäre.
Die eigentliche „malchut“ muss überhaupt erstmalig hergestellt werden, aber sie wird angesichts des Erlösers für alle Welt kaum auf Israel beschränkt bleiben können. Jesus hat das zunächst auch nicht gesehen. Bekannt sind die Stellen, an denen er sagt, er sei nur für das Haus Israel gekommen, dann aber doch auf das ausdrückliche Bitten von Heiden, interessanterweise zuerst vertreten wieder durch eine Frau („syrophönizische Frau“) offenbar von oben oder innen angewiesen wird, sich ihnen doch zuzuwenden (vgl. Mt 15,21ff). Hier bricht bereits erkennbar die Abkapselung der Heilsträgerschaft Israels auf. Diese wesentliche Erkenntnis manifestiert sich dann ausdrücklich und nicht mehr aufzuhalten zuerst in der Mission des Philippus, in der er im Geist zu dem Reisewagen eines Äthiopiers geführt wird, um seinem Verlangen, eine geheimnisvolle Jesaja-Schriftstelle über das Lamm Gottes zu verstehen, entgegenzukommen. Der Äthiopier, ein hoher Beamter der Königin Äthiopiens, ist der erste heidnische Mann, der getauft wird. Der zweite folgt nach einer Vision des Petrus, in der Gott ihm klarmacht, dass alle Heiden mit angesprochen sind für diese „Wiederherstellung“. Petrus tauft daraufhin den Kornelius und sein ganzes Haus. Die parallele Manifestation dieser Erkenntnis vollzieht sich in Paulus, der später „Völkerapostel“ genannt wurde. Wenn also überhaupt von einer im Wortsinn verstandenen „Wiederherstellung“ geredet werden kann, kann sie nicht das noch nie hergestellte Israel meinen, sondern wahrscheinlich die einst hergestellte, gute Menschheit und Schöpfung im Garten Eden.
Die Wort Jesu vom „Reich“, das „nicht von diesem kosmos“ ist, macht eindeutig klar, dass es in diesem „kosmos“ dieses Reich nicht als Manifestation in dessen begrifflichen Kategorien geben kann, auch nicht in Israel. Jesus antwortet dementsprechend den Pharisäern auf die Frage, wann das „Reich Gottes“ komme, mit folgender Antwort:

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sehen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

In Mt 12,28 sagt Jesus ihnen, das „Reich Gottes“ sei gekommen, weil er durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe. Das ist nun sehr interessant: Diese Austreibung der Dämonen, ohne einen Pakt mit dem Teufel einzugehen (das werfen ihm die Juden nämlich vor, dass er den Teufel durch Beelzebub austreibe!), ist die beginnende „malchut“. Es ist gewissermaßen eine „Rückeroberung“ eines verloren gegangenen Eigentums, eine echte „reconquista“. In den Gleichnissen vom „Himmelreich“ wird daher sehr häufig dieses „Reich“ wie ein Fundstück, wie ein verborgener Schatz beschrieben. In den Worten Jesu schimmert aber auch das auf, was ich bereits zuvor ausgeführt hatte: die „exousia“ des Staates und der Gewaltigen ist von Gott zugelassen oder sogar „verliehen“, aber wir wissen aus dem Buch Job, dass Gott dem Satan tatsächlich Vollmacht über Menschen gegeben hat, sogar über den, der am meisten gerecht war. Wenn man die Worte Jesu einmal vor diesem Hintergrund versteht, bekommen sie einen ganz neuen Sinn:

„Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht zugrunde, und keine Stadt und keine Familie, die in sich gespalten ist, wird Bestand haben. Wenn also der Satan den Satan austreibt, dann liegt der Satan mit sich selbst im Streit. Wie kann sein Reich dann Bestand haben?“ (Mt 12, 25bff)

Diese Worte beschreiben doch sehr trefflich meine Deutung  dieser „exousia“ der „Archonten“ in Röm 13: Gott bevollmächtigt Böse, um das Böse einzudämmen, damit das Reich des Bösen gespalten und geschwächt bleibt. Die Zeit der „Gesetzlosigkeit“ aber ist eine Zeit, in der die „exousia“ das Böse immer weniger bekämpft und stattdessen das Gute verfolgt. Eine Aussicht darauf, dass die Welt ohne „exousia“ sich selbst befriedet, besteht allerdings in diesem Äon auch nicht wirklich, wie das Richterbuch zeigt, obwohl eine herrschaftsfreie Welt das wäre, was Gott eigentlich wollte.
Der Kulminationspunkt dieser ironischen „exousia“ wird am Ende erreicht, wo es heißt, es sei dem „Tier“ erlaubt, gegen die Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen (Apk 13,7).

Es ist aber diese herrschaftsfreie Welt, die auch im Garten Eden vorlag, dann die kommende „malchut“, und deswegen sagt Jesus unermüdlich und an vielen Stellen, dass das, was in der Kategorie einer irdischen „exousia“ gilt, in dieser noch verborgenen „malchut“ auf gar keinen Fall gelten soll. Es ist die Tragödie der Kirche, dass sie das so sehr veruntreut hat und wird vielleicht in der Ankündigung der großen „apostasia“ ausgesprochen.

Es ist einigermaßen eigentümlich, wenn nun Unitarier diese Tatsachen in den Schatten rücken, um erneut ein politisches, irdisch gedachtes „Königreich“ zu propagieren, das sie sich — entgegen dem Schriftwort — nicht auf einer wirklich ganz und gar neuen Erde und einem neuen Himmel vorstellen, sondern in dieser Welt. So, wie sie das „Gott ist einer“ zu einem irdischen Rechenexempel machen (im Grunde nicht anders motiviert als die Trinitarier), unterwerfen sie die kommende „malchut“ ihrem Vorstellungsvermögen, das sich der Ungreifbarkeit des Visionären verweigert und es — wahrscheinlich unbewusst — in materialistische Kategorien auflösen will.
Es hat seinen tiefen Grund, dass die Unitarier der Vergangenheit, wie Sir Isaac Newton, entweder eine Affinität zum Okkultismus und zur Kabbala hatten oder zum Rationalismus und Materialismus oder sogar gleich beidem zusammen. Es waren stolze Männer. Sie alle weichen dem Zeugnis der Schrift aus, dass die „Weisheit dieser Welt“ nicht dasselbe ist wie die göttliche „Chochma“ (griech. „sophia“, lat. „sapientia“). Der mentale Unterschied zwischen Trinitariern und Unitariern ist daher aus mS nur marginal, denn sie fußen auf denselben falschen, vernünftelnden und im letzten Ende materialistischen Verständnisweisen von dem, was die Schrift „Geist Gottes“ nennt. Wir sollen zwar nicht vernunftlos denken oder handeln, aber dennoch ist Gottes Geist und was er plant „höher als alle unsere Vernunft“.
Es ist symbolhaft, dass genau die Kirche in Konstantinopel, die Trinitarier der „Heiligen Weisheit“ widmeten (man muss sich allerdings die blutigen Umstände ansehen, die zu ihrem Bau führten!), die „Hagia Sofia“, von islamischen Unitariern erobert und umgewidmet wurde: so fand zusammen, was geistig zusammengehört. Der Hochmut des Menschen, der Weltweisheit nicht zu trennen wusste von der Weisheit Gottes, die in diesem Äon als Torheit gilt, ist ein und dieselbe Wurzel verwirrender Lehren und Lehrmeinungen.

Ich möchte deshalb als Christenmensch an einem festhalten: dieser Jesus ist das „vollkommene Abbild des Vaters“.
Der Vater aber ist in einem unzugänglichen Licht, und wehe dem, der meint darüber fachsimpeln zu können, wie er „gebaut“ ist.
An diesem gewaltlosen und sündlosen Jesus wurde offenbar, wer dieser Gott ist, und ich werde mein Leben lang dazu brauchen, aus der Verhaftetheit in die Denkweisen dieser Welt und dieses geschwächten Leibes herausgelöst zu werden. Und weil Gott wirklich die Liebe ist, tut er das sorgsam, behutsam und so, dass ich es überleben kann. Er allein ist gut. Ich hoffe, selbst nicht abzudriften. Wir sind zur Freiheit geboren und doch arme Irrende.

Kommentare:

  1. >>>>alter Zeit kamen daher Philosophen auf die Idee, dass es zwei Gottgestalten gebe — den „bösen“ Demiurgen, den Schöpfer, Gesetzeserfinder und ungerechten Richter, der uns unter seinen Fehlkonstruktionen leiden lässt und daneben einen guten, liebenden, erbarmungswilligen Gott, der der Vater Jesu sei und den Demiurgen weder kennt noch als ihm ähnlich erkennt. So oder so ähnlich dachten zB Markion (2. Jh), aber auch weite Teile gnostischer und spätantiker Strömungen. Diese Vorstellungen werden bis heute in esoterischen Religionen und Sekten gepflegt. Sie leiden an ihrem Maskulinismus und verkennen darum das Wesen Gottes. Dennoch ist die Frage, die sie stellen, ja nicht unberechtigt — nur falsch beantwortet.<<<<

    Das waren eben Gnostiker, und keine Philosophen wie Platon. Bei ihm sind der gute Schöpfergott und der Demiurg wie in der Bibel noch einer, siehe auch die beiden Gottesnamen Elohim (zu dem Jesus Christus als gütiger Vater "abba" und Schöpfer ELI am Kreuz ruft) und JHWH als Jahwe (nicht ursprünglich Jehova, wie die sogenannten "Zeugen Jehovas" gerne behaupten, die zudem noch entgegen dem Neuen Testament der Bibel das Kreuz als christliches Glaubenssymbol ablehnen - dabei steht dort "Wer nicht mein Kreuz (auf sich) nimmt und mir (nicht) nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein!" - so spricht Jesus Christus im Neuen Testament der Bibel - die selbsternannten "Zeugen Jehovas" können demnach also wohl keine Jünger Christi und demnach keine Christen sein. Denn sie verleugnen das Kreuz Jesu Christi und lehnen es der Bibel widersprechend ab. Fälschlicherweise. Ebenso verleugnen sie die Göttlichkeit Jesu Christi und die Personalität des Heiligen Geistes als Geist Gottes und "Geist der Weisheit und Offenbarung", die schon in der Genesis in personaler Wortform steht - "Der Geist Gottes brütete über dem Wasser", in weibliche hebräischer und personaler Wortform als Person handelnd, und zudem noch mit dem Gottesnamen Elohim dort stehend - als ein Gott aber dennoch auch im Plural - siehe auch die Tatsache, dass Jesus Christus aus der griechischsprachigen Septuaginta Bibel und mindestens einmal auch aus den Apokryphen des Alten Testamentes zitierte, siehe "Weisheitsliteratur" und die "Weisheits Salomos" und auch die Verwendung des Logos-Begriffes schon dort und der "Sophia" als personifizierter weiblicher Weisheit Gottes in griechischer Sprache, hebräisch "chakhema" oder auch "chokhma" und im Neuen Testament eben der "Geist der Weisheit und Offenbarung" und die Sonnnenfrau der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse, nach deren Vorbild und Abbild sich auch zahlreiche Marien-Erscheinungen zeigten, die deshalb auch als Abbild und Abglanz des "Geistes der Weisheit und Offenbarung" gesehen werden kann - und somit als Abbild und Abglanz des Heiligen Geistes als Geist Gottes, welchem immer schon auch die Weisheit als eine Eigenschaft zugeordnet wurde, die dieser auch verleihen kann - die göttliche Weisheit eben )

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    1. Ihre Unterscheidung zwischen "Gnostikern" und "Philosophen" ist etwas künstlich, zumal selbst Paulus nicht vor einer "Gnosis" (Erkenntnis) warnt, sondern vor der "eitlen Philosophie" (Kol 2,8).

      Bei dieser Paulusstelle ist Philosophie oder Gnosis nicht an sich selbst schlecht, sondern dann, wenn sie sich auf die Traditionen in der Welt und der Menschen stützt. Lesen Sie die Stelle nur ganz!

      Wenn Sie also immer wieder diese Weltweisheit verwechseln mit der göttlichen Chochma (so spricht man das richtig aus), dann ist das aus mS sehr problematisch.
      Ausdrücklich wird uns immer wieder gesagt, dass es zwei Arten der Weisheit gibt - die, die von unten kommt und die, die von oben kommt. In der Gestalt Salomos bricht sich dies. Diese Weisheit drückt sich in den natürlichen Begabungen aus bzw kommt durch das Mittel der natürlichen Begabungen zum Vorschein, stammt aber nicht aus ihnen. Salomo war natürlich hochbegabt - am Ende wendete er diese Weisheitsfähigkeit ins Böse. Aber er hörte deshalb nicht auf, weise zu sein - genau diese Tragik und Problematik verkennen Sie mE geradezu fatal. Weisheit an sich ist nutzlos. So wie Tapferkeit an sich selbst nutzlos ist. So ist auch in der Argumentation des Paulus nicht schon der bloße Glaubenskampf gut - er kann auch dem Bösen dienen. "Es sei denn man hat recht gekämpft" - das ist die Devise.
      Wenn es heißt, dass der Geist Gottes (ruach elohim) über den Wassern schwebte, Buber übersetzte das sehr treffend mit "Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser", heißt das nicht, dass der oder besser: die ruach eine eigenständige Person ist. Das ist doch Unsinn, pardon. Aber es heißt auch anderswo, der "Zorn Gottes" läge auf jemandem oder etwas. Ist der Zorn deshalb eine eigenständige göttliche Person? ich bitte Sie: natürlich nicht. Ebenso ist auch die "Hand Gottes" keine eigene Person, ebenso nicht der "Weg Gottes", auch die "Gedanken Gottes" sind es nicht. Und wenn man sagt, man spüre an einem Ort den Geist eines Menschen (zB eines Gründers eines Werkes), dann meinen wir damit auch nicht, dass der Geist des Gründers etwas Eigenständiges neben ihm ist. Ich glaube viel eher, dass die Betonung des "ruach" die Bewegung Gottes ankündigt und ausweist - ganz im Gegensatz zum philosophischen "unbewegten Beweger". Dieser Gott ist "unterwegs", auch bei den menschen, und dies direkt - so muss man das deuten.

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  2. "Rachaf" heißt eigentlich nicht "brüten" - das ist eine sehr "gewollte" Lesart. Es heißt durchweg "schweben" oder eben in einer "Geistbewegung" begriffen sein. Alle Verbindungen mit diesem Wortstamm meinen nicht "brüten", sondern ein echtes "Schweben" (etwa in "Schwebebahn" etc.). Es meint die Leichtigkeit des Geistes bzw sogar eines Luftkörpers.

    Ich wäre da vorsichtig. Ob Gott da irgendetwas ausgebrütet hat wie eine Henne - finde ich ungehörig, über so etwas zu reden. Dass die Frau volles Ebenbild Gottes ist, wie die Genesis bezeugt, darf uns nicht dazu verleiten, nun in einer so plumpen Weise "weibliche" Göttlichkeit zeichnen zu wollen. Nicht von der Frau her kann man auf Gott schcließen (auch nicht vom Mann her), sondern von der Gotteserkenntnis her auf die Frau (bzw den Mann). Sie schließen "von unten nach oben". Ich halte das für falsch, denn der "natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes" (1. Kor 2, 12ff).
    Was in der Welt als "Weisheit" vorhanden ist, hat mit diesem Geist Gottes nichts zu tun. Es ist einfach die natürliche Weisheit, und die kann durch dämonischen Einfluss sogar sehr tief reichen. man sollte das unter keinen Umständen mit dem vermischen wollen, was kein "natürlicher Mensch" erreichen kann.

    Es ist üblich, zwischen "weißer" und "schwarzer Magie" zu unterscheiden. Das ist sehr gefährlich. Natürlich kann man mithilfe der natürlichen Erkenntnisfähigkeit vieles erkennen und es ist keineswegs schlecht oder falsch. Gott aber hat man damit noch längst nicht erkannt. Man erkennt sich selbst und die Welt - wenn es überhaupt so weit kommt. Und meist verstrickt man sich in die eigenen eitlen Gedankenkonstrukte, die mit der Realität (was immer das ist) nichts zu tun haben, aber oft die Kraft haben, für eine Zeit sogar Realität zu "schaffen", bis sie zusammenbrechen unter ihrer Nichtigkeit, die eines Tages eben doch erkennbar wird.

    Versuchen Sie es doch mal mit meiner Lesart: dass so viel von diesem Heiligen Geist die Rede ist, meint nichts anderes als einen Widerspruch zur Philosophie: unser Gott schafft und ist dabei bewegt! Er ist bewegt und er bewegt auch die Herzen. Das ist nicht männlich und nicht weiblich, wenngleich es tatsächlich auch in der Schöpfung die Erschaffung der Frau ist, die den Mann erst "bewegt" und zum mann macht, aber das alles ist unnützer Kram. Denn beide sind wir nur bewegt, weil Gott uns bewegt.

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  3. >>>>alter Zeit kamen daher Philosophen auf die Idee, dass es zwei Gottgestalten gebe — den „bösen“ Demiurgen, den Schöpfer, Gesetzeserfinder und ungerechten Richter, der uns unter seinen Fehlkonstruktionen leiden lässt und daneben einen guten, liebenden, erbarmungswilligen Gott, der der Vater Jesu sei und den Demiurgen weder kennt noch als ihm ähnlich erkennt. So oder so ähnlich dachten zB Markion (2. Jh), aber auch weite Teile gnostischer und spätantiker Strömungen. Diese Vorstellungen werden bis heute in esoterischen Religionen und Sekten gepflegt. Sie leiden an ihrem Maskulinismus und verkennen darum das Wesen Gottes. Dennoch ist die Frage, die sie stellen, ja nicht unberechtigt — nur falsch beantwortet.<<<<<<

    1) Es gibt so etwas wie einen "bösen Gott". Den gefallenen Engel Luzifer bzw. Satan und seine Teufel und Dämonen. Im Alten Testament der Baal-Hammon bzw. Moloch bzw. Melkarth als der Stadtgott von Tyros bzw. Tyrus.
    Neid und Missgunst und Bosheit und Bösartigkeit und Böswilligkeit sind seine Eigenschaften, er ist ein Lügner und Menschenmörder und Verführer. Er arbeitet gerne mit Ressentiments als Hass- und Neidgefühlen und Hass und Stolz und Dummheit und Gier und Geilheit und Egoismus und Egozentrik und Egomanie und Unvernunft und Irrationalität und Vorurteile und Hochmut und Arroganz und Grausamkeit und Süchten und Unlogik und Manipulation. Die koptischen Kirchenväter in Ägypten bzw. die Kopten setzten auch den ägyptischen Gott Seth als Tyrann und Unterdrücker und Ausbeuter und Ankläger und Verdreher der Wahrheit und Gott des Bösen und des Chaos und der Zerstörung und des Feuers und der Dunkelheit und der destruktiven Wüstensonne und der Wüste mit dem Teufel bzw. einem der Teufel als Unterführer und Höllenfürsten des Höllenherren Satan gleich. Siehe dazu eventuell auch James DeMeos "Saharasia-These" und Prof. Bernd Senf nach Wilhelm Reich und Prof. Margrit Kennedy (R.I.P.) und Prof. Wolfgang Berger als Freiwirt und Ökonom und Philosoph und die christliche Psychologin Christa Meves. http://www.berndsenf.de Die gesamte postmoderne neoliberale globalistische westliche Welt ist heute massiv entwurzelt und schlecht geerdet und Medien-Manipuliert und energetisch-psychisch blockiert.

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    1. ...nur ist der Teufel nicht der Demiurg, weil der Demiurg mit dem Schöpfergott und dem JHWH-Gott identifiziert wird, etwa bei Markion u.a. anderen.

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  4. Es gibt aber durchaus auch weibliche Dämonen und negative dämonische Ausdrucksformen des Weiblichen, siehe etwa die Kindermörderin und betrügerische Hure Lilith (welche schon bei den Sumerern als dämonische "Göttin" bzw. Dämon galt). Die extremen Abtreibungszahlen heute weisen auf ihre Aktivität hin, auch die Sexsucht und Sexbesessenheit und notorische Untreue in der westlichen Welt und die postmodern-medienmanipulierte und chaotisch-destruktive und ausnutzende Weltsicht und Lebenseinstellung vieler westlicher Frauen der Postmoderne als entwurzelnder und manipulativer Zeitgeist und Ideologie des neoliberalen Globalismus mit Medien-Manipulation durch NLP bzw. Neurolinguistisches Programmieren und Dekonstruktivismus als postmoderne Rabulistik und Sophistik. Siehe auch den Sozialneid und die Mißgunst und den Konkurrenzneid und Handelsneid und die ausbeuterische sozialdarwinistische und raubtierkapitalistische Konkurrenz-Denkweise und Konkurrenzdenken und Skrupellosigkeit mit Egoismus und Egozentrik und Egomanie und geistigen Störungen usw.
    Ahrimanische und luziferische Einflüsse auch nach der Sichtweise und Interpretation Rudolf Steiners finden sich heute überall in der westlichen Welt, siehe auch die Geheimpolitik-Website von Dieter Rüggeberg dazu und
    unsere Ghettho-Gangster und Gangster-Rapper und Porno-Medien-Kultur, dekadent und degeneriert bis hin zu Euthanasie und Eugenik und Infantizid und Pädophilie und Satanismus und Kriminalität und Korruption.
    Extremer Neid herrscht auch in Afrika, extremer Hass und Irrationalität bis hin zur Verwandten-Ehe mit Inzest und Inzucht und genetischer Degeneration schon seit zahllosen Generationen und aggressiver Fanatismus.
    Bei den Ägyptern gab es auch den Unterweltdrachen Apophis - bei den Germanen Nidhögg geheißen - der Neiddrache der Mißgunst und Bosheit und des Chaos und des Bösen, absolut destruktiv und echt schwarzmagisch usw. In der Tat hat der extreme Neid gerade auch in Schwarzafrika mit dort praktizierter schwarzer Magie zu tun. Hexerei - wobei es aber auch harmlose Formen etwa des Voodo als Naturreligion und Ahnenkult und Polytheismus bzw. Heidentum gibt. Die Frage ist immer, ob es den spirituellen Gesetzen und universellen Gesetzmäßigkeiten des Logos als "Weltseele" und "Weltvernunft" und universelles Weltgesetz und allgemeiner göttlicher Schöpfungsordnung des Kosmos entspricht.

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    1. Was die Sumerer glaubten, ist für die Christen nicht relevant - die Bibel kennt weder eine Lilith mit den roten Haaren, die kleine Jungs frisst und nachts Männer mit ihren Haaren verführt und vor allem eine dem Mann nicht-unterwürfige Frau ist noch eine spezifisch weibliche Dämonie - im Gegenteil:
      Sie sollten die Genesis ernstnehmen: Gott setzt ausdrücklich die Feindschaft zwischen Frau und Schlange. Es liegt eine tiefe Tragik drin, dass der Mann im Machtwahn glaubte, der Erste sein zu müssen und sich damit das Urteil selbst gesprochen hat.
      Vorsicht!

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    2. Nun ja, auch bei den Juden galt und gilt Lilith als kindermörderische und betrügerische Dämonin und Lügnerin. Siehe aber auch die große Hure Babylon in der Johannes-Offenbarung bzw. Apokalypse des Johannes. Viele heutige westliche Frauen sind postmodern entwurzelte und medienmanipulierte Wander-Pokale, die ständig von einem Mann zum anderen ruhelos weiterwandern ohne jemals Ruhe zu finden.
      Dabei schlecht geerdet und deswegen psychisch labil und von psychischen Krankheiten geplagt usw.
      Etliche sind auch ernsthaft bösartig geworden, ständig am lügen und betrügen und intrigieren und mobben und ausnutzen. Egoistisch und egoman und egozentrisch, ganz besonders im postmodernen neoliberalen verwestlichen und amerikanisierten Deutschland mit seiner Ghettho-Gangster und Gangster-Rapper und Porno-Kultur und Onanie-Gesellschaft und Sexsucht und seinem Nihilismus und Medien- Gesellschaft und Sozialdarwinismus des neoliberalen Globalismus und Rabulistik und Sophistik usw.
      Ständig schnippisch, ständig zickig, ständig patzig und aggressiv und destruktiv im Sozialverhalten.
      Die Herrschaft des Mannes über die Frau war auch schon nach Meinung der frühen Kirchenväter eine Folge des Sündenfalles, des spirituellen Sturzes der Menschheit in das dualistische Denken und das dualistische Bewußtsein und die durch die Sünde verdorbene diesseitige materielle und vom Satan als "Fürst dieser Welt" mitbeherrschte Welt. Christus aber ist ihr König und neuer Adam und himmlischer Adam und himmlischer Herrscher "Pantokrator" und Anthropos, und Maria ist die neue Eva und imho ein Abbild und Abglanz des "Geistes der Weisheit und Offenbarung" bzw. der Sophia und der Sonnenfrau der Johannes-Offenbarung und Johannes-Apokalypse als weiblicher Erscheinungsform des schon in der Genesis im Alten Testament in weiblicher personaler hebräischer Wortform stehenden "Geistes Gottes" (der dort wortwörtlich "über dem Wasser brütet", wie ein weiblicher Vogel, eine Henne etwa oder auch die Taube im NT, als die der Heilige Geist bei der Taufe im Jordan herabkommt) als Heiliger Geist. Zahlreiche Marien-Erscheinungen zeigten sich bis hin zu Details wie dem blauen Mantel und den Sternen über dem Haupt nach dem Abbild der Sonnenfrau der Johannes-Apokalypse bzw. Johannes-Offenbarung, siehe auch die mystische theologische "Sophiologie" der russisch-orthodoxen Kirche Russlands zur Sophia usw.

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    3. Ins späte Judentum sind allerlei heidnische Vorstellungen eingedrungen, die sich aber in seinem alten Befund nicht auffinden lassen - das ist also kein Argument. V.a. in der Zeit des Hellenismus ist der Glaube Israels mehrfach transformiert worden.

      Ihre Tiraden gegen die Frau sind nicht nur dumm, sondern auch unverschämt. Zu den "Wanderpokalen" gehören "Rundumspritzer" (alleine lässt sichs schlöecht "wandern"), deren seelische Verfassung auch nicht stabiler ist, und die Intriganz reiner Männerherrschaften, die wie in der Kirche total sexualisiert und zugleich sexuell verlogen und verbogen sind, ist eines der traurigsten Kapitel der Menschheitsgeschichte - keine Sorge: das klappt ganz ohne Lilith und ohne auch nur eine einzige Frau im Spiel. Über destruktives Sozialverhalten müssen wir uns nach Jahrtausenden von Kriegen und Machtkämpfen, an denen Frauen keinen großen Anteil hatten, wohl auch nicht unterhalten.

      Würde mir ein etwas gehobeneres Diskursniveau wünschen.

      Ihre "Hennen"-Metaphorik ist zumindest am Text beobachtet etwas zwanghaft, sie wiederholen das unermüdlich, allerdings ohne bessere Argumente. Die "Ruach" wird nicht als Henne gezeichnet, das "Schweben" über den wassern bedeutet nicht "Brüten", bitte etwas mehr sprachliche Differenziertheit, und der Heilige Geist schwebt ebenfalls und brütet nicht bei der Taufe im Jordan - "wie eine" Taube, sagt der Evangelist. es ist ein Bild, aber hnsichtlich des Herabschwebens, nicht eines imaginierten Brütens.
      Die Verklammerung des Weiblichen mit dem "Ausbrüten" ist keine biblische Sicht.
      Die marienerscheinungen sind wiederum nicht Bibelbefund, sondern kommen aus der Psychologie des Volkes, das gerade unter Katholiken gerade eher nicht biblisch inspiriert ist.
      Es ist mir so zu verworren und undifferenziert, das sagte ich Ihnen schon oft.

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    4. Im Alten Testament wird sehr deutlich auch vor den negativen Seiten und Zügen der Frauen gewarnt bzw. werden diese nüchtern und illusionslos realistisch beschrieben, ohne jede Naivität und Schönfärberei.
      Und es wird gesagt, dass man Hexen nicht am Leben lassen soll. Schadenszauberinnen und Flüche stellten durchaus eine echte Gefahr da. Weibliche dämonische Formen wie der Succubus und weibliche verführerische Götzendienerinnen auch. Nicht umsonst gab es zu Jesu Christi Zeiten auch Frauen, die von unreinen Geistern und Dämonen besessen waren. Natürlich auch Männer, beide Geschlechter eben.
      Eventuell interessieren sie ja auch die Texte von Frau Samirah Kenawi auf ihrer Website bzw. ihrem Internetauftritt als freie Online Texte - etwa zur Genesis und Bibel und Adam und Eva und Paradies.
      In der Tat aus einer in gewisser Weise feministischen Sicht, aber durchaus eine mögliche Deutung.

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    5. das ist eine sehr ungenaue und pauschale Aussage - im AT werden Frauen zunächst gar nicht negativ gezeichnet. Erst unter helleistischem Einfluss, also sehr spät geschieht das. Die entsprechenden Stellen finden Sie in Jesus Sirach.
      Davor werden selbst Huren als positive Gestalten gezeichnet, zB Rahab.
      Auch die Behauptung, es sei ein Schwerpunkt des Götzendienstes bei Frauen, sollte durch eine genauere Lektüre überprüft werden: Der Götzendienst kommt durchweg als vpm Mann forciert und priesterlich getragen vor. Frauen haben akklamierende Funktionen, etwa durch das Backen von Opferkuchen für die Astarten etc.
      Elia lässt massenhaft Baalspriester um regen herumtanzen und tötet sie am Schluss - da war ganz sicher keine Frau drunter.
      Es heißt aber, die Königin Isebel habe sie alle ins Land geholt. Ebenso wie Salomos maskuiner Wanderpokalismus auch heidnische Frauen in seinen Harem führt, denener ihre Kulte zugesteht und sich am Ende mit ihnen vermischt und der Begründer des megahexentums wird: der Vermischung der Weisheit der Welt mit der Weisheit Gottes. So wurde ein Mann der schlimmste Hexenmeister der Erde, auf den sich noch heute Freimaurer und Gnostiker gründen!
      Das Torahgebot zur Tötung von Hexen ("m'chaschewah") meint Zauberinnen. Es will allerdings nicht behaupten, dass nur Frauen Zauberer sind. Alleine der Rest vom Buch Exodus, v.a. am Anfang schildert uns ganze Bataillone an männlichen zauberern im Umkreis des Pharaos.

      Im Gegenteil aber zeichnet das AT Frauen im allgemeinen viel positiver als Männer - die widerlichsten, verhurtesten , ungerechtesten, gierigsten und mörderischsten Gesellen werden uns vorgeführt und nur wenige tun, was dem Herrn gefällt. Dagegen werden nur sehr wenige Frauen negativ gezeichnet. Isebel ist sogar eine echte Ausnahme, die allerdings einen dieser Widerlinge zum Mann hat... fast durchweg sind Frauen groß und Heilsträgerinnen. Das wurde sogar in der Kirche sehr wohl erkannt. Wenn Sie die Gnadenkapelle in Beuron ansehen, finden Sie dort ein Denkmal dieser Frauen des AT.
      Weiter wird auch die Erotik der Frau sogar spirituell gedeutet im Hohenlied und das Lob der tüchtigen Hausherrin wird in den Schriftwerken ausführlich ausgesprochen.
      Die Erscheinung Jesu geschieht fast unbeachtet und ist zunächst einseitig der Frau in die Hand gegeben. Gerade seine fragilste Gestalt übergab Gott dem Schutz der Frauen.das dürfte bis heute so sein.
      Die Besessenheit vieler Menschen ist im NT häufiger bei Männern erwähnt - ich habe das mal durchgezählt. Aber das ist nicht relevant. Der Christus kam in tiefster Nacht der Menschheit - darum geht es.
      Es bleibt, was Gen3 schreibt: es war Gott selbst, der die Frau in direkte Feindschaft zur Schlange setzte.
      Und es gehört in die satanische Feindschaft zur Frau, ihr genau diese gottverfügte Rolle abzusprechen. Klug ist, wer davon ablässt.

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    6. >>>das ist eine sehr ungenaue und pauschale Aussage - im AT werden Frauen zunächst gar nicht negativ gezeichnet. Erst unter helleistischem Einfluss, also sehr spät geschieht das. Die entsprechenden Stellen finden Sie in Jesus Sirach.<<<<

      Nun ja, man muß bei der ganzen Sache in der Tat etwas mehr differenzieren und unterscheiden. Doch selbst Sarah, die Frau des Abraham, drängte ihn dazu sich zur ägyptischen Magd Hagar zu legen, und der Streit und die Eifersucht und Mißgunst die unter den beiden Frauen als die zwei Frauen Abrahams aufkam begründete dann die Rivalität zwischen Israeliten und Ismaeliten wegen der beiden Söhne Isaak und Ismael. Rangstreitigkeiten und Machtkämpfe auch schon hier unter den Frauen, und Kampf um das Erbe Abrahams und seine Nachfolge. Ganz so wie bei den Männern, nur eben hier auf weibliche Art und Weise. Auch Frauen sind nicht die besseren Menschen, wohl aber häufig vernünftiger was das Verständnis des Lebens betrifft und weniger gewalttätig. Siehe dazu auch James DeMeos "Saharasia-These" und Prof. Bernd Senf aus Berlin und Prof. Margrit Kennedy und den Anthroposophen Andreas Delor sowie Frau Samirah Kenawi usw. Prof. Gustav Ruhland als Historiker ging auf die Bekämpfung des Kapitalismus und Zins-Wuchers und das Wucher-Verbot im Alten Testament der Bibel und Israel ein-

      http://www.vergessene-buecher.de http://www.berndsenf.de

      >>>Davor werden selbst Huren als positive Gestalten gezeichnet, zB Rahab.<<<

      Das schon, es gibt ja auch viele weibliche Bezeichnungen und Anreden und Beschreibungen für Gott im Alten Testament, nach dessen Ebenbild auch Eva geschaffen wurde (nach dessen Geist eben und nach dem Anthropos als himmlischen Adam). Allein schon die Aussage, dass Mann und Frau aus bzw. vin einem Fleische sind bzw. geschaffen wurden war damals eine die Stellung der Frau und ihren Rang als ursprünglich ebenbürtig zum Manne erhöhende Aussage. Einen ähnlichen kosmischen Astral-Mythos als religiöser mystisch spirituellen Symbol-Geschichte gab es im Mythos von Ugarit, als uralter Stadt.
      Eine Prophezeiung im Alten Testament verweist auf Maria als "die neue Eva" und in der Tat die Feindin der Satans-Schlange, es könnte sich beim Satans-Drachen um einen gefallenen Seraphim handeln. So wie Jesus Christus der neue Adam und "Anthropos" des Alten Testamentes und beim Apostel Paulus im Neuen Testament war bzw. ist, ist Maria eben die neue Eva und Abbild und Abglanz des "Geistes der Weisheit und Offenbarung" bzw. der Sophia und Sonnenfrau als personaler Erscheinungsweise des Geist Gottes als Heiligen Geistes. Siehe dazu eben auch die mystische theologische Sophiologie und die Septuaginta.
      Siehe aber eben im Neuen Testament auch die negativen Frauen-Gestalten der Frau Herodes und der Tochter Herodes Salome, die den Kopf von Johannes dem Täufer von ihrem Vater forderte und auch bekam.
      Und die große Hure Babylon in der Johannes-Apokalypse bzw. Johannes-Offenbarung. Auch Frauen können negativ auftreten, und auch Frauen haben ihre negativen Seiten durch die Erbsünde als spirituellen Sturz der gesamten Menschheit. Im Alten Testament wird auch über die Last eines "bösen Weibes" geklagt, die dieses für den Ehemann darstelle und welches immer Zank und Streit mit sich bringt.

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    7. >>>Auch die Behauptung, es sei ein Schwerpunkt des Götzendienstes bei Frauen, sollte durch eine genauere Lektüre überprüft werden: Der Götzendienst kommt durchweg als vpm Mann forciert und priesterlich getragen vor. Frauen haben akklamierende Funktionen, etwa durch das Backen von Opferkuchen für die Astarten etc.<<<<

      Auch hier ist die ganze Sache in der Tat komplexer und differenzierter zu sehen. So siehe etwa den Propheten Josea bzw. Hosea und seine Ehescheidung von seiner untreuen Frau. Bzw. analog dazu die spirituelle Ehescheidung JHWHs im Alten Testament von seiner untreuen ehemaligen Gemahlin Aschera.
      Es ging dabei zweifellos auch um spirituelle Unreinheit und geistliche Unzucht und Hurerei usw. .
      Die weibliche Seite JHWHs etwa am Berg Sinai ist seine weibliche "Schechina". Und zusammen mit der personifizierten weiblichen Weisheit Gottes in der Weisheitsliteratur der Septuaginta und eventuell auch dem jüdischen Theologen Philo(n) von Alexandrien und dem "Geist Gottes" in der Genesis, der dort als Person handeln in personaler weiblicher hebräischer Wortform auftritt und zusammen mit dem Gottesnamen Elohim der im Plural steht und zu dem Jesus Christus als Eli auch am Kreuz rief, hat man doch sehr deutliche Vorzeichen auf den "Geist der Weisheit und Offenbarung" als Heiligen Geist und Geist Gottes und Sonnenfrau der Johannes-Offenbarung auch schon im Alten Testament der Bibel usw.
      Erst der Messias Jesus Christus konnte den dreifaltigen Gott voll offenbaren, mit Jesus Christus und dem Heiligen Geist als personale göttliche Mittler und Vermittler zur Gott dem Schöpfer Elohim.

      >>>>So wurde ein Mann der schlimmste Hexenmeister der Erde, auf den sich noch heute Freimaurer und Gnostiker gründen!<<<<

      Genau genommen begründen sich die Freimaurer auf den Baumeister König Salomos, Hiram (Abif) aus Tyrus bzw. Tyros. Der schlimmste Mißbraucher seiner spirituellen Macht war schon der große Gegner des Moses, der Priester Bileam. Obwohl er Kontakt zu Gott selbst als dem "höchsten Gott" hatte, wurde er arrogant und hochmütig und stolz und folgte nur seinem eigenen Willen anstatt dem Willen Gottes.
      Außerdem sollte man lernen Gnostiker (wie die Manichäer und Mandäer des Irak als gnostische Religion) mit ihrem dualistischen Denken zwischen Geist und Leib bzw. materieller und geistiger Welt einerseits (der Heilige Augustinus wurde durch dieses Denken beeinflusst) und Hermetiker, welche eben gerade den Logos (der auch in der Bibel von Paulus zitiert wird) bzw. Makrokosmos kennen und die Einteilung bzw. Dreiteilung in Körper und Seele (griechisch Psyche, die ebene auch der "Weltseele" als "Weltvernunft" und seelisch-psychische-astralische-mentalische Ebene) und Geist (spirituelle) zu unterscheiden. Eine Übereinstimmung zwischen dem mosaischen Judentum und den Hermetikern nach dem Ägypter Imhotep bzw. griechisch Imuthes bzw. Asklepios bzw. Hermes Trismegistos bzw. römisch auch Mercurius ist eben gerade der, dass diese hermetischen Philosophen (siehe auch Philo(n) von Alexandrien und Elias Erdmann dazu) eben gerade KEINE Unterscheidung zwischen einem bösen Demiurgen und einem guten Gott vornehmen, bei ihnen ist der gute Gott auch der Weltschöpfer und auch derjenige, die die Welt sinnvoll ordnete, nämlich mittel des Logos und durch den Logos (bzw. Makrokosmos, siehe auch Anthropos des Alten Testamentes der Bibel und im Neuen Testament als himmlischer Adam und neuer Adam). Siehe dazu auch die jüdische Merkabah-Mystik bzw. Thronwagen-Mystik und Henoch-Literatur.
      Auch die Philosophen Pythagoras und Platon waren wie auch Moses in die ägyptischen Mysterien und Weisheitslehren eingeweiht. DESWEGEN konnten die Urchristen ja auch so viele Übereinstimmungen finden. Siehe eben beispielsweise Justin den Märtyrer zur Logos-Theologie als Kirchenlehrer und Kirchenvater, und den Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte.

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    8. >>>Das Torahgebot zur Tötung von Hexen ("m'chaschewah") meint Zauberinnen. Es will allerdings nicht behaupten, dass nur Frauen Zauberer sind. <<<<

      Das habe ich auch nicht behauptet. Es gab und gibt aber eben sehr wohl auch diese.Leider. Dennoch dürfen Christen laut Neuem Testament der Bibel im spirituellen Bereich unter dem neuen Bund Dinge tun, die im Alten Testament nur die Propheten tun durften (wobei es auch weibliche Prophetinnen gab)

      >>>>Alleine der Rest vom Buch Exodus, v.a. am Anfang schildert uns ganze Bataillone an männlichen zauberern im Umkreis des Pharaos.<<<

      Das ist richtig. Auch die ägyptische (und babylonische und persische) Hochkultur wurde dämonisch dekadent und ihre einst Heiligen Mysterien degenerierten und wurden dämonisch verführt und pervertiert und dämonisch verseucht. Der Prophet Daniel im Alten Testament mußte deswegen die einst Heiligen Mysterien der "Magoi" der monotheistischen persisch-medischen Zarathustrier bzw. Zoroastrier erneuern und reinigen und prophezeite das Kommen des "Menschensohnes" als göttlichen Erlöser usw..
      Es erstaunt mich, dass sie Maria nach als das Abbild und den Abglanz des "Geistes der Weisheit und Offenbarung" bzw. der göttlichen Weisheit Sophia bzw. der Sonnenfrau als dessen personaler Erscheinungsform erkennen bzw. anerkennen wollen - da Maria die "neue Eva" war, war sie eben auch ein Abbild und Abglanz des Heiliges Geistes als Geist Gottes. Wie die Marien-Erscheinungen zeigen. Eben gerade nach dem Vorbild und Abbild der Sonnenfrau der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse.
      Siehe eben auch die griechischsprachige Septuaginta-Bibel, aus der Jesus Christus nachweislich zitierte (mindestens einmal auch aus den Apokryphen) zur personifizierten weiblichen göttlichen Weisheit Sophia die vor Gott und Gottes Thron tanzt und auch zum Logos, der dort auch schon vorkommt.
      Sowohl im Alten und im Neuen Testament gibt es auch weibliche Prophetinnen, im Alten Testament auch eine weibliche Richterin als Hierokratin und im Neuen Testament auch eine Diakonin namens Phoebe.
      Dennoch aber gibt es im Alten Testament eben auch die Nekromantin als Geisterbeschwörerin bzw. Totenbeschwörerin von En-Dor, zu der König Saul als von Gott und seinem Propheten verworfener in seiner Verzweiflung verbotenerweise ging, entgegen dem mosaischen Gesetz, die die Totenruhe eines Propheten Gottes verbotenerweise störte. Es gibt auch im spirituellen Bereich Gesetze, und sie verstieß eben dagegen. Zudem gibt es auch im Alten Testament Aussprüche über ein böses Weib, das eben eine Last und eine Qual für den Mann als eine Ehefrau ist. Es gibt auch eine negative weibliche Seite. Es geht dann ins chthonische und Ego. Ins saturnische egozentrische und egomane und egoistische und dionysisch-rauschhafte und chaotisch-negative - die heute Postmoderne entspricht dem teilweise, obwohl die Sophistik und Rabulistik auch bei den männlichen griechischen Philosophen stark verbreitet war. Heute sind die Menschen entwurzelt und nicht mehr bodenständig und psychisch labil...

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    9. >>>der Vermischung der Weisheit der Welt mit der Weisheit Gottes.<<<

      Wie eben auch in der Henoch-Literatur mit dem Henoch-Buch nach dem Propheten Henoch, der von Gott in die wahren tiefen großen reinen göttlichen Geheimnisse und Mysterien eingeweiht wurde (siehe auch den Gebrauch von "Mysterien" bzw. "Mystirion" oder "Mysterion" und "Mysterium" beim Apostel Paulus im Neuen Testament). Das Verbrechen der gefallenen Engel, die laut Gottes Ausage im äthiopischen Henoch-Buch ohnehin nur in den niederen göttlichen Geheimnissen bzw. Mysterien unterrichtet waren, war ja eben diese zu veruntreuen und sich zudem auch noch selbst als Götter bzw. Götzen anbeten zu lassen.
      Der Logos ist laut der Weisheitsliteratur der griechischsprachigen Septuaginta-Bibel mit deren Alten Testament aber auch von Gott geschaffen. Eben das "Wort Gottes" im Neuen Testament und von ihm ausgehend, wie auch der himmlische Adam Anthropos, siehe dazu das Alten und das Neue Testament der Bibel. Jesus Christus ist der neue Adam und himmlische Adam bzw. Adam Kadmon bzw- kosmische Adam.

      >>>>Im Gegenteil aber zeichnet das AT Frauen im allgemeinen viel positiver als Männer - die widerlichsten, verhurtesten , ungerechtesten, gierigsten und mörderischsten Gesellen werden uns vorgeführt und nur wenige tun, was dem Herrn gefällt. <<<<

      Ja, es ist richtig, dass Männer naturgemäß im allgemeinen gewalttätiger sind. Und das Alte Testament ist da realistisch und nüchtern und schonungslos und illusionslos und ohne zu beschönigen in seiner Sichtweise. Andererseits aber haben auch Frauen ihre dunklen destruktiven und bösen Seiten, siehe etwa die Delila die den großen jüdischen Helden Samson täuschte und verführte und verriet usw.
      Und häufig folgte die jüdische Volksmenge - auch eben die Frauen - den Falschen und Verführern usw.
      Die Sünden des jüdischen Volkes wurden eben auch von Frauen begangen, eben vom Volk in seiner Gesamtheit. Auch die Frauen waren Übertreterinnen des Gesetzes und folgten den Götzendienern usw.

      >>>>Weiter wird auch die Erotik der Frau sogar spirituell gedeutet im Hohenlied und das Lob der tüchtigen Hausherrin wird in den Schriftwerken ausführlich ausgesprochen.<<<

      Ja, das ist überaus wahr und richtig und wurde von der Kirche lange ignoriert bzw. geriet wieder in Vergessenheit. Siehe auch die Beginen-Mystik und sakralisierte Sexualität in mystischen Visonen von der Gottesmutter Maria auch bei Männern. In der katholischen und auch den orthodoxen Kirchen usw.
      Siehe eben gerade auch die Weisheitsliteratur in der Septuaginta-Bibel, aus der Christus zitierte.

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    10. >>>>Es bleibt, was Gen3 schreibt: es war Gott selbst, der die Frau in direkte Feindschaft zur Schlange setzte.
      Und es gehört in die satanische Feindschaft zur Frau, ihr genau diese gottverfügte Rolle abzusprechen. Klug ist, wer davon ablässt.<<<<<

      Aber genau das tun sie leider, wenn sie Maria nicht als "die neue Eva" erkennen und anerkennen. Ein Abbild und Abglanz des personalen "Geistes der Weisheit und Offenbarung" und Parakleten als personifizierte weibliche göttliche Weisheit (die Frau die vor Gott tanzt bzw. vor Gottes Thron tanzt) bzw. als personale Erscheinungsform des Heiligen Geistes als Geist Gottes, siehe auch die Sonennfrau in der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse des Neuen Testamentes der Bibel usw.

      Im Alten Testament hatte JHWH religionsgeschichtlich gesehen (es gab auch einen frühen Henotheismus mit JHWH als oberstem höchstem erstem Gott) auch einst die weibliche Gottesform bzw. Göttin Aschera zur Gemahlin. Die Spuren davon sind immer noch im Alten Testament zu finden und nicht getilgt und voll zensiert worden. Der Prophet Josea (bzw. Hosea) trennte sich von seiner ihn immer wieder betrügenden notorisch untreuen Frau (die in gewisser Weise wohl die Aschera symbolisierte oder gar als deren Gläubige und Verehrerin oder auch Priesterin verkörperte). Und ebenso JHWH von Aschera.
      Doch er bekam mit der personifizierten weiblichen Weisheit Gottes als personaler weiblicher Erscheinungsform des Geistes Gottes, griechisch "Sophia" - hebräisch chakhema oder auch chokhma -, eine neue weibliche Seite bzw. Manifestation des göttlich weiblichen Aspektes bzw. offenbarte sie.


      https://artedea.net/ascherah/

      https://de.wikipedia.org/wiki/Elija

      https://www.google.de/search?biw=800&bih=441&ei=OrHmW-DzLuqdlwS704vwDA&q=JHWH+und+seine+Aschera&oq=JHWH+und+seine+Aschera&gs_l=psy-ab.3..0i22i30k1.4802.9354.0.9433.23.12.0.11.11.0.112.861.9j2.12.0....0...1c.1.64.psy-ab..0.23.1051.6..0j35i39k1j0i131k1j0i22i10i30k1.174.w4BMo9kqH1c

      https://www.gotquestions.org/Deutsch/asterate-aschera.html

      https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/astarte-2/ch/58db9a4be8ef7e1af213d4e4ed765a01/

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    11. Sie missverstehen mich wahrscheinlich: Ich spreche nicht davon, dass Frauen die besseren Menschen seien oder gar vom Sündenfall nicht berührt. Darum ging es mir nicht.

      Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass die konkrete negative Zeichnung (nicht irgendwelche pauschal-vorurteilshaften Allgemeinaussagen in den späten griechischen Texten des AT!) von Frauen "prozentual" im AT seltener vorkommt als die von Männern.

      Die Aktion Saras ist insofern sehr interessant, als sie etwas tut, was aus einer erniedrigenden Sicht der Frau damals üblich war und bis heute üblich war und ist: Auch noch in unserer Zeit etwa verstieß der Schah Reza Pahlewi Soraya, weil sie keine Kinder bekam, und nahm sich Farah Diba. Sara handelte so, wie damals das Bild einer Frau eben war. Sie war damit übrigens quitt mit ihrem Mann: der hatte sie nämlich an den Pharao als Gespielin abgestoßen aus Panik um sein Leben... die beiden schenkten sich also von daher nichts. Beide in der erbärmlichen Reaktion damaliger Sichtweisen...
      An der ganzen geschichte ist es wesentlich, dass Gott die Verheißung an Abraham wesentlich an Sara knüpft, also dieses ganze hierarchische Mann-Frau-Schema kippt. Die Krönung ist dabei, dass Gott sara den Namen "Herrin" gibt.

      Im NT übrigens werden Frauen fast ausnahmslos positiv gezeichnet. Herodias ist eine schlimme Ausnahme (Salome würde ich da nicht mit einberechnen, sie ist ein Kind und steht unter dem Druck ihrer Mutter), ähnlich wie Isebel im AT, korrespondiert aber einem schrecklichen Mann als Gatten.
      Ansonsten werden v.a. in den Evangelien die Frauen um den Erlöser in einer Weise gruppiert, die die wahre Rolle der Frau aufzeigt: sein Erscheinen ist in ihre Hand gelegt, sein Aufwachsen, seine Salbung zum "König nicht von dieser Welt", der an ihr zugrunde zu gehen scheint - eine hochwichtige Geschichte, von der Jesus selbst sagte, sie werde bis er komme, erzählt (warum geschieht das nicht?!). Frauen sind es, die unterm Kreuz stehen, wo alle Männer bis auf Johannes geflohen sind. Und Frauen sind es, die das leere Grab entdecken und durch Engel angesprochen werden und denen der Auferstandene zuerst begegnet.

      Nach dem Sündenfall geht Gott mit Adam deutlich härter ins Gericht, denn ihm hatte er das Gebot übergeben, bevor Eva war. Die Beugung der Frau ist die Voraussetzung dafür, dass ein Messias kommen kann. Wäre die Frau so hochmütig und herrisch wirksam gewesen wie der Mann, hätte kaum aus einer der Ihren der Messias "gemacht werden" können. Bedeutsam ist hier auch, dass der Mann aus der direkten Hervorbringung ganz ausgeschlossen wird. Dieser Messias, der aus der gebeugten frau geschaffen wird, geht danach auch den Weg der Frau in der Erniedrigung.
      Sein Weg ist für die damalige und heutige Männerwelt eine wirkliche narzisstische Kränkung. Für die Frau nicht - daher wenden sich auch wesentlich mehr Frauen Jesus zu.

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    12. Sie schreiben:

      "Auch hier ist die ganze Sache in der Tat komplexer und differenzierter zu sehen. So siehe etwa den Propheten Josea bzw. Hosea und seine Ehescheidung von seiner untreuen Frau. Bzw. analog dazu die spirituelle Ehescheidung JHWHs im Alten Testament von seiner untreuen ehemaligen Gemahlin Aschera."

      Worauf bezieht sich das?!
      Hosea scheidet sich nicht von seiner untreuen Frau - es ist andersherum. lesen Sie bitte Hos 1 - es heißt hebr. "Hoschea":

      "Der Herr sagte zu Hosea: geh, nimm dir eine Kultdirne zur Frau und zeuge Dirnenkinder!" Hosea tut das und heiratet die Kultdirne Gomer, mit der er auch drei Kinder hat, zwei Söhne und eine Tochter, die symbolische Gerichtsnamen erhalten.
      In dieser Ehe stellt Gott mithilfe des Propheten Hosea und der Dirne Gomer und ihrer Kinder eine Art Zeichen für die Situation des Abfalls in Israel und der vielen Schandtaten auf, durch die sich Israel zur Kultdirne gemacht hat und von Gott abgefallen ist.
      In Hos 2 wird keine symbolische Scheidung Gottes von israel vollzogen, sondern Gott klagt seine "Frau" Israel an, sich von ihm geschieden zu haben.
      Es folgt die "Versöhnung" in 2,18:
      "Du wirst zu mir sagen: Mein Mann!, und nicht mehr: Mein Baal!"
      In dem Zusammenhang interessant, dass man im Judentum, wie zum Trotz, den Begriff "Baal" bis heute kultiviert als "Gatte" oder "Herrscher", "Herr".
      Es ist auch das eine Entwicklung im späteren Judentum unter hellenistischem Einfluss und den Weisheitslehren: man fiel gnadenlos und dreist zurück in das, woraus Gott, der wahre Gott, der sich einfach nur "ischi" nennen lassen will (also gerade nicht "Herr", sondern so etwas wie "lieber Ehemann").

      Man sieht auch an diesem Beispiel, dass diese Machtversessnheit, auch der perverse Drang, sich zu "unterstellen" (unter die Baale) bzw die Vergötzung des Mannes als "Baal" seitens der Frauen satanisch inspiriert ist.
      Nicht alles, was das Jundentum transportiert hat, ist gut und von Gott.

      Ihre "Übereinstimmungen" sehe ich daher sehe kritisch.
      Ich rate hier jedem zur Vorsicht.
      Die göttliche "Chochma" ist nicht dasselbe wie die "Sofia" der Weltweisheit.
      Und es gibt auch keine "Einweihung" in die "Chochma" - hat es auch noch nie gegeben, wenn Sie das AT aufmerksam lesen.
      Wer darein einweihen will, ist nicht von Gott.

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    13. "Dennoch dürfen Christen laut Neuem Testament der Bibel im spirituellen Bereich unter dem neuen Bund Dinge tun, die im Alten Testament nur die Propheten tun durften (wobei es auch weibliche Prophetinnen gab)"

      Ja - aber nicht im Sinne der Magie!
      Daniel reinigt auch nicht die persisch-zarathustrische Religion - wie kommen Sie drauf?

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    14. Was Hosea betrifft, (hebr. "Hoschea") haben Sie etwas missverstanden: er trennt sich nicht von seiner Frau (s. mein Posting oben), sondern er soll eine Kultdirne heiraten, was er auch tut!

      Das mit der "Aschera" haben Sie vermutlich in einen flaschen Hals bekommen - das ist im AT nirgends die Gemahlin Gottes! Im Gegenteil: eine solche Vorstellung korrespondiert den heidnischen Vorstellungen, die in Israel eingedrungen waren. Man mag Aschera als Gattin Baals (den man mit JHWH gleichsetzte) verehrt haben, aber die Kultpfähle für sie mussten auf Geheiß JHWHs immer wieder umgehauen werden. In diesen Kultszenarien wurden auch die himmlischen Heere dargestellt, aber dennoch als verkehrt verworfen - und dies obowhl der Gott Israel als der "Zwaot", der Gott der Heere genannt wird.

      Hier finden wir also nicht "Übereinstimmung", wie Sie meinen, sondern die Reibung der Perversion eines Begriffsinhaltes an dem Inhat, den Israel als "Wahrheit" übermitteln sollte.

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    15. Erster Teil: Hosea 1,2 bis 3,5 Die ersten drei Kapitel enthalten drei konzentrische Abschnitte (Aufbau: A–B–A'), die Hoseas Ehe mit einer Hure bzw. Ehebrecherin als Spiegel für Israels Untreue gegenüber JHWH darstellen

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hosea

      KULTUR POLYTHEISMUS Gottes geschiedene Frau heißt Aschera

      https://www.welt.de/kultur/article112208654/Gottes-geschiedene-Frau-heisst-Aschera.html

      Der Prophet Daniel, vom persischen König zum oberstern der sterndeutenden Magier-Priester der persisch-medischen monotheistischen Zarathustrier bzw. Zoroastrier gemacht, sagte das Kommen des prophezeiten "Menschensohnes" als göttlichen Erlöser voraus. Jesus Christus war (siehe auch "Magoi" im Neuen Testament und Verwendung des Titels "Menschensohn" und beim Apostel Paulus auch der Anthropos des AT im NT als neuer Adam und himmlischer Adam und himmlischer Herrscher Pantokrator) also nicht "nur" der im Alten Testament verheißene und prophezeite erwartete jüdische Messias, sondern auch gleichzeitig der "Menschensohn" als göttlicher Erlöser der monotheistischen Zarathustrier bzw. Zoroastrier bzw. heute auch genannt Parsen. Die "Magoi aus dem Osten" im Neuen Testament der Bibel, die ihn anbeteten und verehrten und ihm mit sakralen Weihegaben als solarischen Sonnen-Symbolen wie Gold und Weihrauch huldigten, kannten diese Prophezeiung des Propheten Daniel und erfüllten damit die Vorhersagen des Alten Testamentes im Neuen Testament der Bibel. Siehe ferner auch die Propheten und die 4 Tiergesichter bzw. Tiergestalten der jüdischen Merkabah-Mystik bzw. kabbalistischen Thronwagen-Mystik und die Henoch-Literatur, die zur Zeit Jesu Christi in Palästina weit verbreitet war. Der Apostel Paulus zitiert im Neuen Testament der Bibel im Judas-Brief aus dem äthiopischen Henoch-Buch, im äthiopischen Buch Henoch werden dem Propheten Henoch von Gott und den Erzengeln Raziel und Uriel und Metathron die wahren hohen tiefen himmlischen Mysterien bzw. göttlichen Geheimnisse offenbart (siehe auch Verwendung des "Mystirion" bzw. "Mytserion" Begriffes beim Apostel Paulus). Auch astrologische Symboliken und der "Mazzaroth" als Tierkreis und Zodiak kommen dort vor, diverse Sternensymboliken und der "Mazzaroth" (AT) auch in der Bibel und im NT.

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    16. .

      >>>>Ihre "Übereinstimmungen" sehe ich daher sehe kritisch.
      Ich rate hier jedem zur Vorsicht.
      Die göttliche "Chochma" ist nicht dasselbe wie die "Sofia" der Weltweisheit.<<<<

      Siehe dazu eben die "Weisheitsliteratur" und die griechischsprachige Septuaginta und die theologische mystische Sophiologie etwa der russisch-orthodoxen Kirche Russlands, die übrigens wie auch die syrische Kirche nach dem Heiligen Irenaeus von Lyon auch noch den 1. Clemensbrief zum Neuen Testament zählt und sich stark an der Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater orientiert hat, siehe auch Elias Erdmann zu Philo(n) von Alexandrien als Aufsatz usw.

      >>>Und es gibt auch keine "Einweihung" in die "Chochma" - hat es auch noch nie gegeben, wenn Sie das AT aufmerksam lesen.<<<

      In den Propheten-Visionen und im äthiopischen Henoch-Buch gibt es durchaus so etwas wie Einweihungen,
      siehe auch die Taufe von Jesus Christus im Jordan durch Johannes den Täufer und die "Magoi aus dem Osten" im Neuen Testament der Bibel mit ihren sakralen Weihegeschenken bzw. Weihegaben und auch den "Geist der Weisheit und Offenbarung" als Heiligen Geist und Geist Gottes und Sonnenfrau usw.
      Oder auch den "Segen Isaaks", den Jakob widerrechtlich vor seinem älteren großen Bruder Esau empfing.

      >>>Wer darein einweihen will, ist nicht von Gott.<<<<

      Im Falle der Weisheitsliteratur und der Weisheit Salomos und auch der "Magoi aus dem Osten" im Neuen Testament der Bibel und dem Propheten Daniel im Alten Testament der Bibel und dem Propheten Henoch im äthiopischen Henoch-Buch und den Propheten des Alten Testamentes wohl ganz offensichtlich doch. Siehe eben auch das äthiopische Henoch-Buch und das Jubiläen-Buch, beide gehören noch heute zum breiteren und engeren Bibel-Kanon der Kopten Äthiopiens, siehe auch Ezechiels 4 Tiergesichter als eben die 4 Tiergestalten in den Propheten-Visionen des Alten Testamentes und in der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse des Neuen Testamentes und die Rolle der Erzengel und Engel dort als Boten Gottes.
      Der Prophet Daniel erneuerte und vollendete die zarathustrische bzw. zoroastrische Religion, denn Jesus Christus erfüllte und vervollkommnete sie. Auch der monotheistische persisch-medische parsische Zarathustrismus bzw. Zoroastrismus führte wie auch das Judentum als Vorläufer zum Christentum hin.

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    17. Und Moses war laut Neuem Testament auch in aller Weisheit der Ägypter kundig. Es gibt eben diese Weisheitslehren und Weisheitstraditionen der göttlichen Geheimnisse und Mysterien als Mysterien-Kulte, siehe auch Weiheitsliteratur. "Sopia" und "Logos" sind dort wichtige Begriffe - siehe aber auch "Mysterion" und "Mysterion" und "Mysterium" als göttliche Geheimnisse beim Apostel Paulus usw.

      Sophia, die Weisheit Gottes – Orthpedia

      01.02.2010 – Die Ikone „Sophia, die Weisheit Gottes“ hat in der Russischen Orthodoxen Kirche eine besondere Stelle inne. Die Ikone stellt die Gottesmutter …

      Sophia – Gottes weibliches Gesicht – Kirche heute
      https://www.kirche-heute.ch/kirche-heute/beitraege/5impuls/2011-33-Impuls.php
      13.08.2011 – Als Gott den Himmel festmachte, war die Weisheit dabei; als er den Horizont abgrenzte über der Urflut. (Foto: Stefan Laszczyk). Sprüche 8,22– …

      Weisheit (Personifikation) (AT) – Lexikon ::
      https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/34659/
      … Weisheit · 1.2.5. Sophia und Philosophie in hellenistischer Zeit … Esr 7,25 verwendet die Weisheit Gottes als Synonym zum Gesetzbuch. Vollendet wird die …

      Weisheit – Wikipedia
      https://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit
      Weisheit (engl. wisdom, altgr. σοφία, lat. sapientia, hebr. hokhmah) bezeichnet vorrangig ein … Während noch Homer, Pindar oder Heraklit sophia in ihrer ursprünglichen Bedeutung … In der Bibel wird Weisheit als Geschenk Gottes dargestellt.

      [PDF]Die Vision von Sophia, der Göttlichen Weisheit des heiligen …
      http://www.oki-regensburg.de/sophia.pdf
      Sophia – der Göttlichen Weisheit, der sie die ersten Kirchen in Kiew, … eindeutig identifiziert wurde mit Christus, dem Logos, „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“,.

      Die Vision von Sophia, der Göttlichen Weisheit
      http://www.oki-regensburg.de/solov_17.htm
      Vladimir S. Solov’ev, dem dreimal in seinem Leben diese Gestalt als „Sophia … dem Logos, „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“, kommt nun bei den Slawen ein …

      Sophia – Philos Website
      http://www.philos-website.de/autoren/sophia_g.htm
      Vom Trachten nach Weisheit · Das Hohelied der Weisheit Das Buch Hiob (Ijob) Das Lied von der Weisheit Gottes · Christosophia (Jakob Böhme)

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    18. >>>>Ja - aber nicht im Sinne der Magie!<<<<

      In dem Sinne, als auch die "Magoi aus dem Osten" im Neuen Testament der Bibel eben die sterndeutenden Magier-PRIESTER (!!!) der monotheistischen persisch-medischen Religion der Zarathustrier bzw. Zoroastrier nach dem Propheten Zarathustra bzw. Zoroaster waren, zu deren oberstem der persische König im Alten Testament der Bibel den Propheten Daniel machte. Und in deren Religion gab es in der Tat auch "magische" (daher kommt das Wort ja!) Rituale zu religiösen spirituellen Zwecken aber auch alltäglichen praktischen Zwecken als Lebenshilfe. Man kann das mit dem indischen spirituellen Yoga des HIndhuismus in Indien mit seiner spirituellen Philosophie und heiligen Metaphysik vergleichen, auch diese verwenden Mantras und vollziehen Rituale und erlangen im Laufe ihrer Gottesverwirklichung und spirituellen Entwicklung bzw. geistigen Erwachen als Zeichen Wunderkräfte bzw. die "Siddhis".

      >>>Daniel reinigt auch nicht die persisch-zarathustrische Religion - wie kommen Sie drauf?<<<<

      Er erneuert und vollendet sie durch seine Prophezeiung des Kommens des prophezeiten göttlichen Erlösers bzw. "Menschensohnes". Diese Prophezeiung erfüllt sich dann in Jesus Christus, der diesen Hoheitstitel "Menschensohn" wie auch die Evangelisten und der Apostel Paulus oft verwendet, er ist also der göttliche Erlöser der "Magoi aus dem Osten" im Neuen Testament der Bibel und gleichzeitig der jüdische Messias, siehe aber auch Anthropos im Alten und Neuen Testament der Bibel, etwa beim Apostel Paulus als himmlischer Adam und neuer Adam Jesus Christus und neuer Mensch und Ideal-Mensch.

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    19. Ja eben - das sagte ich Ihnen doch: nicht Gott scheidet sich, sondern die Ehebrecherin schied sich von ihm. Er aber will sie zurückhaben! Lesen Sie nur mal genau.

      Wie kommen Sie drauf, dass Daniel oberster Priester der persischen Magioi wurde?! Im Schrifttext finden Sie davon nichts! Gerade er nicht! Er weigerte sich, in deren Rahmen anzubeten und hatte deshalb mehr als einmal große Schwierigkeiten: er war eben keine Kultdirne!

      Die Kenntnis vom "Samen der Frau" hatte wohl die Menschheit im ganzen und von Anfang an - das hat mit fremden Religionen nicht ursächlich etwas zu tun. Es überliefern auch alle eine große Flut.

      Man muss das sicher weitgesteckter sehen, aber nicht in dem Sinn, dass mit dem Christus irgendwelche bereits verzerrten Vorstellungen erfüllt wurden - genau das wurde ja sogar in israel brüskiert. Gerade diesen letzteren Aspekt sollte man nicht vergessen.
      Das besagt also alles gar nichts.

      Dass irgendwie ein Erlöser kommt, der "Same der Frau" wissen und wussten bis heute alle. Eine Spezifizierung geschah in Israel, das diesen "Samen der Frau" hervorbringen sollte. Eine wilde Vermixung der Motive ist gefährlich, weil sie ja nicht rein erhalten sind, sondern angereichert mit Fremdem und Verkehrtem - wie gesagt: auch in israel, das Paulus sogar als "Kinder Hagars" bezeichnet im Galaterbrief, also als Sklaven des Götzendienstes.

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    20. Im Henochbuch gibt es auch keine "Einweihung" in dem Sinn. Henoch ist eines Tages nicht mehr gewesen, ohne dass sein Tod berichtet würde. Woher das Henochbuch stammt und wer es schrieb, ist unbekannt. Es wird seinen Grund haben, dass die gesamte europäische Kirche und auch der gesamte Orient es nicht in den Kanon aufnahmen.
      Was es beschreibt, ist lesenswert, aber weicht auch sehr stark ab vom Rest der Hl. Schriften. Und selbst wenn es inspiriertes Wort Gottes wäre, müsste man die Gestalt des Henoch als Solitär ansehen, der seine Erkenntnisse mitnimmt in ein Leben außerhalb des Irdischen.

      Außerdem ist es zu unterscheiden von einem Kultwesen, das ritualisierte Einweihungen oder Weihen vornimmt.

      Im Hl. Geist kann jeder und jede als Solitär etwas erfahren. Das entzieht sich aber jedem institutionalisierten Zugriff. Paulus sagt, er habe Dinge gehört, die er nicht aussprechen kann. Vielleicht dämmert ja nun, was der Unterscheid göttlicher Chochma und Weltweisheit ist.

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    21. Nur ein Satz zu Mose: ja, er kannte die altägyptische "Weisheit", aber es ist sehr gut erkennbar, dass er und auch seine Geschwister systematisch daraus gelöst werden, auch wenn sie immer wieder rückfällig werden.
      Gott geht langsam vor.

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    22. ...die Magier (Sterndeuter) in der Geburtsgeschichte (Mt 2) werden aber nicht als Priester benannt, sondern schlicht als "magoi". Ein "magos" kann zwar ein persischer Priester sein, muss aber nicht. Wir wissen es nicht. Der Begriff wurde mit den Jahrhunderten immer allgemeiner verwendet für alle, die sich mit Naturkunde, Astrologie etc. befassten. Wir kenn die katholische Rede von den "Heiligen drei Königen", aber auch das findet sich so nicht im NT.

      Daniels Erhebung über die "magoi" am Hof des Nebukadnezar (Nabuccodonosor) scheint nach Dan 2 eher ein politisches Amt zu sein. dass es damit schnell ein Ende der Harmonie hatte, wissen wir aus demselben Buch. Daniel kann diese "magoi" nicht reinigen. Ihm wurde die Deutung des Traumes nicht aufgrund irgendeiner Weisheitslehre, sondern durch eine Offenbarung Gottes möglich.

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  5. Herr Jahndel - sorry, aber ich hab Sies chon mal gebeten, mich nicht mit Kommentaren zuzuballern, zumal Sie immer dasselbe schreiben wie ein Stichwortautomat. Den ganzen Rest schalte ich nicht frei, zumal er das Thema hierim Artikel immer mehr verfehlt.

    Bitte versuchen Sie, bei der Sache zu bleiben.

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    1. @zeitschnur:

      Hauptsache ist nur, dass sie die Kommentare wenigstens gründlich lesen. Ich habe mich bemüht, ausführlich und argumentativ begründet auf ihre Thesen und Ansichten im Artikel einzugehen, wo ich es für wichtig und notwendig hielt. In Zukunft wird mir das aus zeitlichen Gründen wohl nicht mehr möglich sein. Sie sollten sich aber besser nicht alle jüdischen Positionen oder politisch korrekte islamische Positionen zueigen machen, siehe dazu etwa den jüdisch israelischen Prof. Israel Shahak und seine Bücher zum babylonischen Talmud und Talmudismus und Zionismus und der zionistischen Ideologie und zionistischen Freimaurerei wie der Paneuropa-Union, der übrigens u.a. auch etwa der Satanist und Pädophile Aleister Crowley mit seinem rituellen Kindesmissbrauch angehörte, siehe auch den Dutroux-Kinderschänder-Skandal in Belgien und Klagemauer.TV aus der Schweiz und Pravda.TV Online usw. dazu.
      Oder auch das Buch des Inders Jaya Gopal "Gabriels Einflüsterungen" (The misery of Islam) und die Bücher des Orientalisten Hans-Peter Raddatz zu Islam und Islamismus - Jihad Watch by Robert Spencer

      http://www.jihadwatch.org Siehe auch James DeMeo und Judith Reisman und Prof. Bernd Senf aus Berlin nach Wilhelm Reich zu den psychosozialen Hintergründen und Zusammenhängen usw. http://www.berndsenf.de

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  6. Wenn ich merke, dass es die immer gleichen behauptungen und pauschalaussgaen sind, lese ich es nicht - Sie wiederholen sich und dies extrem langatmig. Ich habe in der Tat noch viel anderes zu tun, als innerhalb einer Stunde 15 Kommentare von jeweils mindestens einer DIN A4-Seite zu lesen. Tut mir leid. Bitte überdenken Sie Ihr Sozialverhalten.

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  7. Liebe Frau Jüngling,

    ich habe nicht den Eindruck, dass Sie die Trinitätslehre überhaupt verstanden haben. Das ist nicht verwerflich, weil es eben nicht einfach ist. Nur kann man das, was man nicht verstanden hat, auch nicht qualifiziert in Frage stellen. Es geht um EIN WESEN in drei Hypostasen. Der "Personenbegriff" wird nicht in dem von Ihnen genannten Sinn benutzt. Ihnen dürfte schon bekannt sein, dass sich die Bedeutung von Worten ändert. Natürlich kann ein wörtlich "anderer Paraklet", einer, der statt Jesus gesandt wird, nicht "weniger" sein als Jesus selbst und damit auch nicht "nur" eine Kraft oder dergleichen. Machen Sie sich einfach mal schlau: http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1E.HTM

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    1. Herablassende und arrogante Kommentare sollten auf meinem Blog bitte unterlassen werden.

      Ich stelle sogar sehr qualifiziert Fragen, und ich bin nicht die Erste, die diese Lehre fragwürdig findet, weil sie unsinnig ist und nicht aus dem NT ableitbar ist. Nicht alles, was "nicht einfach" ist, ist wahr. es kann genauso gut falsch sein.

      Sie dürfen mir glauben, dass ich sehr viel durchdacht und studiert habe. Diese Lehre ist den frühen Christen unbekannt, und sie wird erst dogmatisch schrittweise eingeführt, als die Kirche vom Kaiser dominiert wird - im 4. Jh. D.h. sie ist nicht authentisch. Zu ihrem dogmatischen Abschluss kommt sie erst im 13. Jh (!) und ihretwegen bestehen Schismen zu älteren und authentischeren Kirchen.
      Das heißt für einen Kundigen und Redlichen:
      Diese Lehre hat die Christenheit, die sie so Jahrhunderte lang weder bezeugte noch nachweisbar kannte, gespalten und ist alleine schon von daher fragwürdig.

      Der Begriff der "Hypostase" war und ist immer unklar geblieben.
      Davon abgesehen sollten Sie sich Ihrerseits kundig machen über die Dinge, bevor Sie Kritik üben und anderen das Verstehen absprechen. Sie haben selbst nicht verstanden, was die Kirche zum Thema Trinität verlautbart hat. Oder Sie wissen es schlicht nicht.

      Etwa heißt es wörtlich in der Präfation von der allerheiligsten Dreifaltigkeit:

      "Mit Deinem eingeborenen Sohne und dem Hl. Geist bist Du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest Du nur eine Person, Du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger ("...non in unus singularitate personae, sed in unius Trinitate substantiae..."

      Genauso steht es im Schott 1962. Kommen Sie mir nun nicht, dass die deutsche Schott-Übersetzung etwas frei ist - der Schott übersetzt ganz im Sinne der Kirchenlehre ins Deutsche.

      Der Bgeriff der Hypostase hat von jeher im Kontext der Glaubenslehre nur Verwirrung gestiftet. Etwa wird er bei der Trinitätslehre in einem ganz anderen Sinn eingeführt als bei der Zwei-Naturen-Lehre. Grundsätzlich ist er ein Begriff in der spätantiken Philosophie (Hellenismus)und blieb dort brüchig. ich bin kein Wikipediafreund, aber der entsprechende Eintrag ist sachlich angemessen. Machen Sie sich kundig: https://de.wikipedia.org/wiki/Hypostase

      Wie immer man also darüber schwadronieren will: die Trinitätslehre beinhaltet in jedem Fall wesentlich, dass diese Gottheit keine Person ist, sondern nur eine "ousia", ein "Wesen" hat, sich aber in drei Gestalten personifiziert, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.

      Der "alius paracletus", von dem Jesus spricht, meint tatsächlich einen zweiten Tröster neben ihm, den er senden kann. An sich stammt der Begriff aus der Verwaltungssprache und bedeutet "Anwalt", "Fürsprecher", "Mittler".
      Dass Jesus Mittler ist, bezeugt uns Paulus wörtlich.

      Sie haben allerdings meine Überlegungen nicht verstanden, wenn Sie mir unterstellen, ich verstünde unter dem Hl. Geist "nur" eine Kraft iS einer unpersönlichen Kraft. Er ist persönlich, aber nicht als eine individualisierte Person neben dem Vatergott, sondern als "Anzahlung" aus dem göttlichen Wesen, an dem wir Teilhabe zugesprochen bekommen haben. ich habe nirgends behauptet, dass er "weniger" sei als Jesus. Bitte lernen Sie erst genau zu lesen, bevor Sie kritisieren.
      Wenn es Sie interessiert finden Sie den entsprechenden Diskurs unter dem Artikel mit dem Brief VIII.

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  8. Liebe Frau Jüngling,

    die Göttlichkeit Jesu war in der Kirche nie umstritten. Es ging eher um das Vokabular, das benutzt wurde, um diese Göttlichkeit zu beschreiben. Gleiches galt auch für den heiligen Geist. Konstantin hat auch die Trinität nicht erfunden oder durchgesetzt, da er eher auf der Seite von Arius war. Näheres hier: https://www.youtube.com/watch?v=Nduka-QqXbQ Überhaupt sind die Lehrvideos von Ryan M. Reeves sehr empfehlenswert.

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    1. Die Gottessohnschaft war nie umstritten, die Göttlichkeit aber sehr wohl! Vielleicht informieren Sie sich über den altkirchlichen Streit VOR dem 4. Jh nicht bei den Verfechtern der Trinitätslehre, sondern neutraleren Forschern.
      Die sehr frühen christlichen Texte kennen keine - auch keine graduelle - Göttlichkeit Jesu.
      Er ist der Messias - nicht Gott. Und alles, was er selbst sagt, drückt auch genau das aus. Lesen Sie die Evangelientexte dazu. Immerzu unterscheidet er zwischen sich und Gott, sich und dem Vater, der "mehr" ist als er, der alleine "gut" ist etc. - das alles spricht in keiner Weise für Wesensgleichheit. Auch der Adoptionanismus und gnostische Bewegungen gingen zu keinem Zeitpunkt von einer Wesensgleichheit aus und schrieben darüber auch viel.

      Ich schrieb dagegen nirgends, dass Konstantin die Trinität erfunden oder durchgesetzt hätte, sondern dass mit Konstantin die Dogmatisierei der Trinitätslehre anfing, der Prozess aber erst im Mittelalter abgeschlossen wurde.

      Zu Zeiten Konstantins ging es zunächst nur um eine Binitarität (Vater-Sohn). Konstantin war und blieb lebenslang ein Sol-Anbeter und glaubte selber gar nichts Christliches. Der alberne Traum von wegen "In hoc signo" ist alles, bloß nicht christlich, sondern der feuchte Traum eines machtgeilen Mannes, der dabei war, den rechtsmäßigen Anwärter auf den Thron zu vernichten. Glauben Sie im Ernst, dass das vom Gekreuzigten gekommen ist?!
      In Nicäa erzwang Konstantin sehr wohl die Formel, die wir aus den Protokollen kennen - nicht die arianische Version. Die Schriften Arius' wurden nach diesem unseligen "Konzil" verbrannt und jeder, der sie besaß, mit dem Tode bestraft. Soviel zu "Konstantin war Arianer".
      Dass Konstantin sich auf dem Sterbebett von einem Arianer hat taufen lassen sollen, hat mit diesen Fakten wiederum nichts zu tun. Vielmehr haben nach Nicäa mehrere Konzilsväter geschrieben, sie seien erpresst worden zu dieser Abstimmung und ihrem Ergebnis und konnten das später so nicht mehr vertreten.

      Die Rede davon, dass der Hl. Geist eine göttliche Person sei, kam dagegen erst sehr viel später auf. Das war zu Zeiten Nizäas noch ganz unbekannt.
      Anstatt "Lehrvideos" anzusehen, ist es mE viel sinnvoller, wenn man einigermaßen redliche Forschungslitertaut liest, die keine ideologische Absicht hat.

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  9. Liebe Frau Jüngling,

    da Sie sich darauf festgelegt haben, dass angeblich "die frühen christlichen Texte (...) keine - auch keine graduelle - Göttlichkeit Jesu" kennen würden, und dass alle, die dies bestreiten bzw. das Gegenteil behaupten, eine wie auch immer geartete "ideologische Absicht" hätten oder nicht "neutral" gewesen seien, ist es müssig, zu versuchen, mit Ihnen eine offene Diskussion darüber zu führen.

    Ich gestatte mir in diesem Zusammenhang allerdings die Bemerkung, dass niemand, der sich mit solchen Fragen befasst "neutral" und "absichtslos" ist. Die Vertreter beider Ansichten (der Göttlichkeit und der Nicht-Göttlichkeit Jesu) können und konnten rein logisch nicht neutral sein und sie haben und hatten die Absicht, zu überzeugen. Das ist ja auch nicht verwerflich.

    Nein, ich glaube weder, dass Konstantin ein tatsächlich Bekehrung zu Jesus Christus hin erfahren hat, noch dass "in hoc signo vinces" von Jesus Christus gekommen wäre. Nur hat das mit unserer Fragestellung nichts zu tun. Konstantin war aus pragmatischen Erwägungen heraus zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das Christentum, wie er es wahrnahm (und wie es teilweise leider auch gelebt und gelehrt wurde) vorzüglich als Staatsreligion eignen würde und der Festigung der eigenen Herrschaft dienlich wäre. In seinem Brief an Alexander und Arius bezeichnet er den arianischen Streit als Disput um Nebensächlichkeiten und versucht, beide dazu zu bringen, den Disput zu beenden oder zumindest nicht öffentlich zu führen, um die Einheit von Reich und Glauben (beides setzt er in eins - was für ein Widerspruch zum Evangelium!) zu bewahren. Hieraus ist schon klar zu ersehen, dass es Konstantin nicht darum ging, die Wahrheit zu suchen.

    Meine Bemerkung, dass der Paraklet nicht "weniger" sein kann als Jesus Christus, bezog sich schlicht auf folgendes: Da Jesus Christus eine Person ist - und wenn man den Begriff nicht mag, kann man z.B. aufs Englische ausweichen, wonach Jesus Christus (jedenfalls nach meiner Überzeugung) ein "divine and human being" ist, muss auch der Paraklet eine Person sein mit mindestens der gleichen "Qualität". Nun ist der Heilige Geist aber unzweifelhaft göttlich. Allein aus diesem Gedankengang wäre es für mich logisch nicht nachvollztiehbar, die Göttlichkeit Jesu zu bestreiten.

    Vor mir liegt gerade die Interlinearübersetzung des NT Griechisch-Deutsch. Der griechische Text ist von Nestle-Aland. Die Übersetzung in das Deutsche ist von Ernst Dietzfelbinger. Dort lese ich in Johannes 1, Vers 1 ff eindeutig, dass Gott das Wort war, aus dem er alles geschaffen hat.

    Damit ist eine Schöpfung des Fleisch gewordenen Wortes Jesu ausgeschlossen. Wenn aber Jesus Christus in seinem Sein vor aller Zeit bei Gott nicht zum Bereich "Schöpfung" gehört, wozu soll er dann gehören, wenn er nicht "göttlich" sein darf? Die Beziehungssprache Jesu ist eindeutig. Er ist in einzigartiger Weise Gottes Sohn und hat schon deshalb Teil an seinem Wesen. Der Sohn eines Menschen ist ein Mensch und kein Tier oder Ding. Genauso ist der "monogenes" Sohn Gottes göttlich. Jesus bezeichnet sich u.a. auch als der "Ich bin" des AT: "Ehe Abraham ward, bin ich." Die Juden wussten haargenau, was er damit aussagte. Sie verurteilten ihn wegen der angeblichen Blasphemie, sich auf die gleiche Stufe zu stellen wie Gott. Bei diesen Aussagen Jesu geht es immer um Identität. Natürlich ist Jesus in menschlicher Gestalt, freiwillig der göttlichen Vollmacht entkleidet in der bewussten Entscheidung sich dem Vater unter zu ordnen wie ein Mensch bis zu seinem Tode "geringer" als der Vater. Das ist aber keine Seinsaussage.

    Aber das wissen Sie ja alles selbst und haben es schon verworfen. Deshalb hätte ich es auch gar nicht erwähnen brauchen.

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    1. Abgesehen von der respektlosen Einleitung und dem albernen Schluss Ihres Textes haben Sie diesmal tatsächlich satisfaktionsfähige Gedanken formuliert.

      Was Ihre Deutung der Konstantinischen Strategie betrifft, stimme ich Ihnen zu. Nur verstehe ich nicht, dass Sie dann nicht weiter gehen und zugeben, dass die Einführung diktatorischer Konzilien, wie sie nun mal mit Nizäa begonnen haben, die die Kirche zum Mittel der Wahl erkoren hat, offenlegen, dass es auch ihr nur um eine Strategie zur Unterdrückung missliebiger Gedanken ging und geht.

      Für mich ist der Streit zwischen Athanasius und Arius bereits eine Differenz auf einem weit vorangeschrittenen Irrweg - bei beiden.
      Man kann diesen Streit nicht verstehen, wenn man nicht sehr tief eindringt in die hellenistische Philosophie. Der Hellenismus ist überhaupt ein wichtiger Schlüssel auch zu anderen dogmatischen Fragen. Nun ist aber andererseits auch zu verzeichnen, dass wir einen eindeutigen Bruch erkennen können zwischen alttestamentlicher Begrifflichkeit und dem, was uns von Jesus berichtet wird, und der NT-Briefliteratur andererseits.

      Der Begriff "homoousios" war bis Nizäa völlig unbekannt im christlichen Kontext. Nie zuvor hat Israel oder die frühe Christenheit mit einem solchen Begriff operiert. Ohne philosophischen Kontext ist er nicht nachvollziehbar. Und er ist vollkommen schriftfern.

      Nun ist aber auch Ihr Zitat aus dem Johannesprolog, auf das Sie anspielen, so stark interprativ überformt worden, dass viele, auch Sie, nicht mehr erkennen, dass es durchaus nicht feststeht, in welchem Sinn es gemeint ist. Sie legen wie fast alle späteren und modernen Theologen eine hellenistische Logosdeutung zugrunde. Sie wurde zur Zeit Jesu intensiv etwa durch Philo in die jüdisch-hellenistische Debatte eingeführt.

      Es steht aber in diesen Prologsätzen nirgends, dass der Logos eine Person ist, auch nicht, dass er bereits identisch mit dem Messias ist. Wenn Sie die griechische Version ansehen, dann finden Sie, dass der Passus "der Logos war bei Gott" eigentlich heißt: "... war bei DEM Gott". Wenn es um den einen Gott geht, wird der "theos" immer mit Artikel genannt. Der Passus "und das Wort war Gott" hat keinen Artikel vor dem "theos". Das heißt, es ist eine Abschwächung, eine Differenz, zwischen DEM Gott und (einem) Gott (bzw etwas Göttlichem).

      Nun steht Ihre folgende Argumentation auf dem Fehlschluss, damit sei der Messias gemeint und der Messias sei damit eine göttliche Person wie der Gott selbst. Das steht da allerdings nicht. Auch ist es unklar, von welchem "Anfang" hier die Rede ist. Die Worte sind durchaus geheimnisvoll und lassen sich so einfach nicht deuten. Auch geben sie nicht etwa kund, dass sie etwa der philonischen Logosphilosophie folgen würden.

      All solche Hinweise haben wir nicht!

      Dieser hymnische Text kann auch anders aufgefasst werden, etwa in dem Sinn, dass hier die urschöpferische Kraft Gottes noch einmal beschrieben wird, aus der alle Dinge geworden sind. Eine Art sehr spirituell beschriebener Schöpfungsbericht. Man weiß durchaus nicht, von wem zunächst die Rede ist - ob es der Gott war, der auch im Garten Eden spazierenging und mit den Menschen war, der eines Tages von den Seinen, also den Menschen, nicht mehr aufgenommen worden ist...
      Es stecken mannigfaltige Implikationen in diesen Gedanken, zB wer denn die "Seinen" sind, und inwiefern sie überhaupt die "Seinen" sind.
      Erschwerend kommt hinzu, dass in der Schrift immer wieder auch Menschen als "elohim" oder "theos" (ein Gott - ohne bestimmten Artikel genannt werden können, ohne deshalb wesengleich mit dem Vater zu sein.)

      Fortsetzung folgt

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    2. Der Passus, dass der Logos Fleisch geworden sei (sarx), gilt ja tatsächlich nach dem alttestamentlichen Bericht für die ganze Schöpfung. Der Wortstamm von "sarx" ist ein sehr alter indogermanischer Stamm und bedeutet "Schöpfung" - schauen Sie mal hier im Sanskrit-Wörterbuch: http://jagadisha-dasa.cba.pl/Prabhupada%20Nirukti%20STU/sarga.html

      Das bedeutet, dass überhaupt die gesamte Schöpfung "sarx" ist, "Fleisch". Mit dem Christus wird eine Neuschöpfung aus und in der alten Schöpfung erzeugt, erneut und diesmal ohne Trübung durch die Schwächung der Sünde: Jesus Christus. Er ist insofern der perfekte, rettende Ausdruck des Logos. Und in einem gewissen metaphorischen Sinn ist er selbst der Logos, aber nicht im Selbststand. Auch die ganze Schöpfung ist in dem selben Sinn eigentlich dieser Logos und soll in diesen Stand ja zurückgeführt werden.
      Es ergibt aber keinen Sinn zu sagen: der Messias ist dann Gott, DER Gott, der Rest der Schöpfung aber nicht.
      Sinnvoll erscheint mir hier nur eins: Der Messias ist Schöpfung, Sarx, so wie alles andere Geschaffene auch, als solcher aber Ausdruck des Logos ohne Trübung. Und er ist der einzige "einzige Sohn vom Vater" (monogenous para patros = der asexuell entstandene Sohn nah beim Vater). Nun heißt diese Vorsilbe "para" niemals, dass das, was "para ist, gleichwesentlich ist mit dem, bei dem es angesiedelt ist. Ein "Para-sit" siedelt sich bei einem Wirt an, ist aber nicht mit ihm identisch oder wesensgleich. Ein "Para-graph" ist ein untergeodneter Abschnitt unter einem größeren etc.
      Das geht wieder in die obige Richtung: diese einzige Sohn, der wirklich beim Vater ist und geblieben ist ohne zu sündigen führt uns die Herrlichkeit vor Augen, die eigentlich für alles Fleisch vorgesehen gewesen ist. Und "aus seiner Fülle" empfangen wir, wie Johannes schreibt. Durch das Nadelöhr dieses einzigen, der für alle noch einmal eingesetzt wurde, können wir Adams Weg verlassen und neu anfangen.
      Daraus folgt aber nicht, dass er DER Gott ist. Ihm ist aber alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden vom Vater - eine enorme Auszeichnung an einen Menschen, aber das ist das, was Gott dem Fleisch einst zugedacht hatte und in das wir wieder eingesetzt werden sollen. Durch diesen Christus Jesus. Und weil Gott ihm diese große Vollmacht gegeben hat, kann er uns auch den Hl. Geist senden. D.h. er darf uns mit dem Vater in Verbindung bringen.

      Der Zusammenhang ist eindeutig und bedarf keiner seltsamen Personen und Trinitätskonstrukte.

      Mir ist bewusst, dass Johannes, aber noch mehr Paulus leider an einigen Stellen, obwohl gerade letzterer heftig gegen Hellenisten und Gnostiker anging, selbst deren Gedankenfiguren anführt und sie sich später auf ihn besonders auch berufen konnten. Aber all diese Schreiber waren nur Menschen, die sich ungeschickt äußern konnten. Dass die Kirche am Ende sich vollkommen auf ein hellenistisches Konzept gegründet hat, kann nicht richtig sein.

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  10. Liebe Frau Jüngling,

    für mich beginnt das Problem schon bei der Hermeneutik. Die erste Regel bei der Schriftauslegung ist aus meiner Sicht zu fragen, wie die ursprünglichen Adressaten der jeweiligen Bibelpassagen diese verstanden bzw. verstehen mussten. Bezeichnenderweise sind Sie auf den Punkt "Ehe Abraham ward, bin ich." und auf den Blasphemievorwurf gegen Jesus, der zu seiner Kreuzigung führte, nicht eingegangen. Da kann man z.B. sehr viel von N.T. Wright lernen. Oder eben auch von dem Historiker Reeves. Beide sind auch keine Katholiken, die ein katholisches Dogma zu verteidigen hätten.

    Wenn Sie von "neutraler" Betrachtung schreiben, fällt mir im Nachhinein noch der Baptist Glenn M. Miller mit seiner Webpräsenz christianthinktank.com ein. Zur Frage des Verständnisses ALLER Bibelstellen, die sich mit dem Verhältnis zwischen Vater und Sohn und dem Selbstverständnis Jesu zu seiner Identität befassen, verweise ich deshalb auf http://christianthinktank.com/trin03f.html. Das ist wiederum nur ein Teil des Gesamtkomplexes The Trinity unter http://christianthinktank.com/trin01.html.

    Viel Spaß beim möglichst neutralen Durcharbeiten ALLER biblischen Aussagen dazu. Meines Erachtens kann man danach intellektuell redlich nicht mehr an der These von Jesus als Geschöpf Gottes festhalten.

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    1. Bisschen viel auf einmal, finden Sie nicht?
      Von der Abraham-und-Jesus-Stelle war ja auch noch nicht die Rede in diesem Diskurs.
      Und was die wiederum mit dem "Wie das damals verstanden wurde" zu tun hatte, ist etwas weit hergeholt. Dass Jesus nicht zwingend "richtig" verstanden wurde, zeigen ja die vielfältgen Differenzen zwischen ihm und den Juden und sogar seinen Jüngern - so einfach ist es also mit der "Hermeneutik" nicht, die Sie vorschlagen.
      Es ist jedenfalls ersichtlich, dass Jesus irgendwie niemandem einfach so "reinlief", sondern in jeder Hinsicht überraschend SPRACH. Dieser Tatsache sind wir bis heute ausgesetzt und durch sie auch herausgefordert unseren ganzen Verstand einzusetzen, auch dann wenn die Erkenntnis vom Hl. Geist erzeugt wird in uns.
      Zu der Abraham-Stelle kann ich mich erst später äußern, habe noch ein paar andere Sachen in der Pipeline.

      Ich bitte Sie eindringlich, auf Ihren polemischen und leicht gehässigen Stil zu verzichten und zu einem gesitteten Dialog zurückzukehren. Es ist nun mal problematisch, wenn Menschen schon vorher festgelegt haben, was hinten herauskommen soll bei ihren Forschungen.

      Sehr sehr lange habe ich genauso unkritisch an die Trinität geglaubt, aber immerhin war ich nicht so völlig gehirngewaschen, dass mir die neutestamentlichen Aussagen, die dem eigentlich widersprechen, nicht wenigstens noch als "Querliegendes" aufgefallen wären.
      Ich war also keineswegs festgelegt, aber eben arglos und ging von etwas aus, das eigentlich bei näherem Hinsehen nicht haltbar ist.
      Ich konnte nicht mehr dran festhalten, nachdem mir die Probleme des Konstruktes und seine historische Einordnung aufgingen - ich hätte mir die Theologie zurechtbiegen müssen, und das darf ich nicht. Mit dem beginn des Staatskirchentums sind sichtlich katastrophale Fehlentscheidungen und Verengungen geschehen, deren unselige Folgen wir immer mehr aufblühen sehen.

      Meinen Sie denn, die Kirche ist umsonst in einem solchen Zustand?

      Und Sie selbst weichen meinen Argumenten von heute Mittag ja sichtlich aus - schade. es ist billig, auf irgendwelche Websites zu verweisen: Sie schreiben mir und ich antworte, sie kritisieren, und ich verteidige meine Position. Seien Sie also ein Mann und antworten sie mit Ihrem Mund in der Sache, aber bitte, ohne wieder großspurig ad hominem zu keilen. Wir haben beide nicht die Weisheit und Erkenntnis gepachtet, sondern sind Suchende.

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    2. .. der "christian thinktank" ist keine Forschungsliteratur, sondern eine Listung von zig merh oder weniger vorurteilshaften Thesen, die nicht bewiesen werden. Der bloße Verweis auf eine Bibelstelle ist kein Beweis einer These: hier finge der Diskurs erst an. man müsste sich mit dem Schrifttext genau auseinandersetzen und genau das bleibt der Thinktank schuldig.

      Ihre monierte "intellektuelle Redlichkeit" weisen also diese Meinungsmacher-Listen gerade nicht auf.
      Pardon, aber das muss schon etwas fundierter sein. Denn über all diese Stellen existieren ja Deutungsdiskurse, die keineswegs einfach, sondern sehr tiefgründig sind.

      Hinzu kommt, dass selbst ein unbedarfter Leser sofort erkennt, dass ein Großteil der Thesen nicht stichhaltig ist und wirklich GAR kein Argument für die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater ist, sondern suggestiv in Beziehung zu dieser binitarischen Behauptung gesetzt wird, ohne der Stelle überhaupt sachgerecht nachzugehen oder sprachlich und inhaltlich gerecht zu werden.

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  11. Liebe Frau Jüngling,

    ich bin weder polemisch noch gehässig noch habe ich "ad hominem gekeilt". Wenn Sie Anderes vermuten, kann ich nichts dafür. Ich bin möglichst sachorientiert. Sie werden mir vielleicht zugestehen, dass auf der Basis einer rein schriftlichen Kommunikation bei der keine ergänzenden Informationen wie Tonfall oder Gestik zur Verfügung stehen und auch unmittelbare Nach- und Zwischenfragen nicht möglich sind, eigentlich kaum Schlüsse auf bösartige Motive etc. möglich sind.

    Ja, ich vertrete eine diametral entgegengesetzte Auffassung zur Frage der Trinität und der Göttlichkeit Jesu als Sie und muss Ihnen daher zwingend logisch inhaltlich deutlich widersprechen. Mit Gehässigkeit oder Polemik hat das aber nichts zu tun.

    Was die Frage danach betrifft, dass eine Auslegung immer damit anfangen muss, wie die ersten Adressaten Äußerungen verstanden, kurz folgendes:

    Natürlich besteht immer die Möglichkeit eines Missverstehens. Das ändert aber nichts daran, dass die menschlichen Autoren der Evangelien und der Briefe des NT Zielgruppen hatten, denen sie etwas verständlich nahe bringen wollten und dass Jesus selbst, wenn er die Menschen lehrte und über sich und den Vater sprach, die Absicht hatte, verstanden zu werden. Hieraus ergibt sich die Relevanz des zeit- und kulturbedingten Empfängerhorizonts der ersten Zuhörer und Leser.

    Freilich spricht Jesus offen aus, dass manche seiner Zuhörer sich so disponiert hatten, dass sie nicht verstehen konnten - eben weil sie sich innerlich gegen ihn sperrten. Wer aber "Ohren hatte zu hören", der konnte verstehen. Wenn Jesus z.B. bei der Blasphemieanklage falsch verstanden worden wäre, dann hätte er ja ohne Weiteres korrigierende Erklärungen abgeben können.

    Ich erwarte auch von Ihnen keinesfalls, dass Sie "sofort" auf alle inhaltlichen Fragen eingehen. Ich verweise auf die Website von Glenn Miller und deren Inhalte, weil ich es a) als Zeit- und Platzverschwendung erachten würde, diese Inhalte quasi in meine Beiträge hinein zu kopieren, b) ich das Rad nicht neu erfinden muss, sondern Bezug auf etwas nehmen kann, was Andere schon besser ausgearbeitet haben als ich es könnte und c) weil ich es für redlich erachte, klar zu stellen, was meine Quellen sind und nicht vorzugeben, das sei alles auf meinem eigenen Mist gewachsen.

    Ich sehe mich als Nichthistoriker und als Nichttheologe nicht in der Lage, umfangreichste Quellenstudien etc. zu betreiben und eigene Forschungsarbeiten anzufertigen. Diese Redlichkeit halte ich persönlich für mannhaft genug. :-) Wenn Sie das anders bewerten, kann ich auch daran nichts ändern.

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    1. Ist in gewisser Weise ein Offenbarungseid, was Sie da schreiben: Wenn Sie ein Trinitätsanhänger sind, auch als Nichthistoriker oder Nichttheologe, wie Sie schreiben, dann berufen Sie sich also nur auf das, was Ihnen Fachleute vorsetzen, denen Sie gefühlt mehr trauen als denen, die etwas anderes vertreten?

      Auch zeigt Ihre Antwort, dass Sie an keinem Diskurs interessiert sind, sondern mich belehren wolne, selbst aber dazu nicht die Kompetenz zu haben meinen und daher mit irgendwelchen Büchern kommen.

      Pardon, mein herrr Anonymus, der sei Gesicht auch noch verbirgt: So geht das nicht!

      Wenn Sie meinen, mich belehren zu sollen, dann müssen Sie das schon selbst tun.
      Mein Blog ist offen für ernsthaften Diskurs - für Lehrgehabe ist da der falsche Raum. Es gibt zahlreiche fromme Blogs, wo Sie dann ganz unter Ihresgleiche sein können und andächtig auf die Lehrer Ihrer Wahl hören können.

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    2. Als Historiker und Philosoph weiß ich, dass man Standpunkte, die man nicht selbst durchdacht und geprüft hat, nicht einfach übernehmen sollte.
      Man merkt erst, wenn man Sie sich formulierend zu eigen macht, ob man sie vertreten kann. Erst in der eigenen Vernunft verarbeitet und in Sprache gebracht wird erkennbar, ob man hier eine echte Erkenntnis hat oder nur wie ein Papagei nachplappert, wonach einem zunächst einmal die Ohren jucken. Jemand, der davor zurückweicht, offenbart also, dass er sich seiner Sache keineswegs sicher ist und womöglich die Entzauberung einer Illusion fürchtet.
      Wer kennt nicht eine solche Gefühlslage?
      Ich kenne sie auch, aber es hilft alles nicht: Ich muss mich den drängenden Fragen der Geschichte stellen.
      Man muss kein Wissenschaftler sein, um sich hier als aufrichtig zu erweisen. Ich kannte schon sehr "einfache" Menschen, die tiefer und klarer, redlicher und wahrhaftiger waren als so mancher verbildete Professor, wenn es um solche Themen geht.
      Wenn Jesus vor VIELEN Verführern gewarnt hat, dann sind Sie und ich dazu aufgerufen, alles radikal zu überprüfen. Denn Jesus hat eben nirgends dem Petrus oder Kirche oder gar einem machtgierigen Kaiser und einem anmaßenden Papsttum, aber auch keinen selbsternannten, von anderen angehimmelten "Lehrern" versprochen, dass sie den Hl. Geist abonniert haben. Das behauptet die Kirche zwar vielfach, aber wer das NT liest, wird ernüchtert: davon steht dort nichts, aber auch gar nichts.

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  12. Liebe Frau Jüngling,

    nein, ich vertraue nicht "gefühlt" jemand anders mehr, sondern nachdem ich seine ARGUMENTE gelesen und - soweit es mir möglich ist - auf Plausibilität hin geprüft und mit entgegenstehenden Argumenten verglichen habe. Und als Christ habe ich auch den Heiligen Geist, auch wenn ich menschlich fehlbar bleibe.

    Und ich finde Ihre Argumente im Wesentlichen nicht stichhaltig.

    Nein, ich will Sie auch nicht belehren. Ich habe es lediglich gewagt, meine Überzeugungen darzulegen. :-)

    Aber nachdem ich Ihren Kriterien für einen Diskurs offensichtlich nicht genüge, bleiben Ihnen derzeit wohl nur Selbstgespräche; es sei denn, Sie stehen mit anderen Personen im Diskurs, von denen ich nichts weiß. Hier im Kommentarbereich Ihrer Webpräsenz scheint es jedenfalls niemanden (mehr) zu geben, der einen solchen Diskurs mit Ihnen pflegt. Auch Herrn Jahndel haben Sie ja letztendlich die Diskursfähigkeit abgesprochen. Aber es ist mir auch eigentlich egal, wenn ich recht darüber nachdenke.

    Mir ist jetzt auch im Moment nicht klar, welchen KONKRETEN Unitariern Sie eigentlich Briefe schreiben und was die Ihnen antworten. Ich würde so einen Diskurs vermutlich durchaus mit Interesse folgen, wenn er mir zugänglich wäre.

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    1. Mein Blog hat nicht diese vielen Kommentare, die eigentlich nur Schemeicheleien oder irgendwelches Getrolle enthalten oder ein paar schmissige, aber überflüssige Sentenzen.

      Sie werden es nicht glauben, aber ich schalte das meiste gar nicht frei - ich will einen halbwegs satifaktionsfähigen Diskurs, der für themeninteressierte Leser interessant sein könnte! Es ist mir völlig gleich, dass der Zeitgeist dafür immer weniger Raum bietet. Es muss alles auf 1,5 DIN A4-Seiten dargelegt werden, man ist nicht mehr bereit, Dinge gründlich zu durchdenken. Nachdenken, nein danke... Sie werden verzeihen, aber darauf lasse ich mich nicht ein.

      Bei mir geht es anders zu. Es muss auch nicht jeder Leser etwas öffentlich schreiben. Viele schreiben mir auch privat, und gelegentlich ruft sogar einer an. Allerdings muss ich viele dann darauf hinweisen, dass ich mich nicht als Lehrer verstehe, sondern als einen Christen, der nachdenkt und dies öffentlich tut, dabei keinen Anspruch vertritt, wie es so viele selbsternannte Lehrer tun - genau das will ich eben nicht!

      Ihnen wird aber auffallen, dass mein Blog ein Ort ist, auf dem dann überhaupt so etwas wie vernünftige und sachbezogene Debatten stattfinden, die dann wesentlich intensiver sind als das ewige sinnlose Geplapper anderswo.

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  13. Zu der Frage, welchen konkreten Unitariern ich schreibe: Es gibt sie nicht! Außerdem schreibe ich an Unitarier UND Trinitarier - also zum Beispiel an Sie, der antwortet! Ich greife ab und zu Argumente einzelner Unitarier oder Trinitarier auf, weil ich mich mit der Frage auseinandersetze. Sie finden das dann als Zitate oder Paraphrase im Text. Ich wüsste auch nicht, was es sachlich von Belang sein sollte, wem konkret ich schreibe - auch das wieder diese Neigung zum Ad-hominem.
    Dafür bin ich nicht zu haben.

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  14. Nun zu dem Abraham-Jesus-Zitat:

    Über diese Stelle wurde schon viel gestritten. Die Lesart, die ja im EvText die Juden vertreten, dass nämlich Jesus behauptet habe, er sei schon vor Abraham ewig präexistent gewesen, übernimmt der Trinitarismus, ohne zu begreifen, DASS er damit die polemische und gehässige Lesart der im Text auftretenden Juden übernimmt, die als Grund für die Hinrichtung Jesu herhalten sollte. Ebenso verhält es sich mit dem "mein Fleisch essen/mein Blut trinken" an anderer Stelle.
    Was soll das heißen: "Ehe Abraham war, bin ich."? Und vor allem: In welchem Kontext fallen diese Worte?

    In Johannes 5, 19 ff beschreibt Jesus seine Vollmacht. Diese Vollmacht bedeutet, dass der Vater ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden übertragen hat - übertragen: das heißt, dass er sie zuvor nicht hatte und auch natürlicherweise nicht haben kann. Allein schon das zeigt, dass er nicht wesensgleich sein kann. Diese Vollmacht wird erteilt, um das Fleisch "im Fleisch" zu retten und zum Vater zurückzubringen. Jesus verweist darauf, dass er für sich selbst nicht zeugen kann. Es seien die Werke, die er tut, die für ihn zeugen, weil sie eben diese Vollmacht zeigen.
    In Joh 8, 48 ff kommt dann diese "Krönung" vom "Ehe Abraham war...". Die Gelehrten der Juden unterstellen ihm, er sei von Dämonen besessen und redete deshalb so. Jesus sagt, die ihn so angreifen, hätten Gott niemals erkannt, obwohl sie dessen Zeugnis hatten und haben. Die konkrete Abrahamstelle lautet so:

    "Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf..."

    Also: sagt Jesus hier das, was die Juden ihm unterstellen?
    Nein!
    Der Kontext ist doch klar: Im Garten Garten Eden noch hat Gott der Frau verheißen, dass aus ihrem Samen ein Gesandter, ein Prophet, ein Retter kommen würde, der der Schlange den Kopf zertreten würde.
    Das heißt: Kein Mann wird ihn hervorbringen können, sondern nur die Frau mit Gottes Kraft. Auf ihn zu geht alles, was im AT folgt: viele Frauen treten vor Maria auf, die bereits die Rolle aufscheinen lassen. Das Motiv der schweren oder verfehlenden Geburt bzw der Unfruchtbarkeit, die nicht einfach etwas hervorbringen kann, wiederholt sich: bei Eva schon mit dem Erstgeborenen Kain, aber auch dem ermordeten Abel, bei Sara, die erst im hohen Alter ein Kind bekommt, bei Rebekka, die ebenfalls Jahrzehnte wartet, bis der Verheißene kommt, ebenso Rahel, aber auch Lea, die Betrogene, die zwar Kinder erhält, aber unter schwersten Rahmenbedingungen der Ungeliebtheit, Ausgebeutetheit und Verachtetheit - ein Schicksal, das auch Hagar schon teilt. Es wird deutlich, dass die Träger der Verheißung von der Frau kommen, dass aber nur diejenigen verheißen sind, die von hochgeachteter und geliebter Frau kommen. Es sind die verachteten Frauen, die Kinder ohne Probleme haben. Das Motiv taucht wieder stark bei Hanna auf und setzt sich fort in der Metaphorik von der Tochter Zion bei den Propheten, die unfruchtbar ist und sich freut, wenn sie fruchtbar wird und den Messias hervorbringen wird.
    In diesem Prozess steht Abraham: Mit ihm beginnt Gott die Heilsgeschichte zu konzentrieren, indem er ihm Aussicht auf den Samen der Frau gibt - einer erwählten und konkreten geliebten Frau. Das war vorher (etwa gegenüber Noach) noch nicht der Fall.
    Abraham schaute also prophetisch den Erlöser und freute sich.
    Aber bevor er war, war schon die Verheißung auf ihn, den Erlöser - eben im Garten Eden.
    Und Abraham wusste von dieser Verheißung und freute sich, dass er sie schon sich ankündigen sehen darf.
    In der heilsgeschichtlichen Chronologie ist das vollkommen klar: Ehe Abraham wurde, ist bereits die Verheißung auf den "Samen der Frau".

    Daraus folgt aber nicht, dass der "Same der Frau" wesensgleich mit Gott ist.

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  15. "Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
    Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
    Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
    Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
    Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
    Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
    Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
    Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel." Joh. 8, 51 - 59

    Meine Auslegung:

    Es geht hier - wie auch anderswo im Evangelium - darum, wer Jesus ist, was seine IDENTITÄT ist. Jesus sagt von sich, er sei "von oben"; er sei "nicht von dieser Welt" (vgl. Joh 8,23), er sei "vom Vater ausgegangen", er wisse, "woher er komme und wohin er gehe". Sein eigenes Zeugnis über sich genüge (vgl. Joh. 8,14) und wer ihn kenne, kenne gleichzeitig den Vater (vgl. Joh. 8,19).

    Schon am Anfang des Johannesevangeliums wird die Sendung Jesu betont, den Vater zu offenbaren: "Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, DER GOTT IST und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." Joh. 1,18

    Dem stellen die Juden ihr Selbstverständnis entgegen. "Wir sind Kinder Abrahams." Die Gegner Jesu stören sich daran, dass Jesus NICHT an der kollektiven jüdischen Identität anknüpft, Teil der Kinder Abrahams zu sein, sondern seine Identität direkt aus der Beziehung zu seinem Vater ableitet und immer wieder betont, dass er von diesem Vater her gekommen sei. Zunächst weist er darauf hin, dass Abraham den Tag Jesu gesehen habe. Es ist theologisch umstritten, ob damit die Menschwerdung Jesu gemeint ist oder Jesus als der Richter. Deshalb lasse ich das mal dahin stehen. Dies empört seine Gegner, denn Jesus ist doch viel zu jung, um Abraham gekannt zu haben. Dann setzt Jesus - wie so oft - noch eins drauf mit der zweifachen Amen-Bekräftigung:

    "Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich."

    Das "bin ich" klingt nicht nur an den Gottesnamen des AT an. Jesus bekräftigt auch eindeutig seine Existenz vor Abrahams Geworden Sein. DESHALB ist er eben kein Jude, der an der kollektiven "Abstammung" von Abraham seine Existenz und Identität fest macht, sondern aus seinem Sein vor Abraham beim Vater. Jesus ist der logos, durch den alles erschaffen wurde, was erschaffen wurde und er kommt in die Welt, die durch ihn geworden ist (vgl. Joh. 1,3 und Joh. 1,10)

    Wie sollte dies alles möglich sein, wenn Jesus erst mit der Entstehung im Leib Marias existent geworden wäre?

    Nichts von dem, was Sie ab "Im Garten Eden ..." schreiben, hat den geringsten Bezug zu Joh. 8,58. Natürlich gibt es das Protoevangelium in der Genesis. Nur bezieht sich Jesus darauf nicht, wenn er sagt, dass er IST (Präsens) bevor Abraham wurde. Dann hätte er sagen müssen: Die Verheißung auf mich hin, IST bevor Abraham wurde. Davon aber spricht er nicht.

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    1. Die Stelle Joh 1,18 ist in der EÜ - wie so vieles - bereits iS der späteren Dogmatik tendenziös übersetzt. Es heißt eben im Griechischen nicht "Der einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht..."
      Das ist eine geradezu dreiste Verfälschung des eigentlichen Textes. Dort heißt es vielmehr:
      "...ho monogenes hyos ho on eis ton kolpon tou patros ekeinos exegesato."
      Und das heißt korrekt übersetzt:
      "...der nicht sexuell einzige Sohn, der ein Sein im Busen des Vaters - er hat (ihn) erklärt"
      Daher überträgt die KJV folgendermaßen:
      "...the only begotten Son, which is in the bosom of the Father, he hath declared (Him)"
      Oder die Vulgata:
      "...unigenitus Filius, qui est in sinu Patris, ipse enarravit."
      Die Elberfelder:
      "Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene8 Sohn9, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht."
      Bei 8. steht: "griech. monogenes; d. h. einzig in seiner Art; o. einziggeboren; o. einzig"
      Bei 9. steht: "mit den älteren Handschr.: der eingeborene Gott"
      Aha, werden Sie nun rufen... aber dem will ich etwas nachgehen:
      Die Schreibweise "monogenes huios, theos" findet man ausschließlich einer alexandrinischen Abschrift, in allen anderen nicht. Alexandria war aber früh der Ort, an dem die Behauptung, jesus sei Gott, stark vertreten wurde. Die Rede von "älteren Handschriften" bei der ELB verschliert etwas, dass wir überhaupt keine frühen Handschriften haben, sondern erst ab dem 3. Jh vollständige vorliegen , ansonsten Fragmente und Fetzen.
      Hier finden Sie eine ausführliche Auseiandersetzung mit der Textkritik dieser Stelle und eine Abwägung des Für-und-Wider: http://www.trinitaet.com/literatur/zarley/130-in-joh118
      Der Autor kommt zum Schluss, dass auf den Vers selbst bezogen aufgrund der Quellen genauso viele Gründe gegen wie für die jeweilige Lesartvorliegen, eine Lesart aber im Bezug auf andere Aussagen des JohEv, die Jesus ausdrücklich NICHT Gott nennen, sehr dagegen spricht, dass man diese Stelle iS von "Gott" als die richtige annehmen kann - andernfalls müsste man klären, warum andere Stellen im JohEv dem ausdrücklich widersprechen: Es gibt nirgends sonst die Wendung "der eingeborene Gott" - das ist völlig ungewöhnlich und solitär. Es heißt grundsätzlich "der Sohn", und zwar in jedem Zusammenhang, in dem es um vater und Sohn geht.
      Wir stoßen hier auf die Problematik, dass eben doch die NT-Texte durch Abschreiber manipuliert sind, was nicht nur an dieser Stelle deutlich wird, sondern bei allen Handschriftenabweichungen: Fast immer liegt der Verdacht nahe, dass dogmatisch Erwünschtes oder Durchzusetzendes mit Gewalt in den text hineingetragen wird.
      In jedem Fall ist aber hier die Mehrzahl der überlieferten Abschriften ohne den "Gott"-Zusatz, sondern sagt "monogenes huios".

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    2. Und was heißt nun diese Stelle?
      Sie heißt, dass der Vater jemanden gesandt hat, der aus seinem Innersten stammt, sozusagen sein liebstes Kind ist, weil er einzigartig ist. Aber Gott sendet auch Engel - die deswegen trotzden nicht Gott sind.
      Dass der Sohn einzigartig ist und im Heilsplan Gottes von Anfang an das Zentrum bildet - das geht daraus hervor, sonst nichts weiter, was die Trinitätslehre stützen könnte.

      Insofern liegen Sie ganz falsch, wenn Sie meinen, das protoevangelium in der Genesis spiele hinsichtlich der Jesus-Abraham-Stelle keine Rolle: sehr tut es das, denn ohne das Protoevangelium versteht man nicht, worauf sich Jesus hier bezieht und fantasiert irgendwelche Wildheiten hinein, wie es die Trinitarier regelmäßig tun.

      Ich kennen das Argumetn von wegen "Bin ich" sei eine Anspielung auf den Gottesnamen am Dornbusch "Ich werde sein, der ich sein werde." Das ist allerdings schon sprachlich wenig sinnvoll. Wir wissen nicht, was Jesus aramäisch gesagt hat - vielleicht hat er ja nur sagen wollen, dass die Überlieferung von ihm eher sprach als von Abraham.
      Griechisch jedenfalls ist es das berühmte "ego eimi", das man aber hebräisch so gar nicht sagen kann!
      Wir haben Aussagen, dass Jesus der Nachkomme Evas ist (Protoevangelium - "Same der Frau"), Abrahams ist (Gal 3,16), dass er Nachfahre Davids ist und dass er v.a. ganz konkret der Sohn Mariens ist. Es ist also eine Frage, wie einer ein echter Nachfahre sein kann, wenn andererseits ja angenommen werden müsste, dass er nur irgendwie in das Kleid einer Nachkommenschaft zu jemanden verkleidet worden sei, in Wahrheit aber lange vorher da gewesen ist und kein echter Nachkomme sei, wie Sie das behaupten. Sie lesen selektiv und ignorieren die vielen Stellen, an denen Jesu Herkunft von den Genannten ausdrücklich bestätigt wird.
      Es steht allerdings nirgends, dass Jesus "Mensch wurde", noch dass er vorher etwas anderes war. Denn wenn er Mensch wurde, muss er vorher etwas anderes gewesen sein - darüber fehlt aber jede Auskunft im Schrifttext. Das haben sich Menschen später zusammengereimt und unter blutiger Gewalt durchegsetzt. Seither wird uns das so gepredigt, aber in der Schrift finden wir das nicht.

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    3. Es wird Sie nicht überraschen, dass ich - sehr gut begründet - anderer Auffassung bin. Sie stürzen sich auf Joh. 1,18, ohne alle anderen Textstellen in Joh. Kap. 8 und anderswo in der Bibel zu beachten, die eben klare Aussagen Jesu beinhalten, dass er vom Vater komme, von oben, dass er wisse, woher er komme und wohin er gehe usw. usw. usw. Ganz abgesehen vom Gesamtzeugnis im 1. Kap. des Johannesevangeliums. Jesus wird dort eindeutig bezeichnet als das Licht der Welt, das in jedem Menschen wohnt (es gab schon Menschen vor Jesu menschlicher Geburt) als der Logos, durch den alles erschaffen wurde, als der Sohn, der vom Vater her kommt und ihn daher als einziger kennt UND IHN DESHALB ALS EINZIGER OFFENBAREN KANN. Dies alles macht schlicht keinen Sinn, wenn Jesus vor der Empfängnis in Maria nicht existent gewesen wäre.

      Wenn Sie meinen, Jesus sei nur sozusagen virtuell vor seiner menschlichen Geburt beim Vater gewesen, dann gibt das die Schrift nicht her, zumal solches Denken den Hebräern ohnehin fremd ist.

      Es ist nicht so schwierig: Nachfahre ist er als Mensch, aber eben nicht als Gott. Damit ist er echter Nachfahre. Und die Menschwerdung ist ebenso essentiell für die Erlösung wie die göttliche Natur Jesu. Sie ist daher eben gerade nicht gnostisch abwertend zu betrachten.

      Ganz im Gegenteil: ERLÖSEND kann Gott nur in menschlicher Gestalt wirken, in dem er uns gleich wird, aber eben ohne Sünde. Deshalb muss er aber gleichzeitig göttlichen Ursprungs sein, denn in der Folge Adams haben alle Menschen gesündigt.

      Ich bin eben gerade nicht einseitig, sondern ich kann Jesu ganzes Mensch Sein und sein ganzes Gott Sein zusammen denken. Oder anders gesagt: Die Ankündigung eines Erlösers, der als Nachkomme von Menschen geboren wird, macht ihn doch nicht als Mensch unecht und steht deshalb auch nicht im Widerspruch dazu, dass dieser Mensch GLEICHZEITIG der ewige Sohn Gottes ist.

      Er war schon immer Gott und wurde in Maria Mensch. Was ist dabei das Problem? Da ich davon ausgehe, dass Gott größer ist als der Mensch, traue ich ihm das auch ohne Weiteres zu.

      Dass Jesus kein Engel ist, ist dem NT ebenfalls zu entnehmen.

      Dass "ego eimi" nicht hebräisch ist, weiß sogar ich. Die Verwendung des Präsens zeigt halt die Zeitlosigkeit der Aussage. Und das klingt eben an die Gottesoffenbarung von JHWH im brennenden Dornbusch an.

      Schließlich wird eine Lehre dadurch nicht falsch, wenn versucht wurde, sie blutig zu verbreiten.

      Dass Jesus Mensch wurde - und zwar nicht "anstatt" einer anderen Seinsform oder indem die ursprüngliche Seinsform "gewandelt" wurde - ist mannigfaltig in der Bibel bezeugt. Soll ich Ihnen im Ernst alle Bibelstellen dazu heraus suchen?

      Je mehr ich mich erneut damit befasse, desto klarer und schöner wird für mich erneut die unglaubliche Liebe Gottes, die ihn dazu bringt, Mensch zu werden, alle Privilegien abzugeben, um sich ganz mit uns zu "solidarisieren" an diesem Kreuz und uns so heraus zu lösen aus dem Unheil, dem wir sonst unweigerlich zum Opfer fallen würden und uns dann in der Auferstehung am Triumph über die bösen Mächte teilhaben zu lassen, so dass auch wir Söhne Gottes sein können.

      Es gab mal eine sehr schöne Weihnachtskarte. Vorne waren alle möglichen "Größen" der Weltgeschichte abgebildet. Alexander der Große, Mao, Hitler usw. usf. Innen war dann eine sehr einfache Darstellung von Maria, Josef und Jesu in der Krippe. Vorne stand: "Viele Menschen wollten schon ein Gott sein." Und innen stand: "Aber nur ein Gott wollte ein Mensch sein." Das bewegt mein Herz zum Weinen und Lachen gleichzeitig, einer unbändigen Freude über meinen Gott und seinem Heilshandeln an mir und an allen, die ihr ganzes Vertrauen auf Jesus Christus setzen.

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    4. Jetzt fiel mir noch Ihre Behauptung auf, Textstellen des NT seien manipuliert worden. Dazu läßt sich ganz kurz folgendes sagen.

      1. Wäre es so, dann könnten Sie das NT für Ihre Argumentation überhaupt nicht mehr heran ziehen, denn Sie könnten nie wissen, was manipuliert wurde und was nicht. Damit sägen Sie den Ast ab, auf dem Sie sitzen. Jedenfalls würde ich auf Ihre Auswahl, was jetzt "echt" und was "manipuliert" sein soll, nicht vertrauen wollen.
      2. Tatsächlich wissen wir aber, dass die Texte des NT ganz erstaunlich treu überliefert wurden. Sie gehören mit weitem Abstand zu den am besten überlieferten historischen Texten ihrer Zeit.

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    5. 8:49 Uhr

      Nein - es überrascht mich natürlich nicht!
      Als ich zum ersten Mal konfrontiert wurde mit den Fragen, die wir hier diskutieren, wehrte ich heftig ab und bemühte ungefähr dieselben Argumente wie Sie. Aber dann verging etwas Zeit, und ich versuchte mich einmal "neutral" zu setzen:

      Ich stellte mir selbst die Aufgabe, die Schrift einmal so zu lesen, als hätte ich nicht Otts Dogmatik gelesen oder sonntäglich in der Hl Messe das große Credo gesungen, das mir in Fleisch und Blut übergegangen ist ebenso wie die vielen traulichen Weihnachtslieder.

      Also las ich und entdeckte nach und nach auch als Philosoph, dass das Schriftwort nicht zwingend so verstanden werden muss, wie es uns eingeimpft worden ist. Was dort steht, kann auch ganz anders aufgenommen werden. Die heftigen Auseinandersetzungen vor und nach Konstantin, wurden mir plötzlich klarer: die Leute stritten damals nicht um nichts, und vor allem gab es keine "rechtgläubige Kirche", die Häretiker erfolgreich abwehrte, sondern die Fragen standen im Raum und waren nun mal nicht so leicht zu beantworten, wie die Kirche es uns vorgaukelte. Und es kann gut sein, dass am Ende die Häresie die Vorsicht und Demut besiegt hat.

      Alles, was Sie anführen, beweist zwar, dass Jesus als Gottes Sohn einzigartig ist, aber nicht, dass er wie der Vater Gott ist. Ihre Implikation der Zwei-Naturen-Lehre ist ohne Beweis - Sie stützen sich darauf ab, als sei das ausgemachte Sache, aber auch das hat die Christenheit Jahrhunderte lang überhaupt nicht geglaubt. Schleichend wandelte sich das Bild. Wenn etwa Plinius an den Kaiser Traian noch schrieb, die Christen sängen Jesus Loblieder "quasi Deo dicere" - also: WIE als wäre er ein Gott (und Plinius war Jurist und verstand sich auf präzises Sprechen und Schreiben) -, schrieb Eusebius später über dessen Aussage, Plinius habe gesagt, sie hätten dem Gott Jesus Loblieder gesungen. So mogelte man sich vorwärts...

      Es ist Faktum, dass nirgends in der Schrift steht, dass Gott Mensch wurde. Tut mir leid. Und wenn uns die ersten Christen das hätten überliefern wollen, wäre das eine so grundstürzende Aussage gewesen, dass sie mit Sicherheit mehr als einmal auch genauso formuliert worden wäre.

      Bedenken Sie: wenn Jesus sagt, er gehe vom Vater aus, dann beinhaltet dieser Satz logisch weder, dass er ein Gott ist, noch dass er mit dem, von dem er ausgeht, wesengleich ist. Und es heißt erst recht nicht, dass er dort in einem vollen "on" (Sein) präexistent war. Das AT sagt uns, dass Gott all unsere Tage schon kennt, bevor er uns im Mutterleib zubereitet. Daraus folgt, dass wir von ihm kommen, aber nicht, dass wir präexistent sind.

      Dass es Gott selbst ist, der zur rechten Stunden den Samen der Frau senden wird, ist doch klar - und das ist auch hebräisches Denken. Aber die Juden verabscheuen bis heute genau das Denken, das Sie oben als "hebräisches Denken" darstellen. Woran mag das wohl liegen?
      Kommen Sie mir bitte nicht mit der „blinden Synagoge“. Ihre Blindheit heißt nicht, dass sie alles falsch sieht, sondern nur, dass sie den Messias nicht erkannt hat.
      Damit ist aber auch nicht geklärt, warum sie den Messias nicht erkannt hat.
      Und: nirgends steht, dass die Heidenchristen nun alles richtig sehen - oder woher kommen die schrecklichen, apokalyptischen Bilder veruntreuten Evangeliums? Von den Juden?! Nein, von uns, den Christen. Und diese Veruntreuung muss ja einen konkreten Ausdruck gefunden haben. Sie fällt nicht am Ende der Tage kurz als "große Apostasie" vom Himmel, sondern hat sich von Anfang an eingebürgert in der Kirche, was übrigens Paulus im Thessalonicherbrief schon klar sagt, ebenso Johannes in seinen Briefen.

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    6. 8.55 Uhr

      Es gibt keine andere Lösung, als dass entweder manipuliert oder aus Versehen manches falsch abgeschrieben wurde.

      Es gibt Hunderte von Anweichungen in den Handschriften, und in der Forschungsliteratur wird aufgezeigt, dass nicht wenige davon manipulativ sein müssen, weil sie dogmatische Nuancen betreffen. So etwas ist nie Zufall.

      Ich weiß, dass man uns stets erzählt, die Überlieferung der Texte sei "erstaunlich" gut. das ist sie an sich nicht - eben deswegen, weil diese Überlieferung erst Jahrhunderte nach ihrer Abfassung einsetzt, ab dann aber massenhaft vorliegt.
      Wir haben nicht nur keine Autografne, sondern auch keine vollständigen frühen Abschriften.
      Deshalb ist doch immer große Aufregung, wenn man wieder mal in Tonkrügen was findet!
      Man sucht eigentlich verzweifelt nach authentischen Textrollen!

      Ihr Alles-oder-Nichts halte ich für einen Fehlschluss. es gibt Textbestand, der einigermaßen übereinstimmt und auch nicht inhaltlich unlgisch oder unpassend wirkt, wie manche Passagen, die offenkundig an der Stelle, an der sie stehen, keinen rechten Sinn ergeben oder anderen Textelementen drumherum widersprechen.

      Bitte nicht daas Kind mit dem Bade ausschütten!

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  16. @ brotherandrew

    Ich möchte Ihnen noch einen logischen Zirkel vor Augen stellen:

    Gemeinhin argumentieren Trinitarier so: In Joh 1 stünde doch, dass der Logos Fleisch wurde. Und der Logos sei "das Wort", also eine Person. Daraus folgt, eine göttliche Person sei Mensch geworden.

    Nun steht aber da bei Johannes nur dies "Und der logos ist sarx geworden". Dieser logos war immer war Gott und gehört zu ihm. Mit keiner einzigen Silbe geht aus dem Satz oder dem ganzen Abschnitt hervor, dass dies iS einer Person gemeint ist (also einer Entität mit Ich-Identität). das ist schlicht und einfach hereingesponnen!

    "Sarx", "Fleisch", als Inbegriff der creatio ex nihilo, der Schöpfung aus dem Nichts, alleine aufgrund des logos Gottes - das sagt uns etwas über die Herkunft der ganzen Schöpfung.

    Man kann diese Stelle eher so verstehen, dass Gott erneut (wie in der Genesis) sprach "Es werde" und "es wurde", aufgrund des logos, der alle Geschickte dieser Schöpfung durchblutet und erhält. Wir wissen, der Mensch irrte ab und fiel. Gott schafft aufgrund des logos, durch die ganze Schöpfung ist und ohne den nichts geworden ist, erneut einen vollkommenen Menschen, so wie Adam einst war und davon abging. Dieser neue Mensch ist der Messias.

    Und als vollkommener Mensch, daher vollkommenes Ebenbild Gottes (wir anderen haben das nur noch getrübt an uns) ist er der Mensch, wie er gedacht war: im Licht und vom Licht her geschaffen, inspiriert von Gottes Geist - ja, all das, was Johannes schreibt, ABER: aus all dem lässt sich nicht schließen, dass Jesus DER Gott war bzw ist.

    Genau dieser Schluss hat keinen Anhalt an der Schriftüberlieferung.

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  17. Mir bleibt es nur wie der zuvor skeptische Thomas vor Jesus auf die Knie zu gehen und zu bekennen:

    "Mein Herr und mein Gott!"

    Das war zusammengefasst meine Bekehrung und ist das Ende der Skepsis und des Zweifels, das Eingeständnis, dass meine menschlichen Kapazitäten und Kategorien nicht ausreichen zu begreifen, WIE Gott ist. Und das Offensichtliche und Naheliegende zu akzeptieren: "Mein Herr und mein Gott!"

    Ich glaube, Frau Jüngling, dass Sie in der Falle stecken, Göttliches aus dem menschlichen Verstand heraus beurteilen zu wollen. Das wird aber nie funktionieren. Die Bibel geht immer den anderen Weg: Gott offenbart sich (oder seinen Willen etc.), was menschlichem Suchen ansonsten verborgen bliebe. Und erst dann wird versucht, zu verbalisieren, was offenbart wurde. Oder anders gesagt: Die göttliche Offenbarung liefert uns die Axiome, die wir dann versuchen, in Sprache zu übersetzen, um eine Art "Arbeitsgrundlage" zu haben. Das Gleiche geschieht mit Dogmen oder Glaubensbekenntnissen. Sie sind nie dazu da, göttliche Offenbarung zu erklären, sondern nur dazu, sie in Worte zu fassen. Insoweit werden Begriffe wie "Trinität" etc. immer hinter der göttlichen Offenbarung selbst zurück bleiben.

    Bei Jesus sehen wir sehr schön, dass er seine Zuhörer immer wieder massiv überfordert, weil sie zunächst kein "pattern" für das haben, was er ihnen offenbart. Es gibt keine Denkvorlagen dafür, dass Gott einen Sohn hat, der in seinem Innersten wohnt und in die Welt gesandt wird. Oder dafür, dass dieser Sohn der Logos ist, durch den die Welt geworden ist. Usw. usf. Oder dass dieser Sohn von sich sagt, dass wer ihn sehe und kenne, GLEICHZEITIG den - sonst im Verborgenen verbleibenden - Vater sieht und kennt. Wir sind also essentiell darauf angewiesen, dass uns Jesus nicht nur den Vater "spiegelt" im Sinne einer "Nachahmung", sondern dass in ihm "die Fülle der Gottheit wohnt", wie es der Kolosserbrief ausdrückt; d.h., dass Jesus zu sehen und zu kennen, bedeutet, Gott zu sehen und zu kennen.

    Wir können solche Dinge nur annehmen oder ablehnen als wären es Berichte aus einem fernen Kontinent, wo scheinbar die Naturgesetze verrückt spielen. Es gilt weiterhin, dass Gottes Gedanken höher und ganz anders sind als unsere Gedanken es sind.

    Der Fixpunkt, der uns bleibt - und um den es geht - ist, ob wir Jesus VERTRAUEN, selbst wenn uns seine Worte zunächst quer kommen oder völlig unverständlich sind. Mehr ist von uns nicht gefordert.

    Deshalb glaube ich Jesus einfach, wenn er sagt, dass er nicht von dieser Welt sei, dass er vom Vater komme, dass er IST, bevor Abraham wurde usw. usf. Und damit fahre ich hervorragend.

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    1. Es sei Ihnen unbenommen, dass Sie "hervorragend" mit Ihren Annahmen "fahren".
      Das ist allerdings kein Argument in der Sache, sondern eher eine recht hochmütige Trotzreaktion. das hat mir auch mal ein Alkoholiker ins Gesicht geschleudert: Ihm gehe es blendend mit seinem Spiegeltrinken...

      Was Sie mir vorwerfen, trifft Sie selbst: Sie legen selbst göttliche Offenbarung auf menschliches Denken fest. Nur ist Ihnen das noch nicht bewusst geworden bzw Sie unterdrücken die Erkenntnis darüber.

      Thomas Rede "Mein Herr und mein Gott!" ist ein Ausruf, als er Jesus erkennt. Nun gibt es genau darüber eine uralte Debatte, ob das ein Ausruf, ein Anruf oder ein Lobpreis ist und an wen er sich richtet. Denn wenn Sie Ihre trinitarische Brille abnehmen, müssen Sie einräumen, dass das durchaus nicht klar ist.
      Auch wir kennen den Ausruf "O mein Gott!, ohne dass wir damit zwingend meinen, der, der vor uns steht, sei deshalb Gott.
      Machen wir es uns doch nicht so einfach!
      Thomas sagt NICHT: "Du bist mein Herr und mein Gott!"
      Sondern: Mein Herr und mein Gott!
      Manche Ausleger meinten, dass das "kyrios" sich auf den Christus bezieht, das "theos" auf den Vater.
      Es ist ein Ausruf, der weit über den direkt vor Thomas Stehenden meinen kann.

      In jedem Fall ist es interessant, dass gleich nach diesem Vers 20,28 heißt es in V31:

      "Diese (Zeichen) sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen."

      Die Botschaft des AT ist eindeutig, dass Gott einer ist und keiner neben ihm - das ist sogar das Glaubensbekenntnis der Juden, das biblische "Schma".
      Wenn also das NT nun Dinge hätte offenbaren wollen, die das wieder aufheben und behaupten wollen, es gäbe da einen zweiten, völlig wesnesgleichen Gott neben dem Vater, dann hätte man das auch so formuliert.
      Das ist aber nicht geschehen!
      Die Schlussformel des Johannesabschnittes sat uns, was wir glauben sollen: dass Gott, der Vater uns den messias geschickt hat, diesen Jesus, den er auferweckt hat und durch den wir das Leben zurückgewinnen können.

      Es ist Ziel Gottes, dass er in uns allen leibhaftig in seiner Fülle wohnen kann. Mit dem Messias wird dies ermöglicht, aber nicht, weil der Gott ist, sondern weil er eine einzigartige Gestalt ist, die die Sohnesrolle im Ggs zu Adam (und Eva) nun erfüllt und für uns Verlorene wieder "aktiviert". Das steht da und nichts anderes.
      Dass der eigentlich zu Lebende dahinter der Vater ist, sollte man sich klarmachen.

      Wenn also Thomas den Christus lobt und Gott, dann ist das genau die angemessene Haltung: Der Auferstandene ist wirklich der Sohn Gottes, der neue Adam, der neue MENSCH, aber er wäre nicht ohne das Erbarmen und die Liebe Gottes:
      Also "Mein Herr und mein Gott!"

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    2. Es ist lohnend, sich die Shema in Deut 6.4-5 genauer anzusehen: "Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig." Das hebräische Wort, welches die EÜ hier mit "einzig" übersetzt, ist "ehad" und bedeutet immer die Bezeichnung einer "zusammen gesetzten Einheit". Beispiele:

      Mann und Frau werden "ein" Fleisch. (Gen. 2,24)
      Viele Soldaten bilden "eine" Gruppe. (vgl. 2 Sam. 2,25)
      Und das ganze Volk antwortet mit "einer" Stimme. (vgl. Exodus 24,3)

      Hätte unzweifelhaft eine Singularität zum Ausdruck gebracht werden müssen, wäre das Wort "yahid" (nicht zu verwechseln mit "yahad") verwendet worden. Dies abgesehen davon, dass der Kontext der Shema zu beachten ist. Es geht in Abgrenzung zu den Völkern ringsum darum, dass Israel nur Jahwe zum Gott hat.

      Schließlich ist die Aufspaltung der Aussage des Thomas in "mein Herr" gegenüber Jesu Christus und "mein Gott" gegenüber dem unsichtbaren Gott komplett gekünstelt und in sich sinnlos. Er fällt vor Jesus auf die Knie und ruft: "Mein Herr UND mein Gott!" Und dass Johannes den Titel "Gottes Sohn" als einen göttlichen Titel betrachtet, liegt auf der Hand.

      Es geht im NT freilich nicht um die Bedeutung des Wortes "Gott", so als wäre das Ganze eine theologische Spielwiese, die sich um theologische Begriffe drehen würde. Vielmehr geht es darum, dass Jesus Christus gekommen ist, um folgendes zu tun:

      1. Den Vater zu offenbaren und sich als den einzigen Weg zu diesem Vater zu offenbaren.
      2. Das Reich Gottes aufzurichten.

      Indem er das tut und wie er das tut, was er über sich selbst sagt, offenbart immer deutlicher, WER er ist. Und diese Frage ist ja von Bedeutung, denn er möchte auch von seinen Jüngern wissen, wer sie denken, dass er sei. Dabei ist aber zu beachten, wie die Hebräer/Israeliten von "Gott" sprechen, nämlich selten direkt.

      Wenn Sie schreiben: "Wenn also das NT nun Dinge hätte offenbaren wollen, die das wieder aufheben und behaupten wollen, es gäbe da einen zweiten, völlig wesensgleichen Gott neben dem Vater, dann hätte man das auch so formuliert." dann unterliegen Sie meines Erachtens einem mehrfachen Irrtum:

      1. Die Trinitätslehre geht davon aus, dass Gott EINER und nicht zwei (oder drei) ist.
      2. Es wird nichts aufgehoben, sondern vielmehr im Wege fortschreitender Offenbarung "näher" beleuchtet.
      3. Es wird kein "zweiter Gott neben dem Vater" eingeführt.

      Sie wehren sich mit Zähnen und Klauen dagegen, dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch ist, müssen ihm aber irgend eine Sonderstellung einräumen, da sie ja schlicht nicht ignorieren können, dass Jesus das Menschliche weit übersteigt. Ist Grund dafür nur die Weigerung zu glauben, dass es innerhalb des einen Gottes eine Pluralität geben kann; dass der eine Gott aus drei Personen bestehen kann, die miteinander untrennbar in einem Beziehungsgeflecht stehen. Muss Gott unseren Vorstellungen von absoluter Singularität entsprechen? Warum? Ich verstehe es nicht wirklich.

      Und dann haben Sie natürlich nicht nur keine Erklärung für das "Besondere" an Jesus Christus, dafür, weshalb er immer und immer wieder seine Identität aus seiner einzigartigen Beziehung zum Vater betont. dass er zu dem Vater zurück kehrt von dem er gekommen ist. Sie haben keine Erklärung dafür wie es möglich ist, dass Jesus Christus Sünden vergibt "wie" Gott, dass man ihn "wie" Gott direkt bitten kann, dass er der "Herr" ist - eine Stellung, die nur Gott zukommt. Dass Gott, der nach dem AT seinen Ruhm mit niemandem teilt, Jesus nach seiner Auferstehung "erhöht" und ihm den Namen gibt, der größer ist als alle Namen (wissen Sie, was Gewaltiges damit ausgesagt wird?). Dass Jesus für sich EXKLUSIV erlösendes Vertrauen einfordert. Usw. usf. Jeder Jude seiner Zeit wusste, dass solche "Ansprüche", die Jesus hier erhebt, legitim nur von Gott selbst erhoben werden können.

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    3. Was mir noch auffiel:

      Es ist schon sehr merkwürdig, dass Sie ausgerechnet Plinius den Jüngeren als angeblichen Zeugen wider die Göttlichkeit Jesu anführen. Plinius d. Jüngere war ein Christenverfolger, der dem Christenmörder Trajan zuarbeitete, wie sich aus seinem 8. Brief an Trajan unschwer entnehmen ließ. Plinius ließ Christen hinrichten und bezeichnete ihren Glauben als Wahnsinn und als Aberglaube. Wenn also Plinius angeblich schreibt, die Christen hätten "Jesus Loblieder "quasi Deo dicere" - also: WIE als wäre er ein Gott gesungen", dann gibt das nur seine eigene Einschätzung als Christenverfolger und Christenmörder wieder. Dass aber der Ausdruck "quasi Deo" nicht so übersetzt werden muss, wie Sie es behaupten, sondern schlicht mit "als Gott" übersetzt werden kann, sei nur nebenbei bemerkt. Quelle: https://www.uni-due.de/~gev020/courses/course-stuff/pliniusjun.htm

      Tatsächlich belegt also der Pliniusbrief an Trajan das genaue Gegenteil von dem, was Sie behaupten. Denn entgegen ihren Ausführungen belegt er eindrucksvoll, dass Christen in der Lebenszeit von Plinius (62 - 114 n. Chr.) Jesus als Gott anbeteten. Das hat also nicht ein Konzil über 300 Jahre später erfunden, wie Sie meinen.

      Es wäre auch recht sinnlos, zu glauben, die Christen hätten Jesus in ihrer eigenen Einschätzung angebetet als sei er Gott ohne ihn für Gott zu halten und dann noch dafür hingerichtet zu werden. Welchen Grund hätte eine solche vorsätzliche Blasphemie gehabt?

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    4. Verzeihung, es ist spät, aber ich habe selten einen solhen Unsinn gelesen: "echad" heißt nun mal "echad", also "eins", auch als Zahlwort.
      Können Sie Hebräisch? oder wo haben Sie das abgeschrieben?!
      Sie haben offensichtlich keine Ahnung, - anders kann man sich das nicht erklären:
      "yachad" heißt: "Vereinigung"
      "yachid" heißt "einzig geliebt, einzig, einsam"
      Nun sind Wörter kein Roulettespiel für Leute, die die Sprachen nicht können und sich etwas zusammenphantasieren: "echad" heißt in keinem Fall etwas Zusammengesetztes. "echad" heißt als Zahlwort "eins" und ebenso auch "einzeln".
      Nun ist Gott nichts Abgetrenntes, andernfalls müsste man ihn trennen von seiner Schöpfung.
      Aber deswegen ist er nicht mehrere Personen - einen solchen Blödsinn kann man wirklich nicht ernstnehmen.
      Was meinen Sie wohl, warum das den Juden bis heute so wichtig ist, dass Gott wirklich "einer" ist, also eine "Entität". und warum wohl wird das auch im NT mehrfach bestätigt und wiederholt?! (Gal 3,20; 1. Kor 8,4; 1. Tim 2,5; Joh 17,3)

      Ihre Beispiele sind unsinnig: wenn Mann und Frau ein Fleisch sind, dann ist das nicht zusammengesetztes Fleisch, sondern ein einziges, und wenn Kinder kommen, sind sie Entitäten des Fleisches und nicht etwas Zusammengesetztes Seiendes.

      Ich bin wirklich die letzte, die ein Zahlenspiel aus Gott macht, aber "echad" heißt nun mal "eins", ob Ihnen das passt oder nicht, und es ist niemals etwas "Zusammengesetztes", ebenso wie auch die deutsche "Eins" nicht zusammengesetzt ist.

      Hätte Israel an drei in einem Einen glauben sollen, wäre das auch so vertreten worden. Ist es aber nicht.
      Vielleicht wachen Sie anhand dieser Tatsache auf oder auch nicht - "drei in einem" - für Israel der absurdeste Gedanke, der möglich ist. Wie viele sind Sie persönlich - vielleicht auch drei oder noch mehrere?

      Und noch was: "quasi" heißt NIEMALS "genauso wie" oder "wie" oder "als", sondern meint das, was auch das ins Deutschenentlehnte "quasi" meint: "so wie", sozusagen wie" oder "als ob", oder "beinahe (wie)".
      Sie können auch kein Latein - dann sollte man aber auch nicht darüber reden.
      Plinius drückt sich vorsichtig aus.

      Sie haben im übrigen mich niemals verstanden: ich sagte nicht, dass Jesus unbedeutend oder nur einer wie Sie ist, sondern dass er einzigartig ist - ich will nicht alles wiederholen - lesen Sie einfach meine Antworten genau, das muss genügen.
      Dass er in der Einzigartigkeit höchste Verehrung genießt, habe ich nie bestritten, bloß folgt daraus nicht, dass er wie der Vater ist und wesensgleich. Davon spricht auch Plinius nicht im entferntesten.

      Wenn der Vater ihm alles übergibt, folgt daraus ebenfalls nicht, dass er wesensgleich ist. Selbst wenn er Sünden vergeben darf, gilt das, was ich sage, logisch - selbst einfache Logik sollte das klären.

      Bitte nehmen Sie sich Zeit, nachzudenken und nicht aufzuschneiden mit Sprachkenntnissen, die offenabr nicht vorliegen. Das Thema ist zu ernst.

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  18. Was immer Ihnen auffällt - es ist irgendwo abgeschrieben und nicht fundiert.
    Trinitarier scheuen keine Lüge, wie ich leider festgestellt habe.
    Noch mal: "echad" heißt niemals etwas Zusammengesetztes, sondern IMMER "eins" als Nicht-Zusammengesetztes.
    Und "quasi" heißt nicht "dasselbe wie" - gerade das nicht! "Quasi" meitn immer,. dass etwas gerade nicht so ist wie, sondern dem allenfalls nahekommt: Der "Quasi-Ehemann" etwa ist eben nun mal nicht der Ehemann, sondern tut nur so.
    Bekennen Sie Farbe: haben Sie je ein Hebraicum gemacht? Je ein Großes Latinum?!

    Noch mal: Denken Sie in Ruhe nach - das Thema ist sicher heilsentscheidend, denn wer den Sohn Gottes nicht bekennt, ist laut Johannes der Antichrist.
    Wer den Sohn Gottes mit Gott gleichsetzt könnte eventuell vorbeigehen an dem, was uns übereinstimmend überliefert ist.
    Nirgends wird uns gesagt, er sei wesensgleich mit Gott.
    Wenn Sie also das bekennen, was nirgends steht, könnte es heilsentscheidend sein.
    Versuchen Sie zu begreifen, dass uns eigentlich etwas ganz anderes überliefert werden sollte, das fast ganz verschüttet wurde, damit wir abkommen vom wirklichen Christus.
    Denken Sie darüber ergebnisoffen nach.
    Nicht ich halte an etwas mit Zähne und Klauen fest, wie Sie meinen, sondern Sie tun das.
    Wie ich bereits sagte, versteh eich Sie sehr gut, weil ich einmal nicht glauben wollte, dass das Konstrukt erlogen sein könnte.
    Als ich aber prüfte - und das dauert (!!!) - musste ich erkennen, dass nicht die Trinitarierer die guten Argumente haben, sondern die, die dieses Konstrukt bezweifeln oder wegen seiner Monstrosität in gesund-kindlichem Glauben ohnehin ignorieren.

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  19. Ich gebe Ihnen, @brotherandrew, noch einen Hinweis darauf, wie tendenziös trinitarisch Sie schleichend Schriftberichte verfälschen:

    Sie schreiben:

    "Schließlich ist die Aufspaltung der Aussage des Thomas in "mein Herr" gegenüber Jesu Christus und "mein Gott" gegenüber dem unsichtbaren Gott komplett gekünstelt und in sich sinnlos. Er fällt vor Jesus auf die Knie und ruft: "Mein Herr UND mein Gott!" Und dass Johannes den Titel "Gottes Sohn" als einen göttlichen Titel betrachtet, liegt auf der Hand."

    In Joh 20 steht aber etwas anderes - dort ist nur von einem Wortwechsel die rede und einer "Betastung" der Wunden Jesu durch Thomas.
    Dass Thomas vor ihm niedergefallen sein soll, haben Sie frei dazu erfunden - iS der Trinitätslehre, denn das würde Ihrer Theorie wenigstens etwas mehr entgegenkommen, allerdings nicht wirklich, denn es war damals üblich, auch vor Königen und hochgestellten Damen oder Priestern niederzufallen...

    Nein, da steht ganz lapidar in Vers 28: "28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!"

    Ich weiß nicht, was daran künstlich sein soll, diesen Ausruf (wenn man das als Ausruf deuten will) in zwei Richtungen zu deuten. Wenn es wesentlich für das Heil ist, den Sohn Gottes (Messias) zu bezeugen UND den Vater, der ihn gesandt hat, dann muss das Lob jedes Christen diese Zweiheit aufweisen: einmal für den Vater, der der eigentliche Retter ist und für Jesus, der als der Messias sich selbst hingabe für mich, aber im Auftrag Gottes, der dafür dann alle Macht im Himmel und auf Erden übertragen bekommen hat (sie also vorher NICHT hatte!), und sie dermaleinst dem Vater zurückgeben wird - eine Aussage, die keinerlei Sinn innerhalb der Trinitätsideologie ergibt:

    24 dann das Ende, wenn er das Reich11 dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat.
    25 Denn er muss herrschen12, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
    26 Als letzter Feind wird der Tod weggetan.
    27 "Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen." Wenn es aber heißt, dass alles unterworfen sei, so ist klar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.
    28 Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem13 sei." (1. Kor 15)

    Wer erst einmal redlich anfängt, Schrift zu lesen, stellt fest, dass die eindeutige Tendenz ist, immer diese Figur zu bekennen und zu erklären: Der Vater ist "ho theos", DER Gott, der einer ist und nicht "n in einem" (denn "n in einem" ist das Bekenntnis der Heiden - wer sich auskennt mit deren Religionen, weiß das - bis heute ist es zB so bei den Hindus). Der Sohn Gottes ist im Prinzip jeder Mensch und jeder Engel, eine Konstellation, die durch den Fall vieler Engel und dann des Menschen aus den Fugen geriet. Der Messias ist der "Gesalbte", so wie auch andere schon gesalbte waren (David), aber er ist zu einer einzigartigen Mission gesalbt: eine Neu-Initiative in der Schöpfung, um das, was in ihr verloren ist, zu suchen und selig zu machen: d.h. allen, die sich an diesem Sohn aufrichten, die Gotteskindschaft wieder zu schenken. Um dies zu tun, hat der Sohn Gottes alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
    Er gibt sie, wenn alles erledigt ist, dem Gott, von dem er sie erhielt, zurück.
    danach wird er mit seinen menschlichen Geschwistern zusammen in Gott vereint sein.

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  20. Noch ein Punkt, der mir sehr wichtig erscheint: Sie unterstellen mir immer wieder, ich wolle Jesus Christus eigentlich nicht als einzigartig anerkennen.

    Vermutlich habe Sie meinen text und die Kommentare nur überflogen, sonst könnten Sie so etwas nicht behaupten.

    Um aber die einzigartige Stellung und Rolle Jesu zu bekennen, muss man kein Trinitarier sein - das begreifen viele nicht, weil sie total "brainwashed" iS dieser Lehre sind. Offenbar vergröbert der Trinitarismus das Denken und Verstehen.

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  21. Ich bemühe mich weiterhin, sachlich zu bleiben. Zr Bedeutung von "echad" und zur Pluralität Gottes im AT habe ich folgende Quellen (außer der Schrift selbst natürlich):

    Fruchtenbaum auf Englisch: http://www.messiahnj.org/af-tri-unity.htm
    Fruchtenbaum auf Deutsch: http://www.kolhesed.de/Dreieinigkeit.html
    Glenn Miller: http://christianthinktank.com/trin02.html

    Vorsorglich weise ich darauf hin, dass Fruchtenbaum und Miller nicht aus der hohlen Hand schöpfen, sondern die Quellen angeben, aus denen sie schöpfen.

    Dass Mann und Frau "echad" = ein zusammengesetztes "Fleisch" sind, ist übrigens eine hervorragende Analogie auf menschlicher Ebene: Sie sind ZUSAMMEN ein Fleisch und GLEICHZEITIG zwei verschiedene Personen. Wenn eine dieser Personen stirbt, endet auch das "Gesamtwesen". Und dennoch UNTERSCHEIDEN sich Mann und Frau und ordnen sich nicht gleichartig, jedoch gleichwertig einander unter. Wo sie es nicht tun, leidet das "Gesamtwesen". Das Konzept einer zusammen gesetzten Einheit ist übrigens allgegenwärtig. Wir sind umgeben von Dingen, die für sich gesehen "eins" sind, aber dennoch aus mehreren Komponenten bestehen. Das ist eigentlich der Regelfall.

    Ein Gegensatz dazu wäre ein Kieselstein (wenn wir mal außer Acht lassen, dass auch er aus verschiedenen Mineralien besteht). Wenn Gott so wäre, dann könnte niemand einen Zugang zu ihm haben. Er wäre so eine Art in sich gefangener Autist. Nun ist aber Gott (mindestens) ein Vater, der in sich einen Sohn trug und diesen Sohn in die Welt sandte.

    Sie stören sich an unwichtigen Details. Ja, es ist richtig, dass nicht berichtet wurde, dass Thomas vor Jesus niederfiel. Das entsprach nur meiner Vorstellung. Nur ändert es nichts daran, dass ganz offensichtlich Thomas den auferstandenen Herrn Jesus Christus als "mein Herr und mein Gott" bezeichnet und sich dieser das widerspruchslos gefallen läßt.

    Woran Sie sich stören, ist nur die Art der Zuordnung der göttlichen Personen zueinander.

    Zum Abschluss:

    "Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast MICH nicht erkannt, Philippus? Wer MICH gesehen hat, hat den VATER gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!" (Joh. 14, 7-11)

    Meine Aufgabe als Jünger Jesu ist es, IHN zu bezeugen. Das habe ich getan. Meine Beiträge sind in aller Schwachheit ausreichend dazu, dass der, der Jesus Christus sucht, ihn auch findet und so offen wird dafür, dass der Vater den Sohn und sein Wesen offenbart.

    Ich für mich nehme aus dieser Diskussion mit, dass der Arianismus - und damit letztlich die judaistische Attacke gegen den christlichen Glauben - weiterhin virulent ist und versucht, den Blick auf Jesus Christus zu verdunkeln. Das ist eine ernüchternde, aber dennoch wertvolle Erkenntnis.

    Leben Sie wohl, Frau Jüngling!

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  22. Irgendiwe verstehen Sie nicht, was ich schreibe - das tut mir leid.

    "Echad" meint nichts Zusammengesetztes und das schon gar nicht "immer", wie Sie oben behauptet haben. Es kann eine Vereinzelung bedeuten, aber auch ein Einswerden in bestimmten Zusammenhängen.
    Hier aus jüdischer und hebräischsprachiger Sicht, die immer noch die maßgebende ist: https://www.juedische-allgemeine.de/glossar/echad/

    Ihre Beispiele verfehlen vollkommen den Sinn von "echad": wenn Mann und Frau "echad" werden, dann nicht in jedem beliebigen Sinn oder "total", sondern im Hinblick auf Fortpflanzung und Überkunft dabei. Aus diesem Übereinkommen wird ein neues "echad", nämlich ein neuer Mensch, ein Sohn oder eine Tochter, der oder die nicht "zusammengesetzt", sondern einzigartig und "eins" ist.
    Auch wenn das Volk mit "kol echad" (einer Stimme spricht), dann meint das nicht, dass hier tewas zusammengesetzt wird, sondern dass trotz der vielen nur eine Stimme hörbar wird, weil sie sich einig sind.

    In all diesen Fällen werden mehrere Eins.
    Im Falle Gottes werden aber selbst in der Trinitätsideologie nicht mehrere Eins, sondern einer müsste mehrere werden. das ist ein erheblicher Unterschied, den Sie völlig ausblenden und analytisch ignorieren.
    Es wäre absurd davon auszugehen, dass Mann und Frau eins sind und sich entzweien, INDEM sie zwei Personen sind. Wir wissen aus dem Schöpfungsbereicht, dass Gott zwei geschaffen hat, wenn auch aus einer Substanz, aber er wollte, dass sie zwei sind und eins werden, und wieder zwei sind und wieder eins werden - um neue Menschen zu schaffen.
    es wäre genauso abwegig zu sagen: Das Volk hat eigentlich nur eine Stimme, aber leider hört oft diese Vielstimmigkeit, und selbst wenn man sie hört, ist es doch "eins".

    "Echad" in solchen Zusammenhängen meint natürlich nicht, dass etwas als "homoousios" angesehen wird, sondern es gibt eine punktuelle, situative Einigkeit im bezug auf etwas Bestimmtes - NICHT eine Totalität.

    Leider haben Sie nicht verstanden, dass das, was ich meine, mit "Arianismus" nichts zu tun hat. Arius hat eine an sich sehr ähnliche Theorie vertreten wie die Trinitarier. Jesus war für ihn graduell Gott, "wesensähnlich", aber nicht "-gleich". Er hantierte mit ganz ähnlichen Konstrukten wie seine Gegner. Im grunde sind Arianismus und Trinitarismus zwei Seiten derselben falschen Medaille.

    Was ich vorschlage, ist etwas ganz anderes.
    Aber vielleicht versuchen Sie einfach, in Ruhe darüber nachzudenken, um zu verstehen, um was es mir geht und um wegzukommen von diesem Schubladendenken, das mich nun also irgendwo unterbringen will, ohne zu begreifen, was ich vortrug.

    Ich sagte es schon: Ich verstehe Ihre Reaktion, weil ich selbst einmal so reagiert habe. Nur: Ich konnte das nicht aufrecht halten.
    Und meine große Empfehlung ist: Lesen Sie das NT einfach selbst in aller Ruhe und versuchen Sie, zu vergessen, was man uns allen eingetrichtert hat. Es könnte alles oder wenigstens vieles ganz anders sein.

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  23. @zeitschnur:

    >>>>>Die traditionell behauptete christliche Herkunft des Bösen aus dem „Fleisch“ oder schließlich dem „Leib“ ist daher eine glatte Lüge: das Fleisch ist nur tief geschwächt, aber nicht Ausgangspunkt des Bösen. Die Bosheit kommt aus dem Geistigen. Und sie könnte niemals wirken, wenn sie nicht an den zentralen Stellen der irdischen Macht regieren würde.
    Ob nun gnostische Schriften sich darauf einen eigenen Reim gemacht haben oder nicht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies und nur dies die Sicht des Paulus war, die ganz sicher irdische Gewalt nicht verklärt hat unter diesen Umständen: Auch das Finstere hat seine Vollmacht ursprünglich von Gott, aber dennoch nicht in Übereinstimmung mit ihm.
    Ich kann das aber nicht wirklich erkennend in die Tiefe „denken“.<<<<<<<<<

    Eben dieses versuche ich zu erklären: Das Böse entspricht eben an sich NICHT der allgemeinen göttlichen Schöpfungsordnung des Kosmos bzw. dem universellen göttlichen Weltgesetz als Logos und Makrokosmos, welcher als "Weltseele" und "Weltvernunft" zwischen körperlich-materieller Ebene einerseits und geistig-spiritueller Ebene andererseits mittelt und vermittelt (siehe auch Philo(n) von Alexandrien dazu und auch Elias Erdmanns Aufsatz und seine freien Online Texte zu ihm usw.).
    Dämonische und teuflisch-satanische Einflüsse sind eben gegen die göttliche Schöpfungsordnung des Kosmos. Und auch der Dualismus der oft (wenn auch nicht immer, siehe Sethianer und Ophiten bzw. Naassener und Valentianer) leibfeindlichen Gnostiker und gnostischen Mandäer und Manichäer (der Heilige Augustinus war einer bevor er Christ wurde und blieb imho in seinem Denken stark davon geprägt, da er zum Beispiel auch den Limbus als Logos bzw. "Weltseele" und "Weltvernunft" entgegen dem Neuen Testament der Bibel mit den Areopag-Zitaten des Apostels Paulus für nicht existent hielt) ist eben gerade NICHT biblisch und nicht originär christlich, genuin christlich ist dagegen stattdessen vielmehr die Logos-Theologie nach dem Evangelisten Johannes und dem Apostel Paulus und Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und dem Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm, siehe auch Clemens von Alexandrien als Heiligen Klemens und seinen Schüler Origenes und Gregor Thaumaturgus und Lactantius als Laktanz und Johannes "Scottus" Eriugena und den jüdischen Theologen und Mystiker und hermetischen Philosophen Philo(n) von Alexandrien usw.
    Siehe eben auch schon die griechischsprachige Septuaginta-Bibel mit der Weisheitsliteratur des Alten Testamentes, wo auch schon der Logos-Begriff verwendet wird, Jesus Christus zitierte nachweislich aus dieser griechischsprachigen Septuaginta-Bibel als Ausgabe des Alten Testamentes die die Weisheitsliteratur enthält, und nachweislich mindestens einmal auch direkt aus den noch immer so genannten angeblichen "Apokryphen". Siehe weiterhin auch die Essener und die Funde von Qumran und den breiteren und engeren Bibel-Kanon der Kopten Äthiopiens und das Sondergut etwa in der armenischen Bibel und in der syrischen Kirche und in der russisch-orthodoxen Kirche Russlands.

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